Neuerscheinungen Pädagogik

27.02.21
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Sebastian Hirn: Trainingsprogramm Empathie. EPaN 10-16 Jahre, Reinhardt Verlag, München 2021, ISBN: 978-3-497-02988-4, 29,90 EURO (D)

Hier wird das Trainingsprogramm Empathie EPaN, das von Sebastian Hirn während seiner Promotion entwickelt wurde, vorgestellt: Es steht für Emotionen erkennen, Perspektiven einnehmen und affektives Nach-Erleben. Das Programm soll dabei in handlungsorientierter Form unterstützen, Gefühle besser zu erkennen und zu verstehen, unterschiedliche Sichtweisen bei sich selbst und anderen einzunehmen und der eigenen und Fremdwahrnehmung dienen. Es kann eigenständig oder als vorgeschalteter Präventionsansatz dienen und ist zugeschnitten auf Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren. Es ist für Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Erzieher und Psychologen in allen institutionellen Feldern der schulischen Jugendarbeit oder Sozialarbeit konzipiert.

Das Modell gliedert sich in eine fakultatives Einführungsmodul und drei Toolboxen. Jede Toolbox umfasst ein individuumzentriertes Modul und eines auf der Ebene anderer. Es unterteilt sich in vier kurze Übungsteile. Die insgesamt 24 unterschiedlichen Übungen nehmen mit etwa 15 bis 40 Minuten höchstens eine Unterrichtsstunde in Anspruch. Es wird empfohlen, ein Modul in einer Schulwoche umzusetzen.

Zunächst gibt es eine Einführungsveranstaltung, wo die Teilnehmer langsam über Alltagssituationen an das Thema Empathie herangeführt werden. Die Teilnehmer bekommen zudem einen Überblick über Programmaufbau und zu den Ritualen der Übungen.

Die erste Toolbox befasst sich mit dem Erkennen von Emotionen, die zweite mit der Einnahme von Perspektiven, die dritte mit dem eigenen und fremden Nach-Erleben. Für jede Übung gibt es Informationen zu Dauer, Kompetenzziele, Sozialform, Material, Verlauf und Anmerkungen.

In einer Abschlussveranstaltung werden erworbene Kompetenzen zusammengefasst. Es gibt die Möglichkeit zu Feedback und es werden Urkunden verliehen.

Das vollständig ausgearbeitete Programm liegt in tabellarischer und manualisierter Form vor. Es kann zeitlich flexibel strukturiert werden und eigenhändig auch modifiziert werden. Eine Wirksamkeitsstudie zeigt positive Ergebnisse und die gewonnenen Erkenntnisse. Es werden verschiedene Praxistipps zur Vorbereitung, zur Gruppenzusammensetzung, zum Zeitbedarf, zur Durchführung der Anleitungen und Übungen, zum Raum, zum Arbeitsmaterial, zur Implementierung des Programms, Methoden und zum Umgang mit Störungen und Konflikten gegeben.

Im Anhang findet man noch ein Literaturverzeichnis, Lehrplankomformität am Beispiel einer Mittelschule in Bayern, ein Materialteil mit Übersichten zu Kopien, Arbeitsblätter, Präsentationen, Symbolkarten, Bildmaterial und Wortkarten sowie der Bildnachweis.

Es gibt die Möglichkeit, alle Materialen auf einer Homepage herunterzuladen. Das Passwort ist im Buch genannt.

Dies ist ein neuer spannender Ansatz zur Steigerung von Empathie, Toleranz und sozialem Miteinander. Die Inhalte des Programms wurden im Vorfeld praktisch erprobt mit guten Ergebnissen. Das Programm kann ohne größere Vorbereitungszeit und wenig Organisation umgesetzt werden, dennoch sollte man sich damit vorher schon eingehend vertraut machen.


Buch 2

Stefan Hierholzer: Basiswissen Sexualpädagogik, Ernst Reinhardt Verlag, München 2021, ISBN: 978-3-497-02973-0, 29,90 EURO (D)

Das Buch bietet Informationen zu den Grundlagen der Sexualpädagogik zu den Themenbereichen sexuelle Entwicklung, sexuelle Vielfalt, Sexualität und Medien, Pornografiekonsum, rechtliche, gesundheitliche und ethische Aspekte, Ausgrenzungsmechanismen und Tabuisierung von Alterssexualität. Es enthält methodische Bausteine für eine praktische Umsetzung in diesen Arbeitsfeldern. Dabei werden die Phänomene Sexualität bzw. Soziosexualität multiperspektivisch betrachtet.

Nach einer allgemeinen Einführung geht es um die sexuelle Entwicklung in verschiedenen Lebensphasen. Diese ist aber intraindividuell und höchst divergent, daher können die Alterseinteilungen nur als Orientierungshilfe verstanden werden. Danach wird das Thema Sexualität und Medien analysiert, wobei es besonders um den Konsum von Pornografie und den sexualpädagogischen Umgang damit geht. Dabei wird die Sinnlosigkeit einer Verhinderung von Pornografiekonsum erkannt und das Empowerment von Jugendlichen im Sinne von Kompetenzaufbau in den Vordergrund gerückt.

Anschließend folgt ein Kapitel über die Auseinandersetzung mit dem Prozess der sexuellen Orientierung. Dazu werden Erklärungsansätze dargestellt, wie sich die sexuelle Identität eines Menschen entwickelt und erläutert, welche Problemlagen sich daraus ergeben, wenn die sexuelle Orientierung nicht der heterosexuellen Norm entspricht. Außerdem wird der Begriff der Doppeldiskriminierung erläutert und Strategien vorgestellt, Exklusion entgegenzuwirken. Sexualität ist immer auch in gesellschaftspolitische und rechtliche Rahmungen eingebettet und reglementiert. Dies wird im nächsten Kapitel bei den Allgemeinen Menschenrechten, sexuellen Menschenrechten, dem Sexualstrafrecht und sexuell übertragbare Krankheiten und Verhütung im Einzelnen skizziert.

Anschließend folgt eine Geschichte der Sexualpädagogik von Rousseau bis hin in die Gegenwart und die fünf Aspekte sexueller Bildung vorgestellt. Die durch die Professionalisierung der Sexualpädagogik aufgekommene Didaktik und Methodik wird danach präsentiert. Dabei werden die Zielgruppen und Arbeitsfelder der Sexualpädagogik und die damit verbundenen didaktischen Entscheidungsfelder (Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Sachkompetenz) behandelt. Die im Spannungsfeld von Ethik und Sexualität agierende Sexualpädagogik wird anhand von möglichen Herausforderungen (Prostitution, Umgang mit Sexualstraftäter*innen, veränderte Lebens- und Liebesbeziehungen) im nächsten Abschnitt beleuchtet.

Danach geht es um sexualisierte Gewalt, die im Kontext von Macht- und Gewaltdiskursen betrachtet wird. Schwerpunkte sind dabei der Missbrauchsbegriff, Statistik, Tatumstände, Typologie von Täter*innen, Täter*innenstrategien, Folgen für die Opfer, Präventionsstrategien bei sexuellem Missbrauch.

Am Ende eines jeden Kapitels gibt es immer Literaturangaben und Links.

Im Anhang gibt es noch ein Literaturverzeichnis und ein Sachregister.

Der Autor ist sich dessen bewusst, dass einige Themen aktuell emotional diskutiert werden oder kontrovers zu sehen sind und von daher eine objektive Herangehensweise schwierig ist. Das ist schon mal eine gute reflektierte Haltung, er selbst beschreibt sich als jemand mit einer „emanzipatorisch-gesellschaftskritischen sexualpädagogischen Haltung“. (S. 8)

Die katholische Kirche mit ihren rigiden sexuellen Dogmen wird in diesem Buch erstaunlich selten kritisiert. Kontinuität und Wandel in der empirischen, qualitativen Sexualforschung, die Verschränkungen von rassistischer und sexistischer Gewalt oder Qualifizierungsmöglichkeiten mitsamt Adressen werden leider nicht angesprochen. Sexuelle Traumatisierung von Geflüchteten und die Frage nach der Aufnahme von dem Status der sexuellen Verfolgung im Asylgesetzverfahren ebenfalls, Sexualität von Menschen mit Behinderung nicht ausreichend angesprochen.

Sonst ist es aber ein guter Einstieg mit viel weiteführender Literatur in die Sexualpädagogik.


Buch 3

Anja Schultze-Krumbholz u.a.: Medienhelden. Unterrichtsmanual zur Förderung und Prävention von Cybermobbing. Mit zahlreichen Online-Vorlagen und Arbeitsblättern, 3. Auflage, Ernst Reinhardt, München 2021, ISBN: 978-3-497-03027-9, 39,90 EURO (D)

Dies ist ein evaluiertes Manual für den Unterricht. Lehrkräfte können es ohne zusätzlichen Aufwand im Unterricht als Curriculum umsetzen oder als Projekttag durchführen. Das Programm baut auf wissenschaftlichen Erkenntnissen auf und bietet pädagogische Methoden an, um Cybermobbing vorzubeugen und wichtige Kompetenzen zu stärken. Unter einer Adresse auf Seite 5 kann Online-Zusatzmaterial heruntergeladen werden.

Das Manual ist gegliedert in einen Theorie und Praxisteil. Im Theorieteil werden der derzeitige Forschungsstand zu Cybermobbing dargestellt, die Zusammenhänge mit den Zielen des Programms hergestellt und erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation berichtet. Außerdem gibt es Informationen zu den einzelnen Methoden, die in diesem Manual eingesetzt werden, und der zugrundeliegenden Präventionstheorie.

Der Praxisteil umfasst das Curriculum und den Projekttag, jeweils strukturierte Schritte und Themenblöcke für Schule und Jugendarbeit. Das erste Modul gibt eine Einführung in das Curriculum und erfasst den eigentlichen Medienkonsum in der Klasse. Das zweite Modul bietet einen thematischen Einstieg in das Programm. Das Ziel liegt darin, Schüler dafür zu sensibilisieren, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um von Cybermobbing zu sprechen. Das dritte Modul stellt die Auswirkungen von Cybermobbing dar und die Schüler werden in die Perspektive der Beteiligten versetzt. Im vierten Modul werden durch Rollenspiele Konfliktsituationen nachempfunden, Handlungsmöglichkeiten erarbeitet und erprobt. Ziel ist es, anschließend besser verstehen zu können, wie andere sich in anderen Situationen fühlen. Im folgenden Modul werden neben Sensibilisierung für die eigene Datensicherheit eine Anzahl wichtiger Handlungsmöglichkeiten von Selbstschutzstrategien besprochen.

Danach werden die Schüler mit einem konkreten Cybermobbing-Fall mit den unterschiedlichen relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen vertraut gemacht. Die Integration des Gelernten in den Alltag wird durch einen selbst gestalteten Elternabend der Schüler zur ersten Reflexion der Inhalte gesichert. In der Abschlussreflexion diskutieren die Jugendlichen, was sie für den Umgang mit und zur Veränderung von Cybermobbing gelernt haben. Außerdem findet eine Auswertung des Erfolgs des Elternabends und des Curriculums statt.

Anschließend werden noch vier Themenblöcke für den Medienhelden-Projekttag vorgestellt. Im ersten Block geht es sowohl um die positiven Nutzungsweisen neuer Medien als auch um mögliche Gefahren. Der nächste Block zielt auf eine erhöhte Sensibilität für unterschiedliche Wahrnehmungen und Interpretationen von Situationen in Bezug auf Folgen des Cybermobbings ab. Danach liegt der Fokus auf verschiedene Stadien von Handlungsmöglichkeiten. Schüler bilden dabei Expertengruppen und vermitteln sie dann der Klasse in Form von Handouts, praktischen Übungen oder Rollenspielen. Im letzten Block werden die Gruppenarbeiten präsentiert, in einer anschließenden Feedback-Runde der Projekttag.

Danach folgen noch eine Literaturliste und eine Inhaltsübersicht über das Online-Material zur Durchführung des Curriculums und für den Projekttag.

Hier handelt es sich vornehmlich um ein Präventionsprogramm, das nachweislich das Auftreten verringern oder vorhandene Tendenzen reduzieren kann. Erfahrene Pädagogen sollten mit diesem verständlich präsentiertem Band in der Lage sein, dieses Material in der präventiven Arbeit mit Schüler einzusetzen. Dies ist eine empfehlenswerte Anschaffung für in Schule und Jugendarbeit Tätigen, die Kinder und Jugendliche für diese Thematik sensibilisieren, die Folgen deutlich aufzuzeigen und auch allgemein Empathie durch Rollenwechsel erzeugen wollen. Die benutzten Medien könnten vielleicht durch Videos oder Spiele noch erweitert werden.


Buch 4

Was ist gute ökonomische Bildung? Leitfaden für den sozioökonomischen Unterricht, Wochenschau, Frankfurt/Main 2019, ISBN: 978-3-7344-0830-4, 22,90 EURO (D)

Verschiedene Autoren, die in der Arbeitsgruppe sozioökonomischer Unterricht organisiert sind, stellen heraus, dass sich der Unterricht darauf ausrichtet, die Lernenden in ein eindimensional ausgerichtetes wirtschaftswissenschaftliches Denkmuster einzuführen. Au der Suche nach Zugängen, die es den Lernenden erlauben, die Einflussfaktoren, Wechselwirkungen und Widersprüche von bzw. zwischen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen wahrzunehmen, zu bewerten und ggf. Alternativen zu entwickeln, haben sie Grundgedanken einer sozioökonomischen Bildung entwickelt.

