Neonazis marschieren durch Barmbek

25.01.22
AntifaschismusAntifaschismus, Hamburg, TopNews 

 

Von Hamburger Bündnis gegen Rechts

Am vergangenen Samstag den 22. Januar 2022 marschierten über 50 Neonazis aus Norddeutschlandim geschlossenen Block bei der verschwörungsideologischen Demonstration durch Hamburg-Barmbek mit.

Bekannte Neonazis wie Sänger der Rechtsrock-Band Kategorie C Hannes Ostendorf1 und NPD-Kader Jan-Steffen Holthusen2 aus Hamburg liefen am Samstag auf der Demonstration mit. Auch der ehemalige Sektionsleiter des norddeutschen Blood & Honour Netzwerkes Torben Klebe war vorOrt3. Zudem fanden sich in dem Block zahlreiche weitere Kader der Jungen Nationalisten (derNPD-Jugendorganisation) aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zusammen4.

Der Versammlungsleitung der Demonstration war bekannt, dass es sich bei den Teilehmenden um Neonazis der NPD handelt. Man kooperierte mit ihnen, einigte sich darauf, dass die mit gebrachten Transparente ausgetauscht werden. Die Demo-Orga gab den Neonazis das Transparent "NUR WIR können es beenden" und stellte dem Block einen Ordner. So schallte am Abend die bekannten neonazistische Parole "Das System ist am Ende, wir sind die Wende" durch die Straßen Hamburgs und die Faschisten verteilten Propagandamaterial der neuen NPD Kampagne "Gegengift". Diese Neonazis werden von den Demo-Organisator*innen als Mitstreiter*innen gegen einen phantasierten„Corona-Faschismus“ verstanden. In Telegram heißt es dazu „Wir wollen niemanden ausschließen".

Ebenfalls sind Holocaust-relativierende Äußerungen und Symbole keine Einzelfälle auf den Hamburger Demonstrationen, sondern werden von deren Organisator*innen mitgetragen.Regelmäßig werden in den Reden Anspielungen auf die NS-Zeit formuliert, in denen die Demonstrierenden sich in eine Reihe mit den Verfolgten des Naziregimes stellen.

Neonazi-Strategie geht auf

Keine Partei- und Organisationssymbole zu tragen, ist eine altbekannte Strategie von Neonazis umsich als bürgerliche Mitstreiter*innen darzustellen. Dennoch sind die Neonazis an ihren Flyern,

Slogans und Gesichtern deutlich zu erkennen, wie antifaschistische Recherche zeigen."Es stellt eine Zäsur für Hamburg dar, dass organisierte Neonazis ungehindert und akzeptiert vonTausenden auf Hamburgs Straßen laufen können. Es muss endlich eine deutliche Grenze gegendiese gefährlichen Proteste in Hamburg geben.“, meint Kim Uhrig für das Hamburger Bündnis gegen Rechts. Auch dass der Verfassungsschutz und Innenbehörde trotz besseren Wissens dieverschwörungsideologischen Proteste verharmlost, müsse endlich kritisch hinterfragt werden. „Es ist ein Trauerspiel, dass das die verschwörungsideologischen Demos weiterhin als friedliche Bürgerproteste verharmlost werden.“, meint Uhrig.

In zunehmender Anzahl und teils bewaffnet mit Schlaghandschuhen können Neonazis wöchentlichdurch Hamburg ziehen5. Wie schnell diese Gewalt ausgelebt wird, zeigt das Beispiel von Marcel J.,der am 4. Dezember 2021 in Berlin vor laufenden Kameras den Tagesspiegel-Journalisten JuliusGeiler angriff und versuchte sein Handy zu rauben6. Auch J. war Teil des Neonazi-Blocks amSamstag in Hamburg.

1 Ostendorf am Samstag zu erkennen an Lazio-Mütze: https://pixelarchiv.org/event/2022.01.22.hamburg/1/024.jpg

2 Quelle: Holthusen links am Samstag in Hamburg https://twitter.com/antifainfo/status/1485243976630382594 / Inder Vergangenheit u.a. https://linksunten.indymedia.org/de/node/123290/

3 Quelle: https://twitter.com/antifainfo/status/14852439843771760694 Quelle: https://twitter.com/antifainfo/status/1485243937069703170


4 Quelle: https://twitter.com/antifainfo/status/1485243937069703170?cxt=HHwWhIC9nbvf0pwpAAAA

5 Quelle Schlaghandschuhe u.a.: https://pixelarchiv.org/event/2022.01.22.hamburg/1/168.jpg6 Quelle: https://twitter.com/antifainfo/status/1467813997730832388

6 Quelle: https://twitter.com/antifainfo/status/1467813997730832388

 







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