Neuerscheinungen Natur


Bildmontage: HF

20.07.19
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Kevin Johann: Artemisia. Eine Göttin in Pflanzengestalt. Ethnobotanik, Heilkunde, Mythologie und Anwendung, Freya Verlag, Linz 2018. ISBN: 978-3-99025-360-1, 29,90 EURO (D)

Zu dieser reichen Pflanzengattung der Artemisia gehören 250 bis 500 Arten, die hauptsächlich in den gemäßigten Zonen vorkommen. Fast alle Arten haben ihre Verbreitungsgebiete auf der Nordhalbkugel in Nordamerika und Eurasien. Der Name der Gattung soll vom Namen der griechischen Göttin Artemis Ilithyia, der Schwester des Heilgottes Apollon sowie Geburtshelferin und Beschützerin der Gebärenden, wegen der Wirksamkeit bei Frauenleiden, oder von der Königin Artemisia, Gattin des Mausolos von Halikarnossos, die die Heilkräfte bekannt gemacht haben soll, stammen.

In diesem Buch werden die Pflanzengattung, ausgewählte Pflanzentypen, verschiedene Rezepturen in differenzierten Anwendungsbereichen sowie ihre mystische Funktion als Heilpflanze vorgestellt.

Das Buch beginnt mit Informationen zu Botanik und Taxonomie, mythologischen und ethnobotanischen Ausführungen im historischen Kontext, Inhaltstoffen, Wirkungsweisen und Zucht- und Pflegehinweisen. Weiter geht es mit der Vorstellung von Pflanzenporträts angefangen von Artemisia abrotanum Linné bis hin zu Artemesia vulgaris Linné. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig: Als Heilmittel bei Bädern, Ölen, Salben, Tees oder Tinkturen, als Küchenpflanze für Weine, Liköre oder Suppen, als Ritual- und Zeremoniebedarf sowie als Pflanzenschutzmittel können Artemisien eingesetzt werden, wie das nächste Kapitel zeigt. Im Anhang findet man noch eine Artenübersicht, ein Glossar, die Bezugsquellen, weitere Literatur, Informationen zum Autor und einen Index.

Der erste Teil des Buches bietet Hintergrundwissen zum Verständnis der weiteren Abschnitte. Beim Teil der Pflanzenporträts werden auch immer schon verschiedene Anwendungsbereiche neben botanischen Aspekten beschrieben. Der dritte Teil der Anwendung wird noch konkreter: Rezeptideen werden neben heilkundlichen Aspekten ausführlich dargelegt und beschrieben. Wie diese Produkte mit Artemisia selbst hergestellt werden können, wird Schritt für Schritt erläutert, bei schwierigeren Fragen oder Problemen sollten Fachleute zu Rate gezogen werden.

 

Buch 2

Petra Maria Zizenbacher: Naturheilkunde für die ganze Familie. Der Körper, Heilverfahren, Heilpflanzen, Freya Verlag, Linz 2018, ISBN: 978-3-99025-334-2, 34 EURO (D)

In diesem Handbuch stellt die Ärztin Petra Maria Zizenbacher altes Kräuterwissen und viele naturheilkundliche, wirksame Anwendungen aus ihrer eigenen Praxis für die ganze Familie vor. Hier wurden die Anregungen und Rückmeldungen ihres ersten Buches zu demselben Thema mit eingearbeitet. Es beinhaltet nicht nur eine Beschreibung der Wild- und Heilpflanzen und deren Anwendungsmöglichkeiten bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen. Sie hat darüber hinaus auch die Anatomie des Körpers und der jeweiligen Organe erklärt, um besser verstehen zu können, was deren Funktion und Aufgabe ist. Zellen, Sinnesorgane, Haut und Bindegewebe werden auch ausführlich angesprochen und die textlichen Erläuterungen werden durch viele Zeichnungen visualisiert.

Im ersten Kapitel beschäftigt sie sich mit häufig vorkommenden Krankheiten und Beschwerden. Weiter geht es mit einer kurzen Stippvisite in die Anatomie, sie erklärt den Körper und die Funktion der Organe  und die Möglichkeit ihrer Transplantation bis zum Ableben. Danach behandelt sie verschiedene Anwendungen wie Wickel, der Herstellung von Salben usw. sowie Reinigungsverfahren oder Massagen und zehn einfachen Übungen für den Körper.
Anschließend geht um ausgesuchte Heilpflanzen mit einer kurzen Einführung über Auswahl und Dosierung, die alphabetisch geordnet vorgestellt werden. Im Anhang findet man neben einem Literaturverzeichnis und einen Index eine Auflistung von Giftpflanzen, Liedtexten und Bezugsquellen.

Das Buch nach häufig gestellten Fragen und Probleme, die sie in ihrer Praxis von Patienten hört aufgebaut. Diese wurden speziell ausgewählt und dazu Lösungsvorschläge präsentiert. Daher ist das Werk sehr benutzerfreundlich geschrieben, gut gegliedert und durch den ausführlichen Index auch als Nachschlagewerk zu gebrauchen. Die verschiedenen Anwendungen von Heilpflanzen bietet eine gute Grundlage für eine selbständige Anwendung, wobei wohl bei schwerwiegenden Problemen immer Fachleute zu Rate gezogen werden sollten.

 

Buch 3

Ellen Huber: Pflanzenschätze der Ahnen. Alte Heilkunst und aktuelle Forschung. Rezepte und Tipps zum Anbau, Freya, Linz 2017, ISBN: 978-3-99025-286-4, 24,90 EURO (D)

Die Heilpraktikerin Ellen Huber gibt seit 17 Jahren Seminare in ihrer Heilpflanzenschule Millefolia ihre Kenntnisse über Heilkräuter weiter. In diesem Buch kombiniert sie altes vergessenes Wissen mit aktuellen Erkenntnissen der Forschung: „Dieses Buch ist der Versuch, die vielen faszinierenden Puzzleteile zu einem bisher unbeschriebenen pflanzlichen Gesamtbild zusammenzufügen. Also einerseits die historischen Überlieferungen weiser Frauen und Männer aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken, ihnen wieder eine Stimme zu geben, und andererseits die Ergebnisse neuester wissenschaftlicher Forschungen als Zutat unserer Zeit mit diesem alten Wissen zu einer Synthese zu verschmelzen.“ (S. 12) Sie stellt außerdem verschiedene Rezepte und Anwendungsbereiche der Heilkräuter sowie Tipps zum eigenen Anbau in einem Naturgarten vor.

Nach einer Einleitung beginnt das Buch mit einer Anleitung zur Selbstherstellung von Pflanzenpräparaten. Dabei werden Tinkturen, Liköre, Ölauszüge und Salben angesprochen. Dann geht es weiter mit dem Hauptteil der Pflanzen. Dort werden unterschiedliche Lippenblütler, Korbblütler mit Zungenblüten, Rosengewächse, Deckblattgewächse, Doldenblütler, Fuchsschwanzgewächs, Knöterichgewächse, Nachtkerzengewächse, Primelgewächse, Rötegewächse, Wengerichgewächse und Weiderichgewächse vorgestellt. Diese werden in eigenen Kapiteln in Wort und Bild vorgestellt. Diese beginnen mit einer Einleitung und enthalten weiterhin ein scharfes Bild der Pflanze, eine botanische Betrachtung, altüberliefertes Wissen, neue Forschung und Phytotherapie sowie Beispiele der Anwendungsbereiche mit Zutaten und Zubereitung/Anwendung.

An den Randspalten findet man noch Informationen zu den Inhaltsstoffen, den Heileigenschaften, über Anwendungsbeschränkungen, den besten Sammelzeitpunkten, die wirksamsten Pflanzenteile, Tipps zur Verarbeitung, den Anbau und Handelsprodukte.

Im Anhang gibt es noch Informationen zur Autorin, den Bezugsquellen, einer Bibliografie, einem Glossar und einem Index.

Dieser Einstieg in die Kräuterkunde enthält viele historische Vermerke oder Quellen aus Sagen und Berichten, wo das traditionelle Wissen festgehalten wurde. Dies wird dann mit der aktuellen Forschung verbunden. Die Rezepte und andere Anwendungsbereiche der Heilkräuter sind gut dargestellt und beschrieben, die Lagerung der Heilkräuter und die Verwechslungsgefahr mit giftigen Kräutern beim eigenen Sammeln in der Natur hätten ausführlicher sein können.

  

Buch 4

Bianca Rafaéla & Michael Baswald: Spoon Food. 120 Wohlfühlsuppen, 2. Auflage, Löwenzahn Verlag, Innsbruck 2017, ISBN: 978-3-7066-2630-9, EURO (D)

 

Die beiden Autoren haben in Wien das Lokal Spoonfood gegründet. In diesem Buch präsentieren sie ihre besten 120 Rezepte. Diese bestehen aus Suppen und Eintöpfen für alle Jahreszeiten mit glutenfreien, laktosefreien, vegetarischen, veganen Kreationen sowie aus Detox- und Energiesuppen.

Die Kreationen sind nach Jahreszeiten geordnet und nach Suppen und Eintöpfen aufgeteilt. Sie beginnen mit Frühlingsrezepten: Dort werden Suppen wie Detox-Suppe zum Entgiften, Rettichsuppe mit Ingwer oder eine vietnamesische Hühnersuppe mit Reisnudeln präsentiert. Bei den Eintöpfen werden unter anderem Rotes Curry mit Hühnerfleisch, Chili con Polle oder ein indischer Korkuma-Hühner-Eintopf vorgestellt. Weiter geht es mit Sommerkreationen: bei den Suppen gibt es Gazpacho mit frischem Basilikum, Spalterbsensuppe mit Wurststücken und italienische Minestrone mit gerösteten Pinienkernen und Penne zu entdecken. Danach werden saisonale Eintöpfe wie mexikanischer Hühnereintopf, Gartengemüse Goulasch oder Gemüse-Chili mit Tortilla-Wraps behandelt.

Passend zum Herbst folgen dann unter anderem eine polnische Krupniksuppe mit würzigen Wurststückchen, eine Rindssuppe mit Kaspressknödeln oder eine Karottencremesuppe mit Kreuzkümmel. Eintöpfe wie Polnischer Bigos, Süßkartoffel-Madras oder Bohnengoulasch mit Wurststücken kommen dann zur Sprache.

Für den kalten Winter gibt es eine Gemüsecremesuppe mit Kurkuma und Curry, eine Kartoffelcremesuppe mit Majoran oder eine Weißkohlsuppe. Szegediner Goulasch, ein indischer Linseneintopf oder ein amerikanisches Goulasch mit Rinderfaschiertem und Hühnchen folgen danach. Grundrezepte zu Brühen wie Rindsbrühe oder Gemüsebrühe und Beilagen wie Ciabatta oder Semmelknödel runden den Rezeptteil ab.

Im Anhang findet man noch einen Saisonkalender, die Autoren und Fotografen des Buches, ein alphabetisches Rezeptregister und ein Rezeptregister nach Ernährungsgewohnheiten.

Hier gibt es Suppen und Eintöpfe für jede Essrichtung zu entdecken. Die Rezepte sind international, von den Zutaten saisonal und passend zu den Anforderungen der Jahreszeiten. Die Rezepte werden gut erklärt, wobei einige bereits bekannt sein dürften.

 

Buch 5

Gennaro Contaldo: Pronto!, Ars Vivendi, Cadolzburg 2019, ISBN: 978-3-7472-0006-3, 26 EURO (D)

In seinem zweiten Buch nach dem Bestseller Passione stellt Gennaro Contaldo die schnelle italienische Küche vor, ohne dabei auf Genuss und Abwechslung zu verzichten. Es enthält 90 Rezepte, die in maximal 40 Minuten zubereitet sind.

Es beginnt mit den Grundzutaten für den Vorratsschrank. Danach folgen Salatkreationen wie Salat mit dicken Bohnen, Artischocken, Rucola und Parmesan oder Salat mit schwarzem Reis. Anschließend werden Suppen wie pikante Kichererbsensuppe mit Mangold oder schnelle Minestrone präsentiert. Pastagerichte wie Bucatini mit Schweinebäckchen und Pecocino oder Trofie mit Pesto, Walnüssen und Tomaten kommen dann zur Sprache, bevor Risottos wie Risotto mit Calamari und Safran oder 4-Käse-Risotto folgen. Fischrezepte wie Seezungenfilet mit Speck und Cipolotti-Zwiebeln oder Calamari mit Oliven stehen danach auf dem Speiseplan.

Weiter geht es mit Fleischrezepten wie panierte Schweinesteaks gefüllt mit eingelegtem Gemüse oder Lammkoteletts mit Sardellenaroma und Gemüsekreationen wie Kartoffeln mit Parmesankruste oder Grüne Bohnen mit Ei und Zitrone. Einfache Saucen wie Basilikumpesto oder Tomatensauce stehen dann im Mittelpunkt. Dessertvorschläge wie Zitrusfruchtsalat mit Zimtjoghurt oder Beeren-Sorbet runden die Rezepte ab. Im Anhang findet man noch ein Register der Rezepte, ein Literaturverzeichnis fehlt allerdings.

Dieses Buch richtet sich an diejenigen, die beruflich innerhalb der Woche wenig Zeit für eine typisch italienische Mahlzeit haben und schon zu Wochenbeginn eine gute Vorbereitung einplanen. Es ist gesunde, nahrhafte Alltagsküche mit saisonalen Zutaten, die hier präsentiert wird, keine italienische Variante des Slow Food. Für Personen mit Grundkenntnissen können die Rezepte mühelos umgesetzt werden. Zu allen Rezepten kann immer noch Brot serviert werden, wenn die Menge nicht ausreicht.

 







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