Neuerscheinungen für die Reisezeit

10.02.18
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

1)    Jörg Kirschstein: Das Neue Palais in Potsdam. Familienidyll und kaiserlicher Glanz, be.bra verlag, Berlin 2017, ISBN: 978-3-86124-690-9

Im Mittelpunkt dieses Bildbandes steht die Nutzungsgeschichte des Neuen Palais in Potsdam. Neben den Bewohnern und den festlichen Zeremoniellen werden die Sicherheit, die Gartenanlagen, die nähere Umgebung und das alltägliche Leben dargestellt. Erstmals werden anhand von umfangreichem Quellenmaterial die Einrichtung der privaten Wohnräume der letzten beiden Kaiserpaare und ihrer Kinder rekonstruiert.

Den Entwurf und die Auswahl des Bauplatzes für das Neue Palais hatte Friedrich der Große noch vor dem Siebenjährigen Krieg festgelegt im Stil des Palladianismus. Der prächtige und kostspielige Bau des Neuen Palais konnte erst nach dem für Preußen günstig ausgegangenen Siebenjährigen Krieg im Jahr 1763 beginnen. Jetzt erfüllte der Schlossbau für Friedrich den Großen nicht nur praktische Aufgaben, vielmehr sollte er Preußens neue Rolle unter den Mächtigen Europas verkünden. Nach dem Tod Friedrichs des Großen wurde das Neue Palais seltener und immer unregelmäßiger für Festlichkeiten oder ständiges Quartier genutzt.

Erst als der spätere Kaiser Friedrich III.  mit seiner Gemahlin das Neue Palais für die Sommermonate, wurde es wieder dauerhaft genutzt: 1860 wurde ihre erste Tochter dort geboren.  Das Palais erfuhr eine grundlegende Modernisierung mit Bäder, Heizung und Dienertreppen. Kaiser Wilhelm II. machte das Neue Palais von 1888 bis 1918 dauernd zu seiner Sommerresidenz: „Für drei Jahrzehnte war der imposante friderizianische Schlossbau der glanzvolle Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Leben des Deutschen Kaiserreiches.“ (S. 7) Wilhelm II. führte auch notwendige Modernisierungsmaßnahmen durch und entwarf eine weite Gartenanlage, so dass der Neue Palais imposanter Bestandteil des Hoflebens wurde. Nach dem Sturz der Monarchie und der Abtransport der kaiserlichen Kunst- und Haushaltsgegenstände ins niederländische Exil schwand die Bedeutung des Gebäudes. Während der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und dann in der DDR hatte das Palais wechselnde Funktionen. Heute wird das Neue Palais wird in der Gegenwart von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwaltet.

Potential und Macht der Dynastie und damit des Staates wurden bei wechselnden Ereignissen im Neuen Palais sinnbildlich und öffentlichkeitswirksam demonstriert, sowohl in den eigenen Herrschaftsbereich hinein, als auch als machtpolitische Demonstration nach außen. Trotzdem war bis zu dieser Publikation das Neue Palais noch im Schatten berühmterer Bauwerke in Potsdam, Berlin oder Umgebung in der Forschung. Nun liegt ein umfangreich recherchierter, mit schönen Bildern versehener Band vor, der nähere Informationen enthält.

 

2)    Julica Norouzi: Milli Bau. Seidenstraße/Silk Road 1956-1974, Kerber Verlag, Bielefeld/Berlin 2017, ISBN: 978-3-7365-0389-0

Die Seidenstraße ist ein altes Netz von Karawanenstraßen, dessen Hauptroute das Mittelmeer auf dem Landweg über Zentralasien mit Ostasien verband. Auf der Seidenstraße wurde hauptsächlich Seide in westliche, Wolle, Gold und Silber in östliche Richtung gehandelt. Aber nicht nur Kaufleute, Gelehrte und Armeen reisten auf ihr, sondern auch Ideen, Religionen und ganze Kulturen gelangten von Ost nach West und umgekehrt. Über die Seidenstraße kam der Buddhismus von Indien nach China. Die 6.400 Kilometer lange Straße begann in Xi’an und folgte dem Verlauf der Chinesischen Mauer in Richtung Nordwesten, passierte die Taklamakan-Wüste, überwand das Pamirgebirge und führte über Afghanistan in die Levante; von hier wurden die Handelsgüter dann über das Mittelmeer verschifft.

Mit einem alten VW T1 startet 1956 aus Sehnsucht nach der weiten Welt die Journalistin Milli Bau, um die Länder der alten, mythischen Seidenstraße zu erkunden. In einer Welt, die noch durch den Kalten Krieg geprägt ist, startet die Journalistin im Libanon und gelangt in die damals noch exotischen Länder Syrien, Jordanien, Irak und Iran. Weiter geht es über Usbekistan nach Afghanistan, Pakistan und nach Bangladesch. Vom Hochplateau in Nepal gelang sie über Indien bis nach China und Korea und dann wieder in den Iran, wo sie sieben Jahre als Korrespondentin lebte. Zu den einzelnen Ländern und Stationen gibt es spannende Tagebucheinträge und Fotos zu bestaunen, so dass der Leser jederzeit mit auf Reisen gehen kann.

In jüngster Zeit hat die Seidenstraße wieder erheblich an Gewicht gewonnen. Der Bau von Straßen, der durch die Entdeckung großer Ölreserven begünstigt wurde, hat den Zugang zu den unwirtlichen Gegenden erleichtert und die Regionen wurden industrialisiert. Auch die Handelswege an sich wurden wieder eröffnet und sind nicht zuletzt für den Tourismus bedeutend. Der Ausbau des asiatischen Fernstreckennetzes wird in jüngster Zeit auch durch das Asiatische Fernstraßen-Projekt von 32 asiatischen Staaten und den Vereinten Nationen (ESCAP) vorangetrieben.

Die heutigen Touristen, die die frühere Seidenstraße besuchen, können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, allein als Frau dort nur mit einem VW die Länder zu erkunden. Diese Zeitreise in die jüngere Vergangenheit zeigt nicht nur die Erlebnisse Milli Baus, sondern auch ihren Mut und Erfindergeist, was den Tagebucheintragungen zu entnehmen ist. Ein sehr spannendes Buch.

 

3)    Britta Ullrich: Toscana. Wanderführer mit 35 Touren, Michael Müller Verlag, 2. Auflage, Erlangen, ISBN: 978-3-95654-335-7

Die Toskana hat nicht nur kulturell (Florenz) oder schöne Strände zu bieten. Die Region ist ebenfalls bekannt für ihre hügelige Landschaft, die sich besonders durch die vielen Pinien , Säulenzypressen, Olivenbäume und Weinreben auszeichnet. Die Toskana hat Waldgebiete von einer Million Hektar Fläche. In ihrem Süden befindet sich ein großes Naturschutzgebiet, der  Parco dell’Uccellina, mit außergewöhnlich seltener Flora und Fauna. Zu den bekanntesten und beliebtesten Landschaften der Toskana zählen die Maremma im Süden, das Chianti-gebiet zwischen Florenz und Siena sowie die Versilia-Küste im Nordwesten und die Etruskische Riviera, die sich von Livorno bis nach Piombino entlang der toskanischen Küste erstreckt. Im Norden wird die Toskana durch den Apennin, dessen Höhenzüge als Apuanische Alpen eine Höhe von knapp 2000 Metern und im Appennino-Tosco-Emiliano von über 2000 Metern erreichen, begrenzt.

In diesem Wanderführer für die Toscana stellt die Wanderexpertin Britta Ullrich, die selbst seit 2002 hauptberuflich als Wanderführerin dort und in Ligurien arbeitet, 35 Routen in allen dortigen Regionen vor. Diese Routen sind für jeden Wanderfreund geeignet, es geben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, die von der Familie mit Kindern als auch von gewohnten Kletterern bewältigt werden können. Die Strecken sind zwischen 1 Stunde und mehr als 5 Stunden lang und können so individuell nach Lust und Leistungsfähigkeit geplant werden. Dazu gibt es Graphiken zu jeder Route mit einer Beschreibung der Wegstrecke und den zu bewältigenden Höhenmetern. Am Anfang des Buches finden sich allgemeine Informationen zu Wetter und Wandersaison, Ausrüstung und Verpflegung und Tourplanung und Durchführung. Notfallnummern sollen für eine zusätzliche Sicherheit sorgen. Außerdem präsentiert Ullrich eine Stein- und Felskunde der Toscana, Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt und weist auf Sehenswürdigkeiten entlang der Wegstrecke hin.

Individuelle Touren je nach Lust und Leistungsfähigkeit bieten eine große Auswahl für jeden. Die Flora und Fauna entlang der Wegstrecken hätte etwas ausführlicher sein können. Die Tatsache, dass das Buch von einer einheimischen Wanderexpertin geschrieben wurde, schafft Vertrauen und die bestmögliche Vorbereitung für eine geplante Reise in die Toskana.

 

4)    Holger Fritzsche: Wodka. Weite. Abenteuer. Unterwegs mit der Transsib. Moskau-Biakalsee-Peking-Wladiwostok, NG-Buchverlag, München 2017, ISBN: 978-3-86690-614-3

Die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein Mythos der Reiseabenteuer. Mehr als 9000 Kilometer auf Schienen von Moskau in Richtung Osten bis zum Pazifik. Die Strecke verläuft über 7000 km von West nach Ost und 1400 km von Nord nach Süd. Sie wird landschaftlich vorwiegend durch Taiga geprägt. Bei Kilometer 1777 (im Ural) markiert ein Obelisk südlich der Gleise die Grenze zwischen Europa und Asien.

An ihrem Verlauf liegen 89 Städte, unter anderem Nischni Nowgorod, Kirow, Perm, Jekaterinburg, Omsk, Nowosibirsk, Krasnojarsk, Irkutsk, Ulan-Ude, Tschita und Chabarowsk. Ein wichtiger Parallelzweig zur Hauptstrecke durchquert um die Stadt Petropawl auf einem etwa 180 Kilometer langen Abschnitt kasachisches Gebiet. Die Transsibirische Eisenbahn überquert 16 große Flüsse (Wolga, Wjatka, Kama, Tobol, Irtysch, Ob, Tom, Tschulym, Jenissei, Oka, Selenga, Seja, Bureja, Amur, Chor und Ussuri). Darüber hinaus verläuft sie 207 km entlang des Baikalsees und 39 km entlang der Amurbucht. Von der Transsibirischen Eisenbahn zweigen Strecken nach Zentralasien, die Transmongolische Eisenbahn von Ulan-Ude in die Mongolei und die Volksrepublik China ab.

In diesem Buch unternahm der Autor Holger Fritzsche eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn und stellt seine Erlebnisse mitsamt kulturellen und landschaftlichen Eindrücken hier vor. Sein Reisebericht wird untermalt mit unzähligen tollen Bildern und Eindrücken der Gegend und die dort lebenden Menschen. Seine zentrale Erfahrung ist: „Es gibt sie nicht, die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Jeder Reisenden wird sein eigenes ‚Transsib-Abenteuer‘ erleben und für such herausfinden, was am Mythos Transsibirischen Eisenbahn dran ist.“ (S. 13)

Sein Reisebericht beginnt mit der Fahrt in Moskau, dann entlang der Route: über den Goldenen Ring nach Nischni Nowgorod, von Kirow nach Omsk, von Novosibirsk nach Irkutsk, den Baikalsee, von Ulan-Ude bis nach Wladiwostok. Am Ende erzählt er von seiner Erlebnissen im Sonderzug „Zarengold“ von Moskau nach Peking.

