Kaufrausch im Supermarkt statt Frieden für Bethlehem


Bildmontage: HF

03.12.13
InternationalesInternationales, Saarland, TopNews 

 

von Dr. Nikolaus Götz

Am Samstag kurz vor 17:00 Uhr hatte auch die Innenstadt von Saarbrücken einen solchen Menschenansturm zum Ersten Advent zu verkraften, dass der Verkehr teilweise zu erliegen kam.

Statt den Aufrufen zum ’Kauf-nix-Tag’ der Occupy - Bewegung zu folgen, bereitete sich das konsumgesteuerte Volk auf den Tag 'Xmas' der Massengesellschaft vor, um Glühwein trinkend, noch die „letzten“ Geschenke vor dem einstigen Fest der Familie, der Liebe und des Friedens zu erwerben.

Von Bethlehem, einem unbedeutenden Ort im Vorderen Orient, war einmal eine ’Friedensbotschaft’ ausgegangen und das FriedensNetz - Saar hatte zusammen mit der Saarbrücker Imandt-Gesellschaft zum Vortrag geladen, dem eine handvoll Bürger folgten: „46 Jahre warten auf Frieden – leben zwischen Mauern“, war der unscheinbare Arbeitstitel, der von der Referentin Faten Mukarker gewählt worden war, um über den ’Palästinakonflikt’ zu berichten.

Frau Mukarker sprach mit einfachen, ruhigen Worten und erzählte die Geschichte ihres Lebens, auf sehr spannend wirkende Weise. Sie verknüpfte ihr individuelles Leben mit der großen Politik und zog gerade damit ihre Zuhörer in den Bann. Das Gebiet im Vorderen Orient ’Palästina’ genannt, sei immer bewohnt und immer Spielball imperialer Mächte gewesen. Der historische Schnelldurchlauf reduzierte die Geschichte dieser Region auf Römer, Osmanen und Engländer, bis nach 1945 neue „Herren“ das von drei Religionsgemeinschaften beanspruchte Land okkupierten.

Der griffig reduzierende Slogan der Zionisten mit „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“, war jedoch nur die Erfindung eines geschickten Propagandisten. Sicher war den „Juden“ vielerorts Unrecht widerfahren, doch die Okkupation des „Heiligen Landes“ durch sie brachte neues Unrecht hervor. Drei „große“ Kriege waren die Folge, die dem neuen Staat Israel keinen Frieden brachten und ob des Unrechtes sich hassende Extremisten auf beiden Seiten gebaren.

Sie als Friedensaktivistin und deutsche Palästinenserin mit christlichem Glauben schilderte anschaulich vom aktuellen widerrechtlichen Mauerbau durch ’die Israelis’, bei dem ein Jahrtausende lang offenes Land eingemauert würde. Bilder von der aktuellen Schutz-Mauer zeigten, dass die ehemalige DDR-Grenzanlage im Vergleich dazu nur ein kleines Mäuerchen gewesen war.

In ihrer ruhigen, einprägsamem Erzählweise machte Frau Mukarker ihren Zuhörern deutlich, dass sie und ihre Landsleute sich nichts sehnlicher wünschen, als ohne Angst, frei und selbstbestimmt in einem Staat neben dem Staat Israel zu leben. Die “frohe Botschaft“ nach Frieden für Bethlehem im Nahen Osten war durch die authentischen Worte der palästinensischen Friedensaktivistin bei den Deutschen in Saarbrücken angekommen.


VON: DR. NIKOLAUS GÖTZ






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz