Neuerscheinung Reisen und Freizeit


Bildmontage: HF

05.06.20
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Wolfgang Groeger-Meier: Lockruf des Südens. Unterwegs auf der Bundesstraße 3. Von Menschen und Heimat, Fernweh und Motoren, Corso, Wiesbaden 2019, ISBN: 978-3-7374-0751-9, 24,90 EURO (D)

Wolfgang Groeger-Meier reiste mit wechselnder Begleitung in seinem Oldtimer, einem BMW 2002 von 1975 die Bundesstraße B3, die für ihn eine „Lebensader quer durch Deutschland“ darstellt,  von Norden nach Süden in sechs Etappen. Mit rund 800 Kilometern Länge ist die B3 die zweitlängste deutsche Bundesstraße. Sie durchquert in ihrem Verlauf die Bundesländer Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg.

Seine Schilderungen der Reise, der Begegnungen, der Orte, der Städte und der Umgebung, zu der seine wechselnden Begleiter auch beitragen, sind Gegenstand dieses Buches.

Das Buch ist in die sechs Etappen der Reise unterteilt, jeweils drei Essays beleuchten die Erlebnisse und Hintergründe. Die erste Etappe geht von Buxtehude in die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover. Hier wird auch die Geschichte der Bundesstraße 3 erzählt. Die zweite Etappe verläuft von Hannover nach Kassel, die dritte von Kassel nach Frankfurt. Weiter geht es von Frankfurt nach Heidelberg, die fünfte Etappe erstreckt sich von Heidelberg bis Offenburg in die Weinregionen Baden-Württembergs. Von Offenburg bis nach Weil am Rhein an die schweizerische Grenze ist die letzte Etappe.

Dort kann man die Weinregionen Bergstraße, Breisgau und Markgräflerland, ebenso wie Landschaft in der Lüneburger Heide, das Märchenschloss Marienburg oder Kultur, Kunst und Geschichte in den größeren Städten entdecken. Menschen, die ihnen bei der Rast begegnen, werden mit ihren Berufen, Hobbys und Lebensarten vorgestellt. Außerdem gibt es zahlreiche geographische Karten, die den Verlauf der Reise dokumentieren.

Wolfgang Groeger-Meier geht mit Freunden diesmal auf eine Entdeckungsreise mit einem Oldtimer durch die BRD, immer Richtung Süden. Die verschiedenen Regionen Deutschlands mitsamt ihren Eigenheiten, Prägungen und Traditionen werden so erlebbar. Seine Reiseeindrücke machen Lust auf Urlaub, umrahmt von vielen schönen Impressionen der Reise.

Buch 2

Gert Schwabl von Gordon/Bianca Rieskamp: Ein Leben für die klassische Reitlehre. Berühmte Reitmeister, Meilensteine der Ausbildung, Olms, Hildesheim 2017, ISBN: 978-3-487-08595-1, 32,80 EURO (D)

Dies ist eine Biographie von und über den Reitlehrer Gert Schwabl von Gordon in der klassischen Tradition und sein Lebenswerk, die er zusammen mit seiner langjährigen Schülerin Bianca Rieskamp verfasst hat.

Das Buch besteht aus zwei Teilbereichen. Im ersten Teil berichtet darin über seinen reiterlichen Werdegang und prägende Erlebnisse in seiner Karriere. Außerdem erläutert er die Eckpfeiler seiner klassischen Reitlehre in Aufsätzen. Schwabl von Gordon vertritt in seiner Ausbildung die klassische Variante der Wiener Schule, die er von seinem Vater, der in der Kavallerieschule Hannover tätig war, übernommen hat. Deren Prinzipien sind die Symbiose der physischer und psychischer Hinsicht Ausbildung des Pferdes, der Aufbau eines Miteinanders von Pferd und Reiter, die Berücksichtigung der Natur des Pferdes und eine vielseitige Ausbildung bestehend aus Bodenarbeit, Springen, Reiten im Gelände, Dressur und die Freiheitsdressur.

In weiteren Essays bespricht er danach verschiedene Aspekte der klassischen Reitlehre wie Longieren, Zügel und die Reitlehre in Österreich und der BRD. Danach werden noch 70 Fragen zu Turnierprüfungen beantwortet.

Im zweiten Teilbereich geht Bianca Rieskamp auf die Ausbildung in der Gebrauchsschule für Pferd und Reiter ein. Darin schildert sie die verschiedenen Aspekte der Pferdeausbildung, die allgemeinen Grundsätze der Reiterausbildung und weitere Ausbildungsmöglichkeiten auf Grundlage der Reitvorschrift. Sie gibt ein Plädoyer gegen Kritiker der Reitvorschrift ab und betont ihre fortwährende Aktualität: „Obwohl die Reitvorschrift also in vielen Punkten auch heutzutage hochaktuell ist, hat sie deutlich an Ansehen verloren. Das liegt aber nicht an ihrem Inhalt. Vielmehr wurde ihre Umsetzung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in weiten Teilen verfälscht. Diese falsche Umsetzung und Weitergabe betrifft die Spring- und Dressurausbildung.“ (S. 148)

Im Anhang findet man noch ein Literaturverzeichnis und den Bildnachweis. 

Das Buch liest sich in manchen Teilen als Verteidigungsschrift der klassischen Reitlehre und des Lebenswerkes von Gert Schwabl von Gordon, wo viel Platz darauf verwendet wird, den Kritikern zu begegnen. Die sukzessive Ausbildung des Pferdes wird systematisch erklärt und lässt dabei kein Aspekt aus. Also liest sich das Buch neben der Biografie Schwabl von Gordons und den Prinzipien der klassischen Reitlehre auch als Fachbuch über Aktualität von Reitvorschrift und Ausbildung. Beide Teilbereiche sind zahlreich bebildert, immer wieder werden Anekdoten eingestreut.

 

Buch 3

Frank Treichler: So geht das in Luminar 4. Fotos verwalten, optimieren und teilen, dpunkt, Heidelberg 2020, ISBN: 978-3-86490-680-0, 34,90 EURO (D)

Die Bildbearbeitungssoftware Luminar ist in Version 4 erschienen und bringt zahlreiche Neuerungen mit sich. Unter anderem wurden die Arbeitsbereiche für Filter gänzlich entfernt und stattdessen sind nur noch Werkzeuge enthalten. Alles rund um die neue Software wird in diesem Buch von Frank Treichler vorgestellt. Rund 50 Workshops machen mit der Handhabung des Programms vertraut und zeigen die Vorgehensweisen. Das dabei verwendete Bildmaterial steht zum Download bereit.

Im ersten Kapitel geht es darum, Luminar und seine Funktionen kennenzulernen. Dabei wird auf Vor- und Nachteile, die Installation, der Aufbau der Bildbearbeitungssoftware, die Ansichten und die Anpassung der Benutzeroberfläche eingegangen. Im nächsten Schritt wird anhand von verschiedenen Schritten und Workshops gezeigt, wie Fotos mit Luminar verwaltet werden. Dabei geht es darum, eine Ordnerstruktur zu schaffen, einen neuen Katalog anzulegen, Fotos hinzuzufügen und zu verschieben, ein Album anzulegen, Fotos zu bewerten, zu markieren, zu sortieren und zu filtern. Die Bearbeitungsmöglichkeiten mit Luminar durch Filter, Looks und KI und die Arbeit mit Anpassungen werden dann vorgestellt. Anschließend geht es um Helligkeit, Farbe, Detailverbesserung, das Entfernen von Bildrauschen, Landscape Enhancer und Vignettierung. Die erweiterte Bearbeitung mit erweitertem Kontrast, anpassbarem Verlauf, Abdunkeln und Aufhellen von Bildbereichen, Farbverbesserungen, Farbtemperatur-Split, Fotofilter, Teiltonung und Objektivkorrektur wird dann gezeigt.

Die Bearbeitung von Porträts, kreative Filter und das Erstellen eigener Looks wird dann thematisiert. Der Einsatz von Werkzeugen in Form von der Änderung der Bildgröße und dem Entfernen von Bildbereichen kommt dann zur Sprache. Das Arbeiten mit Ebenen und Masken bildet den Abschluss: Dort geht es darum, Bildebenen einzufügen, Bearbeitungsebenen einzusetzen, die grundlegenden Optionen von Ebenen kennenzulernen und die verschiedenen Verwendungen von Masken zu verstehen. Dies alles wird durch Workshops näher gebracht. Das Ergebnis des jeweiligen Bearbeitungsschrittes wird zusätzlich mit einem „Vorher“ und „Nachher“ Bild dargestellt.

Das Buch ist gut strukturiert und logisch aufgebaut und enthält viel praktisches Wissen. Es ist so konzipiert, dass es für Einsteiger als auch für Profis nutzbar ist. Man wird angehalten, selbst kreativ zu werden und kann sich so im Umgang mit Luminar seinen eigenen Arbeitsablauf entwickeln. Für Fragen rund um Luminar 4 gibt es eine Webadresse im Vorwort.

Buch 4

Barry Stone (Hrsg.): 1001 Wanderwege. Erlebniswandern in aller Welt, Edition Olms, Oetwil/Zürich 2020, ISBN: 978-3-283-01294-6, 35 EURO (D)

Dieses Buch stellt Wanderwege aus der ganzen Welt für Einsteiger als auch für erfahrene Wanderer vor. Die Zusammenstellung erfolgte durch ein Team von Reisejournalisten und Wanderliebhaber. Es ist die zweite aktualisierte Auflage von Wanderwegen im Landesinneren, an Küsten, Flussufern, in Städten und Gebirgen.

Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt: Über Land, Städte, Gebirge, Kultur und Küste & Ufer. Die Wanderwege sind geografisch nach Kontinent, Land und Bundessstaat oder Region sortiert, von West nach Ost und von Nord nach Süd. Einen nach Ländern gegliederten Index findet man zu Anfang des Buches, einen nach Kategorien gegliederten nach den Wanderwegen. Spezifikationen wie Start und Ziel, Schwierigkeit, ungefähre Dauer und die Beschaffenheit des Weges sind bei allen Wanderwegen mit angegeben. Routen, für die man Klettererfahrungen braucht, sind besonders gekennzeichnet. Dies wird ergänzt um Shortlinks zu digitalen Karten wie Google Maps. Für längere Touren empfiehlt es sich, Detailkarten zu besorgen und sich nicht nur auf Google Maps zu verlassen.

Dabei sind Landschaftstouren von mehreren Tagen, Pilgerrouten, historische und literarische Kulturrouten oder auch kulinarische Wanderungen wie die Käsestraße in Tirol. Die meisten Wanderwege sind in den USA, Kanada, Großbritannien und den Alpenländern zu finden. In der BRD gibt es so verschiedene Angebote wie den Wattwanderweg, den Rennsteig, den Berliner Mauerweg oder das Höllental bei der Zugspitze. Es gibt auch einige länderübergreifende Touren wie die Tour de Mont Blanc oder die Bernsteinstraße. Einige Touren dauern nur einen Tag, für andere muss man mehrere Monate einplanen.

Neben vielen bekannten Wanderwegen gibt es auch exotische wie den Arctic Circle in Grönland, die Seen von Ounianga im Tschad oder der Old Vinegar Hill Trail auf Jamaika. Praktisch alle interessanten Gebiete der Welt sind hier also vertreten, nur Innerasien wie Georgien, Kirgistan oder Tadschikistan und China sind etwas unterrepräsentiert.

Buch 5

Chris Orwig: Authentische Porträts fotografieren. Ein Leitfaden für die Suche nach Wesen, Bedeutung und Tiefe, dpunkt, Heidelberg 2020, ISBN: 978-3-86490-733-3, 39,90 EURO (D)

Der Fotograf und Trainer Chris Orwig stellt in diesem Buch Anleitungen, Erfahrungen und Strategien vor, wodurch man lernen kann, ausdrucksstarke und authentische Porträts zu fotografieren. Es zeigt weiterhin, wie man Modelle findet und eine fotografische Sensibilität zu entwickeln und so ein guten Rahmen für gelungene Bilder schafft. Technisches und handwerkliches Wissen vor, während und nach den Aufnahmen werden ebenso ausgebreitet.

In den ersten beiden Kapiteln geht es darum, ein Gefühl und eine Vorstellung darüber zu vermitteln, einzufangen und abzubilden, was den Porträtierenden in seinem Inneren ausmacht. Dabei geht es auch um Fragen des Ortes der Aufnahme, die Kunst des Soul Searching, das richtige Licht und um Wabi-Sabi für Porträts. Wabi Sabi ist ein ästhetisches Konzept, das sehr eng mit Japan und dem Zen Buddhismus verbunden ist. Es ist eine Art, Dinge wahrzunehmen: die hochentwickelte Kultur des Unperfekten, Unbeständigen und Unvollständigen, die sich in einer großen Freiheit an Formen, sublimen Farben und in formaler Einfachheit ausdrückt.

Danach werden handwerkliche und technische Aspekte, die notwendige Ausrüstung und die Arbeit mit natürlichem Licht angesprochen. Anschließend werden Wege aufgezeigt, das passende Modell sowohl im persönlichen Umfeld als auch im öffentlichen Raum zu finden. Die Skizzierung eines Charakterprofils vor dem Shooting, die Vorbereitung und der Umgang mit dem Modell kommen auch zur Sprache. Es folgen Informationen über die Arbeitsweise bei einer Porträtsitzung, das Posing in der Praxis und der Aufbau einer Verbindung zum Modell in vier Schritten. Weiter geht es mit der Kameraarbeit: Regeln, Richtlinien, Höhe und Winkel der Kamera sowie praktische Beispiele von verschiedenen Porträts werden dabei vorgestellt. Um die eigene Arbeit weiterzuentwickeln und mehr Einfühlung und Verständnis für die Modelle zu bekommen, sollte man die Rollen tauschen und selbst Modell werden. Wie das geschieht, wird dann gezeigt. Häufig gestellte Fragen werden dann noch beantwortet, ein persönliches Schlusswort und Informationen über die Einstellungen für das Eröffnungsbild jedes Kapitels und ein Index runden das Buch ab.

In diesem Buch wird viel empathisches und psychologisches Material dem Leser vermittelt. Dabei steht immer die Persönlichkeit des Porträtierten im Mittelpunkt. Die verschiedenen Elemente werden verständlich erklärt, so dass das Werk ein gutes Buch für Porträtfotografen oder Hobbyfotografen ist. Die Grundlagen der Porträt- und Peoplefotografie sollte man allerdings kennen, um dieses Buch gut für sich zu nutzen.

 

Buch 6

Scott Kelby: Porträt-Rezepte mit natürlichem Licht. Über 150 Anleitungen, Tipps und Tricks für das Fotografieren mit Tageslicht, dpunkt, Heidelberg 2020, ISBN: 978-3-86490-762-3, 24,90 EURO (D)

Scott Kelby hat in diesem Buch für Einsteiger über 150 Tipps, Tricks und Rezepte zusammengefasst, mit denen Tageslichtporträts gelingen. Darin präsentiert er alles Wesentliche zu Ausrüstung, verschiedenen Arten von Tageslicht, Posing und Nachbearbeitung.

Im ersten Kapitel geht es um Fragen zu Porträt-Objektiven und um die passende Auswahl. Danach werden Tipps für Blende, Verschlusszeit und ISO gegeben. Wie man im Fensterlicht fotografiert, wird danach gezeigt. Anschließend geht es um Aufnahmen im Sonnenlicht und den Einsatz von Reflektoren. Außerdem wird demonstriert, wie man im vollen Schatten und bei bewölktem Himmel fotografieren kann. Das Fotografieren in direktem Licht, die Wahl der Hintergründe und die Kleidung des Modells werden danach vorgestellt. Die verschiedenen Möglichkeiten und Fehler bei der Bildkomposition kommen dann zur Sprache. Um das richtige Posieren, die richtigen Anweisungen und Fotos mit kleinen Requisiten anreichern geht es im folgenden Kapitel. Die verschiedenen Möglichkeiten der Nachbearbeitung des Bildes (Retusche-Plug, Color Grading, Nachschärfen, Vignette usw.) werden dann vorgestellt. Zum Schluss werden Einblicke hinter die Kulissen seines Shootings und fertige, gelungene Porträts an verschiedenen Beispielen gezeigt. Auf jeweils zwei Seiten werden die Entstehung, Kameraeinstellzeit, Anmerkungen und Formen der Nachbearbeitung im Text geschildert. In einer Abbildung sieht man dann das fertige Porträt. Dies sind Aufnahmen im direkten Sonnenlicht, Fensterlicht, im Schatten und mit Rückenlicht und überstrahlender Sonne. Im Anhang findet man noch einen Index zum Nachschlagen. 

Dieses Buch ist grundsätzlich für Einsteiger konzipiert. Technisches und handwerkliches Wissen vor, während und nach den Aufnahmen werden ausgebreitet. Dem Posing und den fertigen Beispielbildern am Ende wird am meisten Platz gewidmet. Anleitungen, Erfahrungen und Strategien vor, wodurch man lernen kann, ausdrucksstarke und authentische Porträts zu fotografieren und die Entwicklung einer fotografische Sensibilität werden allenfalls in Ansätzen vorgestellt, so dass das Buch für erfahrene Fotografen wohl nicht viel Neues bringt.

 

 









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