KMK-Schulkonzept nützt weder Schülern noch Lehrkräften

28.04.20
KulturKultur, Politik, News 

 

"Ein gemeinsames Konzept der Länder für die Schulöffnung sieht wirklich anders aus: Mit dem Prinzip ,Jeder darf mal irgendwie, aber nicht zu lange' ist niemandem geholfen. Außerdem ist zu befürchten, dass im Nachgang jedes Bundesland wieder seine eigenen Regelungen schafft“, erklärt Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf das aktuelle Konzept der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Schulöffnung. Bull-Bischoff weiter:

„Lehrkräfte sind jetzt schon verunsichert, wie der Unterricht unter Einhaltung der Auflagen ob des fehlenden Personals und fehlender Räumlichkeiten bewerkstelligt werden soll. Lösungsansätze dazu beinhaltet das KMK-Papier nicht. Diese sind aber in der Praxis essentiell. Unter allen Umständen braucht der Schulbeginn eine Vorlaufzeit von mindestens zwei Wochen.

Neben dem absoluten Gebot des Gesundheitsschutzes müssen dringend die Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder in schwierigen und belasteten Situationen wieder in Gang gesetzt werden. Wir brauchen jetzt schnell Angebote der Schulsozialarbeit, der Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie pädagogische Fachkräfte und digitale Grundsicherung, etwa durch die Öffnung des Bildungs- und Teilhabepakets für digitale Lernmittel. Wir müssen schleunigst die Voraussetzungen für digitales Lernen zu Hause und in der Schule schaffen und der Verschärfung sozialer Spaltung entgegentreten.

Es ist natürlich gut, wenn jetzt schneller Endgeräte an die Schulen kommen, doch ungeklärt und im Konzept der KMK nach wie vor unberücksichtigt bleiben unter anderem folgende Fragen: Wer spielt welche Programme auf die Geräte? Wer wartet sie? Wer kümmert sich um Fragen von Lizenzen? Damit werden Lehrkräfte und Schulleiter oft allein gelassen.

Der Digitalpakt muss einerseits deutlich nachgebessert und ausgebaut werden. Andererseits kann der bewilligte Zuschuss von 150 Euro pro Schülerin oder Schüler für mobile Endgeräte für bedürftige Kinder und Jugendliche nur als ein Anfang gesehen werden. Denn der Zuschuss setzt voraus, dass der Rest der Summe von den Familien selbst aufgebracht werden muss, was für viele Familien schlichtweg nicht realisierbar ist. Jede Schülerin und jeder Schüler muss aber auch zu Hause einen Computer, Drucker und Internetanschluss zur Verfügung haben - auch nach der Krise."







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