Neuerscheinungen Architektur und Freizeit

19.01.22
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Udo Wachtveitl/Katharina Matzig: Häuser des Jahres. Die 50 besten Einfamilienhäuser 2021, Callwey, München 2021, ISBN: 978-3- 7667-2530-1, 59,95 EURO (D)

Der Wettbewerb „Häuser des Jahres“ wird seit 2011 vom Deutschen Architekturmuseum und Callwey ausgelobt. Das Jahrbuch präsentiert die von einer Expertenjury ausgewählten 50 besten von Architekten geplanten Einfamilienhäuser im deutschsprachigen Raum.

Die prämierten Häuser sollen höchste architektonische Qualität haben, einzigartig und stimmig in Form, Raumgestaltung und Materialität sein und in das jeweilige städtische oder ländliche Umfeld passen.

In diesem Jahr wurde ein erster Preis und sieben Anerkennungen vergeben. Erstmals wurde der Fotografiepreis verliehen, der an den Vorarlberger Architekturfotografen Albert Imanuel Schnabel ging. Seine Bilder sind gerne in der „blauen“ Stunde aufgenommen, kurz nach Sonnenuntergang oder bei wolkigem Himmel, damit sowohl die äußere Umgebung als auch das Innenleben der Häuser erkennbar ist.

Nach einer Einleitung wird die gegenwärtige Diskussion um das Einfamilienhaus kritisch aufgearbeitet. Danach werden die Mitglieder der Jury vorgestellt.

Den ersten Preis gewann ein Einfamilienhaus in Zürich, das von Andreas Fuhrimann Gabrielle Hächler Architekten entworfen wurde. „Pur und provokant stellt es gängige ästhetische Prinzipien in Frage und beantwortet sie selbstbewusst, unkonventionell und für den Nutzer höchst komfortabel. Die farbliche Wärme und Haptik des noch belassenen Backsteins in den Innenräumen schafft zusammen mit der skulpturalen räumlichen Großzügigkeit einen vollkommenen schlossähnlichen Rückzugsort.“

Sehenswert ist auch das Projekt Almhütte 2.0, wo auf 1600 Metern Höhe für sechs Monate im Jahr und auf 35 Quadratmeter Wohnfläche ein Refugium in Alleinlage geschaffen wurde. Dabei wurden lokale Materialien verwendet.

Oder ein Haus in Sutz-Lattringen in der Schweiz, wo mit einer Wohnlandschaft aus Sichtbeton eine Lebenslandschaft für die Bauherren auf parkähnlichem Grund am See geschaffen wurde. Sämtliche Räume finden in zwei über das Untergeschoss miteinander verbundenen Baukörpern aus Sichtbeton Platz.

Jedes Haus wird in einem eigenen Kapitel vorgestellt: Zu dem jeweiligen Haus existieren hoch entwickelte Bilder, eine ausführliche Projektbeschreibung, professionelle Fotos, Grundrisse mit Legenden, Schnitte, Lagepläne, Gebäudedaten und ein Portrait des jeweiligen Architekten. Alle Projekte sind jeweils dargestellt mit ausführlicher Beschreibung, professionellen Fotos und Plänen, Gebäudedaten und Materialangaben.

Ausgezeichnete Lösungen für verschiedene Bereiche werden danach präsentiert. Es gibt 53 Einfamilienhäuser auf der Longlist, die kurz vorgestellt werden. Mit Verweis auf die Seitenzahlen folgen die Adressen der Architekten.

Der Band besitzt eine große Vielfalt, es sind große und kleine Häuser dabei zwischen 35 und 531 Quadratmeter Wohnfläche. Es sind Häuser auf dem Land, der Vorstadt und der Stadt, wobei die BRD überrepräsentiert ist. Die unterschiedlichsten Materialien wurden verwendet, bei den meisten passend zur näheren Umgebung und ggf. den früheren Voraussetzungen bei einem Umbau. Die Häuser sind immer Ausdruck eines persönlichen Stils und Lebensgefühls, aus denen Architekten und Auftraggeber Inspirationen schöpfen können.