Sie zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler sozioökonomische Kompetenzen erwerben, um die Multiperspektivität und Kontroversität der Lebenswelten zu erfassen. Dazu werden Themen für eine sozioökonomische Bildung genannt, Methoden skizziert und grundsätzliche Herausforderungen und Perspektiven erörtert.

Die Beiträge zeichnen sich dadurch aus, dass wirtschaftlichen Themen, Fragen und Problemfelder mit sozialen, gesellschaftlichen, politischen und räumlichen verknüpft wird. Anstatt die Grenzen einer Einzeldisziplin und daraus resultierenden eindimensionalen Unterricht und Lernen hinzunehmen, gilt hier eine interdisziplinäre Perspektive, die besser die Wechselbeziehung zwischen dem Sozialen und Ökonomischen, menschlichem Verhalten und normativen Regulierungen und die Strukturbedingungen von sozialer Ungleichheit eingehen kann. Das Darstellen von Voraussetzungen, Veränderungsprozesse und den Folgen von Wirtschaftsstrukturen kann viel einem wichtigen Ziel von Schule, der Herausbildung eines kritischen, eigenständig denkenden Subjektes, beitragen. Die schaffen Zugänge der klassischen Ökonomie nicht.

Der Vorteil ist auch eine Erweiterung der methodischen Zugänge, die aus den Wirtschaftswissenschaften, die Soziologie, die Wirtschafts- und Sozialgeografie, den Politikwissenschaften oder Raumwissenschaften stammen können.

Sozioökonomischer Unterricht verlangt mehr von der Lehrperson ab als klassischer Ökonomieunterricht: Flexibilität, Erzeugen und Leiten von Diskussionsrunden, Verständnis von interdisziplinärem Unterricht, auch mehr Vorbereitung. Ein Anforderungskatalog dafür fehlt hier aber.

Sonst wird in den Beiträgen mit Recht eine Meta-Ebene postuliert, die allerdings nicht zu einer Verwässerung und Oberflächlichkeit der Lerninhalte verkommen darf. In einer komplexer werdenden Welt wird so der Multiperspektivität Rechnung getragen und scheinbar einfachen Lösungen etwas entgegengesetzt.


Buch 5

Autorengruppe Fachdidaktik: Was ist gute politische Bildung? Leitfaden für den sozialwissenschaftlichen Unterricht?, 2. Auflage, Wochenschau, Schwalbach/Taunus 2017, ISBN: 978-3-7344-0165-7, 22, 80 EURO (D)

Die Autorengruppe Fachdidaktik gibt in diesem Band Antworten in Form von Anregungen zu siebzehn Kernfragen politischen Unterrichts. Die Beiträge orientieren sich an den aktuellen fachdidaktischen Diskursen, um den Theorie-Praxis-Austausch in der politischen Bildung zu beleben. Die wissenschaftlichen Fortschritte sollen mit Anwendungssituationen konfrontiert werden. Folgende Kernfrage steht im Mittelpunkt: Wie kann ich bei der Planung, der Durchführung und der Reflektion sozialwissenschaftlichen Unterrichts vom Stand der didaktischen Forschung profitieren?

Die Orientierung an den Subjekten von Bildung ist der gemeinsame Nenner der Autorengruppe und des vorliegenden Bandes. In den einzelnen Beiträgen spiegeln sich dennoch heterogene Ansätze und kontroverse Positionen der Sozialwissenschaften wider.

Die einzelnen Essays sind in folgende Schwerpunkte unterteilt: Politische Bildung: Warum und wozu?; Lern- und Schülerperspektiven: Wer?; Inhalte: Was?; Methoden und Unterrichtsprozesse: Wie?; Medien und Aufgaben: Womit?; Lernprozesse: Wohin? und Lernkontexte: Wo?.

Jeder Aufsatz besitzt eine einheitliche Struktur. Zunächst wird das Problem bestimmt, dann werden die relevanten didaktischen Kontroversen nachgezeichnet, die sich damit beschäftigen. Diese werden dann auf ein „didaktisches Minimum“ als vorläufige Antwort zusammengefasst, um dann die didaktische Erkenntnis an unterrichtsnahen Praxisbeispielen zu konkretisieren. Die Auswahl der Beispiele verdeutlicht die Kontinuität einer nachhaltigen politischen Bildung von der Grundschule bis in die gymnasiale Oberstufe oder das berufliche Schulwesen – unabhängig von der Fächerbenennung und Fächerzuschnitten. Am Ende gibt es immer noch Literaturtipps zum Weiterlesen und ein Verzeichnis der benutzten Literatur.

Nach den Essays werden noch die einzelnen Mitglieder der Autorengruppe Fachdidaktik namentlich vorgestellt, außerdem gibt es noch ein Gesamtliteraturverzeichnis.

Hier werden die verschiedene Herangehensweise für politische Urteilsfähigkeit, politische Handlungsfähigkeit, methodische Fähigkeit und das Vermitteln verschiedene Kompetenzen wie das Argumentieren, Urteilen, Bewerten, Vergleichen oder Problemlösen in Form von kurzen Essays beschrieben. Manche haben Zusammenfassung, hilfreich sind vor allem die Fragen zur Selbstüberprüfung, die in einigen Texten auftauchen.

Fragen nach den notwendigen Rahmenbedingungen wie die bessere formale Verankerung von politischer Bildung, Begleitmaßnahmen oder Vorarbeiten, um Politische Bildung gelungen im Unterricht etablieren zu können oder nach der ausreichenden Vorbereitung der Lehrkräfte an Hochschulen und Studienseminaren werden hier nicht diskutiert, es geht sich nur den Unterricht für verschiedene Schulformen.

Es werden ein paar Beispiele diskutiert, es hätten aber noch mehr sein können. Der Vorteil liegt in der Auseinandersetzung mit kompetenzorientiertem Unterricht und der interdisziplinären Herangehensweise. Die Frage, ob man Qualitätskriterien für einen gelungenen Unterricht messen und analysieren kann und wenn ja, welche Kriterien herangezogen werden sollten, bleibt jedoch außen vor.


Buch 6

S, Achour/M. Busch/P. Massing/C. Meyer-Heidemann (Hrsg.): Wörterbuch Politikunterricht, Wochenschau Verlag, Frankfurt/Main 2020, ISBN: 978-3-7344-0953-0, 22, 90 EURO (D)

Dieses Lexikon konzentriert sich auf den schulischen Politikunterricht und die Politikdidaktik als entsprechende akademische Bildungsdisziplin. Es möchte als Nachschlagewerk angehenden wie erfahrenen Lehrkräften eine schnelle Übersicht zu den relevanten Themen der Politikdidaktik und ihren Bezugswissenschaften bieten.

Dabei trägt es der Tatsache Rechnung, dass Politikunterricht und Politikdidaktik sich in den letzten Jahren dynamisch weiterentwickelt haben. Zusätzliche Schwerpunkte wie Digitalisierung, Migration, Globalisierung, Kompetenzorientierung, Bildungsstandards, Umgang mit sozialer Ungleichheit und zunehmender Diversität sind von daher verstärkt berücksichtigt worden.

Nach einer kurzen Einleitung werden die einzelnen Beiträge wie gewohnt alphabetisch geordnet präsentiert. Die einzelnen Artikel werden von verschiedenen Expert*innen verfasst. Die Beiträge haben den Umfang von ein bis fünf Seiten und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Einige Abbildungen gibt es zur besseren Veranschaulichung.

Unter den Artikeln gibt es Verweise zu verwandten und ähnlichen im Buch. Die im Text zitierte Literatur steht nicht am Ende der Seite, sondern wird in einem zusammenhängenden Literaturverzeichnis am Ende des Buches gesammelt. Danach findet man noch ein Verzeichnis der Autor*innen.

Es versteht sich insgesamt als wissenschaftliches Nachschlagewerk, was sich in der hohen Aussagekraft sehr vieler Beiträge widerspiegelt. Es werden auch Forschungskontroversen und verschiedene Ansätze kurz zusammengefasst, ohne dass die Qualität darunter leidet.

Die Auswahl der Schlagwörter ist im Großen und Ganzen gelungen, um das breite Feld abzudecken. Nur der Begriff der Gesellschaft fehlt, Politikverdrossenheit oder Hybridität hätten ergänzt werden können. Emotionen und Betroffenheit können auch wegfallen.

Sehr hilfreich ist das detaillierte Sachregister zum schnellen Nachschlagen eines Begriffes. Die Verweise unter den Artikeln zu ähnlichen ermöglichen auch ein zusammenhängendes Weiterlesen im Buch. Dennoch hätte unter jedem Beitrag ein oder zwei Literaturempfehlungen zur Vertiefung gegeben werden können.









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