LINKE. kritisiert Äußerungen von Bürgermeister Scharf zur Lüneburger Gedenkkultur

09.01.18
AntifaschismusAntifaschismus, Niedersachsen, News 

 

Von DIE LINKE. Lüneburg

DIE LINKE. Lüneburg kritisiert den Lüneburger Bürgermeister Gerhard Scharf wegen Äußerungen zur geschichtlichen Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen, die er gegenüber einem extrem rechten Youtube-Kanal geäußert hat. Gegenstand der Debatte ist der umstrittene Gedenkstein für die 110. Infanterie-Division Am Springintgut. DIE LINKE. wirft Bürgermeister Scharf die Instrumentalisierung der Opfer von Nazi-Verbrechen in der weißrussischen Stadt Osaritschi vor, an denen die 110. Infanterie-Division aus Lüneburg beteiligt war. Des Weiteren kritisiert DIE LINKE. eine romantisierende Darstellung von Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und fehlende Wertschätzung der aufarbeitenden historischen Tätigkeiten von Opferverbänden.

DIE LINKE.  fordert ein Umsteuern in der Gedenkkultur der Stadt

Lüneburg: „Wir fordern eine Gedenkkultur welche gegen den Krieg mahnt, indem sie die Opfer und nicht die Täter von Kriegsverbrechen in den Mittelpunkt stellt. Diese Forderung als Dummheit zu bezeichnen – wie von Herrn Schaf getan - ist ein Schlag ins Gesicht gegenüber allen, die unter Kriegen gelitten haben. Die bisherige Gedenkkultur, welche historische Fakten wie das Kriegsverbrechen in Osaritschi zum Teil verschweigt, ist geprägt von einem den Nationalsozialismus verharmlosenden Heldenethos, statt von historischer Aufarbeitung. Es braucht einen Dialog mit den Opferverbänden sowie ein Nutzen der wissenschaftlichen Expertise, die hier an der Universität vorhanden ist. Nur wenn man sich der Geschichte ehrlich stellt, kann man aus ihr lernen.“, so Thorben Peters, Kreisvorsitzender der LINKEN in Lüneburg.

„Wir haben uns mit einem Brief an Bürgermeister Scharf gewandt und ihn aufgefordert, zu seinen untragbaren Äußerungen Stellung zu beziehen. Gegenüber dem rechtsradikalen Internetblogger vernachlässigte Herr Scharf die grausamen Taten, die Lüneburger Wehrmachtssoldaten an der weißrussischen Zivilbevölkerung begangen haben. Es war ihm scheinbar vor allem daran gelegen, für einen selbstbewussten Umgang mit Soldatenehrung zu argumentieren. Auch verharmlosende Äußerungen zum Umgang mit Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern zeugen nach unserer Auffassung von einem gefährlichen Geschichtsverständnis, das eines Bürgermeisters nicht würdig ist“, so David Amri, Ratsmitglied der Lüneburger LINKEN.

 

Zum Hintergrund:

Falls noch nicht bekannt, so ist das Video mit den Äußerungen von Dr.

Scharf hier einzusehen: https://www.youtube.com/watch?v=VrdSJHZBVuA

Gesprächspartner von Herrn Scharf war der unter dem Namen „Volkslehrer“ fungierende Blogger und ehemalige Grundschullehrer, der aktuell wegen seiner Suspendierung vom Dienst und einer Anzeige wegen Volksverhetzung bundesweit Schlagzeilen macht (vgl. u.a.:

https://www.landeszeitung.de/blog/nachrichten/politik/1383592-lehrer-nach-hetzvideos-im-internet-freigestellt)







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