Das Bauen im Bestand hätte mehr Beachtung und Wertschätzung verdient, Architektonische Konzepte, die sowohl die Geschichte des Bestands wie auch in besonderem Maße berücksichtigen und sich damit um einen Umgang mit bestehender Bausubstanz bemühen, sollten gerade im Hinblick auf umweltschonendes Bauen als Leitbilder hervorgehoben werden.


Buch 2

Matthias Horn/Cornelie Hellstern: Ausgezeichneter Wohnungsbau. Wohnbauten des Jahres 2021, Callwey, München 2021, ISBN: 978-3-7667-2531-8, 98 EURO (D)

Der „Award Deutscher Wohnungsbau“ ist die erste Architektur-Auszeichnung für Auftraggeber im Bereich Geschosswohnungsbau. Sie versammelt die besten 50 realisierten Wohnungsbau-Projekte verschiedener Kategorien, ausgewählt von einer Fachjury. Erstmals wird dabei der gesamte deutschsprachige Raum berücksichtigt.

Nach einem Vorwort analysiert Matthias Horx die Verwandlung der Städte und des flachen Landes im Post-Corona-Zeitalter. Danach werden die Mitglieder der diesjährigen Jury vorgestellt.

Zwei erste Preise wurden dieses Jahr verliehen. Einerseits an das Projekt von Cape mit schleicher .ragaller Architekten für ein Wohn- und Werkhaus in Schwaikheim bei Stuttgart, das Wohnen und Arbeiten vereint. Es wurde zum großen Teil aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut. Alle Wohnungen sind großzügig nach Süden geöffnet, was zusammen mit der hoch gedämmten Gebäudehülle und einer Wärmepumpenheizung einen minimierten Energiebedarf bewirkt.

Andererseits an das Projekt des Architekturbüros einszueins architektur ZT GMBH aus Wien. Sein Anspruch „Wir bringen Dorf in die Stadt“ stellt das gemeinsame Leben in den Mittelpunkt, bei der Alltägliches wie Kulturelles geteilt wird. Dem im Erdgeschoss befindlichen Veranstaltungssaal kommt dabei die zentrale Rolle zu, ein gemeinsames Kulturprogramm zu pflegen.

Danach folgen drei Anerkennungen, bevor die ausgezeichneten Projekte in folgenden Bereichen vorgestellt werden: Experimenteller Ansatz, Generationenwohnen, innovative Fassade, ländlicher Raum, Mischnutzung, modularer Wohnungsbau, nachhaltiges Energiekonzept, Nachverdichtung, Premiumwohnen, Quartiersentwicklung, Revitalisierung, sozialer Wohnungsbau und Wohnhochhaus.

Die ausgewählten Projekte werden mit der Nennung der Auftraggeber, der Architekten oder des Architekturbüros, einer ausführlichen Beschreibung, zahlreichen hochwertigen Bildern, Zeichnungen, Plänen und Grundrissen dargestellt. Zusätzlich enthält jedes Projekt ein einem persönlichen Interview des mit dem Auftraggeber und ein Kurzporträt des Architekturbüros.. Interviews und Kurzporträts der Architekten und Bauherren geben Einblicke in die Arbeits- und Herangehensweise der Projektbeteiligten.

Im Anhang findet man noch die Lösungen des Jahres 2021, die Sponsoren und Adressen und Webseiten der Architekten oder des Büros.

Das Buch richtet sich neben anspruchsvollen Kunden an Planer, Entscheidungsträger und Akteure der Wohnungsbaubranche, die sich über Stile und Trends informieren möchten und nach passenden Inspirationen suchen. Es wurde gegenüber dem des letzten Jahres noch durch verschiedene Bereiche weiterentwickelt, der wichtigste ist der der Abdeckung des gesamten deutschsprachigen Raumes. Es wird vor allem gezeigt, wie durch den Einsatz von innovativen Technologien, nachhaltige Baustoffe, ein bestimmtes gesellschaftliches Ethos und Innovation auch qualitatives Bauen möglich ist, das nicht nur vom Budget bestimmt ist.


