„Christliche Kirchen haben nur gemeinsam eine Zukunft“

18.06.19
KulturKultur, Bewegungen, NRW, Ruhrgebiet, News 

 

Von Wir sind Kirche

 

  • Wir sind Kirche auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund
  • „Gespräche am Jakobsbrunnen“ auf dem „Markt der Möglichkeiten“ 
  • Wir sind Kirche seit 24 Jahren für Reformen und Ökumene engagiert

Die katholische Reformbewegung Wir sind Kirche sieht den Kirchentag in Dortmund als große Chance für die Kirchen, Menschen auch außerhalb der eigenen Gemeinden und Milieus zu erreichen. Kirchentage wie Katholikentage können zeigen, dass christliche Werte und christliches Engagement wichtige Elemente einer solidarischen Gesellschaft sind.

Die Dortmunder Kirchentagslosung „Was für ein Vertrauen“ sieht Wir sind Kirche als zeitgemäße und gute Antwort auf die massiven Umbrüche und Unsicherheiten, die viele Menschen derzeit empfinden und die den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedrohen. Für die Zukunft wird es noch wichtiger sein, sich noch viel stärker und gemeinsam in versöhnter Verschiedenheit ökumenisch zu engagieren und in gesellschaftliche Dialoge einzubringen. Nur gemeinsam haben die christlichen Kirchen eine Zukunft.

Die Anfang Mai 2019 vorgelegte Projektion der Kirchenmitglieder und des Kirchensteueraufkommens ist sowohl für die evangelische wie für die römisch-katholische Kirche in Deutschland äußerst alarmierend. Den Berechnungen zufolge werden die Mitgliederzahlen beider Kirchen bis 2060 um ca. die Hälfte zurückgehen. Die Kirchenleitungen müssten jetzt alles in ihrer Macht Stehende tun, dem schleichenden Rückgang der Mitgliederzahlen unverzüglich aktiv und positiv entgegenzutreten.

Bevor die Kirchen aber wieder Hoffnungsträger werden können, müssen sich die Kirchenleitungen – dies gilt sowohl für die römisch-katholische wie für die evangelische Kirche – selber der Vertrauensfrage stellen. Denn die viel zu lange vertuschte sexualisierte Gewalt hat das Vertrauen bis in die Grundfesten zerstört. Nur eine grundlegende Aufarbeitung und Prävention, wie sie jetzt endlich begonnen wurde, aber noch intensiviert werden muss, kann auf lange Sicht dazu führen, dass die Menschen kirchlichen Institutionen wieder Vertrauen entgegenbringen.

„Gespräche am Jakobsbrunnen“ auf dem „Markt der Möglichkeiten“ 

Spannende Gespräche zu jeder Stunde zu aktuellen Themen mit Gästen aus Kirche, Gesellschaft und Politik bietet die katholische Reformbewegung auf ihrem großen Stand in Halle 8 G08 im Bereich „Gelebte Ökumene“. Der Jakobsbrunnen ist in biblischer Tradition ein uraltes Symbol für Kommunikation und Quelle des Lebens. Er war Ort der Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin (Joh 4,5-42) – ein erstes „ökumenisches Gespräch“.

Gäste bei den „Gesprächen am Jakobsbrunnen“ sind u.a. die Ordensfrau Lea Ackermann über das Verbot der Prostitution, die Publizistin Liane Bednarz über christlichen Rechtspopulismus, FAZ-Korrespondent Jörg Bremer über Ökumenische Gastfreundschaft, Bestseller-Autor Erik Flügge über die kirchliche Sprache, der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold über das Projekt eines Europäischen Ökumenischen Kirchentags, die neue Generalsekretärin des Kirchentages Julia Helmke über Frauen in der Kirche heute, die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, Matthias Katsch als Sprecher „Eckiger Tisch“ und Mitglied der Unabhängigen Aufarbeitungskommission über Wahrheit und Gerechtigkeit für die Opfer, Lisa Kötter und Adelheid Kellinghaus von der vielbeachteten katholischen Frauenaktion „Maria 2.0“, der ausscheidende SPD-Europaabgeordnete Arne Lietz über Europäische Rüstungs- und Verteidigungspolitik, der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer über Ökumene in stürmischen Zeiten, der ehem. Ratsvorsitzender der EKD Nikolaus Schneider über Vertrauen als kostbares und flüchtiges Gut, der Theologe und Autor Pierre Stutz über Zivilcourage, Ellen Ueberschär von der Heinrich-Böll-Stiftung über Demokratie in den Kirchen sowie Lucia Werbick von MISEREOR über ein gerechtes Ernährungssystem.

Wir sind Kirche seit 24 Jahren für Reformen und Ökumene engagiert

Die weltweit vernetzte KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche (www.wir-sind-kirche.de) ist nach dem Missbrauchsskandal um den Wiener Kardinal Hans Hermann Groër 1995 in Österreich entstanden. Wenn nach dem in Österreich gestarteten KirchenVolksBegehren die darin enthaltenen Reformpunkte (geschwisterliche Kirche, Weihen für Frauen, freiwilliges Zölibat, Reform der Sexuallehre, Frohbotschaft statt Drohbotschaft) von der Kirchenleitung ernstgenommen und angegangen worden wären, wäre zumindest in den vergangenen 24 Jahren vielen Betroffenen großes Leid und der Kirche immenser Schaden an Glaubwürdigkeit erspart worden. In Deutschland setzt sich Wir sind Kirche zusätzlich sehr für die Ökumene ein und hat beim Ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin die Gottesdienste in der Gethsemanekirche mit wechselseitiger ökumenischer Gastfreundschaft mitgestaltet.

Wir sind Kirche-Programm auf dem Evangelischen Kirchentag Dortmund
www.wir-sind-kirche.de/?id=729







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