Neuerscheinungen Natur, Tier, Ökologie


Bildmontage: HF

09.11.19
KulturKultur, Umwelt, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Sonja Schwingesbauer: Wo die wilden Nützlinge wohnen. Gärtnern für eine bunte Tier- und Pflanzenwelt, Löwenzahn Verlag, Innsbruck 2019, ISBN: 978-3-7066-2645-3, 29,90 EURO (D)

In diesem Buch möchte Sonja Schwingesbauer Naturfreunden einen Einblick in Naturkreisläufe, die Vielfalt und die zahlreichen positiven Aspekte eines wilden Nützlingsgartens geben und ihre eigenen Erfahrungen weitergeben.

Im ersten Teil des Buches stellt sie vor, was eigentlich ein wilder Nützlingsgarten ist, wie dort eine bunte Tier- und Pflanzenwelt entsteht und wie man natürliche Lebenskreisläufe aktiv in das eigene Gartenleben einbinden kann.

Der zweite Teil des Buches geht es um die Nützlinge selbst. Dort werden in einzelnen Kapiteln einige Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Ameisen, Eichhörnchen, Vögel, Maulwürfe, Fledermäuse, Echsen, Frösche, Kröten, Schnecken, Spinnen, Insekten, Parasitoide und Regenwürmer und Tausendfüßler vorgestellt. Dies geschieht nach folgender Systematik: In einer Tabelle gibt es Informationen über Art, Familie, Unterordnung, Ordnung, Unterklasse, Klasse und Stamm. Außerdem gibt es eine Beschreibung mit Merkmalen und zwei oder mehr Farbbildern.

Im dritten Teil folgt die praktische Umsetzung für den eigenen Nützlingsgarten, Balkone, Terrassen oder Fensterbänke. Dies ist neben der richtigen Planung mit zahlreichen Anregungen und Gestaltungsvorschlägen versehen. In Einzelnen betrifft dies: Kräuterrasen, Wildblumenbeete, Wildpflanzen für Sonnengärten, Wildpflanzenbeete für Schattengärten, Wildsträucher, Wildstrauchhecken, Nützlingsbäume, vertikales Grün, Wasserstellen, Futterstationen und Nisthilfen für Vögel, Unterschlüpfe für Igel oder Eidechsen und Unterkünfte für Bienen oder sonstige Insekten. Dies wird immer mit Schritten der Planung und eigenen Installation eingeleitet.

Im Serviceteil findet man Literatur, Kontakte, Vernetzungsmöglichkeiten; ein Register und Informationen über die Autorin gibt es ebenfalls.

Hier wird der wilde Nützlingsgarten als gemeinsamer Lebensraum für Mensch, Wildtiere und Pflanzen verstanden. Die Vorteile eines wilden Nützlingsgarten oder die Anlegung für naturfreundliche Balkone, Terrassen oder Fensterbänke werden ausführlich geschildert und viele praktische Anregungen auch zur Planung gegeben. Wer also selbst etwas für eine intakte Ökologie tun und sich daran erfreuen möchte, dem ist dieses Buch empfohlen.

 

Buch 2

Jean-Martin Fortier: Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten. Der Praxisleitfaden für die Vielfalts-Gärtnerei auf kleiner Fläche. Löwenzahn Verlag, Innsbruck 2017, ISBN: 978-3-7066-2624-8, 29,90 EURO (D)

Jean-Martin Fortier zeigt in diesem Standardwerk der biologischen Landwirtschaft Schritt für Schritt, wie man sich als Bio-Gärtner selbstständig machen und ausreichend davon leben kann. Er zeigt hier seine Methoden, mit denen sich eine kleine Fläche Land nach den Kriterien der Permakultur bestmöglich und mit geringen Ressourcen nutzen lässt. Auf weniger als einem Hektar baut er gemeinsam mit seiner Frau in seiner Gemüse-Gärtnerei „Les Jardins de la Grelinette“ in Quebec/Kanada über 25 verschiedene Bio-Gemüsearten für 200 Familien an. Dabei wurden die gesetzlichen Regelungen der EU-Bio-Verordnung ergänzt und die Zeitangaben im Produktionskalender dem in Mitteleuropa üblichen Monatsangaben angepasst.

Das Buch beginnt mit seinem Konzept, mit weniger als einem Hektar Land eine rentable Gemüse-Gärtnerei zu führen und den Erfolgsfaktoren seiner Umsetzung. Danach werden die einzelnen Schritte zur Planung, Anbau und Verkauf in einzelnen Kapiteln chronologisch dargestellt. Diese reicht von seiner „biointensiven Methode“ über die Suche nach einem geeigneten Standort, das Anlegen einer Gemüsegärtnerei, die minimale Bodenbearbeitung mit alternativen Geräten, die Düngung auf biologischer Grundlage, die Vorkultur unter Glas, die Direktsaat im Freiland, die Beikrautregulierung, der Umgang mit Schädlingen und Krankheiten, die Saisonverlängerung bis hin zur Anbauplanung. In einem Schlusswort setzt er sich mit der Agrarpolitik der Zukunft auseinander.

Im umfangreichen Serviceteil findet man noch die Kulturanleitungen verschiedener Gemüsearten vom asiatischen Blattgemüse bis zur Zwiebel. Außerdem gibt es einen Parzellenplan, die Bezugsquellen für Geräte und Material bezogen auf deutschsprachige Gebiete, ein Literaturverzeichnis, ein Glossar, ein Register und eine Fotostrecke.

Dieses Buch ist ein internationaler Bestseller zum Thema mit über 60.000 verkauften Exemplaren, der nun auf Deutsch erschienen ist. Die einzelnen Bausteine zur Planung, Bewirtschaftung und Vermarktung der eigenen Produkte werden hier verständlich erläutert. Dies ist ein Vorbild an solidarischem Bioregionalismus von hoher Qualität, der weitere Nachahmer braucht.

 

Buch 3

Gudrun Schulze-Mehl: Junge Pferde selbständig nach der klassischen Reitlehre. Ein Leitfaden für junge und unerfahrene Reiter, Olms, Hildesheim 2010, ISBN: 978-3-487-08494-7, 34,80 EURO (D)

Die erfahrene Ausbilderin Gudrun Schulze-Mehl gibt in diesem Buch ihre Erfahrungen an junge und unerfahrene Reiter weitergeben, die  keine professionelle Hilfe bei der Ausbildung ihres Pferdes haben. Sie unterrichtet nach der klassischen Reitlehre nach Egon von Neindorff, für den Reitkunst bedeutete, die Bewegung des Pferdes mit der geringstnötigen Anstrengung zu kultivieren. Das Resultat wäre das sich in jeder Gangart selbsttragende Pferd, welches auf die Anweisungen des Reiters geradezu wartet.

 Sie führt dabei Schritt für Schritt aus, wie eine der klassischen Reitlehre entsprechenden Grundausbildung Pferde zu aufmerksamen und vor allem gesunden sportlichen Partnern erzogen werden sollen Dies deckt die ersten beiden Jahre der klassischen Grundausbildung ab. Zahlreiche Bilder und Illustrationen dienen der Veranschaulichung des Textes.

Das Buch beginnt mit der Ausbildung während der ersten acht Wochen. Danach folgen die Ausbildungsschritte der Hand, die ersten Schritte mit Reiter, der Takt, der richtige Sitz, das Reiten im Gelände, die Balance des Reiters und des Pferdes, Lang und tief Reiten und die Seitengänge im Schritt. Weiter geht es mit dem Geraderichten, kleineren Sprüngen im Gelände, Hufschlagfiguren, das Reiten ohne Sattel, das Rückwärtsrichten unter dem Reiter, Galoppwechsel, Paraden, Außengalopp, die verschiedenen Wendungen und der Idealzustand vom natürlichen Reiten-Ihre Prinzipien der Ausbildung von der Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Ruhe, der Losgelassenheit und Durchlässigkeit und dem vorsichtigen Fordern kommt danach zur Sprache. In Form einer Prüfungsaufgabe behandelt die nochmals die Lernschritte des Reitens von Lektionen.

Das Buch ist sehr persönlich geschrieben, mit vielen Hinweisen auf mögliche Probleme und Startschwierigkeiten und deren Behebung. In Form von Bildern und einem ausführlichen Text erklärt sie die einzelnen Schritte mit Liebe zum Detail. Das Buch kann durchaus eine wertvolle Hilfe für junge und unerfahrene Reiter darstellen, ob es eine Ausbildung eins zu eins ersetzen kann, bleibt fraglich.

Buch 4

Guillaume Vallot (Hrsg.): Spektakuläre Bergwelten, AS Verlag, Zürich 2018, ISBN: 978-3-906055-85-5, 52 EURO (D)

In diesem Bildband werden Bilder von bergsportlichen Aktivitäten auf der ganzen Welt vorgestellt. Siebzehn Fotografen, die meist auch selbst begeisterte Extremalpinisten sind, präsentieren hier ihre besten und außergewöhnlichsten Aufnahmen. Darunter sind so renommierten Fotografen wie Jimmy Chin, Alex Buisse oder Ben Tibbetts.

Der Herausgeber Guillaume Vallot reist seit über zwei Jahrzehnten die Welt bis in die entlegensten Winkel und hält seine Reisen in Fotos, Videos und Berichten fest. Für diesen Bildband hat Guillaume Vallot hat 93 Bilder ausgewählt, die in sieben Kapiteln chronologisch geordnet, vorgestellt werden.

Hier finden sich Aufnahmen Hochtouren und Höhenbergsteigen, Eis- und Felsklettern, Steilabfahrten und Gleitschirmflüge, Base Jumping und Slacklining. Die jeweiligen Aufnahmen werden mit Bildüberschriften und kurzen Erläuterungen versehen, so dass Entstehungshintergrund, Ort und Zeit der Aufnahmen für den Leser sichtbar werden. Die Bilder verdeutlichen die Gefahr der Berge, wenn Aufnahmen von einem Felsvorsprung die Tiefe darunter zeigen, aber auch die schönen und friedlichen Seiten der Sonnenaufgänge, der einsamen Natur oder der Sternenhimmel. Tempo, Dynamik und die wundervolle Landschaft kommen zum Tragen, wenn der Skifahrer Cody Townsend an der Westküste Alaskas einen schmalen Weg in den Chugach Mountain hinunterfährt. Oder die Tour der Extrembergsteiger Conrad Anker, Jimmy Chin und Renan Ozturk auf der Nordwestwand des Meru-Mittelgipfels im Garwhal-Massiv des indischen Himalaja, deren wundervolle Aufnahmen hier zu sehen sind.

Hier werden spektakuläre Bilder aus der Welt des Höhenbergsteigens, des Fels- und Eisklettern, Freeridens oder Basejumpens und vielen Extremsportarten mehr in der Bergwelt gezeigt. Es ist eine gelungene Mélange aus Abenteuer und Schönheit der Natur, die es zu bewahren gilt. Bekannte Fotografen sorgen für qualitativ hochwertige Bilder, die die Phantasie anregen und die Schönheit der Berge ins Wohnzimmer transportieren.

 

Buch5

 

Unser Wild. Fotografien von Christoph Burgstaller, Servus, Wals bei Salzburg 2019, ISBN: 978-3-7104-0223-4, 48 EURO (D)

Christoph Burgstaller, Leiter von Jagdkursen im Pinzgau, und passionierter Natur- und Wildtierfotograf bringt in diesem Buch dem Leser die Schönheit der Wildtiere in den Alpen näher. Für sein fotografisches Werk ist Christoph Burgstaller seit sieben Jahren in den höchsten Alpenregionen und in den Auen des Tieflands unterwegs, um das Verhalten des Wildes und die Erscheinungsweise der Wildtiere im Wandel der Jahreszeiten im Bild festzuhalten. In mehr als 500 Fotografien und dazugehörigen Informationen im Text sind seine besten Aufnahmen in diesem Buch zu sehen „als Dokumentation des reichen Wildtiervorkommens in Österreichs Revieren und als Zeichen, was auf dem Spiel steht, wenn der Schutz der Wildtiere und ihrer Lebensräume anderen Interessen geopfert wird.“ (S. 9)

Das Buch beginnt mit einem Plädoyer für mehr Artenschutz und Respekt vor der Lebensart von Wildtieren und die Bedrohungen wie ein ausufernder Tourismus. Danach folgen Tipps über die Grundsätze der Fotopirsch und die notwendige Ausrüstung. Danach stellt er das Revier des Nationalparks Hohe Tauern vor, dem größten Naturschutzgebiet in Europa und die dortige Tierwelt. Anschließend werden noch Informationen zu artgerechter Tierfotografie kurz geschildert, bevor der Hauptteil mit der Vorstellung der verschiedenen Wildgattungen folgt. In einzelnen Kapiteln werden dabei in einzelnen Kapiteln Gamswild, Adler, Feldhasen, Schwarzwild, Steinwild, Ente, Rotwild, Murmeltiere, Auerwild, Birkwild, Fuchs, Fasan, Rehwild, Schneehuhn und Dachs vorgestellt.

Das geschieht nach folgender Systematik: Zu jedem Tier gibt es eine Beschreibung in Form eines längeren Textes mit tierkundlichen Informationen, Informationen zu Lebensart und Beobachtung, einen Steckbrief mit Gewicht, Größe, Vermehrung, Lebenserwartung, Besonderheiten, Erkennungsmerkmale, besondere Zeiten im Jahresverlauf wie Brunft und das Vorkommen eingezeichnet in einer Karte. Außerdem findet man mehrere großformatige Bilder dahinter. Dahinter gibt es noch ein kleines Schlusswort über die Wildtierfotografie und ein Porträts des Autors.

Das Buch ist für Menschen geeignet, die gerne heimische Wildtiere in freier Natur beobachten oder dies mit dem Wandern in den Alpenregionen verbinden möchten. Für Tierfotografen kann das Buch auch als Inspirationsquelle dienen, siehe Kapitel Anleitung zur Fotopirsch. Dieses Buch ist aber auch ein Plädoyer für den Schutz der Wildtiere in den Alpen und ihres Lebensraumes.

Besonders interessant ist es, Hirsche zu den verschiedenen Jahreszeiten zu beobachten. Im Sommer sieht man noch die Muttertiere mit ihren Kälbern, im Herbst dann die Hirschbrunft.

 

Buch 6

Astrid Süßmuth: Heilpflanzen am Mittelmeer. Erkennen und Anwenden, Freya, Linz 2017, ISBN 978-3990252987, 24,90 EURO (D)

Seit Jahrtausenden prägt die spezielle Pflanzenwelt die mediterrane Kultur. Mittelmeerpflanzen sind als Nahrungs- und Heilmittel auch in unserem europäischen Kulturkreis bereits tief verwurzelt. Die Kräuterexpertin Astrid Süßmuth stellt in diesem Buch 73 Pflanzensteckbriefe mit Botanik und Verbreitungskarten und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für das persönliche Wohlbefinden vor. Zu Recherchen für das Buch reiste die Wanderführerin des Alpenvereins mit ihrer Familie nach Sizilien zum Zelten.

Das Buch beginnt mit einer grundlegenden Vorstellung der mediterranen Flora. Dort werden Geologie, Klima, Vegetation, die Anziehungskraft des Mittelmeeres, die Vegetationslandschaften, die antike Mythologie und ihre Beziehung zu Pflanzen, Natur- Umweltschutz und Tourismus vorgestellt.

Danach werden die Pflanzen der Küstenregion wie Meerfenchel oder Stranddistel vorgestellt. Anschließend folgen die Strauchvegetation der Macchien und Garrigues wie Katzenminze oder kretische Zistrose, bevor die Pflanzen der Wälder wie Platane oder Mittelmeerzypresse im Mittelpunkt stehen. Danach werden die Wiesen und Brachfluren behandelt, Dabei kann man Heilpflanzen wie Oleander oder Portulak entdecken. Die verschiedenen mediterranen Kulturlandschaften in Landwirtschaft, Parks, Gärten oder öffentlichen Grünanlagen wie Granatapfelbaum, Wandelröschen oder Zitrone kommen dann zur Sprache. Die Pflanzen in Bergregionen wie die korsische Strohblume oder der Diptam-Dost runden das Buch ab. Neben Bildern der Pflanzen werden auch Rezepte und gesundheitliche Anwendungsmöglichkeiten durch die Kapitel hindurch präsentiert.

Im Anhang findet man noch Informationen zur Autorin, die Gärten rund ums Mittelmeer, die Blühzeiten, ein Glossar der wichtigsten Fachbegriffe, Bezugsadressen, Literatur, Quellenangaben und einen Index.

Die Wirkung von mediterranen Kräutern und Heilpflanzen wird hier ausführlich dargelegt. Die vielfältigen Anwendungsbereiche sind verständlich gegliedert und erklärt in einer Mischung zwischen Wissenschaft und überliefertem Wissen. Das Werk füllt eine Lücke und lädt zur Entdeckung bisweilen vergessener Pflanzensorten. Die Darstellungen über Mythologie und Brauchtum sind allerdings an einigen Stellen etwas weit hergeholt.

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz