Nazis äußern Morddrohungen gegen Berliner AntimilitaristInnen

04.09.08
AntifaschismusAntifaschismus, Bewegungen, Debatte, Berlin, TopNews 

 

Linke sollen „aus dem Leben gebombt" werden. Anlass: Satirisches Plakat

Angehörige der Berliner DFG-VK sind aktuellen Morddrohungen von Neonazis ausgesetzt. In verschiedenen rechtsextremen Internetforen wird zu Gewalt gegen die AntimilitaristInnen aufgerufen. Auch in E-Mails wird der Friedensorganisation gedroht. Anlass für die rechte Kampagne ist ein Plakat auf der Homepage der Berliner DFG-VKGliederung (www.bamm.de), das am 1. September in einem rechtsextremen Internetforum wiedergebeben wurde. Einen Tag später berichteten „Junge Freiheit" und „Welt". Im „Patriotischen Forum Süddeutschland" und auf „Politically Incorrect" stehen nun Kommentare wie: „Für jeden, der einen solchen Linken aus dem Leben bombt, bin ich dankbar" oder: „Dem Verfasser wünsche ich vom ganzen Herzen, zum Mordopfer zu werden."

Wir erklären hierzu:

Das satirisch-kritische Plakat zeigt einen Sarg, der von Bundeswehrsoldaten getragen wird, und unter anderem die Schriftzüge: „Die Bundeswehr auf dem richtigen Weg. Schritt zur Abrüstung. Wieder einer weniger".

Der Vorwurf an uns, Menschenverachtung zu demonstrieren, geht ins Leere: Menschenverachtend ist die deutsche Militärdoktrin (niedergelegt im Weißbuch), die es zum Normalfall erklärt, dass die Bundeswehr überall in der Welt Krieg führt. Menschenverachtend sind diejenigen, die Soldaten in alle Welt schicken, um aus wirtschaftlichen Interessen den Zugang zu Ressourcen und Rohstoffwegen freizuschießen. Menschenverachtend sind nicht Plakate, sondern der Krieg!

Wer sich als Soldatin oder Soldat dazu bereit findet, in den Krieg zu ziehen und Menschen umzubringen, soll sich nicht darüber beschweren, dass wir ihr/ihm keine Ehre erweisen. Ehrlos sind Politiker, die Krieg befehlen, aber auch Soldaten, die ihn ohne Not führen. Unser Plakat soll die notwendige Empörung über den Krieg befördern. Es soll einer Gesellschaft, die den permanenten Krieg nach außen als Normalität hinnimmt, den Spiegel vorhalten. Es soll die moralische Unterstützung der Heimatfront für die Truppe erschüttern. Der Hass, mit dem Halb- und Ganznazis uns nun bedrohen, zeigt, dass wir in eine offene Wunde gestoßen haben. Wir werden weiter das Unsere dazu beitragen, dem deutschen Militarismus die Ehre zu nehmen und die Wehrkraft zu zersetzen.

DFG-VK

Deutsche Friedensgesellschaft-

Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Landesverband Berlin-Brandenburg

www.bamm.de

Auswahl weiterer Kommentare:

„Wenn mir das einer von denen in der U-Bahn sagt, dann wird man ihn aus der U-Bahn raustragen müssen."

„wünschte mir ich hätte nur für ein paar stunden gelegenheit mich mit den künstlern auf meine art auszutauschen. es gibt keine grenzen mehr."

Und schließlich: „wünsche ich, Reservist auf hohem Niveau, diesen miesen Wixern das Allerdreckigste, das mir einfällt."

(Orthographische Eigenheiten wie im Original. Quellen: Patriotisches Forum Süddeutschland, Politically Incorrect.)







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