Die Erlebnisse verpackt Fritzsche in einer mitreißenden Story mit vielen eindrucksvollen Bildern, die Lust auf Abenteuer machen. Die eigene Fahrt mit der Transsib wird neue Erlebnisse bereithalten, wie der Autor schon richtig feststellt. Das Buch ist die beste Werbung dafür.

 

5)      Andreas Künk: Ostafrika. Klimanjaro, Gorillas und Massai, Tecklenborg Verlag, Steinfurt ISBN: 978-3-944327-35-8

Die hohen Berge, die einzigartige Vegetation sowie die prachtvollen Nationalparks mit der Vielzahl und Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt Afrikas lockt immer mehr Touristen nach Ostafrika. Zu Ostafrika werden klassisch fünf Länder gezählt: Kenia, Tansania, Uganda sowie Ruanda und Burundi. Alle fünf Staaten haben sich wirtschaftlich und politisch zur Ostafrikanischen Gemeinschaft zusammengefunden, die nach dem Vorbild der Anfänge der Europäischen Union eine Wirtschafts- und Zollunion bilden.

Schon bei diesen Staaten zeigen sich enorme kulturelle, ethnische und geschichtliche Unterschiede. Daher kann die Region im Osten des Kontinents kaum als ein einheitlicher Landstrich aufgefasst werden. Ähnliches gilt für die Bezeichnung. Denn im weiteren Sinne gehören auch die nördlichen Nachbarn Äthiopien, Süd-Sudan, Somali, Dschibuti und Eritrea zu Ostafrika. Im Süden werden außerdem Sambia, Simbabwe, Malawi und Mosambik hinzugerechnet. Aber auch die Inseln vor der Küste zählen zu Ostafrika. Neben Madagaskar sind dies die Seychellen, die Komoren, die beiden französischen Inseln Mayotte und Reunion sowie Mauritius.

Diese Länder sind so unterschiedlich, wie afrikanische Länder nur sein können. Urlauber erleben in Äthiopien eine völlig andere Art zu reisen als in Kenia und Tansania. In Simbabwe und Sambia warten die Victoria Falls/Viktoriafälle auf die Urlauber, auf Madagaskar ein unfassbarer Artenreichtum. Die anderen Inseln überzeugen durch traumhafte Strände und Uganda und Ruanda bieten die vom Aussterben bedrohten Gorillas. Die Kultur in den Ländern ist durch die ethnische Entwicklung und die Geschichte, insbesondere die Kolonialgeschichte geprägt und differiert ebenfalls sehr stark.

Der Fotograf und Bergsteige Andreas Künk entwickelte früh eine Leidenschaft für den Osten Afrikas und besuchte sehr oft diesen vielfältigen Teil des Schwarzen Kontinentes. Nun gibt er einen Bildband heraus und möchte seine einmaligen Erlebnisse und Eindrücke mit den Lesern teilen: „Die unbeschreibliche Vielfalt dieser Regionen, welche sich für mich nicht nur auf ihre Tier- und Landschaftswelt bezieht, sondern natürlich auch auf ihre Bewohner und deren unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen, macht das Erlebnis Afrika erst richtig vollkommen.“ (S. 11) Fünf verschiedene Geschichten und Reiserouten hat er sich herausgesucht: Zunächst schildert er seinen Aufstieg zum berühmten Kilimanjaro, dann geht es um die Landschaftperspektiven des Ngorongoro und Rift Valleys, weiterhin durchstreift er Teile der Serengeti, erzählt über Uganda, seine kulturelle Vielfalt und die tierische Population und letztlich kommt die Vegatation und die Mühen des Aufstiegs auf den Ruwendzori, einen Berg mit mehr als 5.000 Höhenmetern.

Natürlich zeigt Künk nur die schönen Seiten Ostafrikas, die Probleme wie Klimawandel, Armut, Hunger und Krieg werden ausgespart. Dies macht er aber hervorragend, seine Kenntnisse und Faszination der unterschiedlichen Regionen kommen in seinen Berichten und vor allen Dingen seinen hervorragenden Bilder zum Ausdruck.  Sehr schöner Bildband mit fachkundigem Hintergrund.

 

6)    Albrecht, S.: Iwanowski’s Reisehandbuch Australien mit Outback, 15. Auflage, Dormagen 2017, 612 Seiten, ISBN: 978-3-86197-163-4

Australien ist das einzige Land, das gleichzeitig auch ein Kontinent ist. Seine Landfläche ist größer als die der EU, trotzdem hat es nur 20,5 Millionen Einwohner, von denen zudem 92 % in den großen Städten im Südosten, in Perth und auf Tasmanien leben. Das Hinterland (Outback) ist extrem dünn besiedelt, manche Bauernhöfe haben hier die Größe deutscher Bundesländer.

Canberra ist die Hauptstadt Australiens mit ca. 350.000 Einwohnern. Sydney, die Hauptstadt des australischen Staates New South Wales, mit dem berühmten Opera House und der berühmten Harbour Bridge. Melbourne, ist die Kulturhauptstadt und die Sportstadt Australiens. Hier werden viele Festivals ausgetragen und auf der sportlichen Seite finden hier die "Australian Tennis Open" und der australische Formel 1 Grand Prix statt. Perth, die Hauptstadt von Westaustralien  liegt direkt am Meer mit vielen Weinbergen umgeben.

Australien hat Tiere, die es nur in Australien gibt, Kängurus und Koala Bären. Das Baden vor den Küsten Australiens ist gefährlich, weil es dort viele Haie gibt. Im Landesinneren leben viele andere gefährliche Tiere wie Schlangen, Krokodile, Spinnen, Ameisen, Skorpione. Aber das sollte niemanden abschrecken, nach Australien zu reisen, im Gegenteil, Australien ist ein wundervoller Kontinent, der eben anders ist, als wir es gewohnt sind.

Die inzwischen 15. Auflage des erfolgreichen Reisehandbuchs ist nun aktualisiert und bietet viele praktische Hinweise zu einer Reise nach Australien. Zuerst gibt es einen ausführlichen Teil über Sprachen, Kultur, Geschichte und Klima Australiens. Dieses Buch bietet eine „Klassische Australien-Rundreise“, wo die Sehenswürdigkeiten des Ostens und des Zentrums auf der Tagesordnung sind. Für Urlauber, die mehr Zeit eingeplant haben, gibt es die „Große Australien-Rundreise“ zusätzlich mit dem Gebiet Westaustraliens und Tasmanien. Von Vorteil sind die 60 Karten, um das riesige Land zu erkunden und zur verkehrstechnischen Orientierung. Für jeden Australien-Urlauber eine gute Grundlage neben einer robusten Konstitution für die individuelle Reise.

 

7)    Reiseführer Kuba, lonely planet, 5. Auflage, 2016, ISBN: 978-3-8297-2199-8

Aufgrund seiner Geschichte und seiner aktuellen politischen Situation gilt Kuba als Reiseziel der besonderen Art. Kuba ist vor allem bekannt für Musik und Tanz, für Rum und Zigarren, für seine spanischen Kolonialbauten und nicht zuletzt für die kommunistische Revolution von 1959, bei der die Bevölkerung mit Hilfe von Che Guevara und Fidel Castro den Diktator Batista von der Insel vertrieb. Der Nordwesten der Insel grenzt an den Golf von Mexiko, der Süden an die Karibik und der Nordosten an den Atlantischen Ozean. Der Tourismus hat eine Spitzenstellung in der Wirtschaft des Landes bekommen und ist die wichtigste Einnahmequelle für Devisen geworden. Um die zuletzt sinkenden Touristenzahlen wieder zu steigern, wurden verschiedene Maßnahmen, wie Senkung der Landegebühren auf den Flughäfen, Senkung der Kerosinpreise auf Weltmarktniveau.

Der auf den neuesten Stand gebrachte Lonely-Planet Reiseführer für Kuba liefert spannende Fotos, verlässliche Empfehlungen für den Umgang mit Land und Leute sowie den Sehenswürdigkeiten der Insel. Die Hauptstadt Havanna mit ihrer historischen Architektur und Kultur und die Lebensfreude der Kubaner sind ein Mittelpunkt des Reiseführers. Der Vorteil dieses Reiseführers sind die Erfahrungen der Autoren, die selbst nach Kuba gereist sind und deshalb dem Touristen Insidertipps gibt. Neben den üblichen Hinweisen zu Unterkunft, Restaurant, Flora und Fauna und Kultur des Landes werden Kubas schönste Tauchreviere vorgestellt. Zum Schluss gibt es praktische Informationen und einen kleinen Sprachführer für die (notwendige) Verständigung. Ein Reiseführer, der hohen Standards entspricht und für Touristen notwendige Hintergrundinformationen über das Land gibt und individuelles Reisen ermöglicht.

8) Grundmann, H.R.: Mallorca. Handbuch für den optimalen Urlaub, Reise Know-How-Verlag, 24. Auflage, Westerstede 2017, ISBN: 978-3-89662-3

 

Abseits des Touristenrummels und des Ballermanns gibt es auch noch andere reizvolle Seiten Mallorcas zu entdecken. Auf Mallorca gibt es noch 41 Feuchtgebiete - das größte ist S'Albufera im Norden mit 1978 ha, dann folgen die Zonen Salobrar bei Campos mit 339 ha und die Albufereta de Pollença (204 ha). 1/3 der Feuchtgebiete der Balearen sind in den letzten 10 Jahren verschwunden und 2/3 der noch bestehenden sind durch menschliche Einwirkung geschädigt. Die Feuchtgebiete sind wichtig für das ökologische System, einmal vernichtet kann der alte Zustand nie wieder hergestellt werden.

S'Albufera ist das größte und bedeutendste Feuchtgebiet der Balearen. Früher wurden weite Flächen zu Ackerland umgewandelt, der Rest steht unter Naturschutz. Es gibt hier 1500 verschiedene Pflanzenarten, fast 50 Fischarten tummeln sich in den Kanälen und Teichen und etwa 200 Vogelarten brüten hier. 

S'Amarador umfasst mehrere Ökosysteme: Dünen, Lagunen, Felsküste, Heideland, Pinienhaine, landwirtschaftlich genutzte Flächen und zwei der schönsten Buchten Mallorcas.

Das Archipel Cabrera (es besteht aus insgesamt 19 Inseln) vor der Südküste Mallorcas gilt als eines der wenigen noch unberührten Paradiese im gesamten Mittelmeer und wurde daher von der spanischen Regierung zum Nationalpark erklärt. Im Sommer von Colonia Sant-Jordi mit dem Boot zu erreichen. Die Insel ist militärisches Schutzgebiet. Nur einen Streifen von etwa 100 m Länge darf der Besucher betreten. Die Insel ist allerdings so ein ideales Naturreservat mit einmaliger Flora und Fauna, die Landschaft lädt ein zum fotografieren. Schießübungen des Militärs wurden eingestellt; um die Insel herum ankernde Boote (Privatyachten) verunreinigen aber mit ihren Abfällen die Strände, wie leider vielerorts auf Mallorca.

La Reserva Mallorca "Puig de Galatzo" ist ein 2,5 Millionen m² großes Gelände, das unter Naturschutz steht. es ist die am besten erhaltene Naturschutzzone Mallorcas. Es liegt 19 km von Palma entfernt in der Nähe des Ortes Puigpunyment am Hang des Berges Galatzo. 200 000 m² sind den Besuchern zugänglich. Auf Wegen von 3 km Länge erlebt man herrlich bizarre Felsformationen, 30 Wasserfälle und Kaskaden und eine Vielfalt an heimischer Pflanzenwelt.

In diesem auf den aktuellen Stand gebrachte Reiseführer gibt es 60 Seiten extra zum Thema Natur und Wandern, die praktisch orientierte Tipps für einen etwas anderen Urlaub abseits der Touristengebiete. Kurze und lange Routen zum Wandern und Spaziergängen werden hier illustriert. Die schönsten Sehenswürdigkeiten auch in kultureller Hinsicht kommen auch nicht zu kurz. Natürlich werden auch die schönsten Strände, Restaurants und Unterbringungsmöglichkeiten. Trotzdem ist es ein Reiseführer für Touristen, die eher für alternative Entdecker der Insel geeignet ist.

Ballermann-Touristen müssen sich nicht angesprochen fühlen. Das Besondere ist die große Auswahl an Landkarten und Stadtplänen, so dass sich jeder Tourist leicht in der jeweiligen Gegend leicht zurechtfinden kann.

 

9)   Hans-R. Grundmann/Isabel Synnaschke: USA-Der ganze Westen, 21. Auflage, Reise Know-How Verlag, ISBN: 978-3-89662-742-1

Diese komplett überarbeitete Band ist mit einer separaten Planungskarte für die Staaten im Westen der USA versehen. Er beruht auf den jahrelangen Reiseerfahrungen der Autoren bei den Reisevorbereitungen und Problemen vor Ort. Der Band hat als Zielgruppe Individualtouristen, die das Ziel auf eigene Faust entdecken und erleben wollen.

Im ersten Kapitel geht es um die eigentliche Planung des Reisezieles; ein Schwerpunkt ist dabei die Reise mit Kindern. In dem zweiten und dritten Kapitel geht es um die Reisevorbereitung und –organisation sowie Informationen über Mietautos, Motels, Pannenhilfe und Camping. Dann folgt der Reiseteil, der 9 Startrouten ab Los Angeles, San Francisco, Seattle und Las Vegas anbietet und auch einen Abstecher nach Kanada empfiehlt. Dort werden alle Sehenswürdigkeiten ausführlich vorgestellt. Die Highlights dieses Bandes sind die Vorstellung des Yellowstone National Park und dessen heiße Quelle, der Grand Canyon National Park sowie die kulturellen Vorzüge der Großstädte San Francisco und Los Angeles mit ihren tollen Stränden. Die Spielstadt Las Vegas mitsamt seinen Vergnügungen und Kasinos.

Etwas zu kurz kommt der historische und politische Hintergrund der Gegend, so dass der Leser wenig Vorabinformationen bekommt. Wie immer gibt es reichliche Informationen über Hotels, Restaurants und kleineren Karten der jeweiligen Gegend oder Stadt. Insgesamt gesehen bietet dieser Reiseführer einen guten Einstieg für einen Urlaub an der Westküste der USA, viele Karten und Bilder sind eine erste Orientierungshilfe. Urlauber, die zu einem Individualtrip zu bequem oder zu ängstlich sind, bietet sich dieser Reiseführer nicht an. Die Zielgruppe sind selbständige Individualtouristen, die auch sprachlich keine Schwierigkeiten haben, sich dort zurechtzufinden.

 

10) Sissi Stein-Abel: Naturwunder Neuseeland. Traumlandschaften, Tiere und Pflanzen eines bedrohten Paradieses, Mana Verlag, Berlin 2017, ISBN: 9783955030094, 24,80 Euro

Neuseeland zählt mehr als zwei Millionen Touristen pro Jahr und wird oft als „clean, green adventure playground“ bezeichnet. 14 Nationalparks, die zusammen etwa zehn Prozent der Landfläche ausmachen, schützen das natürliche Erbe Neuseelands. Die Grundlage des neuseeländischen Tourismus bilden die Vielfalt der Landschaften – Küsten, Seen und Fjorde, Hochgebirge und Gletscher, Vulkane und heiße Quellen –, die ebenso üppige wie fremdartige Vegetation im Bush- wie im Tussockgrass-Country, die Nationalparks auf Nord- und Südinsel, in den Waldgebieten wie im Hochgebirge, die gut ausgebaute Infrastruktur und die aufgeschlossenen Bewohner Neuseelands.

In diesem Reiseführer mit 580 Abbildungen von Sissi Stein-Abel stehen die Naturschönheiten der verschiedenen Inseln, die Nationalparks, die verschiedenen Tierarten sowie die Entdeckung der Natur im Mittelpunkt, die mit wunderschönen Bildern illustriert sind. Zunächst geht es um die geologischen Besonderheiten Neuseeland, wobei auch das Klima und Wetter eine Rolle spielt. Danach werden die Flora und Fauna illustriert, wobei ein Schwerpunkt auf die Vögel Neuseelands gesetzt wird. Anschließend kommt das Thema Natur- und Umweltschutz zur Sprache, wobei die Autorin desillusioniert feststellt: „Neuseeland, das in punkto Klimaschutz nur eine bescheidene Rolle spielt, und aus dem Kyoto-Protokoll ausgetreten ist, befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen heiler Welt und Wirtschaftswachstum, in dem die unberührte Natur immer öfter als Ressource und nicht als schützenswertes Gut behandelt wird.“ (S. 10)

Dieser monumentale Reiseführer über Neuseeland beschränkt sich nicht nur auf die Schönheiten der Natur, sondern ist auch gleichzeitig ein Plädoyer zur Erhaltung dieser einzigartigen Flora und Fauna, wofür jeder Urlauber ein Stück mitverantwortlich ist. Versorgt mit Grundinformationen und Informationen über die schönsten Ecken des Landes kann damit problemlos ein längerer Urlaub am anderen Ende der Welt in Angriff genommen werden.

 

11)  Marcus X. Schmid: Bretagne, Michael Müller Verlag, 10. Auflage, Erlangen 2016, ISBN: 978-3-95654-194-0

Die Bretagne ist die größte Halbinsel Frankreichs und der westlichste Ausläufer des europäischen Festlands nördlich der Iberischen Halbinsel. An der Küste der Bretagne reihen sich Sehenswürdigkeiten und Sehenswertes aneinander. Der weltberühmte Klosterberg Mont Saint.Michel  liegt zwar noch in der Normandie, aber direkt an der Grenze zur Bretagne. Er ist zweifelsfrei eines der größten, nicht zu versäumenden Highlights Europas, das zu besuchen sich trotz der Touristenmassen immer lohnt. Von dort aus kann man die Schönheiten der Bretagne entdecken, die entlang der Nordküste mit ihren unzähligen malerischen Stränden und atemberaubenden Steilküsten und Meeresblicken immer weiter nach Westen führt.

Die Bretagne ist auch bekannt für ihre ausgezeichnete Kulinarik. Die traditionelle bretonische Küche ist, so wie die der anderen keltischen Länder, trotz ihrer Vielfalt an Fischen und Meeresfrüchten primär das Produkt einer alten Viehzüchter- und Bauernkultur. Neben Fleisch spielten vor allem Milchprodukte wie gesalzene Butter und Buttermilch, Getreidebreie, in Säckchen gekochter Sterz und Crepes Hauptrollen in der traditionellen Ernährung der ländlichen Bevölkerung.

Dieses bewährte Standardwerk, das inzwischen in der 10. Auflage erscheint und aktualisiert wurde, bietet detaillierte Informationen für eine Reise für die Bretagne. Zunächst werden in diesem Reisebuch über Land und Leute und die historische Entwicklung der Region vorgestellt. Dann gibt es Informationen über die Anreise, die Mobilität, Übernachtungsmöglichkeiten von Campingplatz bis zum Nobelhotel sowie die ausgezeichneten kulinarischen Angebote.

In vier Teilbereichen werden dann die schönsten Reiseziele in der Bretagne vorgestellt. Zunächst werden die Schönheiten der Nordküste mitsamt der Buch von Mont-Saint-Michel  und der Südküste mit der Cote d’Amour vorgestellt. Danach geht es um das Landesinnere um die regionale Hauptstadt Rennes, Pont-Aven mit dem Mythos Gauguin oder die Handelsmetropole Lorient.

Die Bretagne bietet vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung: Kultur, Strand und Meer, Natur und wilde Landschaften oder sehenswerte Städte machen die französische Region interessant, vor allem für Familien mit Kinder. Dieser Reiseführer bietet alle Voraussetzungen mit zahlreichen Informationen  und Übersichtskarten alle Voraussetzungen für einen schönen und entspannten Urlaub.

 

12)  Katja Gartz: Kultur Reiseführer Mecklenburg-Vorpommern, Hinstorff Verlag, Rostock 2015, ISBN: 978-3-356-01860-8

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern im Nordosten Deutschlands ist durch die unverwechselbare Landschaft und Stränden eine unverzichtbare Entdeckung für Urlauber und Gäste und hat einen festen Platz in der Spitze der deutschen Urlaubsregionen eingenommen. https://www.m-vp.de/land/landschaftsbilder.htmDie Ostseeküste ist gekennzeichnet durch seichte Nehrungen und Buchten. Daran schließen sich bewaldete Niederungen, https://www.m-vp.de/land/landschaftsbilder.htmHügelland bis zu Höhen von 180 m und eine ausgedehnte Seenplatte. Geprägt ist das Land von über 1500 km Ostseeküste mit frei zugänglichen, traumhaft flachen Stränden, durch Inseln und Halbinseln und steilen Küstenabschnitten, wie die weltbekannten Kreidefelsen auf der Insel Rügen, Deutschlands größter Insel. Die Ausbreitung des Neonazismus und der rechten Gewalt ist jedoch ein gravierendes Problem für den Tourismus.

Doch Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich nicht nur durch die schönen Landschaft und die Ostseeküste aus, sondern auch durch eine anregende Kulturlandschaft, was nicht so sehr im Fokus steht. Vielen Menschen dürften sicherlich das Schweriner Schloss und die Werke von Caspar David Friedrich bekannt sein, andere Highlight aber eher nicht. Aus diesem Grund wurde der Kulturreiseführer geschrieben, um auf diese Weise die nicht so sehr bekannten kulturellen Highlights herauszustellen. Er beinhaltet Übersichtstexte, die über verschiedene spezielle Themen informieren. Weiterhin führt er „in fünf regional ausgerichteten Kapiteln durch das ganze Land, zu kulturellen Orten und den mit ihnen verbundenen Menschen. Kultur umfasst hierbei die verschiedenen Facetten von Kunst, Theater, Literatur, Musik, Film, Fotografie, Natur, Geschichte und Technik.“ (S. 11) Die fünf regional ausgerichteten Kapitel beinhalten eine Übersicht über Festivals sowie einige Reisetipps zum Übernachten sowie Essen und Trinken.

Insgesamt gesehen zeigt dieser Reiseführer auf, welche noch weitgehend unbekannten kulturelle Highlights und vielfältige kulturelle Einrichtungen das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu bieten hat. Der Text ist informativ geschrieben und die Fotos verdeutlichen vieles von der kulturellen Vielfalt. Ein Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern kann also nicht nur Landschafts- oder Strandliebhaber etwas bieten, sondern auch Kulturreisenden.

 

13) Eberhard Fohrer: Oberitalien, Michael Müller Verlag- individuell reisen, 9. Auflage, Erlangen 2017, ISBN: 978-3-95654-465-1

Oberitalien gehört wirtschaftliche zu den stärksten Regionen in Mitteleuropa und hat kulturell sowie landschaftlich viel zu bieten. Geografisch erstreckt sich Oberitalien von der Küste der Adria im Osten über die Ebenen des Po, im Norden und Westen die Alpen hinauf meist bis an den Alpenhauptkamm und im Süden in den Apennin. Im Westen grenzt Frankreich, im Norden die Schweiz und Österreich, im Osten Slowenien, und im Südosten San Marino an Oberitalien. Seit dem Mittelalter wird Oberitalien von bemerkenswerten Handelsstädten geprägt, die sich ausgehend vom Veroneser Bund im Lombardenbund gegen Kaiser Barbarossa zusammenschlossen.

In diesen 752 Seiten starken individuellen Reiseführer wird zunächst alles Wissenswertes in praktischer Form über die Anreise sowie zu einzelnen Themen kompakt dargestellt. Dann wird Oberitalien in verschiedene Reiseregionen (Südtirol-Trentino, Venetien, Friaul-Julisch Venetien, Lombardei und die Seen, Piemont und Aostatal, Ligurien, Emilia-Romagna) eingeteilt und detailliert mit Landkarten, Informationen zu Land und Leuten, Übernachtungsmöglichkeiten sowie besondere Highlights vorgestellt. Die wichtigsten Städte, Regionen und Seen werden in einzelnen Karten nochmals extra dargestellt und beschrieben, so dass man sich dort sehr gut geographisch zurechtfindet.

In kleinen Exkursen lernt man Anekdoten über spezielle Reiseziele kennen und die 261 Farbfotos machen Lust auf Urlaub. Leider kommen die kulturellen und künstlerischen Schönheiten von Städten wie Mailand, Padua oder Mailand etwas zu kurz, eine kurze historische Einführung von oberitalienischen Residenzen und Bischofssitzen wäre auch noch wünschenswert gewesen. Wer in Südtirol speziell zum Skilaufen oder Skifahren reisen will, besorgt sich über die angegebenen Internetseiten der lokalen Fremdenverkehrsbüros spezielle Informationen. Insgesamt gesehen bildet der individuelle Reiseführer aber die gesamte Faszination bestehend aus Kultur, Strand, Berge, Sport, Landschaften und Seen alles ab, die Vielfalt des italienischen Nordens zu entdecken.

 

14) Rachael Hale Mc Kenna: Provence, terra magica in der F.A. Herbig Verlagbuchhandlung, München 2015, ISBN: 978-3-7243-1058-7

Südfrankreich war immer schon mehr als ein Urlaubsziel: Die Cote d‘Azur und die Provence zogen zu allen Zeiten Touristen und Sonnenanbeter des Savoir vivre an. Doch der Süden Frankreichs hat mehr zu bieten als mondäne und teure Seebäder wie Nizza, Cannes oder Monaco. Die Haute Provence ist wegen der pittoresken Landschaften bei Wanderern beliebt, Arles als Kunst- und Kulturmetropole. Die mediterrane Lebensweise zog schon immer schon Künstler, Schriftsteller und Abenteurer mit seinem einzigartigen Charme an.

Nicht umsonst waren viele der berühmten Maler wie Cézanne, Picasso, Chagall  oder Vincent Van Gogh und viele andere mehr überwältigt von dieser Landschaft. Sie erhielten ihre Inspiration von dem Spiel der Sonne mit der grandiosen und abwechslungsreichen Naturlandschaft. Wenn man bedenkt, dass alleine Cézanne mehr als 200 mal die Montagne Ste Victoire (Kalksandsteingebirge) malte, hat man ungefähr einen Eindruck der mannigfachen Eindrücke, die in der Provence gewonnen werden können. Doch nicht nur für Maler ist die ehemalige Provinz ein großer Anziehungspunkt. Allen kulturellen Ausprägungen  wird in der Provence gefrönt. Sei es Theater, Musik, Folklore und nicht zu vergessen - das Essen

Hier, wo die weltberühmten Kräutermischungen der "Herbes de Provence" in freier Natur wachsen, lassen sich der Gaumen und der Bauch auf schönste Weise verwöhnt. Sitzt man des Abends auf einer der Terrassen in einem Restaurant  genießt das fantastisch zubereitete Lamm, genießt einen der herrlichen Weine, die direkt vor dem Restaurant ihren Ursprung haben, dann wird verständlich, warum man in der Provence im speziellen von einem Leben wie Gott in Frankreich spricht.

