KC-Hungrige Wölfe-Konzert in Kaiserslautern, 22.08.09: Politik ist nicht Fußball

18.08.09
AntifaschismusAntifaschismus, Rheinland-Pfalz, TopNews 

 

Die rechtslastige Hooliganrockband KC Hungrige Wölfe soll nach eigener Ankündigung am 22.08. in Kaiserslautern auftreten. Als Veranstalter fungiert laut dieser Anküngigung auf der Bandhomepage die FCK-Hooligangruppe "Rotfront KL" An diesem Abend sollen außerdem weitere Oi- und Onkelzcoverbands, sowie die ebenfalls für ihr rechtes Gedankengut bekannte "Neue Deutsche Härte"-Band Weissglut (1.) auftreten. Die Hauptband, sowie die Veranstalter des konspirativ organisierten Konzertes (2.), geben sich öffentlich als unpolitisch (ihr neues Motto heisst: "Fußball ist Fußball - Politik ist Politik"). Eine Darstellung die durchaus in Zweifel gezogen werden kann.
Zwar wurde KC (Abkürzung für Kategorie C = polizeiliche Einordnung für gewaltbereite Hooligans) vom sächsischen Verfassungsschutz nicht mehr als rechtsextrem eingestuft. Trotzdem hatte die Band unter dem selben Label durch die letzten 12 Jahre immer wieder ihre rechtsradikale Gesinnung gezeigt. So verübte der Sänger und Organisator der rechten Hooliganband Hannes Ostendorf einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Rostock und war bei einschlägigen Aktivitäten in der rechtsextremen Szene ´mit von der Partie´. Mitglieder von KC spielten vorher unter anderem bei den Rechtsrock-Bands Nahkampf und Boots Brothers.

1999 beteiligten sich Kategorie C mit einem Lied an dem Sampler Die Deutschen kommen II, auf dem unter anderem auch die Rechtsrock-Bands Landser, Stahlgewitter, Kraftschlag und HKL vertreten sind. Am 31. März 2001 trat die Band auf einer Party zum 20. Geburtstag der Dortmunder Neonazi-Hooligantruppe Borussenfront um Siegfried Borchardt auf. Desweiteren erschien 2004 die CD Bootboys Bremen des Bandprojekts Adrenalin, an dem sowohl Bandmitglieder von Kategorie C als auch von Endstufe beteiligt waren.

Auf dem im Juli 2006 „wegen Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten sowie Gewaltdarstellungen“ eingezogenen rechten „Fußballsampler“ mit dem Titel "Zu Gast bei uns" war die Band mit dem Stück "Deutschland, dein Trikot" vertreten, in dem es heißt: „Deutschland dein Trikot / Das ist schwarz und weiß / Doch leider auch die Farbe deiner Spieler / In München, Rom und Bern, da gab’s noch echte Deutsche / solche Jungs und diese Siege hätten wir jetzt gerne wieder!“ und „Deutschland ist der Schlachtruf / Für Deutschland stehen wir alle ein"

Doch gibt es auch neuere Indizien, die zeigen, daß sich die Einstellung einzelner Musiker nicht verändert hat. So trat im Oktober 2006 trat Ostendorf unter anderem auf der von Eckart Bräuniger (NPD) angemeldeten Solidaritäts-Demo mit Konzert für den inhaftierten Landser-Sänger Michael „Lunikoff“ Regener vor dem Gefängnis in Berlin-Tegel auf. Der Sänger war auch bei dem mittlerweile alljährlich von Neonazis organisierten ´´Rock für Deutschland´´ in Gera Mitte Juli anwesend, wie ein Foto mit dem NPD-Bundesvorsitzendem Udo Voigt belegt(3.).

Ihre momentane Selbstdarstellung als politisch neutrale Fußballcombo scheint den gleichen Gesetzmäßigkeiten zu folgen, denen auch die die von einer Nazihoolband zur Deutschrocklegende mutierten "Böhsen Onkelz" bis zu ihrer Selbstauflösung folgten. Auch KC sehen sich wg. fehlender Auftrittsmöglichkeiten und auf der Suche nach neuen Fans gezwungen sich (zumindest öffentlich) vom harten Kern der Naziszene loszusagen und dementsprechend ihre Texte zu begradigen.

Auf der, von vielen Menschen gern genutzten, Internetplattform "www.wer-kennt-wen.de" existierte kurzzeitig eine WKW-Gruppe namens ´´KC-Hungrige Wölfe in K-Town´ .Auf dieser wurde, bis die Seite von den WKW-Betreibern gelöscht wurde, zu dem Konzert mobilisiert (4.). Als Teilnehmer war der NPD Multifunktionär Sascha Wagner aus Rumbach und seine Frau als Mitglieder in der Gruppe angemeldet. Der Berufsnazi Sascha Wagner ist nach Ansicht ortskundiger Antifaaktivisten in die Vorbereitung besagten Konzerts involviert, da er durch sein Engagement in der Hooligan-, NPD-, Musikszene einiges an Erfahrung vom Organisieren von Veranstaltungen vorzuweisen hat. So war er schon beim letzten Konzert von KC im nahegelegenen Pirmasens (Pfälzer Wald) zur Stelle. Die nach eigener Darstellung unpolitische Hooligantruppe Rotfront KL muss sich fragen lassen, warum sie sich auf solche Veranstaltungen einlässt und sich danach noch wundert mit Neonazis in einen Topf geworfen zu werden. Die Verantwortlichen für die Sicherheit und Ordnung bei den Heimspielen des FCK werden sich zudem auf Sonderschichten einstellen können. In einer Vorankünigung zum Konzert heißt es, dass die Planung der Veranstalter darauf hinaus läuft, dass bis zum Beginn des Heimspiels FCK gegen Alemannia Aachen am Tag danach durchgesoffen und gemeinam zum Spiel gegangen werden soll.

Es gibt Spekulationen, dass das für den 22.08. geplante KC-Konzert in der Hacienda in Niedersimten (Pirmasens) stattfinden könnte. Dagegen spricht, dass diese Lokalität von der Stadtverwaltung, aus baulichen Gründen, für Konzertveranstaltungen geschlossen wurde. Nach letzten Meldungen soll dieses Konzert nun auf dem Gelände des ASV Kaiserslautern (Kniebrech 1, 67657 Kaiserslautern) stattfinden. Daruberhinaus heisst es, dass die örtlichen Sicherheitsbehörden das Konzert und seine Besucher als unbedenklich einschätzen.

Quelle: http://de.indymedia.org/2009/08/258553.shtml







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