Neuerscheinungen Sachbuch

06.03.20
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Jens Berger: Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen? Die heimlichen Herrscher und ihre Gehilfen, Westend, Frankfurt/Main 2020, ISBN: 978-3-86489-260-8, 22 EURO (D)

Jens Berger, Redakteur der NachDenkSeiten, stellt in diesem Buch das ganze Ausmaß der Herrschaft von großen Finanzkonzernen dar, die wesentliche Teile der Welt kontrollieren. Allein der Vermögensverwalter BlackRock überwacht Fonds und Vermögenswerte im Wert von 15 Billionen Euro und damit 10% des weltweiten Vermögens. Aber auch in anderen Schlüsselbranchen beherrschen riesige Monopolisten den Markt. Google, Facebook, Amazon agieren intransparent und meist gegen die Interessen der Gesellschaft. In einem komplexen Netzwerk kontrollieren sich diese Konzerne selbst.

Neben den Begründungen dieser Ausführungen benennt er auch namentlich deren Steigbügelhalter und Helfer in Wirtschaft und Politik unter anderem den potentiellen Kanzlerkandidaten Friedrich Merz. Einige Tabellen und Diagramme begleiten die Ausführungen und führen das Ausmaß des Problems in aller Klarheit vor Augen. Wie Lobbyismus funktioniert und dessen Ausmaße werden ebenfalls benannt.

Nach einer ausführlichen Bestandsaufnahme werden Punkte genannt, was gegen die Herrschaft von großen Finanzkonzernen getan werden kann. Dabei geht es um die Rücklagen von Millionen von Sparern: Diese Rücklagen „sind das Vermögen, mit dem die Finanzkonzerne sich nicht nur eine goldene Nase verdienen, sondern auch in eine Machtposition gekommen sind, die ihresgleichen sucht.“ (S. 282) Bei faireren Löhnen, einem gerechteren Steuersystem und einem besseren Rentensystem und einer allgemeineren sozialeren Politik gäbe es für die Menschen weniger Gründe, Rücklagen anzuhäufen. Die beste Antwort sieht er aber darin, Finanzkonzerne überflüssig zu machen und die Abkehr von „neoliberalen Irrlehren“. Die Rahmenbedingungen der Gesellschaft sollte nicht mehr von den Märkten und damit den Finanzkonzernen diktiert werden, sondern das Allgemeinwohl wieder an erster Stelle stehen und damit eine demokratische Wirtschaft ermöglicht werden. Wie das jedoch in Einzelheiten aussehen soll, wird nicht ausgeführt. Dass große Finanzkonzerne auch mitschuldig sind an der Zerstörung der weltweiten ökologischen Grundlagen, hätte weiter ausgeführt werden müssen.

Dennoch ist es eines der besseren Bücher über Kapitalismuskritik. Die hohe Gefahr von globalen Unternehmen für die Gesellschaft liegt nicht nur in einer zu hohe Marktkonzentration und der damit verbundene Verlust von demokratischer Kontrolle, sondern auch in deren Einfluss auf politische, gesellschaftliche Entscheidungsträger und letztlich auf den Alltag von vielen Menschen dieses Planeten.

Die vorgeschlagenen Punkte gegen diese Entwicklung sind zumindest diskutabel, wenn reformorientiert gedacht wird. Eine Überwindung dieser Zustände hin zu einer anderen Welt auf ökologischer, solidarischer und basisdemokratischer Grundlage wäre die Wunschlösung.

Buch 2

Wolfgang Weimer: Der vergessene Erfinder. Wie Philipp Reis das Telefon erfand, Ch. Goetz Verlag, München 2019, ISBN: 978-3-947140-04-6, 20 EURO (D)

Ein skurriler Streit um die Erfindung des Telefons und um postumen Ruhm und Ehre geht in die nächste Runde. Wer hierbei als der wahre Erfinder gelten darf, ist umstritten. Der Historiker und Journalist Wolfram Weimer behauptet in seinem neuen Buch, dass nicht der US-Amerikaner Graham Bell, sondern Philipp Reis, ein hessischer Wissenschaftler und Tüftler: „Die amerikanische Historiografie feiert Graham Bell gleichwohl seit Jahrzehnten als den Erfinder des Telefons. Und tut es so patriotisch und medial durchdringend, dass die Welt das inzwischen glaubt.“ (S. 78) Dies ist der eigentliche Grund für Weimers minutiöse Darstellung des Lebens von Phillip Reis: „Dieses Buch soll einem großartigen Mann, dem es das Leben schwer machte, den Respekt und die Sichtbarkeit geben, den es verdient hat.“ (S. 7) Er beschreibt darin die Lebensgeschichte von Reis und rekonstruiert die Forschungsgeschichte, die zur Entwicklung der revolutionären Erfindung des Telefons führte.

Am 26. Oktober 1861 führte Reis seine Erfindung den Mitgliedern des Physikalischen Vereins in Frankfurt vor. Die Vorführung war zwar erfolgreich, aber noch nicht ganz ausgereift. Daher blieb Reis in weiten Teilen innerhalb der deutschen Wissenschaft ein belächelter Außenseiter. Laut Weimer konnte Reis seinen verdienten Ruhm nicht mehr ernten, da er früh starb. Seine Vorleistungen wurden von Alexander Graham Bell in den USA aufgegriffen. Bell gelang es, die technische Qualität der Idee Reis‘, die Übertragungsqualitäten der Kommunikation zu verbessern. Er ließ sich dies dann patentieren und wurde trotz verschiedener Widerstände und Klagen als Erfinder des Telefons gefeiert und verdiente an seiner Erfindung ein Vermögen. Dagegen wendet Weimer ein, dass „das Grundprinzip, Töne, Laute und Sprache über elektrische Impulse zu transportieren“  (S. 84) von Reis stammt und ihm daher die Zuschreibung der „wahre Erfinder“ zu sein, zusteht. (S. 84) Bell wird als „großer Vermarkter“ (S. 84) und indirekt auch als Produktpirat bezeichnet. Laut Weimer wurde Reis dagegen fast vergessen und um seinen verdienten Lohn beraubt.

Schafft es nun Weimer, Reis aus der Versenkung zu holen und seine Leistung nun vollständig anerkannt werden? So gut recherchiert das Buch ist, das Grundgefühl einer subjektiven Herangehensweise von Weimer lässt sich nicht abschütteln. Wissenschaftler in den USA sicher anders sehen und Fakten anders interpretieren. Dann geht der Streit um Wissenschaftsegos und nachträglichen Ruhm weiter. Objektivität können wohl nur unabhängige Wissenschaftshistoriker gewährleisten.

 

Buch 3

Nadav Eyal: Revolte. Der weltweite Aufstand gegen die Globalisierung, Ullstein, Berlin 2020, ISBN-13 9783550200717, 29,99 EURO (D)

Im Zeitalter der Globalisierung bilden nicht mehr die Nationalstaaten, sondern die kosmopolitische Weltgesellschaft den Referenzrahmen des alltäglichen Denken und Handelns. Dieser nicht mehr umkehrbare Prozess wird sich vermutlich in der nahen Zukunft noch verstärken.

Dies ist das meist verkaufte Sachbuch in Israel, das nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Hier argumentiert Nadav Eyal, dass der Aufstand gegen die Globalisierung zu einer Plattform für eine Gegenreaktion gegen die Konzepte der Rationalität, des Fortschritts und der universellen Werte geworden ist. Als Reporter und Korrespondent hat er über den Aufstieg Trump, die Finanzkrise in Griechenland, die Kreditkrise in Großbritannien und die Zunahme der Terroranschläge in Europa und Asien berichtet. All die verschiedenen Ereignisse, über die er berichtete, sind für ihn mit der umfassenden Revolte gegen die Globalisierung verbunden, die nach 1945 errichtet wurde. Für das Buch hat er weltweit die verschiedensten Personen und Gruppen besucht, wie Bergleute in Pennsylvania, deutsche Neonazis, Anarchisten in Griechenland, Marie LePen, Nick Griffin und Fundamentalisten in Asien.

Globalisierung sei ein radikaler Prozess. Es verändert Gemeinschaften und Gesellschaften, viele westliche nichtstädtische Gemeinden leiden darunter, dass die kalte Logik der Globalisierung, die von Angebot und Nachfrage getrieben und von kurzfristiger Effizienz gesteuert wird, ihnen vieles genommen hat. China profitiere am meisten noch von der Globalisierung.

Die Welt befinde sich inmitten eines umfassenden und radikalen Wandels, der sich gegen die Globalisierung in all ihren Formen auflehnt: wirtschaftlich, kulturell und politisch. Es sei nicht einfach ein populistisches Phänomen oder die Krise demokratischer Institutionen oder eine Frage des Umgangs mit neuen Technologien sondern auch das Bedürfnisses der Menschen, eine Stabilität zu haben und klare Muster im Leben, darunter eine ethnisch-nationale Identität.

Diese Revolte dreht es sich um die Werte des Fortschritts. Er ist eine Plattform für Fundamentalisten aller Glaubensrichtungen sowie für diejenigen, die gegen die Ideen von Wissenschaft, Fakten und einer rationalen Gesellschaft kämpfen wollen.

Die Feinde der Globalisierung sind die islamischen Fundamentalisten, die sich seit dem Aufstieg der Moderne dagegen wehren. Ihre westliche Manifestation sind Ultranationalisten und Neonazis. Im Kampf um Wählerstimmen wurden ihre Botschaften wurden von Konservativen aufgegriffen. Dies wurde durch die globale Finanzkrise und ihre Folgen noch verstärkt, wie auch an den Besuchen des Autors deutlich wird.

 

Hier werden viele diametral verschiedene politische Gruppen in einen Topf geworfen, mit der Klammer des Feindbildes der Globalisierung. Anarchisten haben aber nichts mit Neonazis gemeinsam, es sind sich bekämpfende Weltanschauungen. Das sollte klar sein.

Eyal argumentiert zu Recht, dass es große Teile unserer Gesellschaft in einzelnen Ländern gibt, die nicht von der Globalisierung profitieren. In den Ländern des Südens ist dabei die Situation noch schlimmer als im verhältnismäßig reichen Norden. Gerade deshalb müssen Globalisierungskritiker, die sich argumentativ und friedlich äußern und sich allein gegen den Kapitalismus wenden, sehr ernst genommen werden.

Buch 4

Gertrud Höhler: Merkel – ein Requiem, Econ Verlag, Berlin 2020, ISBN: 13 9783430210270, 24,99 EURO (D)

Getrud Höhler schreibt ein Buch über Merkels politische Karriere. Nun gut. Dass es eine Abrechnung wird, ist spätestens seit dem Titel klar. Höhler kritisiert in rassistischer Wortwahl Merkels Flüchtlingspolitik, ihren zaghaften Kampf gegen die Klimakrise, die es natürlich gar nicht gibt, ihr vorsichtiges Bekenntnis zu Europa, die Einführung des Mindestlohns und die Migration in die BRD als Hexenwerk gegen „Volk und Nation“. Und vor allem immer wieder der Verweis auf Merkels DDR-Vergangenheit, aus der sich verschwörungstheoretisch alles ableiten lässt.

Wer also ist Höhler und was will sie mit diesem Buch? Die Autorin hat bereits in der Vergangenheit keinen Hehl aus ihrer rechten bis extrem rechten Gesinnung gemacht. Sie war in den 1980er Jahren schon als Autorin rechter intellektueller Blätter aufgefallen. Dies wurde unter dem Etikett rechtskonservativ noch hingenommen, Höhler durfte weiter an ihrem Lehrstuhl der Universität Paderborn arbeiten. 2007 der nächste Skandal: Eine Zeitung fand heraus, dass in einem Mietshaus Höhlers der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Peter Klose in Zwickau ein „Bürgerbüro“ betrieb. Höhler belog erst mal die Öffentlichkeit, als sie abstritt, von dem NPD-Büro gewusst zu haben. Dies musste sie dann doch auf Druck einräumen. der damalige Wissenschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart (FDP), forderte sie zum Rücktritt aus dem Hochschulrat der Universität Paderborn auf, was Höhler ablehnte, da die NPD eine zugelassene Partei sei, die dem sächsischen Landtag angehöre. Ein eindeutiges Interview für die rechte Junge Freiheit gab sie auch schon.

Ihre Abneigung gegen Merkel und der Öffnung der CDU nach links tat Höhler immer wieder kund. Nun macht sie nochmals Stimmung und darf dies auf Ticket eines renommierten Verlages, die einer rechten Außenseiterin auch noch eine Plattform bieten. Dabei hat das Buch nur eins im Sinn: Merkel als Person und ihre Politik zu diskreditieren. Kritik an Merkel ist berechtigt, aber in einem konstruktiven argumentativen Sinne, ohne Polemik, undifferenzierte Diffamierungen und Gezeter. Ein Buch passend zum Kopp-Verlag, Cato-Verlag, Leopold Stocker Verlag oder als Propagandamedium der Jungen Freiheit. Ein Eigentor für die Ullstein Verlagsgesellschaft!

Buch 5

Philip Rucker/ Carol Leonnig: Trump gegen die Demokratie. „A very stable genius“, S. Fischer, Frankfurt/Main 2020, ISBN: 978-3-10-397045-6, 22 EURO (D)

Aus etwa 200 Interviews mit geheimen Informanten haben Philip Rucker und Carol Leonnig auf über 500 Seiten Berichte zusammengetragen über das Verhalten und die Auftritte von Donald Trump, der sich selbst als Genie sieht. Dies liest sich wie eine Chronik des Schreckens, wo Werte und Anstand mit Füßen getreten werden.

Nachdem James Mattis Trump von seiner Absicht, als Verteidigungsminister zurückzutreten, in Kenntnis gesetzt hatte, prahlte Trump in einer Kabinettssitzung prahlte der Präsident, er habe den Vier-Sterne-General „im Wesentlichen“ entlassen.

Als Kirstjen Nielsen, Innenministerin Trumps Maßnahmen gegen Einwanderung widersprach, lästerte er über ihr Aussehen und ihre Größe. Trump belästigte sie mit einem Anruf um 5 Uhr morgens. Ebenso verspottete Trump HR McMaster, den Ersatz von Michael Flynn als nationalen Sicherheitsberater, wegen seiner Garderobe. Einer von McMasters Mitarbeiter sagte, Trump „entlasse keine Menschen (...) er foltert sie, bis sie bereit sind, aufzuhören.“

Die Autoren berichten außerdem, dass Trump im Frühjahr 2017 den damaligen Außenminister Rex Tillerson anflehte, ihm dabei zu helfen, das Foreign Corrupt Practices Act abzuschaffen. „Es ist einfach so unfair, dass amerikanische Unternehmen keine Bestechungsgelder zahlen dürfen, um Geschäfte im Ausland zu tätigen", sagte Trump einer Gruppe von Mitarbeitern.

Dieses Buch reiht sich in eine Reihe von Enthüllungsbüchern über Trump ein, die auch Ähnliches berichten. Stormy Daniels beschreibt in ihrem Buch ausführlich ein Rendezvous mit Donald Trump bei einem Promi-Golfturnier im Jahre 2006 in Lake Tahoe, Kalifornien und seinen selbstgefälligen, menschenverachtenden Charakter.

Omarosa Manigault Newman arbeitete in führender Position für die Kommunikationsabteilung des Weißen Hauses und war mehr als ein Jahrzehnt in verschiedenen Positionen stets dicht an Donald Trumps Seite und war ihm viele Jahre eine loyale Mitarbeiterin. Dann wurde sie von Trump in für sie und vielen anderen aufgrund haarsträubender Motive entlassen. Newman wirft in ihrem Buch einen Blick hinter die Kulissen des Weißen Hauses und beschäftigt sich intensiv mit dem Charakter Donald Trumps und seinem Umgang mit Mitarbeitern. Sie berichtet aus ihrer Erfahrung von Korruption, Angst und Machtkämpfen im Weißen Haus.

Trump ist für ein öffentliches Amt charakterlich nicht geeignet. Der täglichen Wahnsinn und die moralische Verkommenheit im Weißen Haus werden hier deutlich. Sehr authentisch geschrieben. Eine Rufmordkampagne der von Trump verhassten Washington Post ist es mitnichten: Die Beschreibung des Charakters von Trump wird von vielen anderen Leuten geteilt, die ihn persönlich erlebt haben, und nicht nur politische Gegner sind.

Buch 6

Josef M. Gaßner/ Jörn Müller: Können wir die Welt verstehen? Meilensteine der Physik von Aristoteles zur Stringtheorie, S. Fischer, Frankfurt/Main 2019, ISBN: 978-3-10-397481-2, 32 EURO (D)

Der Astrophysiker Josef M. Gaßner und der Experimentalphysiker Jörn Müller erklären in ihrem Grundlagenwerk alle Highlights der Physik. In zwölf Kapiteln werden von der Antike an bis zu neuesten Gedankengängen, dem Leser handfeste Fakten und den aktuellen Status der Wissenschaft präsentiert.

Das Buch beginnt aber nicht mit Aristoteles wie im Titel vermerkt, sondern der Himmelsscheibe von Nebra. Die Himmelsscheibe von Nebra wurde in der Nähe von Nebra/Sachsen Anhalt gefunden ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Sie zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene, die wir kennen.

Im Folgenden kommen all die Größen der Wissenschaft von Aristoteles, dem Namensgeber dieser Reihe und des dazugehörigen Buches, über Galileo Galilei, Isaac Newton, Albert Einstein zu bekannten Größen heutiger Zeit wie Richard Feynman und Stephen Hawking vor. Elektromagnetismus, Quantenmechanik, Quantenelektrodynamik, Quantenchromodynamik, CPT-Invarianz, Ausführungen zu dunkler Materie und dunkler Energie bis hin zur Stringtheorie folgen danach.  Das Buch ist dabei auch eine Geschichte der physikalischen Entdeckungen, Theorien und formulierten Beobachtungen bis zur den modernen mathematisch völlig abstrakten Überlegungen, die weit jenseits dessen stehen was man im Alltag noch erfassen kann.

Ohne Rechnungen kommt das Buch nicht aus. In Einschüben wird zum Beispiel die Infinitesimalrechnung oder das Rechnen mit unendlichen Zahlen dargestellt. Im Anhang findet man noch ein Register und einen Bildnachweis.

Das Buch bewegt sich zwischen Fachpublikation und populärwissenschaftlicher Geschichte der allgemeinen und speziellen Physik. Anschaulich werden auch mathematische Zusammenhänge von Gesetzmäßigkeiten der klassischen und modernen Physik erläutert. Ein Studium von Natur- oder Technikwissenschaften braucht man für das Buch nicht notwendigerweise. Bei Verständnisschwierigkeiten ziehen sich über das ganze Buch hindurch Hilfen. Diese bestehen aus QR-Codes, die immer wieder auf zusätzliches Material im Internet verweisen. So wird das Buch auch für eine breitere Masse interessant.

Das Buch geht jedoch nicht auf die Wissensgrundlagen von Aristoteles ein. Genau genommen beginnt die Physik aber schon früher als Aristoteles, nämlich in den Hochkulturen Mesopotamien und Ägypten und mit der Naturphilosophie der Vorsokratiker. Die griechische Naturphilosophie griff mesopotamische und ägyptische Kenntnisse auf und suchte nach grundlegenden Erklärungsprinzipien. Einzelne Sachverhaltsbeschreibungen wurden bereits mathematisiert. Eine experimentelle Methodik war jedoch noch nicht etabliert.

Die ionische materialistische Naturphilosophie eines Thales, Anaximander, Anaximenes, Heraklit erwarb Kenntnisse über Naturphänomene wie Ab- und Zunahme der Luftdichte, den Aufstieg warmer Luft, magnetische Anziehung und Bernsteinreibung.

Empedokles begründete die lange Zeit maßgebliche Lehre von vier Elementen. Leukippos und Demokrit führten die von Epikur weiterverfolgte Atomhypothese ein: alles besteht aus kleinsten Teilchen, die selbst nicht teilbar oder intrinsisch wandelbar sind und deren Zusammensetzung den Wandel der Phänomene erklärt.

Sonst ist das Buch eine ausführliche Darstellung wichtiger Etappen der Physik, wobei ein Schwerpunkt schon auf den letzten beiden Jahrhunderten und aktuellen Theorien und Ausführungen liegt.

 







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