Neuerscheinungen Freizeit

14.10.20
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Jonas Deichmann/Philipp Hympendahl/Tim Farin: Cape to Cape. In Rekordzeit mit dem Fahrrad vom Nordkap bis nach Südafrika, Delius Klasing, Bielefeld 2020, ISBN: 978-3-667-11967-4, 29,90 EURO (D)

Der Extremabenteurer Jonas Deichmann hat in 72 Tagen, 7 Stunden und 22 Minuten die Strecke vom Nordkap bis nach Kapstadt auf seinem Langstrecken-Fahrrad zurückgelegt und ist damit neuer Weltrekordhalter der Strecke. Er wurde vom Tour-Fotografen Philipp Hympendahl begleitet. Die beiden waren ohne Unterstützung unterwegs und fuhren im Schnitt 250 Kilometer pro Tag ca. 10-11 h im Sattel und Bikepacking. Ihr Weg führte sie durch 14 Länder (Norwegen, Finnland, Russland, Georgien, Aserbaidschan, Iran, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Sambia, Botswana und Südafrika), wie die Grafik in der vorderen Innenseite zeigt. Wegen den Kriegen und Konflikten im Nahen Osten mussten sie vom Iran bis nach Kairo ein Flugzeug nehmen. Zusammen mit Tim Farin erzählen sie in diesem Buch das Abenteuer „jenseits der bekannten Grenzen“. (S. 8)

Nach einer eher unspektakulärem Start vom Nordkap zeigen sich bald schon Fehler bei der Vorbereitung, aufgrund von Knieschmerzen droht schon das Aus in Finnland. Nach deren Behebung stellen sich erste Hochgefühle nach dem Erreichen von Zwischenzielen ein. Auf den unruhigen Straßen in Russland gibt es erste Materialprobleme, nasse Kälte und eine aggressive Gruppe, die die beiden auf einer Rast zum Wodkatrinken zwingen will, sind auch Hindernisse. Im Iran erleben die beiden dagegen viele liebenswerte Menschen, sie übernachten bei einer Familie und lernen deren Bräuche ein wenig kennen. Beeindruckend ist die Flussoase Isfahan.

Nach dem Flug nach Ägypten geht es dann durch die Sahara mit dem Nil als Orientierungspunkt. Immer wieder gibt es Ärger mit Polizeisperren, die die Zwischenziele gefährden. Ein Schockmoment gab es dann, als Hympendahl in der Wüste ein Delirium hatte, er wurde von Beduinen zum Arzt gebracht, musste aber in Assuan das Abenteuer stark geschwächt vorerst beenden. Nach einem kurzen Aufenthalt in der BRD hat er Deichmann die letzten 1000 Kilometer in Südafrika wieder begleitet.

Allein auf sich gestellt durchquerte Deichmann Ostafrika, wo freundliche Menschen auf und zwischen den Etappen zu finden sind, aber auch Kinder und Jugendliche, die Radfahrern hinterherrennen und sie mit Steinen oder Schuhen bewerfen. In der Wüste werden vorherige Berechnungen nichtig, der Blaue Nil imponiert mit seiner Landschaft ebenso wie der Schnee am Kilimandscharo. Im Süden Afrikas gerät das Fahren im tiefen roten Sand immer wieder zum Problem, freundliche Polizisten helfen in der Not und Botswana beeindruckt mit vielen Wildtieren. In den letzten Tagen der Reise in Südafrika gibt es nur noch drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht, um den Rekord zu erreichen. Bekannte, Sponsoren, eine südafrikanische Musikgruppe und Schaulustige bieten einen tollen Empfang am Ziel. Dort hat Deichmann den alten Rekord um mehr als einen Monat unterboten, sein eigenes Ziel ebenfalls. Danach gab es erstmal Bier, Burger und einen Haarschnitt.

Im Epilog gibt eine Gesamteinschätzung des Abenteuers: „Die Fahrt vom Nordkap bis ans Kap der Guten Hoffnung hat sich den beiden in faszinierenden Bildern eingebrannt, hat sie in Krisen gestürzt und mit Menschen zusammengebracht, denen sie heute noch dankbar sind. Aber es war keine Safari, kein Abenteuerurlaub, keine Fahrt, auf der sie Zeit gehabt hatten, sich auf einen Ort einzulassen. Die Welt, die sie durchquert haben, war Herausforderung und Kulisse. (…) Aber verstanden haben sie, was aus eigener Kraft, mit zuverlässigem Material, mit körperlicher Leistung und Moral möglich ist. Dass man nicht auf das Ende der Reise blicken sollte, sondern jeden Tag, die nächste Tankstelle, das nächste Schlaflager, um nicht durchzudrehen in Anbetracht der überwältigenden Aufgabe, die vor einem liegt.“ (S. 146)

Am Ende gibt es noch eine Statistik über die längste und kürzeste Etappe, verbrannte Kalorien, billigstes und teuerstes Hotel, das Gesamtbudget und verbrauchtes Material, eine Ausrüstungs- und Packliste und häufig gestellte Fragen zur Vorbereitung, den Flug, Nahrung, Navigation und Lebensstil.

Das Buch ist zur Hälfte Erfahrungsbericht der Reise und zur anderen Bilddokumentation des Fahrens aus verschiedenen Perspektiven, von einheimischen Menschen und der Landschaft. Im Text wird auch deutlich, dass dies mehr war als eine Rekordfahrt und die Frage nach der eigenen Leistungsfähigkeit. Es werden Panoramen der Landschaft vom rauen Klima in Skandinavien und Russland bis hin zur Wüstenregion detailliert geschildert und auch die negativen und positiven Erfahrungen mit Menschen und das Entdecken neuer Kulturen.

Das Buch ist trotz der übermenschlichen Leistungen kein Heldenepos, sondern es schildert Krisen, Höhepunkte und Gefühle während den Etappen. Dies wird auch in den Extra- Interviews mit den beiden deutlich. Ein spannender Erlebnisbericht einer noch spannenderen und sehr umweltfreundlichen Extremtour.

Buch 2

Ferdi Kräling (Texte Herbert Völker): Jochen Rindt. Der erste Popstar der Formel 1, 3., erweiterte Auflage, Delius Klasing, Bielefeld 2020, ISBN: 978-3-667-11866-0, 29,90 EURO (D)

Jochen Rindt wurde nach seinem Sieg in Le Mons (1965) zum extravaganten Publikumsliebling. Weitere sechs Grand-Prix-Siege in der Formel 1 gelangen ihm. Eine große Zukunft lag vor ihm, bis er am 5.9.1970 beim Training zum Großen Preis in Monza bei einem Unfall verstarb. Der bis dahin an der Spitze liegende Rindt wurde posthum zum Weltmeister ernannt.

Der ihm gestandene Fotograf Ferdi Krähling stellt in diesem Buch die spektakulärsten Etappen aus Rindts professionellen und privaten Leben vor. Zu seinem 50. Todestag erscheint die dritte überarbeitete und erweiterte Auflage. Der Journalist Hebert Völker ist für die Texte verantwortlich, Rindts ehemaliger Kollege Jackie Stewart liefert ein Vorwort.

Danach werden 150 Fotos und Abbildungen sowohl aus dem privaten Bereich und Formel-1-Metier gezeigt. Viele haben einen Bezug zu den Begleittexten, es gibt kurze Unterschriften zum Sujet und dem Datum der Aufnahme. Zahlreiche zeigen Rindt bei den verschiedenen Rennen, davor und danach mit der Crew. Es gibt ebenso private Bilder zum Beispiel der kleine Jochen mit seiner Familie, Urlaub in Acapulco, szenische Motive mit Pelzmantel, PR-Aufnahmen mit Jackie Stewart oder Gesichtsporträts. Düster wird es beim Begräbnis und vom Wrack des verunglückten Autos am Ende. Zwischendurch gibt es immer wieder Zitate von Außenstehenden über Rindt und eigene zu seinem Charakter.

Die Begleittexte schildern chronologisch die Stationen seines Lebens. Es gibt ein Essay über seinen Sieg in Le Mans als Steigerung seines Stellenwerts in der deutschsprachigen Öffentlichkeit, über seinen Mentor und Manager Bernie Ecclestone, seinen Lebensstil, seinen attackierenden Fahrstil immer den Grenzbereich auslotend, seinen Vertrag bei Lotus und die Rolle des Chefs Colin Chapman. Alle Rennen von 1961 bis 1970 mit Informationen zur Rennstrecke, Datum, Team, Fahrzeug und Erfolgen werden noch extra aufgelistet.

Rindt wird als erster Popstar der Formel 1 charakterisiert: „Sein ‚lustiges‘ Aussehen, (…) wurde zum internationalen Fotomotiv, Popstar in progress, zufällig zu einer Zeit, als die amerikanische Mode der Poster und T-Shirts nach Europa überschwappte.“ Auch seine Racing Car Show ab 1966 sorgte für Aufsehen und untermauerte diesen Ruf. „Ein Wilder mit Manieren“, der allerdings kein „großer Partytiger“ war. (S. 74)

Die Persönlichkeit Rindts steht genauso im Mittelpunkt der biografischen Text- und Fotostrecke wie seine sportliche Karriere. Man merkt schnell, dass die Autoren einen persönlichen Zugang zu ihm besaßen. Die Bilder sind großformatig, die Schwarz-Weiß- Aufnahmen verleihen dem Buch einen melancholischen Flair einer guten alten Zeit. Es gibt auch spektakuläre Aufnahmen im Formel-1-Zirkus, die außergewöhnliche Einblicke erlauben. Es fehlt allerdings ein Register zum schnellen Nachschlagen, ein Literaturverzeichnis zum Weiterlesen und eine Kurzbiografie in Tabellenform zur Orientierung.

Buch 3

Waldemar Seunig: Von der Koppel bis zur Kapriole. Die Ausbildung des Reitpferds. Mit einem Vorwort zur Neuauflage von Georg W. Seunig, Olms, Hildesheim/Zürich/New York 2019, ISBN: 978-3-487-08348-3, 24,80 EURO (D)

Waldemar Seunig war einer gleichzeitig ein Theoretiker und Praktiker der klassischen Reitlehre. 1921 und 1922 war Seunig Gast an der französischen Kavallerieschule Saumur und übernahm im Anschluss daran von 1922 bis 1932 das Amt des Hofstallmeisters am Königshof in Belgrad. Er nahm an zahlreichen internationalen Turnieren teil und war 1924 Mitglied der jugoslawischen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Paris. 1926 und 1927 war er Schüler der Spanischen Hofreitschule in Wien und absolvierte im Laufe der Jahre Studienaufenthalte in England, Schweden, Italien und Finnland. Auf eigenen Wunsch verließ er 1932 den jugoslawischen Königshof und betrieb von 1933 bis 1941 einen Reitstall in Laibach (Ljubljana). Daneben veröffentlichte er zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften. Sein Hauptwerk „Von der Koppel bis zur Kapriole“, eine detaillierte Anleitung zur Ausbildung eines jungen Pferdes bis hin zur hohen Schule aus dem Jahre 1943, wurde nun neu aufgelegt.

Sein Sohn Georg W. Seurig schreibt dazu im Vorwort: „Es war sein Anliegen, die Zusammenhänge zwischen den Elementen der Ausbildungsarbeit aufzuzeigen und die Kenntnis von Ursache und Wirkung in der logischen Abfolge dieser Elemente zu vermitteln. Immer wieder auch betonte er, dass die Grundlagenausbildung für jedes Reitpferd dieselbe sein müsste, gleich, in welcher Disziplin es später eingesetzt würde. Die in diesem Werk enthaltenen Anregungen und Gedanken sollten gerade in der heutigen Zeit, da die deutsche Sportreiterei am Scheideweg steht, man viele Fehler in der Ausbildung von Pferden durch Unkenntnis der genannten Zusammenhänge verursacht und das junge Pferd schon oft von Anfang an auf eine bestimmte Disziplin festgelegt wird, den Reitern und Ausbildern unserer Tage wieder ins Bewusstsein gerufen wird.“

In dem Werk selbst gibt es alles zu lesen, was er in seinem Leben über Pferde und Arbeit mit den Pferden an Wissen erlangt hat. Hier werden sowohl Reiter als auch Ausbilder angesprochen und es wurde ab Mitte des 20. Jahrhunderts als Standardwerk genutzt. Es betont das harmonische Verhältnis zwischen Reiter und Pferd, stellt die verschiedenen Komponenten der Hilfen durch den Reiter und die Auswirkungen auf das Pferd dar und nach welchen Kriterien man ein Pferd auswählt. Die verschiedenen Stufen der Ausbildung werden veranschaulicht, einzelne Reitstunden und Übungen werden detailliert dargelegt und Probleme angesprochen.

Vieles kann sicherlich noch auf die heutige Zeit der Pferdeausbildung angewandt werden, einige Dinge scheinen eher antiquiert. Das Verhältnis des Reiters zum Pferd hat auf jeden Fall aktuellen Charakter. Die damalige Sprache ist nicht immer leicht zu lesen, da sollte man sich genügend Zeit nehmen.

Buch 4

Rüdiger Liedtke: 111 Orte auf Mallorca, die man gesehen haben muss. Komplett überarbeitete Neuauflage, Emons, Köln 2020, ISBN: 978-3-740-80871-6, 16,95 EURO (D)

Rüdiger Liedtke stellt in diesem Buch bislang nicht so bekannte oder unbekannte Orte von Mallorca jenseits des Massentourismus vor. Er legt dabei Wert auf das Kennenlernen der unterschiedlichen Facetten der Insel: „Es führt auch den Mallorca-Kenner wieder an Orte, die ich überraschen dürften. Weitab von allem Urlauberrummel.“ (S. 1) Das Buch wurde gegenüber der ersten Auflage 2012 komplett überarbeitet und aktualisiert.

So kann man den rauen südlichen Zipfel der Insel mit unberührter Natur mit seltenen Vogelarten, die Kirche Sant Bartomeu und die Reste der Festung Torre de Can Barbara besuchen. Oder man kann den ältesten und ursprünglichsten Markt in Palma mit seinen Fleisch-, Fisch- und Obstbeständen entdecken. Das Meeresmuseum in der Bucht von Port de Soller bietet neben Piratengeschichten Informationen über den jahrhundertelang betriebenen Walfischfang und den Naturhafen. Die Weinberge des Gebiets von Binissalem kann man zweimal pro Tag mit einer Bimmelbahn, dem „Mallorca Wine Express“, erkunden. Man erfährt etwas über Weinanbau, kann Weine verköstigen und bei Bedarf auch kaufen.

Die 111 Orte werden auf jeweils zwei Seiten vorgestellt. Links gibt es einen beschreibenden Text, rechts ein Bild des Objekts und eine Tabelle mit Adresse, Links, Informationen zur Anfahrt, ggf. Öffnungszeiten und speziellen Tipps.

Es werden spannende, lehrreiche, schmackhafte und abgelegene Orte angeboten, die ein breites Repertoire bedienen und nichts mit dem Ballermann-Image zu tun haben. Durch die Inselkarte am Ende des Buches sind die Orte leicht zu finden. Für jeden der sich für die Geschichte, die Besonderheiten und das Leben der Menschen auf Mallorca interessiert und etwas Zeit mitbringt, kann dieses Buch empfohlen werden.

Buch 5

Dagmar Ciolek/Kerstin Gerhardt/Diane Bliessen: 135 Mythen der Reitlehre, Olms, Hildesheim/Zürich/New York 2020, ISBN: 978-3-487-08616-3, 19,80 EURO (D)

Dagmar Ciolek leitet die Facebook-Gruppen „Dressurpassion – Die deutsche Reitlehre“ und „Reiten lernen – Basiswissen“, wo sie reiterliche Problem der Mitglieder mit Ratschlägen löst. In diesem Zusammenhang stießen sie und ihr Team auf „unzählige Irrtümer und Missverständnisse rund ums Reiten, die sich oft zu regelrechten Mythen verfestigt haben.“ Um den „riesigen Beratungs- und Erklärungsbedarf“ zu decken, hat Ciolek nun ihre Texte in Buchform herausgebracht. Die fachlichen Belange der Texte wurden mit der Ausbilderin Kerstin Gerhardt besprochen und diskutiert. Diane Bliessen ist für die Illustrationen verantwortlich.

Grundlage für die Thesen des Buches ist die klassische Deutsche Reitlehre, die auf den Werken von Gustav Steinbrechts „Das Gymnasium des Pferdes“ und Waldemar Seunigs Hauptwerk „Von der Koppel bis zur Kapriole“ fußt.

Im Folgenden werden 135 Aussagen, die für die Autorinnen als „teilweise abenteuerliche Auslegungen“ der Deutschen Reitlehre und verschiedenen Abweichungen von dieser Lehre, die schnell auf Abwege führen“ widerlegt bzw. richtig gestellt. Diese Mythen werden in einem kurzen Satz zusammengefasst, dahinter folgen die Erläuterungen. Diese einzelnen Kapitel werden noch nach Sinnabschnitten gegliedert. Dabei werden von der Reitkunst, der Ausbildung, die Behandlung und Ernährung von Pferden, über die Beziehung zwischen Mensch und Pferd bis hin zu wertenden Aussagen über Dressursport alle Bereiche angesprochen.

Im Anhang gibt es noch einen kleinen Leitfaden der dressurmäßigen Ausbildung des jungen Rennpferds und einen kleinen Leitfaden zur Basisspring- und Geländeausbildung des jungen Reitpferdes sowie benutzte Quellen und Literatur.

Das Buch zeigt erstmal die Krise in der deutschen Dressurausbildung im Hinblick auf theoretisches Wissen und der heftig umstrittenen Frage nach artgerechtem Umgang mit Pferden. Der Bedarf nach Hintergrundwissen in allen Bereichen scheint vorhanden zu sein.

Einerseits gibt das Buch Orientierung über Fragen der Reitlehre, das besonders für Hobbyreiter und erfahrene Ausbilder geeignet ist.

Andererseits ist es auch ein weiterer Beitrag zur Diskussion um die richtige dressurmäßige Ausbildung, die bei solchen auf Kritik stoßen wird, die die Grundlagen von Seunig und Steinbrecht nicht mehr für zeitgemäß halten oder ablehnen.

Buch 6

Julia Thut: Mit einer Hand. Feiner, balancierter und harmonischer reiten. Mit Übungen für Einsteiger und Fortgeschrittene, Olms, Hildesheim 2017, ISBN: 978-3-487-08586-9,

Die schweizerische Reittrainerin Julia Thut ist Vertreterin der klassischen Schule und möchte in diesem Buch den Weg zum einhändigen Reiten im Sinne der klassischen Dressur aufzeigen und Reitern unterschiedlichster Reitweisen differenzierte Hilfestellungen und mögliche Problemlösungen an die Hand geben.

Das Buch beginnt mit einer Geschichte des einhändigen Reiters und dessen Funktion von der Antike an. Nach jahrhundertelangem Einsatz als Arbeitstier musste das Pferd mit dem Aufkommen der Schusswaffen im späten Mittelalter und des Einsatzes von Maschinen ab dem 19. Jh. seinen vorherigen Stellenwert im Krieg und in der Landwirtschaft aufgeben. Die einhändige Nutzungs- und Kriegsreiterei verlor an Bedeutung. Anschließend wird auf die Biomechanik des Pferdes eingegangen. Danach geht es um verschiedene Hilfen für das einhändige reiten angefangen von den Sitzhilfen bis hin zu den Sporen und deren Zusammenspiel. Die notwendige Ausrüstung des Reiters und des Pferdes kommt dann zur Sprache. Die reiterlichen Voraussetzungen und die Voraussetzungen beim Pferd schließen den theoretischen Teil ab.

Im praktischen Teil wird gezeigt, wie man das Pferd Schritt für Schritt auf einhändiges Reiten umstellt. Die Übungsreihen enthalten systematische Anleitungen von zahlreichen Lektionen für Einsteiger und Fortgeschrittene und führen von einfachen Übungen, vorbereitenden Übungen und Zügelführung hin bis zum höchsten Niveau wie Seitengänge, Pirouette, Piaffe oder Passage. Häufig auftauchende Probleme und die dazugehörigen Lösungen werden dabei am Ende der jeweiligen Kapitel und Anleitungen angesprochen.

Was auf den ersten Blick wie eine Hommage an vormoderne Kampfstile oder Westernreiten aussieht, ist besonders für den Umgang mit sensiblen Pferden geeignet. Die Zügel stehen weniger im Mittelpunkt, was andere Faktoren bevorzugt, die aber ein detailliertes und spezialisiertes Training erfordern. Die hier vorgestellten Übungen sind Schritt für Schritt in Wort und Bild anschaulich beschrieben, Checklisten gewährleisten eine selbständige Überprüfung. Es fehlt aber ein Überblick über Reitschulen oder Adressen, wohin sich Reiter wenden können, um professionell das Reiten mit einer Hand zu lernen.

 

 







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