Neuerscheinungen Kulinarik

06.05.20
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Thomas Niederste-Werbeck/Fotos Janne Peters: Zu Gast auf Mallorca. Sehnsuchtsorte, Originalrezepte und Geheimtipps, Callwey, München 2020, ISBN: 978-3-7667-2451-9, 39,95 (D)

Dieses Buch stellt die besten Restaurants und Cafés auf Mallorca und 70 von deren einheimischen Rezepten jenseits des Massentourismus vor. Die Betreiber verraten ihre lokalen Bezugsquellen, ihre Verbindung von Natur und Kulinarik und ihre Geheimtipps der Insel. Darüber hinaus zeigt dieser kulinarische Reiseführer die Sehenswürdigkeiten der Regionen der Insel und die lokalen Genüsse, für die Janne Peters verantwortlich ist.

Die Vorstellung der besten Restaurants und Cafés erfolgt entlang regionalen Einheiten. Jeweils fünf von ihnen werden entlang der Westküste, in und um Palma, entlang der Südküste, entlang der Ostküste, der Inselmitte und entlang der Nordküste vorgestellt. Alle regionalen Schwerpunkte schließen mit Geheimtipps und Wissenswertem.

Die Betreiber der Restaurants, Bistros und Cafés erzählen über sich, die kulinarischen Vorlieben und darüber, was sie auf Mallorca so schätzen. Die Öffnungszeiten der Restaurants, Internetadressen und Geheimtipps der Betreiber findet man auch dort. Zudem gibt es mehrere Rezepte bei von traditionell bis hin zu gehobener Sternegastronomie. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Impressionen der Schönheit von Mallorca.

Im Anhang findet man noch ein Zutatenregister, eine Rezeptliste und Informationen über die Weingüter und Olivenplantagen, die Bezugsquellen der Betreiber.

Dieses aufwändig gestaltete Buch knüpft an das erste Werk des Autors „Mallorca mit Stil“ über elf außergewöhnliche Häuser und deren Besitzer an. Hier werden Landschaften, Orte, Geschichten, lokale Produkte und typische Rezepte der Insel fernab vom Massentourismus erfahrbar. Die gelungenen Bilder bringen Urlaubsfeeling rüber; ein anderes Bild von Mallorca über Land und Leute und ihre Lebensart wird hier sichtbar. Das Buch kann auch als Informationsquelle über Restaurants, Kaffees und angenehme Lokalitäten für Urlaub mit Stil genutzt werden, nicht nur als kulinarischer Genussführer.

Buch 2

Marianne Pfeffer Gjengedal/Klaudia Iga Pérez: Femmetastic! Legendäre Frauen und ihre Lieblingsgerichte, Sieveking, München 2019, ISBN: 978-3-944874-88-3, 39 EURO (D)

Die Fotografin Marianne Pfeffer Gjengedal und die Foodstylistin Klaudia Iga Pérez nähern sich in diesem Buch Frauen, die sie bewundern, über deren Lieblingsspeisen. Sie kochen sie nach und verwandeln sich in ihre Idole. So entstanden 15 Porträts beeindruckender Frauen, die hier in einzelnen Kapiteln präsentiert werden. Das Buch wurde von Ricardo Essrich und Daniela Stilzebach aus dem Norwegischen übersetzt.

Jedes Porträt beginnt mit einer Vorstellung der Person und ihrer Zeit, der kulinarischen Epoche und ihren Vorlieben. Dann folgen mehrere Rezepte mit einer ausführlichen Beschreibung und einem Bild.

Zum Beispiel wird die französische Königin Marie Antoinette vorgestellt und die dazugehörigen Rezepte wie Kirsch- oder Heidelbeer-Marshmallows, Torte a la Charlotte russe, Alaska-Eistorte, Schwarzwälder Kirschtorte XXL, Macarons mit Schokoladencreme oder Karamell oder Kleine Marzipanfrüchte. Coco Chanel wird mit Französischem Nugat, Nuss Tuiles, Choux a la creme, knusprigen Schokoladenröllchen, Karamell Cognac-Trüffel und Schokoladentrüffel mit Malibu, weißer Schokolade und Kokos in Verbindung gebracht. Bei Marylin Monroe werden Rezeptideen wie Knuspermüsli, amerikanische Pancakes, Bircher Müsli mit Beeren, Gewürzmuffins, sättigender Frühstückssmoothie, Cashewbutter und Omelett im Brot präsentiert. Bei Björk gibt es Fischsuppe, Lammkoteletts, Rote Beete-Rösti mit Graved Lachs, Kleinur, Fischsuppe mit Lamm, Kochbrot und grobe Fischburger.

Rezepte vergangener Zeiten wurden an die heute erhältlichen Zutaten angepasst. Bei vielen der Gerichte ist überliefert, dass die Frauen sie gegessen haben, andere sind für die Zeit typisch, in der sie lebten. Immer wieder wird in Bildern gezeigt, wie sich die Autorinnen in die Frauen verwandeln.

Im Anhang gibt es noch Literatur zu den Frauen und ein Zutaten- und Rezeptregister.

Frauen aus den letzten drei Jahrhunderten werden hier porträtiert versehen mit einem kulinarischen Zugang. Das Buch ist sinnlich und aufwändig mit viel Hintergrundwissen gestaltet. Die Rezepte sind meist kleine, raffinierte und außergewöhnliche Gerichte, nur einige haben eine eher deftige Note. Sie spiegeln eine internationale Bandbreite von verschiedenen Einflüssen wider und werden durch gute Bilder in Szene gesetzt.

Buch 3

Pasta Ti Amo! 101 Rezepte der besten Köche der Welt, Callwey, München 2020, ISBN: 978-3-7667-2443-4, 39,95 EURO (D)

In diesem Buch geht es um Pasta in allen Formen und Variationen. Es werden die beliebtesten Pastazepte von Spitzenköchen aus der ganzen Welt von der Food-Bloggerin Judith Marnet vorgestellt.

Zu Beginn werden mehrere geografische Karten von Italien, Europa, Asien, Amerika und Afrika mit den vorgestellten Restaurants und Rezepten abgedruckt. Danach gibt es ein kurzes Interview von Marnet mit der Starköchin Cornelia Poletto über Pasta. Dann folgt der Hauptteil der Rezepte in den Rubriken Italien, Europa, Asien, Amerika und Afrika. Ein rezept wird von einem Restaurant auf jeweils zwei Seiten vorgestellt. Auf der einen Seite sieht man das fertige Gericht, auf der anderen werden der Zubereitungsvorgang und das Servieren, eine Zutatenliste und eine Beschreibung des Restaurants mitsamt Angebot und Schwerpunkt präsentiert. 

So gibt es zum Beispiel Kamutspaghetti mit Thunfisch, Lauch und Zitrone, Tagliatelle mit Morcheln und Malgabutter oder Pacceri mit Speck und Pistazien aus italienischen Küchen, Ziegenkäseravioli mit Rhabarber und grünem Spargel oder Rote-Bete-Tortellini mit Steinchampignons aus der BRD oder Pappardelle mit Shiitake-Pilzen aus Rumänien oder Spinat-Minz-Tagliatelle mit Räucherlachs und Forellenkaviar aus Lettland. Oder Kürbis-Grünkohl-Ravioli aus Indien, Rigatoni mit Ochsenschwanzragout aus den USA oder tunesische Makrouna bil djej. Zum Abschluss stellt Judith Marnet ihr Lieblingsrezept Ravioli mit Honig-Orangen-Ricotta, Marinierten Orangen und Zimtbröseln vor.

Im Anhang findet man noch ein Register nach Hauptzutaten und ein Register nach Kapitel, Land und Alphabet geordnet.

Hier werden Weiterentwicklungen des klassisch-italienischen Gerichtes mit internationalen Einflüssen auf hohem Niveau sichtbar. Ein Schwerpunkt des Buches ist natürlich Italien mit seinen regionalen Einflüssen, aber auch Rezepte aus der BRD sind überproportional vertreten. Alles Wissenswerte zum Selberkochen wird dargelegt, das Buch lebt auch von den anspruchsvollen Bildern. Es fehlen wohl ein ausführliches Literaturverzeichnis und Internetadressen zu Kulturgeschichte, Traditionen, und Verbreitung von Pasta.

Buch 4

Lynn Hoefer: Einfach himmlisch gesund. Natürliche und schnelle Rezepte für das echte Leben, Thorbecke, Ostfildern 2020, ISBN: 978-3799514422, 28 EURO (D)

Die Foodbloggerin, Ernährungsberaterin, Food-Stylistin und Kolumnistin Lynn Hoefer präsentiert in ihrem neuen Kochbuch hat sie vegane Rezepte, die sich in den Alltag integrieren lassen und gleichzeitig zu jeder Lebenslage und zu jedem Anlass passen sollen.

Das Buch beginnt mit Tipps für eine schnelle und gesunde Küche in stressigen Zeiten, gesundem Essen mit kleinem Budget, eine Auflistung von heimischem Obst und Gemüse zu allen Jahreszeiten und die Inhalte einer guten Vorratskammer. Wie man Nachhaltigkeit im Alltag auch in anderen Bereichen wie Kosmetik, Mode, Reinigungsmittel usw. umsetzen kann, wird danach deutlich gemacht. Die Bestandteile des richtigen Vorkochens werden noch gezeigt, bevor die Autorin noch Hinweise zu dem Vitamin B12, Gluten, Küchengeräten, Nährwertangaben, Kalorien, Salz, Zucker und Labels.

Dann beginnt der Rezeptteil mit Basisrezepten wie Hummus, Currypasten oder Kimchi. Weiter geht es mit schnellen Frühstücksrezepten wie Beeren-Birchermüsli, Glowing Golden Porridge oder Goldene Milch-Granola. Ideen für einen Sonntagsbrunch wie Glutenfreie Omega-3-Hanfsamen-Brötchen, Süße Zimtbrötchen oder Bärlauch-Polenta-Muffins folgen danach. 30- Minuten-Gerichte wie Marokkanische Glow Bowl, Mezze-Teller mit Fattoush-Salat oder Tiefkühler-Pfannencurry. Gerichte für den Feierabend wie Ein-Blech-Süßkartoffelecken mit Kichererbsen, Ayurvedisches Kürbis-Linsen-Blech oder Teriyaki-Nudeln kommen dann zur Sprache.

Das folgende Kapitel beinhaltet Rezepte aus Lebensmitteln, die sonst öfter auf den Müll landen. Basische Brokkolistamm- und Rucola-Suppe, Herbstsalat mit Rote-Beete-Stängeln oder Bananenkuchen werden dort präsentiert. Rezepte zum Vorkochen am Wochenende, die die Technik näherbringen wollen und abänderbar sind, wie mediterrane Gemüsepfanne, Smoothies oder vier Schichtsalate für die Woche werden dann vorgestellt. Rezepte für das Wochenende wie Familien-Bolognese, Quinoa-Hirse-Pizza oder Kürbis-Walnuss-Chili folgen anschließend. Snacks und süße Kleinigkeiten wie Zucchini-Brownies, Joghurteis mit Haselnusskrokant oder Schokoladen-Lavakuchen runden die Rezepte ab.

Einen beispielhaften Wochenplan mit Rezepten für Frühstück, Mittag, Snack und Abendessen und ein Register findet man noch im Anhang.

Für Fortgeschrittene in der veganen Küche sind wahrscheinlich nicht viele neue Rezepte dabei, die Arbeit mit Gewürzen und Aromen könnte neue Anregungen bieten. Das Buch richtet sich eher an die berufstätige Veganer mit wenig Zeit und überschaubarer Vorkenntnis, die gesunde, ausgewogene und alltagstaugliche Ernährung im Alltag umsetzen wollen. Hilfen bei der Vorbereitung von Mahlzeiten für die Woche werden hier ausführlich beschrieben. Die saisonalen Zutaten sollte man in jedem Bio-Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt bekommen.

Buch 5

Adaeze Wolf: Natürlich gut. Entspannt essen, gesund und glücklich leben. Das Naturally-Good-Prinzip, Thorbecke, Ostfildern 2020, ISBN: 978-3-7995-1443-9, 30 EURO (D)

Die Autorin ist ganzheitliche Ernährungsberaterin, Health & Live Coach und steckt hinter dem Blog Naturally Good für Ernährung und Wohlbefinden. Das Naturally-Good-Prinzip unterteilt sich in drei Säulen zu Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit und ist ein Lebenskonzept für mehr Gesundheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden. In diesem Buch stellt sie neben der praktischen Umsetzung für den Alltag 100 Rezepte, die frei sind von raffiniertem Zucker und überwiegend gluten- und laktosefrei sind und für ein Plus an Lebensenergie sorgen sollen.

Zunächst wird das Naturally-Good-Prinzip grundlegend beschrieben und einige Küchenbasics vorgestellt. Danach geht es um eine gesunde bioaktive Ernährung, ein kleines Nährstoff-ABC und Intervallfasten. Dazu werden passende Lebensmittel oder Rezepte wie Hirsebrei mit Erdbeer-Kompott oder Ingwershots vorgestellt. Danach kommen einfache Tipps für ein gesundes Leben, das richtige Vorkochen, häufig verwendete Zutaten, Kräuter und Gewürze und Rezepte wie Overnight Oats mit Aprikosen-Kompott oder warmer Buchweizen-Salat mit Spargel und Erdbeeren. Ernährung als Genussfaktor ohne Gewissensbisse im Anschluss mit Tipps im Umgang mit Heisshunger, über den achtsamen Umgang mit Zucker und zum entspannten Backen sowie Rezepte wie Blumenkohl-Pizza oder Erdbeer-Creme-Törtchen zum entspannten Genießen.

Wie man Bewegung in seinem Alltag verankert oder Sport zur Routine wird, wird danach angesprochen. Dazu passende Rezepte wie Shakshuka-Eier in Tomatensauce oder leichte Sommerrollen mit Lachs und Sesam-Tamari-Dip. Im nächsten Kapitel geht es um Achtsamkeit für sich selbst in Verbindung mit bewusstem Essen. Rezepte dazu sind frische Beeren-Limonade oder Nori-Gemüserollen. Wie man glücklich in den Tag startet und wie man gesunde Lebensgewohnheiten etabliert, kommt dann zur Sprache. Blue Moon Milk für eine himmlische Nacht oder ein nigerianischer Okra-Stew-Eintopf runden dann den Rezeptteil ab.

Im Anhang findet man noch Naturally-Good-Kuren zum Einstieg in eine gesunde Lebensweise, einen Saisonkalender, die besten heimischen Superfoods und ein Register.

Beim Naturally-Good-Prinzip geht es um gesunde Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit. Hier gibt es gesunde Rezepte, die sich leicht zubereiten lassen. Darunter sind keine außergewöhnlichen oder Gerichte für bestimmte Festivitäten, sondern für den Alltag mit Beruf und Familie.

Buch 6

Stefanie Schäfter/Meike Fienitz/Felix Buchborn/Kira van den Hövel: Super Local Food. Gesund und nachhaltig essen, oekom, München 2020, ISBN: 978-3-962-28181-6, 20 EURO (D)

In diesem Buch werden die negativen Auswirkungen von importierten Superfoods für die Umwelt und auch die dortigen Hersteller dargelegt. Stattdessen werden zahlreiche lokale Alternativen vorgestellt, die diesen in Vitamingehalt, Nährwert und Geschmack in nichts nachstehen. Außerdem gibt es eine Vielzahl an saisonalen Rezepten.

Im ersten Teil geht es um die Schattenseiten von importierten Superfoods wie Avocado, Quinoa, Kakao, Mandeln mit Daten und Fakten Superfoods als Marketingstrategie und ein Statements zu Fair-Trade-Siegel. Die Vorteile von lokalen Lebensmittel wie Artischocken, Feldsalat, Kohl, Radieschen, Heidelbeeren, Rote Beeren, Buchweizen, Lavendel oder Kürbiskerne werden dann tabellarisch vorgestellt. Die fünf besten davon im Allgemeinen, Verdauungsbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für ein starkes Immunsystem kommen dann zur Sprache. Es folgt eine stichwortartiger Überblick von heimischen Produkten, ihrer Inhaltsstoffe und wie sich importierte Superfoods ersetzen lassen können.

Im nächsten Kapitel wird skizziert, wie sich Gerichte zusammenstellen lassen, deren Zutaten alle zur gleichen Zeit regional und saisonal verfügbar sind, zum Bezug regionaler Lebensmittel, Resteverwertung und eine Klimabilanz von Lebensmitteln.

Anschließend werden zahlreiche Rezepte, in denen heimische Lebensmittel die Hauptrolle spielen, vorgestellt. Das Kapitel gliedert sich nach Jahreszeiten und stellt passende Salate, Suppen, Hauptgerichte, Snacks, Gebäck, Desserts und Frühstückskreationen vor. Alle Gerichte sind vegetarisch oder vegan. In einem Exkurs wird auch noch auch das Fermentieren eingegangen. Ein kleiner Ausblick rundet das Buch ab.

Im Anhang findet man noch einen Bildnachweis, einen Zutatenindex und die Quellennachweise.

Dieses Buch weist auf viele soziale und ökologische Folgen von importierten Obst und Gemüse hin und bietet heimische Alternativen dazu an. Dass diese jedoch nicht alles abdecken können und für eine Geschmacksvielfalt immer noch der Import in nachhaltigen Mengen notwendig ist, dürfte klar sein. Es soll ja kein dumpfer kulinarischer Nationalismus verbreitet werden. Das Buch kann aber helfen, die wachsenden Entfremdung zwischen Herkunft und Verbrauch überwinden und regionale Netzwerke zwischen Produzenten und Konsumenten schaffen.

 







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