Neuerscheinungen Natur und Tier


Bildmontage: HF

14.09.19
KulturKultur, Umwelt, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Bernd Nowak/Bettina Schulz: Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Obst-Gemüse-Getreide-Gewürze, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2019, ISBN: 978-3-494-01758-7, 39,95 EURO (D)

Dieses Buch stellt 302 der wichtigsten Nutzpflanzenarten der Tropen und Subtropen vor und erläutert deren Herkunft, Verbreitung, Biologie, Anbau, Nutzung und Verwendung. Alle vorgestellten Pflanzenarten sind mit Bildern zur besseren Bestimmung illustriert. Die Auswahl umfasst alle Nahrungspflanzen, deren Erzeugnisse überregional gehandelt werden, sowie die meisten der Ernährung dienenden Nutzpflanzen. Die meisten der berücksichtigten Arten werden in Gärten, Hainen, Plantagen oder auf Äckern angebaut.

In der Innenseite des Buches befindet sich eine geografische Karte mit verschiedenen Vegetationen der Tropen und Subtropen zur besseren Orientierung.

Das Buch beginnt nach einer längeren Einleitung mit der Vorstellung des Bestimmungsschlüssels nach Fruchtmerkmalen. Danach folgt ein botanisches Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen, bevor der Hauptteil, die Beschreibung der Arten, vorgestellt wird. Dies geschieht nach einem systematischen Aufbau: Zuerst kommt der wissenschaftliche Name, der auch mit deutschem Namen und in anderen Sprachen genannt wird. Danach folgt eine kurze Beschreibung der Art, anschließend werden Blätter, Blüten, Früchte, Verbreitung, Verwendung, Anbau, Ernte und verwandte Arten behandelt. In der Rubrik „Wissenswertes“ werden ergänzend Hinweise auf Inhaltsstoffe der Pflanzen und auf die oft vielfältigen Möglichkeiten der Nutzung gegeben. Dies wird mit mindestens einem scharfen Farbbild zur besseren Visualisierung und zur besseren Bestimmung unterstützt.

Nach der Beschreibung der Arten folgen noch eine Übersicht der wichtigsten Nutzungen der beschriebenen Pflanzenarten, ein Quellenverzeichnis, die Abbildungsnachweise und ein Register.

Hier werden mehr als 302 Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen umfassend vorgestellt. Der systematische Aufbau ist verständlich und gliedert das Nachschlagewerk hervorragend. Zusätzlich zu den 302 beschriebenen Arten sind noch Hinweise auf 200 weitere Spezies vorhanden. Das Buch gibt des Weiteren einen Einblick in den Sortenreichtum der bäuerlichen Landwirtschaft in den Tropen und Subtropen.

 

Buch 2

Eckhard Grimmberger: Die Säugetiere Mitteleuropas. Beobachten und Bestimmen, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2017, ISBN: 978-3-494-01645-0, 29,95 EURO (D)

Dieses Bestimmungsbuch umfasst sämtliche in Mitteleuropa vorkommenden Säugetierarten, hinzukommen 47 „Irrgäste“, „Exoten“ und Landschaftspfleger. Geordnet nach Bestimmungsmerkmalen werden die Arten mit Farbbildern und Verbreitungskarten vorgestellt. Dies ist die zweite Auflage des Buches. Neu in dieser Ausgabe sind bessere Bilder von vielen Arten, die Fotos von Schädeln und Zahnmerkmalen sowie Hinterfüßen von Nagetieren wurden wegen der besseren Übersicht zusammengefasst. Abbildungen von Fraßspuren, Fährten, Trittsiegeln, Bauen, Kot und anderen Spuren sind bei der jeweiligen Art zu finden.

Das Buch beginnt mit einer Übersicht der behandelten Säugetierarten, der Vorstellung des Bearbeitungsgebietes, den Merkmalen von Säugetieren, den Namen und der Systematik, der Beobachtung von Säugetieren und Säugetierforschung, die Beziehung zwischen ihnen und den Menschen und ihrem Schutzstatus. Danach folgen Hinweise zur Benutzung des Buches mit Abkürzungen und Messstrecken. Danach wird eine Bestimmungshilfe nach äußeren Merkmalen gegeben, bevor dann der Hauptteil, die Beschreibung der Säugetiere Mitteleuropas, kommt. Dort findet man eine festgesetzte Systematik: Vor der jeweiligen Artbeschreibungen werden die Ordnungen, Familien und Gattungen kurz charakterisiert. Die Beschreibung der Art selbst bezieht sich in der Regel jeweils auf die Variationsbreite ihrer Merkmale im Verbreitungsgebiet. Als ähnliche Arten werden diejenigen genannt, mit denen im Bearbeitungsgebiet Verwechselungen möglich sind. Verbreitungskarten und die Angaben zum Lebensraum einer Art beziehen sich auf die für sie typischen Habitate. Bei dem Abschnitt Schutz wird sich auf die Angaben der Weltnaturschutzorganisation IUCN gezogen. Beim Abschnitt Bemerkungen wird bei einigen Arten auf Details wie biologische Besonderheiten eingegangen.

Anschließend geht es um „Irrgäste“, „Exoten“ und Haustiere als Landschaftspfleger. „Irrgäste sind Säugetierarten, die ein oder mehrmals in Mitteleuropa nachgewiesen wurden, sich dort aber nicht dauerhaft etablieren und vor allem auch nicht fortpflanzen konnten. Dies sind vor allem Wale, Delfine oder Robben. Unter „Exoten“ versteht man traditionell in Mitteleuropa nicht beheimatete Tiere wie Kängurus, Berberaffen oder Kamerunschafe. Landschaftspfleger sind zum Beispiel Hauswasserbüffel oder Wollschweine.

Im Anhang findet man noch Informationen über Sohlenschwielen bei Insektenfressern und Nagetieren und Schädel und Zähne, eine Literaturauswahl, Informationen über den Autor, ein Glossar und ein Register sowohl der deutschen und englischen als auch der wissenschaftlichen Artnamen.

Das Buch bietet eine vollständige Übersicht der in Mitteleuropa heimischen Säugetiere zur richtigen Bestimmung. Das einheitliche Schema erleichtert die Einordnung ganz gut, die Bilder sind gestochen scharf und von hoher Qualität. Das Werk eignet sich für Biologen und Naturfreunde, für Studenten ist dieses Werk nur als Ergänzung zu einem Einführungsbuch sinnvoll.

 

Buch 3

Johann Louw: Innocent Namibia, Neumann-Neudamm, Melsungen 2016, ISBN: 978-3-7888-1788-6, EURO (D)

In diesem Buch stellt Johann Louw die Schönheiten der Landschaften und Tierwelt Namibia photographisch vor. Johann Louw ist ein namibischer Safariunternehmer, Offroad Guide, Berufsjäger und Fotograf. Sein Buch erscheint gleichzeitig in deutscher und englischer Sprache.

Namibia wird vor allem von einer Landschaft beherrscht – der Wüste. Entlang der Atlantikküste erstreckt sich von Nord nach Süd die Namib-Wüste. Ein faszinierendes Schauspiel stellt sich dar, wenn meterhohe Dünen auf schäumendes Meer treffen. Besonders sehenswert sind die Dünen an der Atlantikküste und südlich um Sossuvlei, die sich zu einem wahren Sandgebirge auftürmen. Wenn es hier alle paar Jahre doch einmal kurz regnet, bietet sich ein besonderes Schauspiel: dann wird die Wüste für kurze Zeit zu einem See. Weiter im Landesinneren werden die Dünen kleiner und es kann mehr Gras wachsen. Der Sand hat hier eine rötliche Färbung. Das kommt durch den hohen Anteil an Eisenoxid, welches für die rostrote Färbung sorgt. Bei verschiedenen Lichtverhältnissen bietet sich so vor allem für Fotografen eine unendliche Palette an Fotomotiven. Schließlich wird die Namib im Osten vom Gebirge der Großen Randstufe begrenzt, majestätisch erhebt sich der bis zu 2000 Meter hohe Gebirgsrand aus den Weiten der Wüste.

Man begegnet Giraffen, Elefanten, Nashörner, Breitmaulnashörner oder Geparden, die besonders häufig in Namibia anzutreffen sind. Besonders beeindruckend ist das Bild eines Elefantenbullen bei Sonnenuntergang. Aber auch Felsgravuren bei Twyfelfontein, die UNESCO-Weltkulturerbe sind, oder auch indigene Himbas werden gezeigt.

Hier werden die Schönheiten der Flora und Fauna Namibias in großformatigen, scharfen Bildern präsentiert. Alle dieser tollen Bilder sind unveränderte Originale und wurden in freier Wildbahn aufgenommen. Gleichzeitig ist das Buch aber auch eine Mahnung zum Schutz der Natur und der Wildtiere durch verantwortungsvollen Tourismus.

 

Buch 4

Erwin Scheuchl/Wolfgang Willner: Taschenlexikon der Wildbienen Mitteleuropas. Alle Arten im Porträt, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2016, ISBN: 978-3-494-01653-5, 34,95 EURO (D)

In diesem Bestimmungsbuch werden die rund 850 Arten von Wildbienen Mitteleuropas in Text und Bild vorgestellt. Erwin Scheuchl ist Autor und Experte für Wildbienen, Wolfgang Willner ist leidenschaftlicher Naturfotograf. Für dieses Taschenlexikon wurden weit über 9000 Publikationen ausgewertet, um alle in der BRD, Österreich und der Schweiz gemeldeten und nachgewiesenen Arten aufzulisten und die wichtigsten Informationen zu Biologie, Lebensraum und Verbreitung zusammenzutragen. Das Buch richtet sich an Naturfreunde zur eigenen Bestimmung in freier Wildbahn sowie an ein wissenschaftliches Publikum für Exkursionen oder als Grundlagenwerk.

In einer längeren Einleitung werden zunächst grundlegende Informationen über Wildbienen geliefert und der Aufbau des Taschenlexikons erklärt. Danach folgt der Hauptteil der Porträts der einheimischen Arten. Die Gattungen werden jeweils als Gesamtheit vorgestellt, danach folgen die zur jeweiligen Gattung gehörenden Arten. Diese werden nach folgender Systematik geordnet: Wissenschaftlicher Name, deutscher Name, Nomenklatur, Literatur, Etymologie, körperliche Merkmale, Lebensweise, Pollenquellen, Nestbau, Lebensraum, Parasiten, Wirte, Flugzeit, besonderes Verhalten, Verbreitung/Artenzahl, Gesamtverbreitung, Lokalverbreitung und Sonstiges. Die geographische Verbreitung wird in Karten vorgestellt und es geben detaillierte Farbbilder zu vielen mitteleuropäischen Arten.

Im Anhang findet man noch ein Literaturverzeichnis, einen Bildquellennachweis und ein Register der deutschen Artnamen.

Dieses Buch bündelt die weit verstreuten Informationen über Wildbienen in Mitteleuropa und stellt Informationen im handlichen Taschenformat über Verbreitung, Merkmale und Lebensweise der Insekten zusammen. Die Systematik ist verständlich und vor allem der Zeitaufwand zur Auswertung der notwendigen Quellen der Autoren und deren Mitstreiter sind herauszustellen. In Zeiten des Bienensterbens hätte man sich jedoch noch mehr Informationen über deren Schutz gewünscht, d.h. bereits ergriffene Maßnahmen, wünschenswerte Maßnahmen und ihre Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht.

 

Buch 5

Imke Urmoneit: Pferdgestützte systemische Pädagogik. Mit einem Geleitwort von Arist von Schlippe, 2., durchges. Auflage 2015, Ernst Reinhardt Verlag, ISBN: 978-3-497-02546-6, € [D] 29,90

Dieses Buch geht der Leitfrage nach, wie die Begegnung zwischen Mensch und Pferd in der systemischen Pädagogik professionell aufgegriffen werden kann. Imke Urmoneit gibt dabei eine Einführung in neurobiologische und systemische Grundlagen und deren Umsetzung in der pferdgestützten Pädagogik. Es enthält zahlreiche Anregungen, Kinder und Erwachsene mit dem Pferd auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Lebensführung und Beziehungsgestaltung zu begleiten. Sie illustriert anhand von vielen Fallbeispielen, auf welche Weise das Pferd wirkt und wie es gelingen kann, dass Vertreter der systemischen Pädagogik davon in ihrer Arbeit profitieren.

Nach einem Vorwort geht die Autorin zunächst auf Veränderungsprozesse aus neurobiologischer Sicht ein. Dabei zeigt sie, wie gewohnheitsmäßige Muster aufgebaut werden und erläutert die Beziehung von Bindung und Autonomie, die Art von Stressreaktionen, die Beziehungsgestaltung sowie Anknüpfungspunkte an bestehende Muster im Gehirn für die Motivation. Außerdem erklärt sie, wie man unbewusste Prozesse erkennt und dies nutzbar anwenden kann. Danach folgen die Erläuterung von systemischen Grundhaltungen (Autopoiese, Autonomie Zirkularität, Wirklichkeitskonstruktionen, die Bedeutung der Metaebene, Diagnostik, Kontextrelevanz, Balance zwischen Bestätigung und Irritation), bevor es um Wahrnehmung, Kognition, Motorik und Emotion und ihrem Zusammenspiel geht.

Danach geht es um die Rolle und Aufgaben der Pädagogen: Die Notwendigkeit der Entwicklung eines eigenen Stiles, die Haltung des distanzierten Engagements, das Konzept der sachorientierten Partnerschaft, die Beziehungsorientierte emotionale Rahmung instabiler Systeme, die Ressourcenorientierte Prozesssteuerung und die richtige Einbindung des Pferdes kommen hier zur Sprache. Dem folgt die Rolle des Pferdes: Wie Pferde wahrnehmen, interagieren und nach welchen Mustern sie reagieren könnten, wird danach kurz erläutert. Das Beziehungsdreieck von Pferd, Pädagoge und Klient wird dann in verschiedenen Situationen verdeutlicht. Dann folgen Richtlinien zur Auftragsklärung und die Gestaltung des Settings, die richtige Auswahl und als spezielle Herausforderung das Setting in der Arbeit mit Familien am Pferd. Die vorher entwickelten Thesen und Anregungen werden in zehn Bausteinen für die pferdegestützte systemische Pädagogik zusammengefasst.

Dieses Werk verbindet tiergestützte und systemische Pädagogik. Der etwas grauen Theorie folgt gleich ein praktisches Fallbespiel, wie man das Wissen anwenden kann. Es ist aber auch ein Buch, das den Leser zum Weiterdenken herausfordert, also kein typisches Lehrbuch zum Wissenstransfer. Emotionale Beziehungen, deren Aufbau und Hemmnisse, sowie die Exkurse sind in die Neurobiologie können auch langjährige Experten weiterbringen. Um das Pferd als Interaktionspartner intensiver kennenzulernen, empfiehlt sich ein Fachbuch über Grundlagen des Pferdes zusätzlich zu lesen.

 

 







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