Neuerscheinungen Kunst

23.01.22
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Träume von Freiheit. Romantik in Russland und Deutschland, Hirmer, München 2021, ISBN: 978-3-7774-3582-4, 49,90 EURO (D)

Die Grundthemen der Romantik sind Gefühl, Leidenschaft, Individualität und individuelles Erleben sowie Seele, vor allem die Seele. Romantik entstand als Reaktion auf das Monopol der vernunftgerichteten Philosophie der Aufklärung, die in Deutschland vor allem durch Immanuel Kant geprägt war, und auf die Strenge des durch die Antike inspirierten Klassizismus. Im Vordergrund stehen Empfindungen wie Sehnsucht, Mysterium und Geheimnis. Dem in die Zukunft gerichteten Rationalismus und Optimismus der Aufklärung wird ein Rückgriff auf das Individuelle und Numinose gegenübergestellt. Diese Charakteristika sind bezeichnend für die romantische Kunst und für die entsprechende Lebenseinstellung.

Während sich die Ideen der Französischen Revolution über ganz Europa ausbreiteten, zielen die reaktionären Regierungen in Russland und Deutschland darauf ab, den Status Quo zu erhalten. Dieser Zeit des Umbruchs stellen Künstler der Romantik um 1800 einen von Gefühlen dominierten künstlerischen Kosmos mit revolutionärem Potential entgegen. Ihre Träume von Freiheit werden in einem Panorama der Romantik in Deutschland und Russland gegenübergestellt.

Dies ist ein deutsch-russische Kulturprojekt mit Ausstellungen in Dresden und Moskau. Es entstand in einer Kooperation zwischen der Staatlichen Tretjakow-Galerie in Moskau und dem Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Dies ist die offizielle Begleitpublikation.

Nach verschiedenen Grußworten folgt ein Gespräch zwischen Hilke Wagner und dem Architekten Daniel Libeskind, der die Ausstellungsarchitektur entwickelte. Danach stellt Holger Birkholz Grundbegriffe der Romantik wie Freiheit, Natur, Vorzeit, Ironie und Universalpoesie vor. Anschließend behandelt Ljudmila Markina die Begegnungen russischer und deutscher Künstler in Dresden. In Tabellenform gibt es danach eine Chronik der Ereignisse und Personen in Dresden zwischen 1800 und 1871. Sergej Fofanow präsentiert danach die Rezeption E.T.A. Hoffmanns und Caspar David Friedrich in der russischen und sowjetischen Kultur. Derselbe Autor geht danach auf den Wunsch nach einer Neuordnung des Lebens und den Glauben an die Zukunft ein.

Danach nähert sich Holger Birkholz dem Begriff der Heimat an. Er spricht von zwei Formen der Heimat – „zum einen aus der Erinnerung an die eigene Herkunft und zum anderen aus der Sehnsucht nach einem Reiseziel, das in der Zukunft gesucht wird.“ (S.89) Ab dort an werden exemplarisch Bilder dem Text nachgestellt. Derselbe Autor geht danach auf die Veränderung des Heimatbegriffs ein: von eher juristischen Aspekten hin zu einer emotionalen Aufladung. Ljudmila Markina beschäftigt sich danach mit russischen und deutschen Künstlern in Rom und anderen italienischen Orten. Die Religion in der Kunst der deutschen und russischen Romantik wird dann von Holger Birkholz analysiert. Sie ist „ein Ideal, dessen Verherrlichung in der Kunst zu einem Wiedererwachen eines einigenden Bewusstseins in der Gesellschaft beiträgt und seine befriedende sinnstiftende Wirkungsmacht neu entfalten kann. Ebenfalls Birkholz analysiert dann Bilder von Caspar David Friedrich als Seelenlandschaften, die er klassischen Landschaftskompositionen entgegensetzt.

Danach stellt Swetlana Stepanowa die Bilder von Alexej Gawrilowitsch Wenezianow als Abbilder des bäuerlichen Lebens vor. Holger Birkholz geht auf Carl Gustav Carus ein, der die Suche nach einem Naturganzen als Verbindung von Wissenschaft und Kunst versteht. Swetlana Stepanowa stellt dann Alexander Andrejewitsch Iwanow vor. Holger Birkholz skizziert danach das Genre des romantischen Porträts. Das Innere des Menschen, sein Unbewusstes, das alle geheimen Absichten und Wünschen in sich birgt, stellt dann Sergej Fofanow vor. Das Erfassen des vom Künstler in seinem Werk angelegten ganzheitlichen schöpferischen Impulses, das einen Weg zur inneren Freiheit eröffnet, wird zum Abschluss von Fofanow dargestellt.

Im Anhang findet man einen Katalog mit gängigen Informationen über das Bild und Grundzügen zu dessen Verständnis. Außerdem gibt es eine Liste der Leihgeber, ein Namensregister und einen Bildnachweis.

Anhand von führenden Vertretern und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden ausführlich die Kunst der beiden Länder verglichen und Schnittmengen gezeigt. Dabei ist zu kritisieren, dass der restaurative Charakter der Romantik auch in der Kunst nicht besonders in den Fokus gerückt wird. Sonst ist es ein spannendes Projekt, wo die Kunst der Romantik sowohl im nationalen gesellschaftlichen Kontext, aber auch als transnationale Kunstbewegung vorgestellt wird.


Buch 2

Nicola Bardola: Mercury in München. Seine besten Jahre, Heyne Hardcore, München 2021, ISBN: 978-3-453-27352-8, 24 EURO (D)

Farrokh Bulsara, überall bekannt als Freddie Mercury, von Queen war eine der schillerndsten und charismatischsten Personen der Rockgeschichte. Er wäre in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden. Passend dazu schildert Nicola Bardola Mercurys Zeit in München von 1979 bis 1985, über die wenig bekannt ist. Es schildert Monat für Monat, manchmal Tag für Tag seinen genussvollen Lebensstil und sein musikalisches Wirken in der Isarmetropole.

Auf den vorderen und hinteren Innenseiten gibt es zwei Stadtkarten, auf denen Mercurys Stationen in München eingezeichnet sind. Hier sieht man auch, dass sich vieles seitdem vieles stark verändert hat.
Die Anekdoten über ungewöhnliche Beziehungen, Menschen, und ein alternatives München bringen viel Privates hervor, manchmal muss man schmunzeln oder genießt den Rückblick auf Zeiten, die man vielleicht selbst sogar mitgemacht hat.

Die vielen einzelnen Geschichten werden immer wieder mit insgesamt 94 Schwarz-weiß Bildern abgerundet. Im Innenteil gibt es auf 16 Seiten Farbfotos.

Seine Münchner Freund*innen und Liebhaber*innen sowie Drogenpartys stehen dabei ebenso im Mittelpunkt. Persönliche Freunde, Weggefährten und Szenefreunde kommen ausführlich zu Wort oder werden in Form von Zitaten berücksichtigt.

Außerdem gibt es eine Art Best-of der damals bevorzugtesten Clubs und Bars oder Treffpunkte, wie das New York, das Old Mrs. Henderson, das East Side Sugar Shack oder der Ochsengarten, wo weniger de Münchener Schickeria verkehrte. Dort gab es eine Art Untergrund-Kultur und Libertinage, wo jeder nach seiner Persönlichkeit so sein durfte, wie es gefiel, Freddie Mercury gefiel am Münchener Szeneleben nicht nur die verschiedenen Inspirationsquellen, sondern dass er weitgehend unbemerkt von einer breiten Öffentlichkeit er selbst sein durfte.

Seine Musik mit Konzerten in der Rudi-Sedlmayer-Halle und in der Olympiahalle, die Zeit in den Musicland Studios, wo sich auch andere Musiklegenden aufhielten, die dort produzierten Queen-Platten und Mercurys Solo-LP wird natürlich auch behandelt. Es wird auch gezeigt, dass in Mercurys Münchener Jahren sehr viel in seiner Musik passiert ist.

Bardola bietet ein sehr spannendes und kurzweiliges Buch über Mercury in seinen 6 Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt. Hier steht Mercurys Privat- und Feierleben im Vordergrund, seine Musik steht hinter dem Menschen Mercury, der seinen eigenen Kopf hatte, im Hintergrund. Dieses akribisch recherchierte Buch bietet viele lebendige Einblicken, Eindrücken und Informationen. Vieles davon war bisher wahrscheinlich Insidern bekannt.

Und es zeigt: München war damals keine Musik-Provinzstadt. Für Queen und Freddy Mercury Fans ein absolutes Muss.


Buch 3

Thomas Bernhard. Der Atem. Graphic Novel. Gezeichnet von Lukas Kummer, Residenz Verlag, Salzburg/Wien 2021, ISBN: 978-3-7027-1746-0, 22 EURO (D)

Thomas Bernhard (1931-1989) ist einer der bekanntesten österreichischer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1970 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Viele Romane und Erzählungen Bernhards bestehen zum Großteil oder zur Gänze aus Monologen des Ich-Erzählers und einem fiktiven stummen oder beinahe stummen Zuhörer oder Schüler. Anlässlich einer häufig überspitzt und grotesk dargestellten Alltagssituation oder einer von ihm selbst konstruierten philosophischen Frage referiert der Ich-Erzähler seine Sicht der Dinge. Auch in Bernhards Dramen findet sich häufig eine ähnliche Konstellation.

In dieser Graphic Novel von Lukas Kummer geht es um das autobiographische Werk Bernhards „Der Atem. Eine Entscheidung“. Dies ist der dritte Band in der Reihe der Visualisierung der Werke von Bernhard durch ein neues Medium.

Das Werk ist Teil des autobiografischen Notizen von Thomas Bernhard. Er wird 1949 mit einer schlimmen Rippenfellentzündung in ein Krankenhaus bei Salzburg eingeliefert. Das Krankenhaus sieht er in düsteren Bildern, sein Großvater, zu dem er ein gutes Verhältnis hatte, war dort gestorben. Er wird dort auch in ein „Sterbezimmer“ verlegt, er schimpft über Ärzte und beklagt die Entmündigung der Patienten. Er entscheidet sich, weiterleben zu wollen, und fasste die Entscheidung für ein existenzbejahendes und freies Leben. Dies sollte fortan sein weiteres Leben prägen. Der Roman ist von innerer Erregung und emotionaler Regungen geprägt.

Das Graphic Novel ist durchgängig farblos, Grauschattierungen, weiß und schwarz sind die Grundtöne. Einige detaillierte Bilder von Bernhards Emotionen füllen eine ganze Seite, meist gibt es kleinere Bilder begleitet von etwas Text, der quasi als Überschrift dient.

Es ist eine schwierige Aufgabe, die Sprache Bernhard und seine Übertreibungen sowie das Evozieren von Emotionen zeichnerisch zu gestalten. Die gesamte Palette von Bernhardts sprachlichen Mittel kann nicht eins zu eins in ein Graphic Novel umgesetzt werden, das gibt es schon Grenzen. Bei der Figuren, der Darstellung des monotonen Krankenhausalltags und der des „Sterbezimmers“ gelingt es Kummer, dies anschaulich zu machen und eine düstere Atmosphäre zu schaffen. Der entscheidende Schritt, weiterleben zu wollen, hätte etwas kontrastreicher gestaltet werden können.


Buch 4

Pfeiffer, I.: Paula Modersohn-Becker, Hirmer, München 2021, ISBN: 978-3-7774-3722-4, 45 EURO (D)

Die umfassende Retrospektive der Frankfurter Kunsthalle Schirn widmet sich dem Gesamtwerk der Künstlerin und zeigt, wie sie zentrale Tendenzen der Moderne vorwegnahm. Neben prägnanten Serien und Bildmotiven stehen insbesondere auch Modersohn-Beckers außergewöhnlicher Malduktus sowie die früh einsetzende und anhaltende Rezeption ihres Werks im Zentrum der Präsentation. Mit rund 120 Gemälden und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen präsentiert die Schirn einen aktuellen Blick auf das Œuvre dieser frühen Vertreterin der Avantgarde, das in seiner zeitlosen Qualität bis heute in seinen Bann zieht.

Die 116 Werke umfassende und retrospektiv angelegte Ausstellung vom 8.10.2021 bis 6.2.2022 gliedert sich in thematische Schwerpunkte mit Selbstporträts und Porträts, Darstellungen von Kindern, Akten und Bauerndarstellungen, Landschaften aus Worpswede und Paris sowie Stillleben. Es wird gezeigt, wie die Künstlerin in Serien ihre oft wiederkehrenden Motive umkreist und variiert hat und wie sehr sie von Anfang ab zu eigenen Bildlösungen fand, die ihrer Zeit weit voraus waren.

