8. März 2009: TERRE DES FEMMES protestiert gegen Genitalverstümmelung im westafrikanischen Sierra Leone


05.03.09
InternationalesInternationales, Feminismus, Soziales 

 

TÜBINGEN. Mit einer Protestaktion ruft TERRE DES FEMMES die Regierung des westafrikanischen Sierra Leone auf, endlich gegen Genitalverstümmelung zu handeln.
Anlass für den Protest ist die Verschleppung von vier Journalistinnen in Sierra Leone am 6. Februar 2009. Sie hatten im Radio über das Tabu-Thema weibliche Genitalverstümmelung berichtet. Eine der Journalistinnen wurde gedemütigt, bedroht und gezwungen, nackt durch die Straßen der Stadt Kenema zu laufen. Nur zögerlich griff die Polizei ein und sorgte dafür, dass die Journalistinnen wieder frei kamen. Die für die Verschleppung Verantwortlichen, Anhängerinnen des Bundu-Geheimbundes, wurden bisher nicht zur Verantwortung gezogen.
In Sierra Leone sind nach Angaben von Unicef etwa 90 % der Mädchen und Frauen an ihren Genitalien verstümmelt. Es wird geschätzt, dass im Land bis zu 50.000 Beschneiderinnen tätig sind, die meisten von ihnen sind im Bundu-Geheimbund organisiert. MitarbeiterInnen von Aufklärungsprojekten werden immer wieder von Anhängerinnen des Bundu bedroht und an ihrer Arbeit gehindert.
PolitikerInnen fürchten den Einfluss des Bundu und befürworten die Verstümmelung von Mädchen. Bis jetzt hat die Regierung keine landesweiten Aufklärungsprogramme gestartet. Auch gibt es kein Gesetz, das die Verstümmelungen verbietet.
"Wir dürfen nicht wegsehen, wenn Mädchen und Frauen massive Gewalt angetan wird. Am Internationalen Frauentag sollten wir nicht nur feiern, sondern uns solidarisch zeigen", ruft Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES auf, die Protestaktion zu unterstützen.
Weltweit wird alle 11 Sekunden ein Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Dabei werden den Mädchen meist ohne Narkose und unter unhygienischen Bedingungen Klitoris und Teile der Schamlippen abgeschnitten. Die Betroffenen leiden meist lebenslang unter den gesundheitlichen und seelischen Folgen. Solange Genitalverstümmelung jedoch als Voraussetzung für eine Heirat gilt, lassen viele Eltern ihre Töchter verstümmeln, weil sie glauben, ihnen nur so eine Ehe und ehrbare Existenzmöglichkeit sichern zu können.
Weitere Informationen zur Aktion sowie ein Protestbrief unter:
http://www.frauenrechte.de/eilaktion-sierra-leone
Weitere Informationen zur aktuellen TERRE DES FEMMES-Kampagne gegen Genitalverstümmelung KEIN SCHNITT INS LEBEN! unter: www.frauenrechte.de

 







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