Für eine sofortige Erhöhung des Mindestlohns in Kosova


07.01.18
InternationalesInternationales, Wirtschaft, TopNews 

 

Von Max Brym

Die amerikanische Handelskammer in Kosova (Oda Ekonomike Amerikane) ist der Ansicht, dass der Mindestlohn in Kosova nicht erhöht werden sollte. Gegenwärtig liegt der Mindestlohn bei 130 € für unter 35 jährige und bei 170 € für Arbeiter über 35 Jahre. Oftmals wird im privaten Sektor auch dieser Armutslohn nicht bezahlt.

Der Euro ist in Kosova Landeswährung. Die Lebenshaltungskosten lassen sich oftmals mit den Preisen in Deutschland vergleichen. Nur Zigaretten und Kaffe sind etwas billiger. Ein Laib Brot kostet in etwa das selbe wie in Deutschland. Textilien, Hygieneartikel und Benzin sind teurer als in der BRD. Die Stromkosten nähern sich dem bundesdeutschen Niveau an. Letzteres wurde kürzlich mit der geplanten Privatisierung des Kohlegiganten KEK begründet.

Auch Arbeiter im öffentlichen Sektor mit 250 bis 500 Euro leben in Kosova in extremer Armut, Menschen die weniger verdienen im Elend. Gegen die Forderung der Gewerkschaft BSPK nach einem Mindestlohn von 250 € hat sich die Regierung der Millionäre unter Ramush Haradinaj ausgesprochen. Sie beruft sich u.a, auf die neoliberale Stellungnahme von „Oda Ekonomike Amerikane“. Die Vertretung amerikanischer Kapitalisten begründete dies mit der typisch kapitalistischen Agenda. Angeblich würde eine „ Erhöhung des Mindestlohns Investoren abschrecken“. Die Vertreter des US Kapitals warnen vor „verminderter Wettbewerbsfähigkeit falls der Mindestlohn steigt”.

In der Tat, in allen Balkanstaaten findet ein Wettbewerb nach unten statt, was Löhne und Sozialleistungen angeht. Auch in Kosova soll sich die Arbeiterklasse den Profitinteressen von potentiellen Investoren, sowie den bereits vorhandenen Ausbeutungsmechanismen bedingungslos unterwerfen. Dagegen müssen die Arbeiter und Arbeiterinnen rebellieren. Die Arbeiter müssen von ihrer Arbeit leben können. Was nützt eine Investition wenn sie die vorhandene Armut der Arbeiter als Voraussetzung für Kapitalverlagerungen betrachtet? Es geht darum sich von Ausbeutung und Armut zu befreien. Notwendig dafür ist ein starker öffentlicher Sektor unter Arbeiterkontrolle. Ein Wirtschaftsplan welcher der Masse der Menschen im Sinne der allgemeinen Interessen Perspektiven eröffnet. Für einen höheren Mindestlohn müssen die Gewerkschaften zum allgemeinen Streik aufrufen. Verbale Protestnoten können die Mafiosi in der Regierung nicht beeindrucken. Es bleibt zu hoffen dass die linksdemokratische VV (Bewegung für Selbstbestimmung) bald ihre inneren Probleme löst. Die Arbeiter und Arbeiterinnen benötigen einen hörbaren politischen Ausdruck für ihre Interessen.



Quelle http://www.koha.net/arberi/67586/oda-ekonomike-amerikane-therret-qeverine-te-mos-miratoje-rritjen-e-pages-minimale-ne-250-euro/







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