Neuerscheinungen Erziehung und Psychologie


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11.03.20
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Stephan Dettmers/Jeannette Bischkopf (Hrsg.): Handbuch gesundheitsbezogene Soziale Arbeit, Ernst Reinhardt Verlag, München 2019, ISBN: 978-3-497-02893-1, 39,90 EURO (D)

In Kliniken, in der medizinischen und sozialen Rehabilitation sowie in der Behinderten- und Altenhilfe und vielen weiteren Handlungsfeldern spielt die gesundheitsbezogene Soziale Arbeit eine große Rolle. Dieses Handbuch vermittelt das relevante Wissen sowohl für die Soziale Arbeit im Gesundheitswesen wie auch für den Gesundheitsbezug im Sozialwesen. Es bietet einen Überblick über theoretische und methodische Aspekte, rechtliche, gesundheits- und sozialpolitische Perspektiven und nicht zuletzt die vielen verschiedenen Praxisfelder gesundheitsbezogener Sozialer Arbeit. Das Handbuch hat zum Ziel, die notwendige Mitwirkung Sozialer Arbeit in der Prävention, Gesundheitsförderung, Kuration und Palliation im Zusammenhang mit Krankheits- und Gesundheitsbezug zu begründen: „Neben wesentlichen Wissensbeständen geht es um die Diskussion über zentrale Komponenten und Haltungen, die in der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit notwendig sind, um letztlich die bestmögliche fachliche Unterstützung für Menschen mit gesundheitlichen Risiken und Einschränkungen und ihre Angehörigen in Verbindung zu ihren sozialen und natürlichen Umwelt zu bieten.“ (S. 14)

Die wird in drei Teilbereichen präsentiert. Dies geschieht in Form von Essays aus einer interdisziplinären Perspektive durch verschiedene Autoren. Im ersten Teil werden theoretische und methodische Aspekte behandelt. Thematisch werden aus sozialarbeitswissenschaftlicher, soziologischer und gesundheitswissenschaftlicher Perspektive Aspekte zum Verhältnis zwischen sozialen und gesundheitlichen Faktoren im Kontext von Bildungsprozessen vorgestellt. Dabei werden Case Management, Evidenzstärkung, Klinische Sozialarbeit und das Verhältnis von Migration und Gesundheit näher behandelt.

Im zweiten Teil geht es um die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen mit Schwerpunkt in der BRD, aber auch in Grundzügen in Österreich und der Schweiz. Außerdem gibt es eine Erörterung mit der aktuellen Teilhabedimension, dem dann die gesundheitsökonomische Rahmung für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit folgt.

Im dritten Teil werden wesentliche Praxisfelder hinsichtlich der Feldbeschreibung und wichtigsten fachlichen Aufgaben und Zugänge behandelt. Dies wird von einer Darstellung gegenwärtiger Entwicklungen und Trends eingeleitet. Danach kommen einzeln die Bereiche Gesundheitsförderung und Prävention, Soziale Arbeit in Krankenhäusern, medizinische Rehabilitation, Suchthilfe, öffentlicher Gesundheitsdienst, Sozialpsychiatrie, Onkologie, die Zielgruppe Kinder, Jugendliche und Senioren zur Sprache. Außerdem werden gesundheitsbezogene Arbeit in der Eingliederungshilfe, im Sozialwesen, im Zusammenhang mit Selbsthilfeoptionen der Klientel sowie die notwenige Selbstsorge Sozialer Arbeit thematisiert.

Das Buch ist von verschiedenen Experten geschrieben worden und vermittelt das aktuelle Wissen in Theorie und Praxis auf hohem Niveau. Hier werden neben theoretischen, forschungsmethodischen und praktischen Ansätzen auch dazugehörige Grundlagen zu Recht, Ethik, Politik und Gesundheitssystem behandelt. Die Beiträge sind durchgehend strukturiert und didaktisch gut angelegt. Was allerdings fehlt, sind eine Liste von Institutionen zur Weiterbildung mit Adressen bzw. Links im Anhang und eine praktische Darstellung der Arbeit im Hospiz.

Buch 2

Daniel Jung: Let’s rock education. Was Schule heute lernen muss, Droemer, München 2020, ISBN: 978-3-426-27815-4, 20 EURO (D)

Daniel Jung ist mit seinen Mathematik-Tutorials einer der erfolgreichsten Bildungs-Youtuber in der BRD und Gründer der Online-Lernplattform mathefragen.de. Er ist an der Entwicklung von digitalen und analogen Mathekursen und Skripten im deutschsprachigen Raum beteiligt. In diesem Buch entwickelt er aus diesen Erfahrungen Vorschläge für die Implementierung neuer innovativer Lernkonzepte und digitales Lernen in der Schule. Es geht es mehr als die Ausstattung der Schulen mit Tablets oder PCs und die Weiterbildung von Lehrern.

Er klärt übe den Nutzen von „sozialen Medien“ für das Bildungswesen und erklärt wie Kommunikation auf den verschiedenen Kanälen funktionieren. Er betont dabei die Chancen der Digitalisierung und stellt dar, wie digitale Hilfsmittel kompetent und selbstbestimmt zu einem höheren Lernerfolg beitragen können.

Er spricht von einem Paradigmenwechsel in der Bildung hin zu einer „Community von Lernenden“ (S. 227). Drei Elemente müssten dabei umgekehrt werden. Erstens brauche Schule Verschiedenheit, sie sollte die Tatsache fördern, dass jeder unterschiedliche Talente hat und damit auf seine Weise zum Gemeinwohl beitragen kann. Die anderen beiden sind Kreativität und Teamarbeit: „Denn produktiv sind wir als Gesellschaft und Unternehmen dann, wenn wir gut im Team zusammenarbeiten.“ (S. 227) Außerdem gehören für ihn zur Bildung auch Soft skills, also „Fähigkeiten, die wir entwickeln sollten, um uns in der Welt (…) zurechtzufinden“. (S. 226).

Interessante Bereiche in seiner Vorstellung von der Schule der Zukunft sind die Aufwertung der Lehrer als „Grundlage jedes Lernerfolges“, die als Person Begeisterung wecken sollen und fachlich sowohl analog als auch digital sich auskennen: „Wenn ich fordere, Bildung neu zu denken, geht es mir bei Weitem nicht darum, Lehrer durch Technologie zu ersetzen. Im Gegenteil: Die Community, auch die physische Begegnung und nicht nur die digitale in den sozialen Netzwerken, ist der Kern von Schule.“ (S. 231) Zur Vorbereitung auf das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz sei es die Aufgabe der Bildung, Kreativität zu wecken und zu leben.

Dies gelte nicht nur für Schulen, sondern auch für Unternehmen, in denen ein großer Teil der Bildung stattfindet. Sie hätten eine größere Verantwortung in der Bildung als früher, um ihre Mitarbeiter auf die Veränderungen der Technik- und Lebenswelt einzustellen.

Die Bildungspolitik hat die Digitalisierung verschlafen und ist Lichtjahre entfernt von der Entwicklung in anderen Ländern, sowohl bei der Ausstattung der Schulen, den Lehrplänen als auch der Qualifikation der Lehrer. Dies ist nicht einfach nachzuholen, sondern wird als Ballast noch die nächsten Jahrzehnte prägen. In diesem Zusammenhang wäre es fahrlässig, sich dem Rat eines Experten wie Daniel Jung zu verschließen. Einige seiner Vorschläge und Anregungen sind realitätsfremd oder nicht umsetzbar, andere, also die hier dargestellten, reichern die Diskussion an und sind praktikabel, wenn der Wille zur Umsetzung bei den Entscheidungsträgern da. Die Auseinandersetzung mit dem estnischen System sollte auch nicht fehlen.

Buch 3

Liselotte Ahnert (Hrsg.): Frühe Bindung. Entstehung und Entwicklung, 4. Auflage, Ernst Reinhardt Verlag, München 2019, ISBN: 978-3-497-02857-3, EURO (D)

Dieser Sammelband gibt einen Überblick über Entstehung und Entwicklung von frühen Bindungen. Führende deutschsprachige Bindungsforscher erklären, welche Faktoren die Bindungsentwicklung beeinflussen, wie sich frühe Bindung auf das Sozialverhalten auswirkt und wie es zu Fehlentwicklungen kommt. Dabei werden Ansätze der Entwicklungspsychologie, Psychoanalyse, Verhaltensforschung, Neuropsychologie und der Sprachwissenschaft einbezogen. Dies ist die mittlerweile vierte Auflage.

Das Buch besteht aus vier Teilbereichen. Im ersten Teil wird in die theoretischen und methodologischen Orientierungen eingeführt. Klaus E, Grossmann beschäftigt sich mit den theoretischen und historischen Perspektiven der Bindungsforschung. Danach geht Martin Dornes auf die psychoanalytischen Aspekte der Bindungstheorie ein. Die Herausgeberin behandelt verschiedene Konzepte früher Bindungsentwicklung und Gabriele Gloger-Tippelt stellt die individuellen Unterschiede in der Bindung und Möglichkeiten der methodischen Erhebung bei Kindern dar. Heidi Keller beschäftigt sich dann mit der Verbindung von Kultur und Bindung.

Im zweiten Teil geht es um die Entwicklung primärer Bindungsbeziehungen. Den Anfang macht Dietmar Todt mit seinen Beitrag über die Beziehungsentwicklung im Rahmen der Mutter-Kind-Dyade. Arnold Lohaus, Juliane Ball und Ilka Lißmann gehen danach auf die frühe Eltern-Kind-Interaktion ein, bevor Gisela Klann-Delius die sprachliche Formatierung von Beziehungserfahrungen thematisiert. Marcel R. Zentner skizziert dann die Grundlagen der Kinder-Temperamentsforschung und dessen Einfluss auf das Bindungsverhalten. Den Abschluss machen Axel Schölmerich und Anke Lengning mit ihrem Beitrag über Neugier, Exploration und Bindungsentwicklung.

Der dritte Teil beschäftigt sich mit Bindungserfahrungen in erweiterten Beziehungsnetzen, die über die Eltern hinausgehen. Dietmar Todt analysiert zuerst die Betreuungsvielfalt und Strategien der Beziehungsregulation bei nicht-menschlichen Primaten. Heinz Kindler und Karin Grossmann gehen auf die Vater-Kind-Bindung und die Rolle von Vätern in den ersten Lebensjahren ein. Lieselotte Ahnert behandelt noch Bindungsbeziehungen bei der Tagesbetreuung und Erziehern.

Der vierte Teil dreht sich um die Ursachen und Folgen devianter Bindungsentwicklungen. Zuerst stellen Katharina Braun und Carina Helmeke die Neurobiologie des Bindungsverhaltens aus der tierexperimentellen Forschung vor Marina Zulauf-Logoz danach die Desorganisation der frühen Bindung und ihrer Konsequenzen. Hellgard Rauh geht dann auf kindliche Behinderung und Bindungsentwicklung ein, der Beitrag von Gerhard J. Suess und Wolfgang Hantel-Quitmann über Bindungsbeziehungen in der Frühintervention rundet das Buch ab. Alle Beiträge sind ähnlich strukturiert: mit einer Einleitung, dem Hauptteil und einer Zusammenfassung bzw. Ausblick.

Im Anhang findet man noch ein Literatur-und Autorenverzeichnis sowie ein Sachregister.

Hier stellen Bindungsforscher die Entstehung und Entwicklung von Bindungsbeziehungen sowie die Folgen geglückter wie belasteter Entwicklungen vor. Bindungsstörungen sind häufig der Vorläufer von Persönlichkeitsstörungen, wie Borderlinestörung und narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, sowie dissoziativen Störungen wie auch multipler Persönlichkeit. Das Buch ist ein gelungenes Kompendium mit interdisziplinärer Ausrichtung. Es ist für Studierende der Psychologie, der Pädagogik, der Sozialen Arbeit sowie Fachkräften in den Bereichen früher Bildung und Frühförderung geeignet.

Buch 4

Barbara Ehring-Hüttemann / Hildegard Berger / Mechthild Everding-Kraß / Uschi Gohl / Sigrid Heermann: Handorfer Spielekartei für Voltigier- und Reitpädagogen, 4. Auflage Ernst Reinhardt, München 2019, ISBN: 978-3-497-02860-3, € [D] 46,00

Die Handorfer Spielekartei von fünf Pädagoginnen ist eine Sammlung von Spielen und Übungen zur Voltigier- und Reitpädagogik mit Kindern, die in der heilpädagogischen Praxis angewandt worden sind und sich bewährt haben. Hier werden in einer Karteibox über 140 Aktivitäten auf Karteikarten mit DIN A6 Format in der vierten Auflage präsentiert.

Die Spiele zur Voltigier- und Reitpädagogik sind nach Förderbereichen sortiert und farblich gekennzeichnet. Es erfolgt eine klare Zuordnung nach den Förderbereichen Körperwahrnehmung, taktile Wahrnehmung, auditive Wahrnehmung, visuelle Wahrnehmung, Visumotorik, verbale Kommunikation, Merkfähigkeit, Kreativität sowie Partnerschaft/Gruppenverhalten, was hilft, die richtige Übung für die individuellen Anforderungen des Kindes zu finden. Die Übungen haben teilweise das Pferd selbst zum Inhalt oder binden es in Verlaufe ein. Manche Übungen sind mit und oder Pferd konzipiert.

Wie Pferde wahrnehmen, interagieren und nach welchen Mustern sie reagieren könnten, das Beziehungsdreieck von Pferd, Pädagoge und Kind oder andere Informationen über das Pferd als Interaktionspartner und die pferdegestützte Pädagogik werden nicht extra angesprochen und als bekannt vorausgesetzt.

Die Spielekartei stellt eine wertvolle Fundgrube für alle dar, die mit Pferden und Kindern arbeiten. Die Karten stammen aus der Praxis und sind für andere Praktiker konzipiert worden. Manche Übungen sind allerdings nur grob geschrieben, da fehlen tiefere Informationen zu Lerninhalten und möglichen Problemen.

Insgesamt gesehen tragen die Übungen dazu bei, die Wahrnehmungsfähigkeit eines Kindes und das Erkennen von Signalen zwischen ihm und dem Pferd zu schulen. Außerdem werden soziale Kompetenzen und die Empathiefähigkeit des Kindes verbessert, was wiederum zu mehr Selbstbewusstsein führt. Grob- und Feinmotorik beeinflussen die differenzierte Koordination der Bewegungsabläufe.

 

Buch 5

Ivan Urlic/Miriam Berger/Avi Berman: Opferdasein, Rachsucht und die Kraft der Vergebung. Traumatherapie und Trauerarbeit auf psychologischer Grundlage, Psychosozial Verlag, Gießen 2019, ISBN: 978-3-8379-2554-8, 39,90 EURO (D)

Opferdasein, Rachsucht und die Kraft der Vergebung stehen in einem engen Verhältnis zueinander. Werden das eigene Leid, die eigene Identität und die entsprechende Opferrolle überhöht, führt dies oft zur Negierung fremden Leids und zur Selbstrechtfertigung eigenen Fehlverhaltens bis hin zur totalen Abwesenheit von Empathie. Angst, Aggression und moralische Empörung bewirken unter Umständen, dass Rachegelüste in destruktiver Weise ausgelebt werden. Jegliche Möglichkeit der Versöhnung erscheint dann illusionär.

Die drei Experten zeigen mit zahlreichen Beispielen aus der gruppenanalytischen und psychoanalytischen Praxis der Traumatherapie und Trauerarbeit, wie eine Befreiung von destruktiven Gefühlen der Rachsucht, Aggression und Schuld gelingen kann und wie Wege zur Versöhnung geebnet werden können. Dabei ist die Verbundenheit der Autoren zur Behandlung von Kriegstraumata, Gewalt und Aggression mit ihrer eigenen Biografie verwurzelt. Miriam Berger und Avi Berman sind israelische Psychologen, Ivan Urlic ein kroatischer Psychiater, der das Grauen des Jugoslawien-Krieges und die Folgen in seiner Arbeit hautnah spürt.

Das Buch ist in drei große Teilbereiche aufgeteilt: Avi Berman beschäftigt sich im ersten Teil mit der Opferidentität: Dazu untersucht er die posttraumatische Opferidentität aus psychoanalytischer Sicht und die kollektive und nationale Opferidentität aus soziologischer Sicht. Danach beschäftigt sich Miriam Berger mit der Rachsucht: Sie geht dabei auf die Rachsucht als diskreditierter Affekt, die kommunikative Funktion von Rachsucht und die Rachsucht als verbindende Klammer zur Anerkennung. Ivan Urlic behandelt dann Möglichkeiten der Vergebung und Versöhnung: Dabei weist er nach, wie Vergebung funktionieren kann und dies mit Trauer kombinierbar gemacht werden kann. Diese drei Teilbereiche werden in dem Nachwort von Ellen Reinke systematisiert und um eigene Gedanken ergänzt.

Dies ist ein qualitativ hoch zu bewertendes Buch von drei Experten aus der Trauerarbeit. Es ist mit vielen Behandlungsbeispielen versehen und zeigt Wege auf, wie destruktive Gefühle und Gedanken zu einer Vergebung und einem vernünftigen Miteinander gelingen können. Dabei muss wohl berücksichtigt werden, dass kollektive, kriegerische und nationale Opferidentität und Trauer nicht eins zu eins auf andere Länder oder Regionen übertragbar sind.

Buch 6

Thomas Hülshoff: Psychosoziale Intervention bei Krisen und Notfällen, Ernst Reinhardt Verlag (UTB), München 2017, ISBN: 978-3-8252-4850-5, 39,95 EURO (D)

Das Buch liefert Basiswissen über typische psychosoziale Krisen und Notfallsituationen in den Berufsfeldern der Sozialen Arbeit, Pädagogik und Psychologie. Psychosoziale Kriseninterventionen werden praxisorientiert beschrieben - vom Abschätzen der akuten Gefährdung über das Herstellen einer entlastenden, tragfähigen Beziehung bis hin zu ressourcen- und lösungsorientierten Schritten. Dabei greift der Autor neben klinischen Erfahrungen in (Sozial-)Pädiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie auf seine Erfahrungen als systemischer Familientherapeut und seine Lehrtätigkeit als Professor für die Medizinischen Grundlagen der sozialen Arbeit und Heilpädagogik an der Katholischen Hochschule NRW zurück.

Zunächst wird die Bedeutung der in den Randspalten benutzten Piktogramme erläutert. Danach folgen Grundlagenkenntnisse zu Notfällen und Krisen, biologische, psychische und soziale Aspekte der Belastung, Stress und Stressbewältigung. Komplementäre Konzepte und Methoden, Krisenintervention und Informationen zu Erster Hilfe und lebensrettende Maßnahmen kommen dann zur Sprache. Ebenso Intervention für die Helfer durch Informationen über Burnout und vorbeugenden Maßnahmen. Dann geht es um Interventionen bei Krisen mit besonderer Selbstgefährdung wie Suizidversuch und Entwicklungskrisen wie Pubertätskrisen. Krisen im Kontext von Krankheit werden dann veranschaulicht. Dabei kommen drei Teilaspekte (schwere körperliche Krankheiten, psychische Erkrankungen, Sucht und Abhängigkeit) mit Beispielen zur Sprache. Anschließend werden Krisen und Notfallsituationen bei Kindesvernachlässigung, Kindesmisshandlung, bei sexuellem Missbrauch, häuslicher Gewalt und Stalking präsentiert. Außerdem gibt es noch einen kurzen Einblick in die Traumapädagogik. Krisen im Kontext von Flucht, Vertreibung und Migration wie Exkulturations- und Identitätskrisen, Traumatisierung und posttraumatische Belastungen runden das Buch ab. Jedes Kapitel enthält Begriffsklärungen, Fallbeispiele, eine abschließende Zusammenfassung und Literaturempfehlungen. Im Anhang findet man noch mehr Literatur und ein Sachregister.

Dieses Lehrbuch veranschaulicht anhand theoretischer Grundlagen diverser Fälle die Vorgehensweise von Helfern in Krisensituationen. Natürlich kann das Buch nur Handlungsempfehlungen abgeben, da jeder Fall in der Praxis verschieden ist und jeder Helfer in Notfällen anders reagiert und manches nicht planbar ist. Das nötige Hintergrundwissen wird auf einem hohen didaktischen Stand vermittelt. Zusätzlich gibt es noch Multiple-Choice-Fragen zum Lehrbuch zum Test des eigenen Wissens. (testfragen.reinhardt-verlag.de)

 

 







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