Zweiwöchige Protestaktion

15.04.12
AntifaschismusAntifaschismus, Brandenburg, News 

 

von Freundeskreis "Ernst-Thälmann-Gedenkstätte" e. V., Ziegenhals

Hintergrund unserer Aktion ist ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung (SVV) Königs Wusterhausens vom vergangenen Jahr, 10.000 EUR für einen Gedenkstein bereitzustellen, der an die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte und die illegale ZK-Tagung der KPD am 7. Februar 1933 im "Sporthaus Ziegenhals" erinnern soll. Bekanntlich wurde die unter Denkmalschutz stehende Ernst-Thälmann-Gedenkstätte im Mai 2010,  trotz tausendfachen Protestes abgerissen.
Im Februar d. J. haben die SVV-Fraktionen der SPD, CDU und FDP einen Antrag gestellt, der die Errichtung jenes Gedenksteines an die Inschrift "In Erinnerung an den Widerstand gegen Diktatur und Gewaltherrschaft" knüpfen soll.

Dagegen richtet sich unser Protest, da wir eine solche Inschrift, mit der zwei völlig unterschiedliche Gesellschaftssysteme gleichgesetzt werden sollen, ablehnen. Wir sind der Ansicht, dass mit einer solchen Inschrift die Verbrechen des Naziregimes relativiert und herabgemindert werden - und das auch noch an einem solchen explizit antifaschistischen Gedenkort. Das können und werden wir nicht akzeptieren! Erst recht nicht angesichts von Nazimorden und -aufmärschen in diesem Land, erst recht nicht in Ziegenhals, insbesondere auch angesichts rechtsextremer und rechtsterroristischer Umtriebe in und um Königs Wusterhausen.

Wir verlangen hier ein klares antifaschistisches Statement und fordern die Stadt Königs Wusterhausen auf, ihre eigenen Beschlüsse umzusetzen und einen Gedenkstein aufzustellen, der die Inschrift trägt, die auch auf der Ehrenwand der Gedenkstätte zu lesen war: "„Hier fand die illegale Tagung des ZK der KPD am 7. Februar 1933 im Sporthaus Ziegenhals unter dem Vorsitz Ernst Thälmanns statt." und als denkbarer Zusatz "Hier begann der erste organisierte Widerstand gegen die Herrschaft des Faschismus"

Unseren Protest, den wir mit unseren bescheidenen Mitteln als eingetragener, überparteilicher Verein, mit Mitgliederbasis in Brandenburg und Berlin, organisiert haben, hat nun Früchte getragen. Nicht nur, dass eine erfreuliche Anzahl von Menschen uns in so kurzer Zeit unterstützt haben. Unter den Unterstützern sind auch namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen und politischen Lebens, sowie auch Parteien, Organisationen, Vereine und Verbände. Vor allem freut uns, dass wir nicht nur bundesweit, sondern tatsächlich auch international in unserem Protest bestärkt wurden. Zuschriften aus Österreich, der Schweiz, Italien, Griechenland, Frankreich, Luxemburg, Spanien, Großbritannien, selbst aus Südafrika haben uns erreicht. Allesamt stimmen sie mit unserem Protest überein und rufen die Stadtverordneten auf, bei der Abstimmung am Montag, den 16. April 2012 (übrigens der 126. Geburtstag Ernst Thälmanns) mit "Nein" oder zumindest mit "Enthaltung" zu stimmen.

Diese Unterschriften möchten wir am 16. April 2012 zur Beratung über den Inschrift-Vorschlag in der SVV Königs Wusterhausen, um 17:00 Uhr übergeben und damit unserem Protest Nachdruck verleihen.

Laut unseren Informationen hat die SPD-Fraktion bereits diesen Vorschlag zurückgezogen. Das halten wir für den richtigen Weg und hoffen, dass wir auch die anderen Stadtverordneten zur Vernunft rufen können, die eigenen Beschlüsse umzusetzen und endlich ein würdiges Gedenken in Ziegenhals zuzulassen, dass dem Mut und der Entschlossenheit jener antifaschistischen Widerstandskämpfer der "Ziegenhalser Tagung" Rechnung trägt. Das wäre ein gutes Signal für Ziegenhals, aber auch für dieses Land.

http://www.etg-ziegenhals.de
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