ALTE NAZIS - NEUE NAZIS


09.03.20
AntifaschismusAntifaschismus, Hamburg, TopNews 

 

Für Donnerstag, den 19.03. lädt die Gruppe #unteilbar-Bergedorf zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in das Kulturhaus SerrahnEins ein.

Harald Holzmann, ehemaliger Sozialarbeiter aus Lohbrügge, wird über Erfahrungen und Analysen aus Bergedorf ab den 70ern berichten. Andreas Speit, Journalist und Experte zu rechten und faschistischen Strukturen, informiert über rechten Terror und aktuelle Entwicklungen.

Anlass der Veranstaltungsplanung ist der angekündigte Nazi-Aufmarsch am 1.Mai 2020 in Bergedorf, welcher nach Medienberichten möglicherweise nach Harburg verlegt wird.

Dass rechter Terror und Gewalt tagesaktuell sind, zeigen die Anschläge und Morde der vergangenen Monate, nicht zuletzt die schrecklichen rassistischen Morde in Hanau.

Die menschenverachtenden Aktivitäten der Nazis werden in den letzten Jahren durch einer bundesweit einflussreiche AFD ideologisch und organisatorisch unterstützt. Rassistische und stigmatisierende Stimmungsmache auch durch andere gesellschaftliche Akteure der "Mitte"

der Gesellschaft motivieren die Gewalttäter zusätzlich, die viel zu oft als Einzeltäter verharmlost werden. Nicht erst seit dem NSU Komplex, der noch immer nicht aufgeklärt ist, gibt es rechten Terror in Deutschland.

Die Liste rassistischer Gewalttaten und Morde reicht Jahrzehnte zurück und wurzelt oft in langfristigen Netzwerken und halböffentlichen Seilschaften wie Blood and Honour oder Uniter. Der Perspektive Betroffener und ihrer Angehörigen wird immer wieder zu wenig Gewicht und Öffentlichkeit eingeräumt.

Bergedorf kommt bei der Entwicklung des Neonazismus und rechter Strukturen in Norddeutschlands eine wichtige Bedeutung zu. Führende Köpfe nationalsozialistischer Organisationen wie der ANS (Aktionsfront Nationaler Sozialisten) und später der FAP (Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei) lebten und wirkten in den 70er und 80ern in Bergedorf.

Bergedorfer Nazis ermordeten Ramazan Avci im Dezember 1985, es wurden Brandanschläge auf das Büro der GAL-Bergedorf sowie auf das DKP-Büro verübt. 1988 versuchten ca. 60 Nazis, mit Eisenstangen und Gaspistolen bewaffnet, eine “Rock gegen Rechts” Veranstaltung in der Gesamtschule Bergedorf zu stürmen. Leider wurden viele dieser Angriffe von staatlicher Stelle als Konflikte “rivalisierender Jugendbanden” dargestellt und damit entpolitisiert. Im Juli 1999 gab es einen Bombenanschlag auf das Café Flop und Anfang der 2000er fanden mehrere Naziaufmärsche der NPD in Bergedorf statt.

Der Nazi-Aufmarsch am 1.Mai 2020 von “Die Rechte” gemeinsam mit der NPD wurde von den beiden bekennenden Nazis Thomas Wulff und Christian Worch angemeldet, die an vielen der oben genannten Aktivitäten in Bergedorf maßgeblich beteiligt waren.

Wir als #unteilbar-Bergedorf möchten auf der Veranstaltung über Entwicklungen, Strukturen und Hintergründe informieren und uns austauschen, wie wir gegen alte und neue Nazis aktiv werden können, um eine solidarische Perspektive gegen Menschenverachtung und Faschismus zu stärken.

Beginn der Veranstaltung: 19.30, Einlaß ab 19.00. Der Eintritt ist frei, Hutspenden sind willkommen.

www.unteilbar-bergedorf.org

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz