“Globalisierung“ der Ausbeutung


Bildmontage: HF

01.01.15
InternationalesInternationales, Wirtschaft 

 

von Reinhold Schramm

Kolonialismus und Imperialismus vs. Afrika

«Bauern im Kongo kämpfen nicht mehr gegen Kolonisatoren aus Europa, sondern gegen Landkäufer aus Brasilien. Sozialabbau und mächtige Konzerne gibt es weitweit
Vgl. Tageszeitung
*

“Das Kapital“

orientiert sich nicht an Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht. Kapital kennt keine nationalen Grenzen. Ausbeuter und staatlich-juristisch geschützte Plünderer, Millionäre, Multimillionäre und Milliardäre, sie finden sich in Brasilien, Mexiko, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland, Indien, Schweiz, China, Nordamerika und Australien.

Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muss sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen. –

Die Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet. Sie hat zum großen Bedauern der Reaktionäre den nationalen Boden der Industrie unter den Füßen weggezogen. Die uralten nationalen Industrien sind vernichtet worden und werden noch täglich vernichtet. {...}

Sie zwingt alle Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich anzueignen, wenn sie nicht zugrunde gehn wollen; sie zwingt sie die sogenannte Zivilisation bei sich selbst einzuführen, d. h. Bourgeois zu werden. Mit einem Wort, sie schafft sich eine Welt nach ihrem eigenen Bilde.“ (Vgl. “Manifest“)

Anm.: Das “Manifest“ verfassten Karl Marx und Friedrich Engels im Dezember 1847 und Januar 1848. Es wurde erstmalig im Februar 1848 in London in deutscher Sprache gedruckt.

Ein Leser-Kommentar zum Taz-Artikel «Das ist die echte Globalisierung»:

Problem mit land grabbing ist, dass es die Landwirtschaftsminister dieser Länder leid sind, Ihren Bauern immer und immer wieder zu erklären, wie man Landwirtschaft betreibt. Die Erträge liegen bei 1 Tonne pro Hektar fuer Getreide. Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen. (Vgl.)

Hierauf eine Entgegnung im Klartext einer @ Taz-Leserin:

Mit Ihren Kommentaren ist auch kein Blumentopf zu gewinnen. Was wollen Sie eigentlich? Hier erzählen, dass die Leute in Kongo zu blöd sind, Landwirtschaft zu betreiben und nur deshalb arm? (Vgl.)

Kommentar zum Klartext der @ Taz-Leserin.

Erinnerung:

An einer Werkkunstschule in Westdeutschland im Jahr 1970 hatten wir eine Studentin aus Südafrika. Sie beabsichtigte ihr Studium in Großbritannien fortzusetzen. Ihr Studiendasein wurde von ihren wohlhabenden weißen südafrikanischen Eltern finanziert.

Zusammen mit unseren Kunstdozenten versuchte sie mir einzureden: die Schwarzen in Afrika wären zu faul zum arbeiten und benötigten den Druck von den Weißen. Sie war gerade im Alter um 22/23 Lebensjahre. Sie persönlich musste keinerlei materielle Arbeitsleistung erbringen. Wer ihr Studium tatsächlich durch Arbeitsleistung finanzierte, nämlich die Menschen schwarzer Hautfarbe, die für ihre Eltern und für ihr Studium schufteten, darüber machte sie sich keinerlei Gedanken. Für sie war es vollkommen normal, dass Menschen dunkler Hautfarbe für die weiße Herrenrasse arbeiten mussten.

Mit dieser Denkweise wird die rassistische Grundeinstellung an die eigenen Kinder und Enkel weitergegeben. So auch in Deutschland und Europa.

Bei der Beurteilung Afrikas muss man auch die Tatsache der Vernichtung von gesellschaftlichen Strukturen durch äußere Einwirkung berücksichtigen. Die Kolonialgeschichte setzt sich heute modifiziert (modernisiert) durch den Imperialismus der äußeren Wirtschafts- und Militärmächte in Afrika fort. So durch die von ökonomischen Interessen geleitete Geo-Politik lateinamerikanischer, nordamerikanischer, europäischer, asiatischer und arabischer Staaten. Deren ökonomisches und politisches Interesse konzentriert sich ausschließlich auf afrikanische Rohstoffe und Bodenschätze. Die Masse der afrikanischen Menschen dient allenfalls als billige Arbeitskraft.

* Vgl. Artikel und Kommentare, Tageszeitung, taz.de am 31.12.2014. Eine neue Form der Kolonialisierung. „Das ist die echte Globalisierung“. / Unter chinesischer Planung: Addis Abeba bekommt ein elektrifiziertes Schienensystem. / „Aber jetzt sind es die neuen, aufstrebenden Mächte, mit denen wir uns auseinander setzen müssen.“ {...} Von Christian Jakob, Reportage & Recherche.

www.taz.de/Eine-neue-Form-der-Kolonialisierung/!152008


VON: REINHOLD SCHRAMM






<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz