Stolperstein für früheren Bürgermeister Ernst Ender verlegt

12.11.21
AntifaschismusAntifaschismus, NRW, Ruhrgebiet, TopNews 

 

Von Sahin Aydin

Im Rahmen der Stolpersteinverlegung am 9.November, für die Oberbürgermeister Bernd Tischler die Patenschaft übernommen hatte, wurde auf der Fuchsstr. 2 ein Stolperstein für Ernst Ender verlegt. Zahlreiche Schülerinnen des Josef-Albers-Gymnasiums, der Janusz-Korczak-Gesamtschule, der Gustav-Heinemann-Realschule und des Heinrich-Heine-Gymnasium nahmen teil.

Der Stolperschein wurde von Sahin Aydin initiiert, aus dessen Broschüre wir folgende biografische Daten übernehmen:

Ernst Ender wurde am 4.07.1881 in Römhild / Thüringen geboren, wo er 1887 - 1895 die Volksschule und anschließend zwei Jahre die Fortbildungsschule besuchte. Mit den Eltern zog er nach Osterfeld, wo er auf der gleichnamigen Zeche arbeitete. 1907 trat er der SPD bei und half 1911 bei der Gründung der SPD-Ortsgruppe Osterfeld. Weil er sich an einem Streik beteiligte, verlor er seine Arbeit. 1912 zog er nach Bottrop.

Während des Ersten Weltkrieges wurde Ernst Ender Mitglied der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD). Nach der Novemberrevolution wurde er in den Arbeiter- und Soldatenrat Bottrop gewählt. Dieser beauftragte ihn mit der Leitung der Sicherheitswehr. Nach dem Einmarsch von Regierungstruppen, die die Streiks der Bergarbeiter unterdrückten, wurde Ernst Ender Ende Februar 1919 mit anderen radikalen Vertretern der USPD, der KPD und der Polenpartei aus dem nun sozialdemokratischen Arbeiter- und Soldatenrat Bottrop ausgeschlossen.

Im März 1919 kandidierte Ernst Ender auf der Liste der USPD und wurde Mitglied des Gemeinderates der Stadt Bottrop. Im Oktober 1922 ging der moderate Teil der USPD zurück zur SPD und der radikalere Teil zur KPD. Ernst Ender trat in die Vereinigte SPD ein und gehörte dem Gemeinderat Bottrop bis zum 20.01.1925 an. Danach kandidierte er nicht mehr für den Stadtrat. 1931 - 1932 arbeitete er als Hauer auf der Zeche Rheinbaben. 1933 wurde er Invalide.

Gegen die nationalsozialistische Diktatur leistete Ernst Ender Widerstand im sozialdemokratischen ‚Germania-Kreis`. Am 9. Juli 1936 fanden die Prozesse gegen 166 Mitglieder vor dem Oberlandesgericht Hamm statt. Ernst Ender wurde zu 1 Jahr und 8 Monate Gefängnis verurteilt. Am 10.01.1938 wurde er entlassen, aber schon einen Monat später in das KZ Buchenwald eingeliefert. Ernst Ender kam am 18.02.1941 frei.

Von 1941 bis April 1945 war er auf der Zeche Rheinbaben beschäftigt. Im November 1945 wurde er wieder Invalide. Am 1. Juli 1946 wurde Ernst Ender von den Alliierten als Oberbürgermeister der Stadt Bottrop eingesetzt. Er gab sein Amt aus gesundheitlichen Gründen am 13. Oktober 1946 ab.

Ernst Ender starb am 20. Juni 1963 in Bottrop. Am 3. Februar 1978 wurde auf Empfehlung des Hauptausschusses der Stadt Bottrop die Raiffeisenstraße in Ernst-Ender-Straße umbenannt.

Literatur: Sahin Aydin, „Der Bottroper Sozialist Ernst Ender“







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