Solidariteti - Kämpferische Gewerkschaft in Albanien gegründet


12.07.19
InternationalesInternationales, Arbeiterbewegung, TopNews 

 

Von Max Brym

In Albanien macht die unabhängige gewerkschaftliche Organisation der Arbeiter beträchtliche Fortschritte. In der Hauptstadt Tirana werden die Arbeiter und Arbeiterinnen hauptsächlich von Call-Center- Kapitalisten ausgebeutet. In Prishtina in Kosova sind die Callcenter ebenfalls diejenigen Unternehmen welche hauptsächlich jugendliche deutsch sprechende Menschen rücksichtslos ausbeuten. Auch in Prishtina gibt es die meisten Beschäftigungsverhältnisse in diesem Bereich. Meinungsumfragen des Instituts Forsa werden oftmals von Prishtina aus erstellt. Der angerufene Deutsche sieht aber nur eine Nummer aus Berlin. In Albanien wehren sich die Arbeiter seit geraumer Zeit gegen die Ausbeutung in den Callcentern. Es gibt Streiks und seit dem 18 Mai die unabhängige Gewerkschaft „ Solidaritäti“ in Tirana. Dies versetzt die politische Kaste in Albanien in helle Aufregung. Unabhängige Gewerkschaften welche sich nicht der PS oder der DP unterordnen werden als enorme Gefahr begriffen. Die Gewerkschaft wird in der Presse als „ enveristisch“ „ anarchistisch“ oder „ trotzkistisch“ angegriffen. Diese Angriffe bewirken jedoch nichts. Die Arbeiter begreifen zunehmend, dass sie kämpferische Gewerkschaften benötigen. Die in Gang gekommene Entwicklung erreicht auch die kampferprobten Arbeitersektoren im Bergbau und in der Erdölindustrie. In den dortigen Gewerkschaften mehren sich Stimmen sich vom Einfluss der Parteien DP ( Demokratische Partei) oder der sogenannten „Sozialistischen Partei“ ( SP) zu lösen. Im vergangenen Herbst kämpften hauptsächlich die Studenten gegen die Privatisierung der Bildung. Jetzt beginnt die Arbeiterklasse ihre Stimme zu erheben. In Albanien entwickelt sich zunehmend der Klassenkampf. Die politische Stimme dieser Entwicklung ist die Organisation „ Organizata Politike“. Diese Organisation unterstützt jeden Arbeiter und Studentenkampf und führt interessante Veranstaltungen zum Marxismus, sowie zu einzelnen Personen aus der Geschichte der Arbeiterbewegung durch. Darunter spezielle Veranstaltungen zu Gramsci, Rosa Luxemburg aber auch zu Leo Trotzki. Jetzt aber zurück zu den konkreten Problemen im Call Center Bereich. Die Zeitung https://www.equaltimes.org/ schreibt :

Dokumentation

„In Albanien organisieren sich Callcenter-Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen
---Heute ist er ein gewerkschaftlich organisierter Mitarbeiter von Teleperformance, dem weltweit führenden Telemarketing-Unternehmen. Das französische multinationale Unternehmen hat vor elf Jahren ein Callcenter in Albanien eingerichtet. Im vergangenen Februar erfuhr das Unternehmen, dass einige seiner Mitarbeiter eine Gewerkschaft gegründet hatten, eine neue Entwicklung in der Branche.------
"Call-Center-Mitarbeiter haben derzeit keine wirkliche Vertretung", sagt Fatjon. „Aber sie müssen sich verteidigen und bessere Arbeitsbedingungen wie Lohngerechtigkeit sicherstellen. Die Lohnunterschiede in der Branche sind zu groß. Einige Arbeitgeber zahlen willkürlich und wir finden es unfair. “
In den letzten 15 Jahren haben sich Call Center zu einer der wichtigsten Beschäftigungsquellen Albaniens entwickelt. Der Sektor beschäftigt offiziell 30.000 Albaner, obwohl es nach Angaben von Fachleuten genauso viele geben kann, die ohne Verträge arbeiten. Schätzungsweise 800 Unternehmen, die sich in Größe und Art erheblich unterscheiden, sind in diesem Sektor tätig. Es ist ein besonders profitables Geschäft, und albanische Telefonanbieter werben um potenzielle Kunden und nehmen Kundendienstanrufe für große internationale Marken wie Amazon und Apple entgegen.
Albanien ist selbst nach den Einlassungen seines eigenen Premierministers ein Traum für jedes Unternehmen, das die regulatorischen Zwänge selbst der grundlegendsten Arbeitsgesetze vermeiden will. Obwohl er Chef einer angeblich sozialistischen Partei, der Sozialistischen Partei Albaniens (PS), ist, hat Ministerpräsident Edi Rama vor vier Jahren eine Gruppe italienischer Unternehmer umworben, die sich in Tirana versammelt hatten: „Wir möchten eine starke Botschaft an diejenigen von Albanien senden Sie, die von niedrigen Steuern, niedrigen Arbeitskosten und einer möglichst geringen Präsenz von Gewerkschaften träumen. Wir möchten, dass Sie wissen, dass dieses Land existiert und es direkt nebenan [in Italien] liegt. Das Geschäftsklima in Albanien hat sich in jeder Hinsicht verbessert so Rama “ Der komplette Artikel unter https://www.equaltimes.org/in-albania-call-centre-workers-are?lang=en&var_ajax_redir=1#.XSiFGGQzZO2








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