Das Gleichnis von Hammer und Amboss

06.09.09
KulturKultur, Arbeiterbewegung, TopNews 

 

Von Dieter Riedler

Du musst steigen oder sinken,
Du musst herrschen und gewinnen,
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein.
Johann Wolfgang von Goethe


Das Gleichnis von Hammer und Amboss

Der Großvater diente beim Kaiser, alle waren voller Elan,
Majestät rief zu den Fahnen und das große Leiden begann.
Der kleine Soldat vor Verdun begriff und sein Mut wurde klein
ich werde niemals der Hammer, sondern immer der Amboss sein.

Der Vater sollt herrschen und gewinnen, so begann die braune Welt,
es wurde ihm eingetrichtert, nur kämpfen dann wirst du ein Held.
Die Großen verheizen die Kleinen, in Stalingrad sah er es ein.
Das Volk wird niemals der Hammer, sondern immer der Amboss sein.

Dann kamen die Genossen, zurück aus dem warmen Exil.
Sie sprachen vom Wohlstand für alle, dachten aber nur an das eigene Ziel.
Der Sohn war fleißig, doch wollte nicht ihren roten Verein.
So war auch er niemals Hammer und konnte nur Amboss sein.

Plötzlich schien am Himmel die Sonne, der Enkel war zum Aufbruch bereit.
Seine Illusion wurde ihm ausgetrieben, von den Herren der neuen Zeit
Seine Firma schloss für immer, da fiel ihm das Wort des Ahnherren ein:
Wir Arbeiter werden immer der Amboss, aber niemals der Hammer sein.

getextet im Vogtland 2009, Nr. 11







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