„Empört Euch!“ am 5. Mai - bei „Münchner Kardinals-Demo“

04.05.12
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von Hugendubel-Verdi-Infoblog

Hugendubel-Buchhändler, gemeinsam mit Schriftstellern

Demonstration der Hugendubel-Belegschaft
für eine tarifvertragliche Zukunftssicherung auch beim Münchner Tochterunternehmen des katholischen Weltbild-Konzerns -  u.a. mit Norbert Niemann (Verband deutscher Schriftsteller / VS-Bayern)  

am Samstag, den 5.5.2012 um 10:30 Uhr gegenüber dem Bischofspalais des Münchner Kardinals Reinhard Marx in der Kardinal-Faulhaber-Straße 7, beim Salvatorplatz / U-Bahn: Odeonsplatz (die Erzdiözese München-Freising ist Miteigentümerin von Weltbild/Hugendubel!)

"Wenn der Hirte nicht zur Herde kommt, dann kommt die Herde zum Hirten!" 
Das sagen die Beschäftigten der Buchhandels-Filialkette Hugendubel - gemeinsam mit ihrem Betriebsrat, der Gewerkschaft ver.di und der Hugendubel-Haustarifkommission „Zukunftssicherung“. 

Die Hugendubel-Angestellten werden Unterstützung erhalten vom Verband deutscher Schriftsteller (VS in ver.di): Norbert Niemann (Ingeborg-Bachmann-Preisträger und stellvertretender Vorsitzender des VS/Bayern) wird auf der Veranstaltung sprechen – und damit deutlich machen 
„Die Verhältnisse im Buchhandel können uns Schriftstellern nicht gleichgültig sein!“.

Im Aufruf zur Demonstration heißt es: 

„Jetzt kommt die Herde zum Hirten! 
Erinnert Kardinal Marx an seine Zusage, uns bei der Sicherung unserer Zukunft und unserer Arbeitsplätze zu unterstützen! 
Wir bei Hugendubel sind stärker denn je bedroht von Arbeitsplatzabbau, Filialschließungen, Rationalisierungsmaßnahmen, Outsourcing. 
Jetzt ist es Zeit zu handeln, später ist zu spät!“

Die Buchhandels-Demonstranten versammeln sich am 5. Mai ab 10:30 Uhr beim Münchner Erzbischöflichen Palais (dem Rokoko-Adelspalais "Holnstein" in der Kardinal-Faulhaber-Straße 7), um gegenüber Kardinal Marx die – von ihm selbst schon mehrfach beteuerte – „sozialethische Verantwortung“ für die Hugendubel-Beschäftigten endlich einzufordern. 

Zum Hintergrund:

Der Augsburger Weltbild-Konzern befindet sich zu 100 % im Besitz der katholischen Kirche und betreibt – über die Unternehmenstochter DBH (50-prozentige Beteiligung der katholischen Kirche), gemeinsam mit der Familie Hugendubel – u.a. auch die Filialketten „Weltbild(plus)“ und „Hugendubel“.

Ausgelöst durch den Beschluss der deutschen Bischofskonferenz (vom November 2011), den Weltbild-Konzern verkaufen zu wollen, hat die Augsburger Weltbild-Belegschaft – im Schulterschluss mit Betriebsrat und Gewerkschaft ver.di – eine tarifvertragliche Absicherung ihrer bedrohten Zukunft erkämpft. Durch einen „Zukunftstarifvertrag“ (vom März 2012) sind nun zwar etwa ein Drittel der insgesamt etwa 6.500 Beschäftigten des Weltbild-Konzerns geschützt; die übrigen zwei Drittel der Konzern-Belegschaft (in den Unternehmenstöchtern) dagegen sind weiterhin ohne jegliche tarifvertragliche Zukunftssicherung.

Über eine ver.di-Haustarifkommission fordern die Beschäftigten der Hugendubel-Filialen von ihrer Firmenleitung seit bereits mehr als zwei Jahren vergeblich einen zukunftssichernden "Sozialtarifvertrag". Die Hugendubel-Geschäftsführung lehnt eine Aufnahme von Tarifverhandlungen konsequent ab; selbst ein Mediationsangebot des derzeitigen Münchner Wirtschaftsreferenten Dieter Reiter (zugleich Nachfolgekandidat für OB Christian Ude) wurde zurückgewiesen. Ebenso blieben vierhundert von den Hugendubel-Beschäftigten eingereichte Unterschriften für eine tarifvertragliche Zukunftssicherung ohne jegliche Resonanz.

Besonders drängend ist die Situation für die Filial-Belegschaft der Weltbild-Tochter „Hugendubel“ vor allem deswegen, weil das Unternehmen sein Ladengeschäft derzeit radikal rationalisiert, zurückbaut und zunehmend in den von Weltbild betriebenen Onlineshop verlagert. So werden viele Filialen allein im ersten Halbjahr 2012 „im 4-Wochen-Takt“ entweder auf weniger als die Hälfte ihrer bisherigen Fläche verkleinert oder aber komplett geschlossen (so auch das traditionsreiche Hugendubel-Stammhaus am Münchner Salvatorplatz – sowie das ehemalige Berliner Hauptstadt-„Flaggschiff“ am Tauentzien); seit der großen Kündigungswelle im Jahr 2009 ist die Entlassung von Buchhandelspersonal bei Weltbild/Hugendubel zur bedrohlichen Realität geworden.

Der Hugendubel-Betriebsrat befindet sich seit mehreren Monaten in Korrespondenz mit dem Münchner Kardinal Reinhard Marx; die Belegschaft erwartet von ihm dringend tatkräftige Unterstützung hinsichtlich der nötigen Zukunftssicherung. Der Kardinal hat zwar bereits mehrfach auf sein „Verständnis“ für das Anliegen der Hugendubel-Beschäftigten sowie die „sozialethische Verantwortung“ der Kirche hingewiesen – bis jetzt ist es von seiner Seite jedoch bei „bloßen Worten“ und „leeren Sonntagspredigten“ geblieben. Nun ist Kardinal Marx – ebenso wie die übrigen Unternehmensverantwortlichen aus dem kirchlich dominierten Weltbild/Hugendubel-Imperium – ultimativ zum Handeln aufgefordert.
vgl. auch:

http://hugendubelverdi.blogspot.de/2012/05/emport-euch-am-5-mai-bei-der-kardinals.html

www.hugendubel-verdi.de

 

 

 


VON: HUGENDUBEL-VERDI-INFOBLOG






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