Lesereise "Raffael Scheck: Hitlers afrikanische Opfer"

04.08.09
AntifaschismusAntifaschismus, Kultur, Berlin, Hamburg, Bayern, TopNews 

 

Am 1. September jährt sich zum 70. Mal der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Raffael Scheck hat mit seinem Buch »Hitlers afrikanische Opfer« zur Aufklärung eines Kriegsverbrechens beigetragen, das bis heute weitgehend ignoriert, selbst von der Wehrmachtausstellung nicht thematisiert und von der Justiz bis heute nicht geahndet wurde: die aus rassistischen Motiven verübten Massaker der Wehrmacht an schwarzen Soldaten in Frankreich im Sommer 1940. Auf einer Lesereise wird der in den USA lehrende Autor die Ergebnisse seiner Forschung nun auch in Deutschland vorstellen.

http://www.assoziation-a.de/neu/Hitlers_afrikanische_Opfer.htm

Bisher wurde der Wehrmacht für den Krieg gegen Frankreich im Allgemeinen ein korrektes Verhalten bescheinigt, das in scharfem Kontrast zur deutschen Kriegführung im Osten stehe. Aufgrund der Archivquellen, die Raffael Scheck erschlossen hat, ist die Legende des »sauberen Westfeldzuges« nicht länger aufrechtzuerhalten. Der Autor belegt in seiner Studie, dass die Wehrmacht im Mai und Juni 1940 Massaker an schwarzen Soldaten und Kriegsgefangenen verübte, die in der französischen Armee gekämpft hatten, und zeigt auf, wie weit die Nazifizierung der Truppe bereits zu diesem Zeitpunkt fortgeschritten war. Mehrere Tausend schwarze Gefangene wurden ermordet und eine unbestimmte Zahl von Schwarzen wurde erschossen, ohne Gelegenheit zu bekommen, sich zu ergeben. Hintergrund war eine von Joseph Goebbels initiierte rassistische Kampagne. Der Autor stellt die Massaker an schwarzen Soldaten in die Kontinuitätslinie der Brutalisierung der deutschen Kriegführung seit den Kolonialkriegen gegen
 die Hereros und den Maji-Maji-Aufstand. Er untersucht darüber hinaus die deutsche Propaganda gegen die sog. »Schwarze Schmach« während der Rheinlandbesetzung, welche die Stationierung der Kolonialtruppen als Verbrechen und Provokation darstellte. Die Nationalsozialisten hielten die Erinnerung an diese Hetzkampagne auch nach 1933 wach. Als Rheinlandbastarde diffamierte Kinder wurden während des Dritten Reichs erfasst und sterilisiert.

»Im Buch ›Hitlers afrikanische Opfer‹ steckt die initiale Kraft, die das Schweigen über die Wehrmachtsmorde an schwarzen Soldaten aufzulösen vermag« (Albrecht Kieser, DRadio).

»Mit Raffael Schecks Untersuchung liegt endlich eine Monografie zu einem unbeachteten, spezifisch motivierten Verbrechen der Wehrmacht vor. [Sie] würdigt die Bedeutung der Verbrechen gegen Schwarze, die der europäisch-weiße Blick so lange ignoriert hat« (Rosa Fava, hagalil).

Die Lesereise wird mit Unterstützung der Stiftung do von der Internationalen Kommunikationswerkstatt e.V. in Kooperation mit dem Verlag Assoziation A und der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) organisiert. Stationen der Veranstaltungsreihe sind:

31. August: Hamburg, Montag, 20 Uhr, Lesung in der Buchhandlung im Schanzenviertel, Schulterblatt 55; Ko-Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Eine-Welt-Netzwerk Hamburg, Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)

2. September: München, Mittwoch, 20 Uhr, Veranstaltung im Rahmen der Reihe "La Mirada Distinta", Ort: KulturLaden Westend, Ligsalzstr. 44 (U 4/5 Schwanthalerhöhe), Veranstalter: KulturLaden, Basis-Buchhandlung und Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit

3. September: Berlin, Donnerstag, 18:30 Uhr, Buchpräsentation im Rahmen der Ausstellungseröffnung »Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg« (vgl. www.3www2.de), Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32 (U-Bahnhof Hermannplatz), Veranstalter: AfricAvenir, Kooperation: Schwarze Risse
Siehe auch: http://www.africavenir.com/







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