Weitere Kulturpleite des Saarbrücker Stadtrats

03.09.08
KulturKultur, Saarland, News 

 

Fraktionen sind an dem Abrissdesaster der Bergwerksdirektion selbst schuld- Was bleibt ist ein Torso

Saarbrücken (sk) - Der kulturpolitische Sprecher und Mitglied des Landesvorstands der Partei DIE Linke Saar, Lothar Schnitzler, findet die Aufgeregtheit der Saarbrücker Stadtratsfraktionen zum Abriss großer Fassadenteile der alten Bergwerksdirektion verlogen.

Schnitzler: "Die Fraktionen im Stadtrat haben der Investitionsgesellschaft ECE nicht nur das denkmalgeschützte Gebäude zur freien Gestaltung als Einkaufszentrum überlassen, sondern auch große öffentliche Flächen rings um das Gebäude werden ohne Auflagen der ECE überlassen. So soll der mit Steuermitteln erbaute Brunnen abgerissen werden. Auch die Freifläche davor und große Teile der Triererstraße vor der Bergwerksdirektion darf der Investor ohne Auflagen nach seinen Bedürfnissen gestalten.

Ein einmaliger Vorgang, mit dem sich die Fraktionen im Saarbrücker Rathaus politisch selbst die Möglichkeit des Handelns genommen haben. Jetzt so zu tun, wie der baupolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Hermann Hoffmann, als würde man sich um Belange des Denkmalschutz' kümmern, ist einfach nur lächerlich und verlogen.

Alle Ratsmitglieder konnte sich in vielen Städten darüber informieren, wie die ECE historische Bauten als Zierart für ihre Einkaufscenter verwendet. Durchweg bleiben die Fassaden übrig, die den Innenraum optisch gliedern, in den dann modern und ohne Rücksicht auf die historische Bausubstanz Verkaufsflächen auf verschiedenen Niveaus eingebaut werden. Was von der historischen Bausubstanz verbleibt, ist lediglich die nackte Außenwand.

Oft wird durch den Teilabriss der Fassade ein Ruinencharakter erzeugt. Dies geschieht auch mit der historischen Bergwerksdirektion in Saarbrücken. Denkmalsschützer haben den Stadtrat rechtzeitig auf diese Technik aufmerksam gemacht, fanden aber kein Gehör bei den Politikern. Nun stehen sie vor einer Bauruine, die sie fahrlässig zugelassen haben“.







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