Buch 3

Charmante Chalets. Rückzugsorte in den Alpen, Callwey, München 2021, ISBN: 978-3-7667- 7667-2553-0, 59,95 EURO (D)

Die Alpen sind ein beliebter Rückzugs- und Wohnort für Naturliebhaber und für gestresste Berufstätige, die Abgeschiedenheit finden wollen. In diesem Buch werden in Bilderstrecken die schönsten Refugien der alpinen Bergwelt mit unterschiedlichem architektonischem Ausdruck: rustikal, traditionell, pur und elegant. Die gemeinsame Klammer der vorgestellten Objekte ist das herausragende Design und die Sehnsucht nach Natürlichkeit und Geborgenheit in den Bergen.

Dies sind Chalets in der Schweiz, Österreich und Frankreich. Sie liegen versteckt zwischen Wäldern, am Fuß von weltbekannten Pisten oder hoch oben in alten Bergdörfern. Im Einzelnen werden Chalets in Aurach, Österreich, in Schönried in der Schweiz, in Méribel und Les Houches/Frankreich, im schweizerischen Gstaad, Saanen, Rougemont und Lauenen, zwei in Saint-Martin de Belleville/Frankreich, in Hinterthal(Österreich) und Crains-Montana/Schweiz vorgestellt.

Die Chalets werden in einzelnen Kapiteln vorgestellt. Es gibt immer einen einleitenden Teil von 2 Seiten über das Objekt, die Lage und den Besitzer. Diese stammen von Tina Schneider-Rading. Danach folgt der längere Teil mit Bilderstrecken, manchmal innerhalb einer Doppelseite, manchmal mehrere Bilder auf einer Seite.

Im Anhang gibt es für einige noch Adressen auf Instagram.

Es fehlen allerdings Häuser in Italien oder der BRD, um die Bandbreite der Alpen abzudecken. Eine Bandbreite wird aber bei den Stilen erreicht, die die individuellen Bedürfnisse der Besitzer widerspiegeln. Es werden leider zum Teil nur Innenansichten gewährt (siehe zweites und drittes Objekt), das Verhältnis Landschaft/Objekt kommt dort nicht zum Tragen. Eine Außenperspektive wäre also wünschenswert gewesen. Auch Interviews mit den Besitzern hätten ergänzt werden können.

Der Vorteil des Buches liegt in der hochwertigen Architekturfotographie und der Tatsache, dass Trends und Einblicke in Projekte der alpinen Architektur geboten werden, wo Architekten und Angehörige angrenzender Berufsgruppen sich Inspirationen und Ideen holen können.


Buch 4

Gert Kähler: grau gans effekte. Hamburg und der Architekt Volkwin Marg, Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 2021, ISBN: 978-3-862-18148-3, 28 EURO (D)

Der renommierte Architekt Volkwin Marg ist einer der einflussreichsten deutschen Architekten der Nachkriegszeit und Gründungspartner des weltweit agierenden Büros gmp von Gerkan Marg und Partner, Sein Einsatz für Hamburg geht darum weit über die Architektur hinaus, auch als Bürger will er seinen Einfluss geltend machen. Doch er erfuhr seine frühe Prägung durch das ehemalige Danzig, die Stadt seiner Kindheit. In seinen Erinnerungen bemerkt Marg: „Die Kindheit in Danzig – dort entstanden meine frükindlichen Prägungen, wie sie der Verhaltensforscher Lorenz entdeckt und als ‚Grauganseffekte‘ beschrieben hat“. (S. 320). Von daher der Titel des Buches.
Aus dieser Prägung heraus sind rund 50 Bauten in fast 60 Jahren Tätigkeit entstanden, mit der er die Stadt Hamburg architektonisch geprägt hat. Das Buch erlaubt einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit eines engagierten Stadtplaners und Architekten in kontinuierlicher Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft. Dies ist im Stile einer oral history aus den Erinnerungen des Architekten geschrieben. Vom Autor wurde der Hintergrund eingebettet, der die politischen und architektonischen Entwicklung herum skizziert.

Im ersten Kapitel werden seine frühen Jahre in Hamburg beschrieben. Danach geht es darum, wie er lernte, Hamburg als Ganzes zu sehen, das „Nachdenken über Architektur als Teil einer Gesamtstadt“. (S. 28). Der Auftrag für „Hamburg – Bauen am Wasser“ im Jahr 1973 und der gutachterliche Wettbewerb „Trabantenstadt Billwerder-Allermöhe werden neben den politischen, gesellschaftlichen und architekturtheoretischen Hintergründen skizziert.

Das zweiten Kapitel stellt Entwurf und Bau des Hanseviertels, das Bauen auf der Fleetinsel, der Bau des Zürichhauses, die Überdachung des Museums für Hamburgische Geschichte, der Domplatz, der Umbau des Ensembles Alter Wall, der Umbau der Parkgarage Rödingsmarkt und die Umbauplanung des Congress Centrum Hamburg vor.

Im dritten Teil geht es um die Gründung des Museumshafen Oevelgönne, die Herrichtung des großen Seeschiffe Cap San Diego, Kruzenshtern und Peking in Erinnerung an die Hamburger Schifffahrtstradion, Wiederauf- und Umbau des Kultur- und Kommunikationszentrum „Fabrik“, der Vorschlag zur Rettung der Fischauktionshalle, der Soziale Wohnungsbau am Fischmarkt, die Planung des „Hertie Center“ in Ottensen, Restaurierung und Umbau des Landhaus Michaelsen, die City Höfe.

Der vierte Abschnitt beschäftigt sich mit dem Hafen. Dort geht es zunächst um das 2. Hamburger Bauforum 1985, danach folgen der Bau des Collegium Augustinum, der Umbau des Elbkaihauses, die Verwaltung des Verlages Gruner + Jahr, die Gestaltungsgutachten des Sandtorhafens, des Grasbrookhafens und der Speicherstadt, der Bebauungsvorschlag der Kehrwiederspitze, Bau des Hanseatic Trade Centers.

Im fünften Kapitel werden die neueren Projekte vorgestellt. Schwerpunkte sind dabei die Entwicklungsstudie HafenCity 1996, Umbau der Hauptverwaltung HHLA und dem Kesselhaus, Bau des Parkhauses Am Sandtorkai, Wettbewerb Media Part City Projektvorschlag zum China Trade Center, drei Büros, der Bau der Kibbelstegbrücken und der Fußgängerbrücke Baakenhafen und die Wettbewerbe Brücke Entenwerder und die Brücke über die Nordelbe, Bau S- und U-Bahnhof Elbbrücken, der Entwurf Hochschulstadt und die Planungen Olympia 2012 und 2024.

Danach folgt noch ein Essay von Volkwin Marg über seine Biografie, seine Bauten und seine Verbindung zu Hamburg.

Im Text findet man größere Zitatblöcke von Marg, die hervorgehoben sind.

Neben dem Text gibt es viele Abbildungen: Entwürfe, Zeichnungen, fertige Objekte, historische Bilder, Zeitungsausschnitte.

In einer Chronologie werden noch die Hamburger Planungen und Bauten Margs und seiner Mitarbeiter auflistet, ergänzt durch die wichtigsten deutschen und internationalen Planungen und Bauten des Büros gmp. Hinzu kommen Margs biografisch-berufliche Daten. In der rechten Spalte wird parallel das politische und architektonische Umfeld in Hamburg aufgeführt.

Dies ist eine ausführliche Rückschau auf das Wirken Margs, der Hamburg architektonisch mitgeprägt hat. Es ist gleichzeitig eine Würdigung und ein Einblick in die jüngere Architekturgeschichte der Hansestadt. Die vorgestellten Bauten und Pläne sind auf Hamburg beschränkt, internationale und Aufträge in der BRD wurden ausgelassen. Dem Werk wohnt etwas Endgültiges inne, ein Ausblick in die Zukunft bleibt weithin im Dunkeln. So als ob Marg seine berufliche Mission schon erfüllt sieht.


Buch 5

Architectural Digest (Hrsg.): Stilvoll wohnen. Die schönsten Interiors der Welt, Callwey, München 2021, ISBN: 978-3-7667-2541-7, 49, 95 EURO (D)

Dieser von der Fachzeitschrift Architectural Digest herausgegebene Bildband hat den Anspruch, die „schönsten Räume der Welt“ vorzustellen. Die vorgestellten Interiors „berauschen durch ihre Farben, durch die in ihnen zur Geltung gebrachten Kunstwerke, durch die maximalistische Üppigkeit und ästhetische Kargheit. Sie entführen uns an fremde Orte und vermitteln uns dennoch ein Gefühl der Vertrautheit.“ (S. 7) Die Bilder dazu stammen aus den Archiven von zehn Ausgaben der Zeitschrift.

Insgesamt werden Interiors aus zehn Länder und Regionen vorgestellt. Danach orientieren sich auch die Kapitel.

Zunächst werden Räume aus den USA gezeigt. Darunter eine glamouröse Wohnstätte in Manhattan, die mit Kunstwerken und Antiquitäten neu gestaltet wurde. Ebenso ein Gebirgsdomizil in den Rocky Mountains, ein in den Hang bebautes Haus, das einen weiten Ausblick bietet und minimalistisch eingerichtet ist.

Anschließend geht es um Interiors in der BRD. Der Raum von Wolfgang Hölker, Chef des Coppenrath Verlages mit einer Afrikakarte nachempfundenen Teppich und einer Hafenszene als Bild oder die mit erlesenen Möbeln und Kunstwerken dekorierte Wohnung von Wolfgang Joop in Potsdam sind dabei besonders spannend. In Indien sind die Villa einer Unternehmerfamilie in Neu-Dehli mit hohen Decken und kultureller Atmosphäre und die maximalistische Ausrichtung eines alten Herrenhauses mit internationalem Flair in Kolkata erwähnenswert.

In Frankreich überzeugt die von Luis Laplace für das Topmodel Absacal Schreder eingerichtete Pariser Wohnung; der Eingang ist von Licht durchflutet und von der zeitgenössischen Kunst inspiriert. Ebenso ein Haus an der Cote dÀzur mit einem Potpourri optischer und ultragrafischer Elemente. In Russland wurde für die Verlegerfamilie Melik-Pashaevy ein traditionelles Holzhaus in eine zeitgenössische Residenz verwandelt, interessant ist auch das hochglänzende Interieur mit Naturstein und Glas in Moskau.

In Spanien wurde das Wohnzimmer eines Haus in Madrid ganz auf ein monumentales Werk des Malers Secundino Hernandez abgestimmt. Außerdem ist ein Landhaus in Oropesa, wo traditionelle Elemente in moderne Gebrauchsgegenstände umgewandelt wurden.

In China verbindet ein Pekinger Garten mit Teepavillon die französische und chinesische Kultur, ein Haus mit sieben Meter hohen Decken und intensiven südamerikanischen Farben und traditionellen und modernen chinesischen Elementen ist auch spannend.

In Mexiko überzeugen ein Strandhaus in Acapulco mit einer durchscheinenden Farbpalette und groben Texturen sowie ein Raum in Mexiko-Stadt, wo die nach außen drehbaren Glastüren die Abgrenzung zum üppigen Garten aufheben.

Ein Haus aus dem 19. Jahrhundert in neoklassizistischer Manier in der Nähe von Noto auf Sizilien und ein altes Landhaus in der Toskana, das auf die umgebende Landschaft abgestimmt ist, stechen in Italien heraus.

Die Region des Nahen Ostens bildet den Schlusspunkt. In der Rotunde von Munib Al Masris spektakulärem Domizil steht das Original einer Herkulesstatue im palästinischen Nablus. Ein Familienwohnzimmer in Riad/Saudi-Arabien ist exklusiv und behaglich zugleich.

Zu Beginn jedes Kapitels gibt es einen Hintergrundtext zu jeweiligen Designströmungen. Danach folgen die einzelnen Interiors mit einem Bild, das fast die gesamte Seite umfasst. Darunter gibt es noch Hinweise zu Ort, Besitzer, Designer und Ausrichtung sowie Nummer und Ausgabe des Abdrucks in der Zeitschrift.

Im Anhang findet man noch den Bildnachweis der Räume und der Kunstwerke geordnet nach Kapiteln.

Der Untertitel des Buches ist falsch gewählt, es wird nicht die gesamte Welt abgedeckt. Dies ist eine Auswahl von 10 Ländern und Regionen, darunter aber wahrlich keine unbedeutenden.

Dies außen vorgelassen, werden in diesem Buch Perlen der Innenarchitektur und zahlreiche interessante Vorschläge für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten gezeigt, die Hausbesitzer als Inspiration dienen können. Die ausgewählten Wohnungen zeigen verschiedene Möglichkeiten des Wohndesigns und verraten viel über den Charakter der Bewohner. Sie sind durch die kulturelle Tradition genauso geprägt wie durch neuere Einflüsse. Für viele Innengestaltungen und Dekorationsstücke muss man allerdings tiefer in die Tasche greifen, einige überzeugen durch Phantasie und kreative Gestaltung.

 

Buch 6

Josef Leitner: Oberösterreich entdecken. Staunen, Schaudern, Schmunzeln, Verlag Anton Pustet, Salzburg 2021, ISBN: 978-3-7025-1032-9, 24 EURO (D)

Als Kolumnist einer österreichischen Tageszeitung erkundet Josef Leitner regelmäßig mit dem "Pepimobil" besondere Orte der Natur und Kultur in Oberösterreich. In diesem Buch präsentiert er 77 neue Ausflugsziele in Oberösterreich, die eine ganz besondere Geschichte erzählen.

Die einzelnen Wanderungen werden nach geografischen Gesichtspunkten sortiert. So gibt es im Mühlviertel den Seenweg auf einem alten Schmugglerpfad an der Grenze zu Bayern, wo Kaffee, Rum, technische Geräte, Vieh hin und her transportiert wurde, quer durch eine wechselvolle Landschaft zu entdecken. Das Traunviertel bietet einen Rundweg in Schlierbach, wo eine idyllische Landschaft, mit Gaumengenuss und Kultur verbunden werden. Der Hausberg Grillenparz, die Stiftskirche und die Anlagen der Stiftskäserei und das Genusszentrum mit Kulinarik aus der eigenen Produktion sind dort Schwerpunkte.

Im Salzkammergut wird ein historischer Pilgerweg über den Falkenstein nach St. Wolfgang bei Nacht vorgestellt. 24 Erlebnispunkte dokumentieren seine besondere Bedeutung von den Kultstätten der Urzeit bis zum mittelalterlichen Wallfahrtsboom.

Im Inn- und Hausruckviertel kann das Biergut in Wildshut, das heute der Siegl-Brauerei gehört, besichtigt werden. Dort werden längst vergessene Urgetreidesorten kultiviert und dienen als Grundlage für ausgefallene Bierspezialitäten.

Der Zentralraum bietet eine Wanderung der anderen Art an, durch den Linzer Dom Maria-Empfängnis. Die 63 farbigen Kirchenfenster stellen neben der Baugeschichte und Szenen aus dem biblischen Heilsgeschehen die bedeutendsten spirituellen Orte des gesamten Bundeslandes dar. Ein Blick vom Turm ermöglicht einen Blick auf die südlichen Alpen.

Die einzelnen Ausflugsziele werden in einem Text mit den Höhepunkten und Orten am Wegesrand beschrieben und dazu Hintergrundgeschichten erzählt. Dazu gibt es eine geografische Karte, einige Farbabbildungen und eine Tabelle mit Informationen zu Dauer, Länge, Höhenmeter, Ausgangspunkt, ÖNVP-Anreise und ggf. Internetadressen.

In der vorderen und hinteren Umschlagseite gibt es noch eine Übersichtskarte mit den eingezeichneten Zielen.

Dies sind Wanderrouten für einen halben Tag, die Unbekanntes, Überraschendes, Traditionelles und Kulturgeschichtliches bieten. Die damit zusammenhängenden Geschichten werden spannend und kenntnisreich vermittelt. Wanderungen in der freien Natur quer durch alle Jahreszeiten sind in der Mehrzahl, einige Stadtwanderungen oder Besichtigungen gibt es auch.

Weiterführende Literatur und Tipps zu speziellen Pläne der jeweiligen Gegenden hätten noch ergänzt werden können. Es ist außerdem nicht deutlich gemacht worden, ob sich das Gelände der Wanderungen auch für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer*innen eignet.







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