Ein notwendiger Nachtrag zum fehlenden Antifaschismus in der BRD:

16.02.18
AntifaschismusAntifaschismus, Debatte, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

Bezug: Kapitalfaschismus im Konsumparadies – Was wäre wenn?

Von Reinhold Schramm

Vergleiche mit der missverständlichen Wiedergabe auf  scharf-links  am 15.02.2018:

Vgl.:

http://www.scharf-links.de/46.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=64091&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=850db0681

Hierzu: Bei einer modifizierten Machtübernahme durch Nazis [NS-Faschisten] in Deutschland und Europa im gegenwärtigen 21. Jahrhundert, wäre aufgrund der historischen Vorgeschichte und Erfahrung, von 1933 bis 1945, wohl kaum mit einer Massenflucht der Bio-Deutschen zu rechnen. So wie sich die große Mehrheit der Deutschen nach 1933 im faschistischen NSDAP-Staat einrichteten, bzw. aktiv und passiv duldend einrichteten, so würde sich auch die große Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung bei einer modifizierten Neuauflage des NS-Faschismus in Deutschland im 21. Jh. damit arrangieren.

Die gesellschaftspolitische Gegenwart und Zukunft ist zugleich die Summe der historischen Vergangenheit. Da es in Deutschland vor 1945 keinen Bruch der Bevölkerungsmehrheit mit dem kapitalfaschistischen NSDAP-Herrschaftssystem gegeben hatte, kam es auch nicht nach dem von den westlichen und östlichen Alliierten herbeigeführten Ende des NS-Regime zur Beseitigung seiner herrschaftspolitischen Existenzgrundlagen.

Eine inhaltliche, bewusstseinserweiternde und massenwirksame Auseinandersetzung mit dem deutschen NSDAP-Faschismus hat es nach 1945 in Deutschland nicht gegeben. Auch blieben die Bemühungen um antifaschistisch-antikapitalistische Aufklärung in Ostdeutschland erfolglos, wie der Ausgang der Geschichte und die widerstandslose Implosion der Existenz der Deutschen Demokratischen Republik zeigte.

In Westdeutschland ersparte sich die Erwachsenenbevölkerung eine inhaltliche Auseinandersetzung, mit ihrer zuvor freiwilligen Teilnahme am kapitalfaschistischen NS-Regime, mit ihrer psychischen und physischen Konzentration auf den Wiederaufbau einer kapitalistischen Wohlstands- und Konsumgesellschaft. // In Ostdeutschland und der späteren DDR, gelang es nicht, der antifaschistischen und bürgerlich-demokratischen Minderheit, die Bevölkerungsmehrheit von einer antikapitalistischen und sozialistischen Gesellschaftsordnung zu überzeugen. // Die beiderseitigen Wurzeln für die Niederlagen, sowohl in West- wie in Ostdeutschland, liegen im fehlenden antikapitalistischen und antifaschistischen Befreiungskampf vor Kriegsende 1945 begründet.

Die historische Existenz der DDR wurde durch die Anwesenheit der sowjetischen Truppen gewährleistet. Es ist den ostdeutschen Massenorganisationen nicht gelungen, auch nicht während der Existenz der DDR, eine tragfähige und massenwirksame Basis aufzubauen und auch nicht zu sichern. Alle (formalen) Massenorganisationen lösten sich am Ende widerstandslos auf. So auch das antifaschistische MfS. Sie implodierten zusammen mit dem historischen Ende des antikapitalistischen Staates.

Zur allgemeinen Bestätigung meiner kurzen und unvollständigen Ausführungen, hierzu (nochmals) das Ergebnis der ‘demokratischen’ Volkskammerwahlen vom 18. März 1990:

»Die insgesamt 12,4 Millionen wahlberechtigten Bürger in der DDR konnten sich am 18. März 1990 zwischen 19 Parteien und fünf Listenverbindungen entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag bei der ersten und zugleich letzten freien Volkskammerwahl bei 93,4 Prozent. Entgegen aller Vorhersagen votierten 48 Prozent der Wähler für die "Allianz für Deutschland", bestehend aus der Ost-CDU, dem Demokratischen Aufbruch (DA) und der Deutschen Sozialen Union (DSU). Das Wahlbündnis war am 5. Februar gegründet worden und unter dem Motto "Freiheit und Wohlstand – Nie wieder Sozialismus" zur Wahl angetreten.

In Umfragen hatte die SPD vorne gelegen. Sie wurde zweitstärkste Kraft mit 21,9 Prozent der Stimmen. Die zur PDS umbenannte SED übernahm mit 16,4 Prozent die Rolle der größten Oppositionspartei. Der "Bund Freier Demokraten", das liberale Wahlbündnis der drei Parteien Deutsche Forumpartei (DFP), Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDP) und Freie Demokratische Partei (F.D.P) erhielt 5,3 Prozent der Stimmen. "Neues Forum", "Demokratie Jetzt" und die "Initiative Frieden und Menschenrechte" hatten sich noch im Februar zum "Bündnis 90" zusammengeschlossen. Es kam auf 2,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Insgesamt zogen 12 Listen in die Volkskammer ein.« Vgl.

[R.S.: verantwortlich auch für den Quellenauszug.]

Siehe auch amtliches Endergebnis der Wahlen zur 10. Volkskammer am 18. März 1990:

www.bpb.de/themen/01MOVB,0,18_M%E4rz_1990:_Erste_freie_Volkskammerwahl.html

 

16.02.2018, Reinhold Schramm

 

 







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