Ausstellung einiger Schätze der Sammlung Outsider Art der Eckhard Busch Stiftung an der Uniklinik Köln


Magura, Köln

24.05.18
KulturKultur, NRW, Köln, TopNews 

 

Von Michael Lausberg

Exponate der Sammlung der gemeinnützigen Eckhard Busch Stiftung von autodidaktische Kunst von Laien, Kindern, Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung waren schon im  Gelenkzentrum Bergisch Land, in Haan (21.05.2017 - 13.04.2018) zu sehen. Nun ist dieselbe Ausstellung  in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinik Köln (17.04. - 06.07.2018) zu bestaunen.

Grundlegende Elemente der Art brut/Outsider Art

Die Art brut (rohe Kunst) ist ein von dem französischen Maler und Sammler Jean Dubuffet  geprägter Sammelbegriff für autodidaktische Kunst von Laien, Kindern, Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung. Die verwandten Kunstformen sind vielfältig. Eine Spielart der Art Brut sind Kunstwerke aus Alltagsgegenständen, Abfall und Scherben, aus Muscheln zusammengesetzte Gebilde, Skulpturen sowie Verzierungen. Art brut beschreibt eine Kunst jenseits etablierter Formen und Strömungen und ist daher eher als subversive, alternative Kunstform zu verstehen. Allerdings wird der Begriff wegen seiner Unschärfe immer wieder kritisiert. In den anglo-amerikanischen Ländern ist eher Bezeichnung Outsider Art (Außenseiter-Kunst), Visionary art und Self-taught art verbreitet.

Jean Dubuffet hat mit seinem Wirken viel zur Anerkennung marginalisierter Kunstformen beigetragen. Im Jahre 1947 gründete er mit dem Surrealisten André Breton und anderen Gegnern akademischer Kunst in Paris die Compagnie de l’Art brut. Das Ziel dieser Gesellschaft lag darin, Werke der Art brut zu dokumentieren und zu sammeln. Bis zum Jahre 1975 wuchs die Sammlung auf ca. 15.000 Werke an. Dann schenkte die Gesellschaft ihre Sammlung der Schweizer Stadt Lausanne, wo sie seit 1976 in einem öffentlichen Museum, der Collection de l’art brut, ausgestellt wird.

Dieser Anerkennungsprozess ging in den letzten Jahrzehnten weiter. In der Gegenwart spezialisiert sich ein eigenes Segment des Kunsthandels auf die Art Brut bei internationalen Messen, zum Beispiel die Kunstköln oder die New Yorker Outsider Art Fair. Die englische Kunstzeitschrift Raw Vision legt einen Schwerpunkt auf die Art brut. Seit 2000 wird der Euward, der Europäischen Kunstpreis Malerei und Graphik für Künstler mit geistiger Behinderung, verliehen.

 

Die gemeinnützige Eckhard Busch Stiftung besitzt eine umfangreiche Sammlung von über 100 Arbeiten gestaltet von psychisch erkrankten Menschen. 2012 wurde der erste Kalender „Bilder für die Seele“ der Stiftung herausgebracht. Nach dem Erwerb erster Originale des Münchener Künstlers  Günther Neupel, wurde die Sammlung der Art Brut/Outsider-Art immer weiter intensiviert. Dies geschah durch den Besuch von unterschiedliche Werkstätten, Ausstellungen und Museen, die meist sind an psychiatrische Einrichtungen angeschlossen, oder freier Werkstätten, die von Kunsttherapeuten geleitet werden.

Mit der Präsentation der Sammlung in Form von Ausstellungen möchten die Stiftung einen Zugang schaffen über die Kunst zu Menschen mit psychischen Störungen, um damit Stigmata abzubauen und ein besseres gegenseitiges Verstehen zu ermöglichen. Die Bilder zeichnen sich besonders durch einen hohen Grad an Phantasie und Kreativität aus. Dort wird visuell in der eigenen Sprache ausgedrückt, was sie fühlen und ihnen auf der Seele liegt.







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz