Deutsche Botschaft in Spanien entschuldigt sich bei Asturien für die Bombardements durch die Legion Condor während des vor 80 Jahren ausgebrochenen Krieges 1936-39

01.03.16
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Von Jürgen Schwebke, KFSR

Wie Asturia24.es und elcomercio.es am 23./24. Februar 2016 mitteilen, hat sich die deutsche Botschaft in Spanien bei Asturien für die Bombardements durch die Legion Condor entschuldigt. Der Verein „Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936 – 1939 e. V. (KFSR) begrüßt diese Entschuldigung außerordentlich. Gesten dieser Art kann es nicht genug geben.

Im Dezember 2015 hat sich die asturische Regierung auf wiederholtes Drängen der „Asturische Föderation Erinnerung und Republik“ (FAMYR Federación Asturiana Memoria y República) verpflichtet, einen Rat des historischen Erinnerns zu schaffen, der sich mit der Beseitigung franquistischer Symbole befassen soll. Dafür hat die FAMYR eine Liste von verbliebenen Symbolen des Franco-Regimes in Asturien zusammengestellt, auf der sich auch drei Gedenksteine für von der republikanischen Armee abgeschossene Piloten der Legion Condor befinden. Bisherige Versuche, die Beseitigung dieser Symbole des Faschismus in Spanien und Nazideutschlands auf spanischem Boden durchzusetzen, scheiterten.

Deshalb wandte sich die Föderation im Oktober letzten Jahres an die deutsche Botschaft mit der Bitte um Hilfe, da sie schon einmal für die Beseitigung eines Hakenkreuzes auf einem Madrider Friedhof erfolgreich interveniert hat. Die Botschaft sah sich in diesem Fall nicht zuständig, da es sich bei den drei Gedenksteinen nicht um offizielle deutsche Kriegs-gräberstätten handele. Die Zuständigkeit liege dafür allein bei den spanischen Behörden.
Jedoch nutzte die deutsche Botschaft den Anlass, um ihr tiefstes Bedauern über die Leiden, die dem spanischen Volk durch die von Nazi-Deutschland entsandte Legion Condor zugefügt wurden sowie ihr Mitgefühl für die Opfer auszudrücken. Sie distanzierte sich entschieden vom Nazi-Regime und seinen Verbrechen.

Die FAMYR würdigte dies ausdrücklich und verwies auf die unter¬schiedliche Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und Spanien. Deutschland betrachte sich nicht als Erbe des Nazi-Regimes, während es in Spanien eine Kontinuität des Franco-Regimes und keine Aufarbeitung der Geschichte gibt, die Opfer nicht anerkannt werden. Bis heute werden die Kriegs¬verbrecher u. a. der Legion Condor und der Blauen Division geehrt.

Der Verein „Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936 – 1939 e. V. (KFSR) begrüßt diese Entschuldigung der Botschaft gegenüber den Opfern in Asturien außerordentlich. Zugleich fordert er ein ebenso entschiedenes Nein zu Formen der andauernden Glorifizierung von Wehrmachtsoffizieren wie des Jagdfliegers der Legion Condor Mölders durch die Bundeswehr, wie es ein Beschluss des Deutschen Bundestages bereits 1998 vorsah, der aber erst 2005 durch den zweiten Nachfolger des 1998 amtierenden obersten Dienstherrn der Bundeswehr durchgesetzt wurde. Die quasi formelle Privatisierung der Wehrmachts-Verherrlichung muss sofort beendet, der Bundestagsbeschluss umgesetzt und die Bundesregierung dazu aktiv werden.

Berlin, 29.02.2016


Quellen:
http://www.asturias24.es/secciones/politica/noticias/la-embajada-alemana-se-disculpa-con-asturias-por-los-bombardeos-de-la-legion-condor/1456162141

http://www.elcomercio.es/asturias/oriente/201602/24/embajada-alemana-disculpa-espana-20160224002411-v.html








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