Neuerscheinungen Tiere


Foto: pexels.com

25.08.19
KulturKultur, Umwelt, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Stefan Broghammer: Python Regius. Atlas der Farbmorphen. Pflege und Zucht, Natur und Tier Verlag, 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage 2018, ISBN: 978-3-86659-403-6, EURO (D)

Der Königspython (Python regius) ist eine Schlangenart in den Tropen West- und Zentralafrikas und ernährt sich von kleinen Säugetieren und Vögeln. Das Verbreitungsgebiet reicht von Gambia nach Osten bis in den Sudan. Die Art ist hinsichtlich ihres Habitats sehr anpassungsfähig, sie besiedelt den geschlossenen tropischen Regenwald ebenso wie Savannen und landwirtschaftlich genutzte Gebiete bis in die Randbereiche von Siedlungen.  Sie eine ungiftige Würgeschlange und mit einer maximalen Gesamtlänge von etwa 2 m die kleinste Art in der Gattung der Eigentlichen Pythons.

Dies ist die zweite aktualisierte Auflage nach dem Buch von 2013. Der allgemeine Teil wurde überarbeitet und um neue Bilder ergänzt.

Das Buch beginnt mit einem allgemeinen Teil, wo Aussehen, Größe, Lebensweise, Schutzstatus, wirtschaftliche Bedeutung, Bestandssituation und die Beziehung zwischen Menschen und Pythons in Afrika beschrieben werden. In einigen Gegenden Afrikas gelten Königspythons als heilig und sind ein kulturelles oder sogar religiöses Symbol.

Danach geht es um Fragen der Haltung und Zucht: Dabei werden Transport, Erwerb, der Umgang mit der Python, das Terrarium, die Fütterung, Häutung, Vermehrung, Geschlechtsreife, Lebenserwartung und Krankheiten behandelt.

Im dritten Kapitel werden Farbmorphen vorgestellt. Farbmorphen werden in großen Mengen mit Exemplaren unterschiedlichster Farbvarianten gezüchtet. Eingeleitet wird dies mit Informationen über die Namensgebung und einer kurzen Einführung in die Genetik und Betrügereien bzw. Tricks.

Dann folgt der Hauptteil: die einzelne Vorstellung die Morphen der Königspythons: Diese werden in rezessive Morphen, dominante und codominante Morphen, neue, genetisch bereits geprüfte Morphe und nicht geprüfte oder als nicht genetisch identifizierte Morphe unterteilt.  Dies geschieht nach folgender Systematik: Der Name, weitere Namen oder Synonyme, die Genetik, der erste Import oder die erste Züchtung, eine Übersicht, eine Beschreibung und detaillierte Farbbilder werden dabei präsentiert.

Im Anhang findet man noch weitere Informationen, verwendete und weiterführende Literatur und Links aus dem Internet.

 

Die Haltung und Zucht von Königspythons ist für erfahrene Züchter und Kenner kein großes Problem, was in den letzten Jahrzehnten zu einem regelrechten Boom führte. Alles Wissenswerte über Aufzucht und Haltung wird hier verständlich erklärt und es sind die scharfen, detaillierten Bilder, die das Besondere des Buches ausmachen. Die Arterhaltung und der Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung der Tiere nehmen allerdings zu wenig Raum ein.

 

Buch 2

Daniel Knop: Nano-Riffaquarien. Einrichtung, Besatz und Pflege kleiner Riffaquarien von 30 bis 150 Liter, 5. Auflage, Natur und Tier Verlag, Münster 2018, ISBN: 978-3-86659-390-9, EURO (D)

Ein Nano-Aquarium ist ein kleines oft würfelloses Aquarium mit einem Volumen unter 150 Litern. Der Vorteil liegt darin, dass es aufgrund der geringen Größe günstiger ist im Unterhalt als größere Aquarien und braucht weniger Technik. Es kann aber höchstens ein paar kleine Fische umfassen, daher liegt eher der Fokus auf Korallen, Garnelen und wirbellosen Tieren. In diesem Buch vermittelt der Autor das notwendige Wissen, um ein Nano-Riffaquarium von 30-150 Litern einzurichten und zu betreiben.

Das Buch erscheint mittlerweile in der fünften Auflage. Neue Technologien wie die LED-Leuchten, Beleuchtungscomputer oder neue Modelle von Strömungspumpen wurden entwickelt, die hier Erwähnung finden. Der Bereich der Aquaristik wurde neu verfasst, die einzelnen Kapitel aktualisiert und die Bebilderung überarbeitet.

Das Buch ist in zwei Teilbereiche gegliedert: Zunächst werden die Grundlagen zur Einrichtung behandelt. Dabei geht es um die Technik, die Beleuchtung, die Strömung, die Wasseraufbereitung, Mengen- und Spurenelemente im Nano-Riffbecken, die richtige Einrichtung mit Alt- und Neumaterial, Problembereiche und die Befestigung von Korallen. Im zweiten Teil geht es um die Tiere im Nano-Riffaquarium. Im Einzelnen werden dabei Korallen und andere festsitzende Wirbellose, Weichtiere, Ringelwürmer, Krebse, Stachelhäuter, Manteltiere und Korallenfische vorgestellt. Dies geschieht nach einer bestimmten Systematik, wo zunächst eine Beschreibung erfolgt, danach werden Lebensweise, Fütterung, Allgemeines und Herkunft/Quelle mitsamt detaillierten Farbbildern erläutert. Im Anhang findet man noch weiterführende Literatur und ein Stichwortverzeichnis.

Das Buch ist kein Werk für Einsteiger, sondern setzt Grundkenntnisse und gewisse Erfahrungen voraus. Darauf wird in der Einleitung explizit hingewiesen. Das Buch zeichnet sich durch eine verständliche Erklärung und tolle scharfe Bilder aus, die die Faszination der Aquaristik visualisiert. Auch auf mögliche Schwierigkeiten wird eingegangen und Lösungsansätze präsentiert.

 

Buch 3

Erwin Scheuchl/Wolfgang Willner: Taschenlexikon der Wildbienen Mitteleuropas, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2016, ISBN: 978-3-494-01653-5, 34,95 EURO (D)

Es gibt etwa 30.000 unterschiedliche Wildbienenarten auf der Erde. Die Arten unterscheiden sich optisch durch Größe, Färbung oder Musterung, sind aber vielfach nur schwer bis zur Art bestimmbar. Sie zeigen Längen zwischen 1,3 Millimetern und drei Zentimetern.

Gravierend verschieden sind hingegen die bevorzugten Nahrungspflanzen und Nistplatzanforderungen. Viele solitär lebende Wildbienen sind auf eine einzige Pflanzenart oder Gattung angewiesen sind also Nahrungsspezialisten (oligolektische Arten). Diese Arten sind also auch auf die Blühzeit ihrer Nahrungspflanzen angewiesen. Andere Arten hingegen können Pollen von verschiedenen Pflanzen nutzen, sind also eher Generalisten (polylektische Arten). Diese Arten können dann auch längere Zeit im Jahr aktiv sein.

In diesem Lexikon werden die wichtigsten Informationen über die in Mitteleuropa lebenden 850 Arten von Wildbienen zusammengefasst. Der geographische Rahmen umfasst die BRD, Österreich und die Schweiz. Das Lexikon wird vom Experten für Wildbienen, Erwin Scheuchl, und dem Naturfotografen Wolfgang Willner herausgegeben.

Es werden zunächst in einer längeren Einleitung Informationen über die Verbreitung von Wildbienen, ihren Lebensraum und ihre Gefährdung gegeben. Der Aufbau des Lexikons besitzt eine folgende Symptomatik: Es werden alle nachgewiesenen Arten nach ihrem wissenschaftlichen Namen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Die Gattungen werden dabei als Gesamtheit porträtiert, danach folgen die zur jeweiligen Gattung gehörenden Arten. Es folgen noch Informationen über die Nomenklatur, Literaturhinweise, Etymologie, körperliche Merkmale, Lebensweise, Pollenquellen, Nestbau, Lebensraum, Parasiten, Wirte, Flugzeit, besonderes Verhalten, Verbreitung/Artenzahl, Gesamtverbreitung, Lokalverbreitung und sonstige Informationen. Zu vielen der hier vorgestellten Arten gibt es genaue Bilder zur Bestimmung.

Im Anhang findet man noch ein Literaturverzeichnis, den Nachweis der Bildquellen und ein Register der deutschen Artnamen.

Hier erfährt man alles Bekannte über die in der BRD, Österreich und der Schweiz nachgewiesenen Wildbienen. Die Systematik des Lexikons ist verständlich gestaltet, allerdings wird so die Verwandtschaft einzelner Gattungen in den Hintergrund gedrängt. Das Buch eignet sich besonders für Biologen, Botaniker und andere Naturfreunde, die dies auch als Bestimmungsbuch nutzen können.

 

Buch 4

Wolfgang Willner: Taschenlexikon der Schmetterlinge Europas, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2017, ISBN: 978-3-494-01634-4, 49,95 EURO (D)

Hier werden die Schmetterlinge Europas in gebündelter Form vom Naturfotografen Wolfgang Willner behandelt. Dieses Set besteht aus zwei Büchern. In dem einen werden die 800 häufigsten Nachfalter-Arten Europas beschrieben, das andere Buch stellt alle Tagfalter-Arten in Europa vor.

Im ersten Buch werden in einer längeren Einleitung grundlegendes Wissen über die Tagfalter vermittelt. Die Merkmale des Körperbaus und die verschiedenen Entwicklungsstadien, ihre Lebensweise, Lebensräume sowie Gefährdung und Schutz werden dort behandelt.

Dann folgt der Hauptteil der Artporträts: Dabei sind die Arten ihren Familien zugeteilt und alphabetisch entsprechend ihrer Gattungszugehörigkeit mit ihrem wissenschaftlichen Namen aufgeführt. Weiterhin gibt es Literaturangaben, in der Regel ein Bild und eine Artbeschreibung, wo körperliche Merkmale, Nahrungsquellen, Entwicklung, Flugzeiten und Lebensraum genannt werden.

Im Anhang findet man noch ein Literaturverzeichnis, ein Glossar, einen Bildquellennachweis, ein Register der deutschen und eines der wissenschaftlichen Artnamen.

In der längeren Einleitung des zweiten Buches werden grundlegendes Wissen über die Tagfalter vermittelt. Die Merkmale des Körperbaus und die verschiedenen Entwicklungsstadien, ihre Lebensweise, Lebensräume sowie Gefährdung und Schutz werden dort behandelt. Danach folgen die Artporträts: Dabei werden die Tagfalter nach Familien geordnet und unter ihrem wissenschaftlichen Artnamen in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt. In den einzelnen Porträts werden viele mit Bild als Bestimmungshilfe dargestellt, sonst werden die Merkmale, Flügelspannweite, Habitate und Verbreitung, Flugzeit und ihr Naturschutzstatus präsentiert.

Im Anhang findet man noch ein Literaturverzeichnis, ein Glossar, einen Bildquellennachweis, ein Register der deutschen und eines der wissenschaftlichen Artnamen.

Das einheitliche Schema erleichtert die Einordnung ganz gut, die Bilder sind gestochen scharf und von hoher Qualität. Das Werk eignet sich für Biologen, Entomologen, Naturfreunde, für Studenten ist dieses Werk als Einführung sinnvoll. Der zeitliche und fachliche Aufwand für dieses Set ist bemerkenswert, an dem natürlich auch Kollegen beteiligt waren.

 

Buch 5

Marianne Gäng (Hrsg.): Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren, 7. Auflage, Ernst Reinhardt Verlag, München 2017, ISBN: 978-3-497-02552-7, 33 EURO (D)

Die heilpädagogische Arbeit mit dem Medium Pferd und das Reiten an sich sprechen den Menschen ganzheitlich und über alle Sinne an. Sie fordern körperlich, emotional, geistig und sozial. Die Beziehung zum Pferd spielt im Heilpädagogischen Reiten die tragende Rolle. Der Reittherapeut fördert im Beziehungsdreieck „Klient-Pferd-Reittherapeut“ den konstruktiven Umgang miteinander. Lern-Erfahrungen können auf die Gruppe übertragen und geübt werden. Persönliche und soziale Entwicklung ist das Ziel. Die Umsetzung erfolgt durch den direkten Kontakt und Umgang mit dem Pferd, durch das Pflegen des Pferdes, durch Übungen am und auf dem geführten Pferd, durch Arbeit im Stall, mit einem Menschen oder in Gruppenarbeit, für Fortgeschrittene beim Reiten und bei Projekten (Reiterspiele, Geländereiten, Wanderreiten).

Beim Voltigieren werden auf dem an der Hand geführten Pferd gymnastische Übungen und Geschicklichkeitsspiele ausgeführt Der Bewegungsrhythmus des Pferdes hat eine lockernde, ausgleichende und angstlösende Wirkung, gleichzeitig spricht er auf vielfältige Art und Weise die Wahrnehmung des Reiters an. Durch individuelle Therapieplanung können die individuellen Problematiken gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Behinderung oder Störung abgestimmt werden.

Dieses Standardwerk über das heilpädagogische Reiten und Voltigieren erscheint nunmehr in der siebten Auflage und ist nicht nur theoretisch auf dem neuesten Stand des Wissens: „Ein breites Spektrum an Fachbeiträgen aus der Feder von Kolleginnen und Kollegen, neue aktuelle und ältere erprobte Arbeitsweisen vervollständigen den Praxisteil.“ (S. 13)

Nach einer Einführung werden in dem Buch zunächst die Grundlagen des heilpädagogischen Reitens vorgestellt. Weiter geht es mit den Aspekten des heilpädagogischen Denkens und Handelns, bevor dann die Anwendungsbereiche des heilpädagogischen Reitens beschrieben werden. Dort wird auf Zweck, materielle und schriftliche Planung der Übung, die emotionale Kontaktaufnahme zum Pferd eingegangen. Außerdem werden allgemeine und spezielle Übungsblöcke zum heilpädagogischen Reiten exemplarisch präsentiert. Dann wird der Einsatz von Reitlabyrinthen in der Arbeit mit Pferden am Beispiel eines Kinderhofs exemplarisch angesprochen. Die Voraussetzungen, die Ausrüstung und die Durchführung der Langzügelarbeit folgen danach. Anschließend geht es um die Ausbildung von Islandpferden für das heilpädagogische Reiten. Dann folgen die Praxisfelder: Dabei wird ein Fall aus der Geistigbehindertenpädagogik dargestellt, wie eine Beziehung zum Pferd aufgebaut werden kann. Dann folgt ein Fall mit einem Jugendlichen mit schwerer und mehrfacher Behinderung. Wie Körper und Sinne bei blinden und sehbehinderten Kindern durch eine heilpädagogische Reitstunde durchgeführt werden kann, wird danach illustriert.

Im Anschluss geht es um die Grundlagen des heilpädagogischen Voltigierens: Dabei geht es zunächst um die vorschulische Förderung, dann um die Begabtenförderung sowie um die Handlungsweisen in der heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd. Wie bewegungsauffällige Kinder psychosomatisch durch das Voltigieren gefördert werden, wird danach gezeigt. Im Anhang werden Voraussetzungen zur Ausbildung zum Reit- oder Voltigierpädagogen in der BRD, der Schweiz und Österreich vorgestellt. Ein Register und ein allgemeines Literaturverzeichnis fehlen allerdings.

Dieses Buch bietet sowohl eine theoretische als auch praktische Einführung in das Themenfeld des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens. Der Praxisteil wird für Reitpädagogen eine nützliche Hilfestellung sein. Das Buch ist auf dem neuesten Stand der Forschung und Praxis und bietet einen guten Einstieg und Überblick für Studierende und erfahrene Heilpädagogen, die auf dem neuesten Stand des Wissens sein wollen.







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz