Zum „Volkstrauertag“ einige Gedanken

18.11.13
AntifaschismusAntifaschismus, Bayern, Arbeiterbewegung, TopNews, Internationales 

 

von Anton Hirtreiter

55 Millionen Tote sind alleine im 2. Weltkrieg Opfer durch Krieg, Terror und Verfolgung zu beklagen. Seit Ende des 2. Weltkrieges gab es leider eine Vielzahl weiterer Kriege, bei denen ebenfalls Millionen Menschen zu Tode kamen. Die Opfer von Kriegen vor dem 2. Weltkrieg sind gar nicht zu zählen.

Hauptleidtragende von Kriegen sind immer die ArbeitnehmerInnen, indem sie ihr Leben lassen müssen, ihre Wohnungen zerbombt werden, ihrer Heimat beraubt werden und Not und Elend logische Konsequenz sind. Das gilt meist auch für die „Sieger“ von Kriegen, den Kriege kosten sehr viel Geld und wer das bezahlen muss, das wissen wir alle.

Ich glaube es ist Zeit, den Volkstrauertag in „Tag des Friedens“ umzubenennen und dieses Motto auch zu leben. Aktive Friedenspolitik wäre und ist gefragt. Den Krieg bedeutet immer, Not, Elend und Einschränkung der Arbeitnehmerrechte. Ein Blick in das Grundgesetz alleine genügt, um zu erkennen, was die Regierung bei einem „Notstand“ alles tun darf. Das Geld, das in Rüstung und Krieg investiert wird, stattdessen in aktive Friedenspolitik angelegt, damit könnte viel mehr erreicht werden. Krieg hinterlässt immer verwüstete Städte und Landschaften.

Kriege gibt es vor allem immer dann, wenn es den Menschen schlecht geht.

Der „Volkstrauertag“ ist weit weg von uns. Wenn alle die Toten, deren da gedacht wird, reden könnten, dann bin ich überzeugt, würde einiges anders gemacht werden. Den die Toten würden uns wahrscheinlich sagen, dass es nicht schön ist, als „Held“ zu sterben, sie würden uns sagen, dass es schwer ist, von Familien und Freunden Abschied nehmen zu müssen um in den Krieg zu ziehen, sie würden uns sagen, Krieg ist immer grausam und sie würden uns sagen, wie schrecklich es ist, im Schützengraben, in zerbombten Häusern zu liegen oder mit abgetrennten Gliedern irgendwo zu liegen und grausam sterben zu müssen.

Mir ist klar, nicht alle Menschen und Völker, bzw. Regierungen sind friedliebend. Aber solche Dinge könnte und muss man anders lösen, vor allem, wenn man rechtzeitig reagiert. Krieg hat noch nie Probleme gelöst, sondern meist mehr geschaffen, siehe z.B. Libyen in den letzten Tagen. Die deutsche Regierung lag da vor 2 Jahren schon richtig, als sie gegen einen Krieg in Libyen war.

Wir in Deutschland können nun fast 70 Jahre auf eine Zeit ohne Krieg in unserem Land zurückblicken. Deshalb geht es uns auch relativ gut. Wir sollten alles tun, das das so bleibt. Wir sind es unseren Kindern und Enkelkindern schuldig. Denn alles was wir jetzt nicht verhindern, was wir zulassen, müssen unsere Kinder und Enkelkinder neu und hart erkämpfen. Deshalb ist Gewerkschaft auch immer Friedensbewegung. Denn ohne Frieden ist alles nichts. Es nützt keine Lohnerhöhung etwas, wenn durch Krieg alles zerstört wird.

Der zunehmende Unterschied zwischen reich und arm muss für uns Anlass für Besorgnis sein. In einigen europäischen Ländern nehmen die Wahlerfolge rechtsradikaler Grupp- ierungen massiv zu. Die Abgrenzung gegen Ausländer, andere Völker wird immer mehr mehrheitsfähige Politik. Wie das endet, hat gerade der 2. Weltkrieg gezeigt, dessen Ursache ja vor allem die Weltwirtschaftskrise und das Ausgrenzen von Minderheiten wie Juden, Ausländern war. Heute sind es z.B. in Ungarn und Frankreich Sinti und Roma, die als „Sündenböcke“ herhalten müssen. In Ungarn wird die Demokratie schon massiv eingeschränkt.

Deshalb treten die Gewerkschaften auch so stark für ein geeintes, soziales Europa ein. Denn wenn in Europa wieder alle Staaten für sich alleine und am Ende gegen den Nach- barn sind, dann werden all unsere gewerkschaftlichen Erfolge nutzlos sein. Und mein Enkelkind, das 10 Monate alt ist, und mich großen Augen anschaut, zu mir Vertrauen hat, muss dann als „Held“ das ausbaden, was wir versäumt haben, zu tun.

Und deshalb schreibe ich dieses Wort am Sonntag um rüber zu bringen, daß Gewerk- schaft nicht nur Tarifpolitik, Einsatz für gute Arbeitsbedingen ist, sondern auch gesellschaftlicher Einsatz für einen sozialen Staat und Einsatz für den Frieden.

Die Gewerkschaften waren und sind eine der größten Friedensbewegungen in Deutsch- land. Das ist gut so. Helfen Sie mit, dass diese Bewegung auch hier noch stärker und größer wird. Das hilft bei den Arbeitsbedingungen im Betrieb, bei der Rente aber auch bei den gesellschaftlichen Brennpunkten.

Anton Hirtreiter
ver.di-Bayern
Landesbezirksfachbereichsleiter 10
Postdienste, Speditionen und Logistik
Schwanthalerstraße 64
80336 München

Anton.Hirtreiter@verdi.de
www.psl.bayern.verdi.de


VON: ANTON HIRTREITER






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