Wichtige Basis der Forschung wird zerstört

25.09.16
KulturKultur, Politik, NRW, Köln, News 

 

 „Dass die Bundesregierung sich keine Gedanken dazu macht, wie die weltgrösste medizin- und lebenswissenschaftliche Bibliothek ZB MED in Köln dauerhaft gesichert werden kann oder wenigstens die Bestände erhalten bleiben können, macht mich fassungslos“, erklärt Ralph Lenkert, Sprecher für Forschungspolitik der Fraktion DIE LINKE. Die Bibliothek gehörte bis dato der Leibniz-Gemeinschaft an, die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat in diesem Jahr einstimmig beschlossen, dass sie bis 2019 abgewickelt wird. Auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (BT-Drucksache 18/9570) antwortete die Bundesregierung, dass die Bibliothek nicht den Anforderungen an ein modernes Informationszentrum entspreche und sie diese Entscheidung deshalb unterstütze. Lenkert weiter:

 „Ich halte nicht viel von der seltsamen Philosophie, dass eine Bibliothek durchbrechende Forschungsleistungen bringen muss. Sie muss vielmehr die Basis der wissenschaftlichen Infrastruktur bilden, durch Bereitstellung qualitativ hochwertiger, vielfältiger und umfangreicher Fachliteratur. Die Bundesregierung äußerte, dass sie darauf hoffe, dass die ZB MED sich in dem Sinne entwickle, dass eine Wiederaufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft bis 2019 möglich ist. Hoffen und harren hält viele zu Narren. Die Bundesregierung soll nicht hoffen, sondern alles dafür tun, dass die ZB MED erhalten werden kann! Keine andere Bibliothek in Deutschland hat einen vergleichbaren Bestand an Fachzeitschriften. In Zukunft müssen Forschende, Studierende, Ärzte und Apotheker wohl in den USA für teures Geld ihre Fachliteratur per Fernleihe besorgen. Das ist nicht akzeptabel und schadet dem Forschungsstandort Deutschland.“

 







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