Dies ist die begleitende Publikation zur Ausstellung.

Zuerst werden Selbstporträts gezeigt. Danach gibt Ingrid Pfeiffer in ihrem Essay eine Art Einführung zu Paula Modersohn-Becker, ihre Lebensabschnitte, ihr Stil und eine grobe Rezeption. „Das zeitlose oder vielmehr ‚überzeitliche‘ Element vieler ihrer Werke wirkt wie ein durchgängiges Motiv und war wohl auch eine Art Abgrenzungsmechanismus zu ihrer direkten Umgebung.“ (S. 52)

Anschließend folgen Bilder von Landschaften und Porträts. Dann beschäftigt sich Inge Herold mit der Mutterschaft im Werk der Künstlerin, die von einer irritierenden Ambivalenz des Mutter-Kind-Motivs spricht. Bilder mit Kindern, Mädchen und weiblichen Akten werden danach gezeigt, bevor Anna Havemann die Studienzeit von Paula Modersohn-Becker in London, Berlin und Paris ausbreitet. Akte in Zeichnungen und Bildern folgen dann. Rainer Stamm beleuchtet das Werk der Künstlerin vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Konventionen und künstlerischer Umbrüche. Nach Stillleben geht Karin Schick auf Ruhe und Bewegung in ihren Bildern ein: „Sie handeln durchaus von Bewegung aber mittelbar und andeutend – als ein Verfahren, Nähern und Halten, als konzentriertes Dazwischen, als Punkt auf der Achse der Zeit.“ (S. 182). Ein biografischer Grundriss zu Modersohn-Becker wird von Simone Ewald und Wolfgang Werner vorgestellt.

Im Anhang finden sich noch eine Werkliste, eine biografische Auswahl (Werkverzeichnisse, Briefe und Tagebücher und Monografien) und den Bildnachweis.

Viele der bekannten Werke der Künstlerin sind in diesem Buch enthalten. Das Porträts, Kinderbildnisse, die Darstellung der bäuerlichen Lebenswelt in Worpswede, Landschaften, Stillleben, Porträts und Selbstporträts. Es eignet sich also als sowohl als Einführung in ihr Werk als auch für den Besuch der Ausstellung.

Bei den Essays fehlt eines über die Künstlerkolonie Worpswede und deren Bedeutung für das Werk von Modersohn Becker. Auch Farbwahl und Formgebung hätten detaillierter behandelt werden können.

Dennoch: Die lang verschmähte „Wiederentdeckung“ von Künstlerinnen nicht nur im deutschen Sprachraum geht in die richtige Richtung.


Buch 5

Fido Nesto: George Orwell. 1984. Graphic Novel, Ullstein, Berlin 2021, ISBN: 978-3-550-20087-8, 25 EURO (D)

Das neben der „Farm der Tiere“ wohl bekannteste Werk „1984“ von George Orwell wurde im Juni 1949 herausgebracht. Dies ist ein dystopischer Roman, in dem ein totalitärer Überwachungsstaat im Jahr 1984 dargestellt wird. Hauptperson der Handlung ist Winston Smith, ein Mitglied der diktatorisch herrschenden, fiktiven Staatspartei in England Der allgegenwärtigen Überwachung zum Trotz will Smith seine Privatsphäre sichern und etwas über die real geschehene Vergangenheit erfahren, die von der Partei durch umfangreiche Geschichtsfälschung verheimlicht wird. Dadurch gerät er mit dem System in Konflikt, das ihn gefangen nimmt, foltert und einer Gehirnwäsche unterzieht.

Der Künstler Fido Nesto erzählt den Roman aus dem Blickwinkel des Graphic Novel. Graphic Novel ist eine seit den 1980er Jahren populäre und aus den USA übernommene Bezeichnung für Comics im Buchformat, die sich aufgrund ihrer erzählerischen Komplexität häufig an eine erwachsene Zielgruppe richten. Dies sind längere, im Regelfall einbändige Comics, die epische und teilweise komplexe Geschichten erzählen. Sie sind wie ein literarisches Werk eine Geschichte aufbaut und sich damit von Comics für Kinder und Jugendliche unterscheidet.

Das Buch beschreibt kraftvoll eine depressive visuelle Welt mit der Hilfe von monotonen Layouts und Farben (Grau, Orange, Schwarz). Dies kennzeichnet die emotionale Verzweiflung, was die umgebende Welt aus einer Person macht.

Überraschenderweise gibt es für eine Graphic Novel relativ viel Text, wahrscheinlich um die Handlung zu veranschaulichen.

Die Version von Nesto ist sehr düster, die Illustrationen zeigen fast schon fratzenartige Gesichter. Manchmal gibt es einen grauen Hintergrund, bei einschneidenden Geschehnissen wechselt er dann die Farbe. Auffallend ist auch die Arbeit mit roten Tönen und das Darstellen von Gefühlen über eine Seite und mehr.

Am Ende werden noch die Künstler und George Orwell näher vorgestellt.

Nesto schafft es insgesamt gesehen, ein durchgängiges emotionales Katastrophenszenario durch eine traurige und düstere Atmosphäre zu schaffen, wo der Leser mitgerissen wird.

Es wird auch deutlich: George Orwells 1984 ist ohne Zweifel ein zeitloser Klassiker und ein Ausdruck für eine offene Gesellschaft mit freiheitlichem Wertesystem, Meinungsfreiheit und persönlicher Freiheit. Gerade in Zeiten, wo viele Staaten, auch westliche, die Corona-Pandemie nutzen, um Grundrechte außer Kraft zu setzen und autoritative Maßnahmen zu rechtfertigen, bleibt dieser Klassiker virulent.


Buch 6

Èric Forey: Städte fotografieren. Von der richtigen Planung bis zur kreativen Umsetzung, dpunkt, Heidelberg 2021, ISBN: 978-3-89490-821-7, 24,90 EURO (D)

Der bekannte Städtefotograf Èric Forey zeigt in diesem Buch, wie die Stationen vor Ort zu planen, das richtige Licht für die Motive zu finden und sie so in Szene zu setzen, dass in den Bildern das Typische einer Stadt zutage tritt. Dabei liegt sein Schwerpunkt auf der Architekturfotografie.

Im ersten Kapitel legt er die Vor- und Nachteile einer Reiseplanung dar. Dabei empfiehlt er, dass man sich auf die Reise gut vorbereiten, aber auch gleichzeitig spontan bleiben sollte. Danach geht es um die Organisation der Reise, um nützliche Hilfsmittel vor Ort und die Fotoausrüstung und um Speichermedien. Die Organisation vor Ort ist dann das Thema. Die Planung eines Tagesablaufs für spezielle Bilder, die Miteinbeziehung von Mitreisenden und mehr oder weniger Kontext im Bild sind dort die Schwerpunkte.

Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit den Methoden, wie man fotografisch am besten die recherchierten Schauplätze in Szene setzt. Dabei geht es um Aufnahmen aus der Untersicht, aus der Obersicht, die Verflachung der Perspektive, das Fotografieren von Innenräumen, die Korrektur, Tricks bei schwachem Licht, das Prüfen der Beleuchtung, zahlreiche Ideen zur Anregung der Kreativität wie Schattenspiel oder Farbe als bildbeherrschendes Element. Anschließend wird gezeigt, wie die Besonderheiten einer Stadt, die einen gewissen Wiedererkennungswert haben. Dies können spezifische Objekte wie Straßen, Verkehrsmittel oder Gebäude sein, aber auch immaterielle Dinge wie Begegnungen oder Gespräche.

Zum Abschluss geht es um die Bildauswahl nach der Reise. Vorsortierungen, die weitere Bildauswahl anhängig vom Verwendungszweck, Fotoserien und ein Fotobuch sind Schwerpunkte.

Im Anhang findet man noch ein Register.

Dieses Buch richtet sich vor allem an Anfänger mit ein wenig Vorkenntnissen, ohne eine bestimmte Art von Kamera im Auge zu haben. Quer durch die Kapitel hindurch gibt es immer wieder beispielhafte Aufnahmen. Die erstklassigen Bilder visualisieren den Fließtext und geben eine genaue Vorstellung von der Absicht des Autors.

Das letzte Kapitel ist jedoch sehr dünn. Die Informationen über Fotobücher und Fotoserien hätten weiter ausgeführt werden sollen, die Art und Weise, wie man eine Geschichte mit Bildern erzählt, fehlt ganz.










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