Facebookgeburtenregelung

10.05.12
KulturKultur, Soziales, TopNews 

 

von Dieter Braeg

Der Mai ist, obwohl nicht gerufen, gekommen. Wer oder was ausschlägt, dass steht in zahlreichen schlechten Gedichten. Herrlich ist der FRÜHling der uns die Frühkartoffeln schenkt.
Dazu gibt’s Sonnenschein (noch ohne Sonnen-scheinsteuer) und die Bäume, die schlagen auch AUS. Der Raps blüht gelb, die Vögel machen Krawall, ganz ohne die gesetzlichen Lärmschutzrichtlinien einzuhalten.

Nervend klingeln Mobiltelefone und die überhaupt nicht freie meinungsäußernde Tageszeitung verkündet, dass das Wachstum der Weltbevölkerung sich seinem Ende nähern würde. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der Erdbewohner die Marke von acht Milliarden überschreiten und dann zurückgehen.

Natürlich hat die von der freien Meinungsäußerung befreite Presse auch mitzuteilen, weshalb das passieren wird. Eine UNTERsuchung, etwas ganz anderes als eine OBERsuchung, hat nämlich herausgefunden, dass immer mehr Menschen den Umgang mit 'Facebook' nicht nur großartig finden, er befriedige auch, so wie dies mit Essen oder Sex stattfände.

Auf regelmäßige Lebensmittelzuführung wird Mensch kaum verzichten – er kann ja kauend, verdauend gleichzeitig auch facebookmäßig unterwegs sein und FreundFreundinnenpflege zu betreiben.

Der Geschlechtsverkehr allerdings, der geht nicht, weil man ja mit furchtbar vielen FreundinnenFreunden gleichzeitig kommunizieren muss, da bleibt für Liebkosungen und mehr keine Zeit.

Per 'Facebook' da brauchts keinen Aufrisschmäh, auch ein freundliches Gesicht spart man sich, während SIEer im Sessel sitzt und G-Punktsuche, Stöhnorgien – die sind nicht nötig – auch dieser Geschlechtsverkehrsschweiß kann gespart werden.

Wie der heilige Vater reagiert, wenn plötzlich der biblischgöttliche Auftrag „liebet&verMEHRet Euch“ nicht mehr funktioniert, weil per „Freundschaftsanfrage“ kein Samenfädchen mobil wird, das dürfte mehr als ein Konzil brauchen. Liebe per Internet, das wird kaum zu einer Vermehrung führen, da mögen noch mehr Satelliten eingesetzt und Funkmasten aufgestellt werden.

Es wird zu spät sein, wenn der letzte 'Facebooker' plötzlich nur noch sich selbst die Freundschaft kündigen kann und auf seine Freundschaftsanfragen keine Antwort bekommt.

FrühlingSommerHerbst&Winter wird dann kommen und gehen. Schneeflocken werden zwitschern, Löwenzähne wachsen und in den Bäumen säuselt der Wind das Lied vom MaiJuniJuliAugustundsoweiter der gekommen ist und vergehen wird.

Nirgendwo hört man das Nervmobiltelefongeräusch.

Danken wir Gott 'Facebook', dass er die Welt gerettet hat.

Dieter Braeg

 

 


VON: DIETER BRAEG






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