Dieser Bildband von der Fotografin Rachael Hale Mc Kenna stellt die kulturellen Höhepunkte der Provence, „ein Fest der Sinne“, dar. Sie benutzt dabei Texte des Schriftsteller Peter Mayle, der den Bestseller „Mein Jahr in der Provence“ geschrieben hat. Die Autorin, die auch länger in der Provence gelebt hat, berichtet auch aus eigener Perspektive: „das einzigartige Licht dieses Landstriches“ und die „mediterrane Sommerküche“.

Dieser Bildband macht Lust auf einen Urlaub in der Provence und die dortige Lebensfreude. Das Buch lebt aber auch sehr stark von den sehr schönen Bildern, die die Provence mit allen Sinnen erfahren lässt.

 

15)   Ralf Nestmeyer: Reiseführer Provence- Cote d’Azur, Michael Müller Verlag, 10. Auflage 2015, ISBN: 978-3-89953-995-0, 696 Seiten, 26,90 Euro

Die Cote d‘Azur und das Mittelmeer zogen zu allen Zeiten Touristen und Sonnenanbeter des Savoir vivre an. Doch der Süden Frankreichs hat mehr zu bieten als mondäne und teure Seebäder wie Nizza, Cannes oder Monaco. Die Haute Provence ist wegen der pittoresken Landschaften bei Wanderern beliebt, Arles als Kunst- und Kulturmetropole. Die verschiedenen Facetten Südfrankreichs werden in diesem Reiseführer profunde und verständlich dargestellt.  Eingeteilt in sechs verschiedene Regionen (Haute Provence, Alpes Maritimes, Cote d’Azur, Von Grasse nach Aix-en-Provence, Vaucluse, Bouches-du-Rhone) mit 309 Farbfotos und herausnehmbaren Karten geht es um die Vorstellung von kulturellen Höhepunkten, Stränden, Natur und Landschaft sowie Wandern und Ausflüge. Zusätzlich gibt es Tipps zu Hotels, Restaurants und Bars der jeweiligen Städte und Dörfern und kleine Karten des jeweiligen Zentrums oder der lokalen Sehenswürdigkeiten. In dem Kapitel Wissenswertes von A bis Z können alle wichtigen Information wie Internet, Haustiere oder Zollbestimmungen kurz und knapp nachgeschlagen werden.

Historisch und kulturell interessierte Touristen werden umfassend über die Sehenswürdigkeiten oder historische Hintergründe informiert. Das Kapitel Essen und Trinken ist wegen der besonders exquisiten regionalen Küche etwas zu kurz geraten. Sonst gibt das Buch erste Einblicke in die Schönheiten Südfrankreichs, an der sich jeder Besucher schnell orientieren kann. Die vielen Bilder machen Appetit auf einen längeren Urlaub am Mittelmeer in warmen Klima. Zusätzlich zu diesem informativen Buch kann man sich jederzeit an das Comité Régional du Tourisme Provence-Alpes-Cote-d’Azur wenden, wenn sich weitergehende Fragen ergeben sollten.

16) Elisabeth Petersen: Namibia. Reisen von Tag zu Tag, 9. Auflage, Vista Point, Potsdam 2018, ISBN: 978-3-96141-092-7, 24,95 EURO (D)

Namibia bietet eine unvergleichliche Naturlandschaft, die vor allem zu längeren Safaris einlädt. Deutsche Touristen werden mit einer unfreiwilligen Hypothek konfrontiert: Als frühere Kolonie des Deutschen Reiches wurde die indigene Bevölkerung ausgebeutet, rassistische Sondergesetze und Völkermord an den Herero und Nama hinterließen eine verheerende Nachwirkung. 

Die Wüste Namib - Wahrzeichen und Namensgeber des Landes - erstreckt sich entlang des gesamten Küstengebietes am Atlantik und ist ein Grund für die äußerst dünne Besiedlung mit nur rund 2.1 Millionen Einwohnern. Inmitten dieses Wüstenabenteuers erwartet Sie auf Ihrer Namibia-Rundreise ein unschätzbarer Artenreichtum: Löwen, Elefanten, Giraffen, Geparden, Nashörner lassen sich hier beobachten.

Das durchschnittliche Klima des dünn besiedelten Land lässt sich als heiß und trocken beschreiben. Das weitestgehend aride Klima ist subtropisch kontinental. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Landesteilen.

Der Reiseführer beginnt mit allgemeinen Informationen über Reiserouten, Verkehr und Straßenverhältnisse in Namibia. Die Geschichte Namibias mitsamt der deutschen Kolonialisierung und seinen Schrecken, die ethnischen Gruppen des Landes und ihre kulturellen Eigenheiten werden als Hintergrundinformationen präsentiert

Als Schwerpunkt verbindet dieser Reiseführer die Sehenswürdigkeit des geographisch großen Landes miteinander und bietet Routenvorschläge für 21 Tage durch optimale Navigation. Beginnend mit der Hauptstadt Windhoek wird Tag für Tag mögliche individuelle Reiserouten je nach Verfassung und Belieben. Diese Reiserouten wurden von erfahrenen Kennern des Landes zusammengestellt und eignen sich für Individualreisende mit Mietwagen. Man bekommt eine Menge an Reiseplänen und Karten an die Hand und Informationen über Lodges oder Hotels, die auch im Vorfeld gebucht werden können.

Dies ist ein spezieller Reiseführer für Individual- oder Gruppenreisen, die quer durch Namibia reisen und auf diese Weise das Land erkunden wollen. Es gibt eine Grundlage für eine Rundreise, bietet aber auch immer Alternativvorschlägen, so dass man nach Lust und Laune individuell planen kann. Für Touristen, die auf einer Rundreise das Land erkunden wollen, ist dieser Reiseführer geeignet, für Strandurlauber oder kulturell Interessierte, die nicht immer das Hotel wechseln wollen, eher nicht.

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz