Neuerscheinungen Flora und Fauna


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07.07.19
KulturKultur, Umwelt, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Alfred Zenz: Vater Eiche, Mutter Linde. Bäume als Seelenbegleiter, Kraftspender und Verbündete, Scorpio Verlag, München 2019, ISBN: 978-3-95550-300-0, 25 EURO (D)

Seit jeher wurden Bäume als kraftvolle Seelenbegleiter und Verbündete des Menschen verehrt. Sie spendeten Lebensfreude, Stärke und Klarheit oder unterstützten als sanfte Heiler bei körperlichen Leiden. Viel von ihrem heilsamen Wesen ist mittlerweile jedoch in Vergessenheit geraten.

Alfred Zenz leitet seit 2016 Trainings und Ausbildungslehrgänge für das mediale Wahrnehmen von Pflanzen und Naturwesen. In diesem Buch stellt er die heilsame Kraft von Bäumen auf Körper und Seele dar und erklärt, wie man durch den bewussten Kontakt mit ihnen wieder in Berührung mit unseren innersten Wesen kommt.

Er stellt in dem Buch achtzehn bedeutende heimische Bäume vor und welche Kraft ihnen innewohnt und wie man sie uns in heilsamer Weise nutzen. Der Fokus gilt hier vor allem ihrer Wirkung auf der geistig-seelischen Ebene des Menschen. Dort ist eine durchgehende Systematik vorhanden. Nach dem Baumporträt folgt ein Gespräch mit der „Gruppenseele“ der einzelnen Baumart. Danach kommt eine „Begegnung mit dem Pflanzengeist“, wo Bilder erscheinen und bestimmte Situationen auftauchen, zur Sprache. In dem Abschnitt „Was der Baum für dein Seelenheil tun kann“ findet man die wichtigsten Wirkungen der Bäume auf das geistig-seelische Befinden. Anschließend folgt der Abschnitt „Wie du die Kraft des Baumes am besten für dich nutzen kannst“, wo gezeigt wird, wie möglichst intensiv die Energie, das Wesen und die Kraft des jeweiligen Baumes erlebt werden kann. Dann werden die Vielzahl der Möglichkeiten, um die Blätter, Blüten, Harz, Rinde und Früchte des Baumes bei körperlichen oder seelischen Leiden zu nutzen. Die naturheilkundliche Anwendung als Hausapotheke steht dabei im Mittelpunkt. Das Holz kann aber auch als Baustoff für ein Bett oder Möbel genutzt werden, um sein Wohlbefinden zu stärken.

Dem Buch beigefügt ist noch eine Meditations-CD, wo der Autor einen Zustand der Entspannung herbeiführt, der es ermöglicht, in unmittelbare Berührung mit dem Geist des Baumes zu kommen.

Das Buch dient nicht nur dazu, die althergebrachte Verbundenheit der Menschen zu den Bäumen und ihre Symbolik in Geschichten, Erzählungen und Legenden dem Leser historisch näher zu bringen. Die hier vorgestellten naturkundlichen Anwendungen steigern das eigene Wohlbefinden und können körperliche und seelische Leiden lindern. Die Begegnung mit dem Geist der Bäume und die feinstoffliche Wirkung auf Menschen scheint doch etwas weit hergeholt zu sein.

 

Buch 2

Florian Werner: Die Weisheit der Trottellumme. Was wir von Tieren lernen können, Blessing Verlag, München 2018, ISBN: 978-3-89667-619-1

In 31 tierphilosophischen Betrachtungen geht der Literaturwissenschaftler Florian Werner der Frage nach, was die Menschen von den Tieren lernen können: „Tiere haben uns nicht nur, wie bereits Demokrit erkannte, die meisten Künste und Handwerke beigebracht: die Spinnen das Weben, die Schwalben den Hausbau, die Schwäne und Nachtigallen das Musizieren. Sie können uns auch in die tiefsten Geheimnisse des Daseins einweihen.“ (S. 5)

In dem Buch, worin die Gemeinsamkeit zwischen Tier und Mensch in kurzen Kapiteln beschrieben werden, kann man unter anderem lesen: Die Diskursethik des Sozialphilosophen ähnelt dem herrschaftsfreien, kritischen Austausch der Honigbiene. Der Philosoph Bernhard de Mandeville beschäftigte sich schon vorher in seinem Werk Fable of the Bees mit der Zusammenleben des Bienenstaates. Das englische Königreich im Hinterkopf, erzählt Mandeville von einem Bienenstaat, der mächtig und wohlhabend, dessen Gesellschaft jedoch völlig gewissenlos ist. Jeder Einzelne verfolgt nur seine eigenen Interessen und handelt selbstsüchtig und schlechthin asozial, wenn nicht gar antisozial. Die Reichen schwelgen im Luxus, die Aufsteiger versuchen, den Reichen durch List und Ausbeuterei gleich zu werden und die Armen schuften – ebenso selbst-bezogen – vor sich hin, um am Leben zu bleiben.

Der Denker Isaiah Berlin, der sich in einem Essay mit dem Igel beschäftigt, bezeichnet ihn als souverän und weisheitsliebend. Schwäne könnten furchtlos bis freudvoll das eigene Ende antizipieren, was schon Sokrates bewunderte.

Das Buch schafft es, auf teilweise humorvolle Weise die Vorzüge der Tiere auf das Verhalten der Menschen zu übertragen und davon zu lernen, auch wenn manche Beispiele etwas weit hergeholt sind.

Dasselbe gilt allerdings auch für Pflanzen: Stefano Mancuso, Professor an der Universität Florenz und Pflanzenforscher, stellt in seinem Buch „Pflanzenrevolution“ einige Ergebnisse seiner Forschungen vor, die als Leitbild für die Zukunft der Menschheit dienen können.

 

Buch 3

Diana Ladner/Georgina Brandenberger: Tiergestützte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Hund und Pferd therapeutisch einbeziehen, Ernst Reinhardt Verlag, München 2018, ISBN: 978-3-497-02736-1, 24,90 EURO (D)

Wie Tiere, vor allem Hunde und Pferde, in der Therapie von psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen sinnvoll eingesetzt werden können, stellt dieses Fachbuch vor. Die beiden Autorinnen sind Kinder- und Jugendpsychiaterinnen, arbeiten seit Jahren mit Hunden und Pferden und stellen in diesem Fachbuch ihre Erfahrungen mit vielen Fallbeispielen vor.

Im ersten Teil des Buches werden der Stand der Forschung und die Wirkfaktoren in der tiergestützten Psychotherapie dargestellt. Danach geht es um die Vorstellung der häufigsten Störungsbilder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (internalisierende Störungen, externalisierende Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, ASS, Bildungsstörungen, Traumafolgen, Ausscheidungsstörungen). Nach diesem einleitenden Theorieteil folgt der Praxisteil: Dort werden zunächst die Ausbildung und Anforderungen, die ethischen Grundsätze und die Rahmenbedingungen der tiergestützten Psychotherapie vorgestellt. Dann folgen die Grundlagen der Therapieplanung, Therapieziele und Interventionen nach Setting, Behandlungsphasen, Alter sowie Störungsbildern behandelt. Danach werden die Interventionen der tiergestützte Therapie in den verschiedenen Therapierichtungen präsentiert. Fallvignetten zu den wichtigsten Störungsbildern schaffen den Bezug zur Praxis. Die Fälle des Alterns und des Todes eines Tieres und der Umgang damit folgen zum Schluss. Ein Serviceteil mit Ansprechpartnern, Verbänden und Ausbildungsinstitutionen, Literaturempfehlungen und ein Sachregister findet man noch im Anhang.

Die Zielgruppen des Buches sind Psychotherapeuten, Sozialpädagogen, Sonderpädagogen, Fachkräfte für tiergestützte Therapie und Pädagogik sowie Fachleute, die mit psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen arbeiten. Das Buch ist gut in einen aufeinander ausbauenden Theorie- und einen Praxisteil gegliedert. Der Praxisteil enthält viele informative Beispiele Innerhalb des Textes findet man unter den einzelnen Kapiteln noch Literaturempfehlungen zum Weiterlesen. Der umfangreiche Serviceteil ermöglicht ein selbständiges Weiterarbeiten je nach persönlicher Motivation oder Interesse. Aufgrund dieser Punkte ist das Buch zu empfehlen.

 

Buch 4

Marco Lichtenberger: Muränen im Aquarium. Lebensweise, Artbestimmung, Haltung und Pflege, Natur und Tier Verlag, Münster 2019, ISBN: 978-3-86659-211-7, 39,80 EURO (D)

In diesem Buch gibt Marco Lichtenberger einen umfassenden Überblick über die Welt von Muränen in Aquarien. Muränen sind eine Familie aalartiger Knochenfische, die mit etwa 200 bisher bekannten Arten in flachen tropischen und subtropischen Meeren verbreitet sind. An den Küsten des südlichen Europa leben zwei Arten, die Mittelmeer-Muräne und die Braune Muräne. Besonders häufig sind Muränen in den tropischen Korallenriffen. Dabei stellt er mehr als 70 Arten und deren Besonderheiten vor, beschreibt deren Lebensweise, Haltung und Pflege im Aquarium.

In der Einleitung geht es auf die oft spannungsreiche Beziehung zwischen Mensch und den Raubfischen ein und schildert deren Entwicklungsgeschichte ein. Danach stellt er Biologie, Körperbau, Lebensweise und Verhalten vor. Die Pflege der Muränen im Aquarium sowie Kauf, Fütterung, Transport und Fang folgen dann. Die Vergesellschaftung mit anderen Muränenarten und anderen Fischen steht danach im Mittelpunkt, bevor Lichtenberger auf Krankheiten und Parasiten sowie deren Bekämpfung eingeht. Welche Arten für die Pflege im Aquarium geeignet sind, wird dann erläutert.

Danach stellt er alle bisher beschriebenen Muränengattungen sowie 75 einzelne Arten in Wort und Bild vor, die bereits in Aquarien gepflegt wurden und teilweise im Zoofachhandelt gelangen. Im Text präsentiert er dabei anatomische Merkmale, geografische Herkunft, Ökologie und Hinweise zur Aquarienpflege. Außerdem nennt er den wissenschaftlichen und Trivialnamen und geht auf Verbreitung und Maximallänge ein. Dies wird mit Bildern unterlegt, die Vorstellung geschieht alphabetisch.

Anschließend präsentiert er die Arten im Überblick und eine regionale Artenliste. Bestimmungshilfen anhand von Eigenschaften und farblichen Erkennungsmerkmalen runden das Buch ab. Im Anhang findet man noch ein Literaturverzeichnis und ein Sachwortverzeichnis.

Dieses Buch ist sowohl für Laien als auch erfahrene Kenner geeignet. Durch die scharfen Farbbilder, Tipps zur Pflege, der Umgang mit Muränen und die Bestimmungshilfen werden Laien in die Lage versetzt, kompetent Muränen im Aquarium zu halten. Für Biologen sind die Artenporträts und die ersten Kapitel besonders spannend.

 

Buch 5

Daniela Dettling: Wildkräuter der vier Jahreszeiten, 2. Auflage, Freya Verlag, Linz 2017, ISBN: 978-3-990-25291-8, 24, 90 EURO (D)

Die Kräuterpädagogin Daniela Dettling führt in diesem Buch, das in der zweiten aktualisierten Auflage erscheint, die Leser in die Welt der Wild- und Heilkräuter durch die vier Jahreszeiten und stellt in diesem Zusammenhang alte Mythen, Sagen und Bräuche vor.

Das Buch beginnt mit einem persönlichen Einblick in das Biografie der Autorin und ihre Beziehung zu Kräutern. Anschließend folgt ein kurzer geschichtlicher Überblick über das alte Kräuterwissen und deren Protagonisten aus der Klostermedizin vor allem im Mittelalter.

Danach folgen Tipps zum Sammeln von Kräutern in der freien Natur, die Regeln, die man dabei beachten sollte, und Informationen, wie man Kräuter verarbeitet und aufbewahrt. Dann kommt der Hauptteil des Buches: Nach den Jahreszeiten gegliedert und beschreibt die Blüh- und Wachstumszeiten der verschiedenen Wildkräuter. Außerdem gibt es viele Informationen zu den Festen und Bräuchen im Jahreskreis und einige Rezepte. Bei den Rezepten gibt es jeweils ein Bild, eine Zutatenliste und die Zubereitungsbeschreibung. Die Autorin aber auch Anwendungsbereiche und Zubereitungsarten in den Bereichen Küche, Heilkunde, Kosmetika therapeutische Verwendung ein. Der Text wird durch zahlreiche Bilder vor allem von den einzelnen Wild- und Heilkräutern visualisiert.

Dieser Einstieg in die Kräuterkunde enthält viele historische Vermerke oder Quellen aus Sagen und Berichten, wo das traditionelle Wissen festgehalten wurde. Die Wildkräuter sind gut dargestellt und beschrieben, auch aufgrund der Bilder kann man die Kräuter gut zuordnen und schließlich auch verwerten. Außerdem wird so der Verwechslungsgefahr vorgebeugt. Da es auch nicht essbare und giftige Pflanzen gibt, ist es besonders wichtig, sich schon vor dem Sammeln von Kräutern in der freien Natur gut zu informieren. Viele Pflanzen kann man in Hülle und Fülle genießen, andere nur in kleinen Mengen.

 







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