Düsseldorf: Erfolgreicher Stand des antifaschistischen Bündnisses auf dem Gumbertstraßenfest

14.09.08
AntifaschismusAntifaschismus, NRW, Düsseldorf, News 

 

Junge Union verleumdet Antifaschistische Arbeit

Auf dem Gumbertstraßenfest 13./14. September hat das Antifaschistische Bündnis Eller sehr erfolgreich einen Infostand durchgeführt. Bereits am Samstag waren mehr als 300 Gespräche mit BesucherInnen geführt und ca. 1.000 Flugblätter verteilt worden. Der Sonntag hatte ebenfalls gut begonnen und ließ bei strahlendem Sonnschein noch mehr Erfolg erwarten.

Dazu im Widerspruch stand, dass die Ausrichter des Festes, die Veranstaltungsagentur Janica Solbach, auf eine Diffamierung der CDU-Jugendorganisa­tion „Junge Union“ hin unseren Infostand des Platzes verweisen wollten. Frau Sol­bach forderte sogar die Polizei an, um uns "abräumen" zu lassen. Dabei wurde entsprechend der Diffamierung der Jungen Union die Mitarbeit der DKP in unserem Antifa-Bündnis Eller skandalisiert. Entgegen den Tatsachen behauptete Janica Solbach, sie sei hintergangen worden, ihr wäre nicht bekannt gewesen, dass der Infostand vom Antifaschistischen Bündnis Eller betrieben werde. Die irrigen Meinungen von Frau Solbach und die antikommunistische Hetze der Jungen Union fanden sogar Eingang in die Spalten der Westdeutschen Zeitung vom Samstag, 13. September 2008, mit einem Artikel unter der Überschrift „Ärger um angeblichen ‚Kommunisten-Stand’“.

Die am Samstag gerufene Poliei konnte allerdings nur feststellen, dass der Stand ordnungsgemäß von der Initiativen „Aus der Geschichte lernen - für die Zukunft handeln!“ angemeldet und bezahlt worden sei. Sie informierte Frau Solbach, dass es das Problem der Veranstalter sei, wenn diese offenkundig nicht wüßten, was Antifaschismus bedeute.

Der Bezirksvorsteher der Bezirksvertretung Eller, Erich Kuczera (SPD), der selbst in unserer Antifa-Initikative mitarbeitet, bekundete seine Solidarität mit dem Stand und besuchte ihn im Zusammenhang mit diesen Vorgängen demonstrativ. Immerhin ist der Infostand unserer Antifa-Initiative bereits zum dritten Mal Bestandteil des Festes.

Nachdem die Veranstalter derart belehrt worden waren und offenkundig auch die hinter ihnen stehende Werbegemeinschaft Eller erläutert hat, was das Antifaschistische Bündnis Eller ist, hat Frau Solbach von ihrem Begehren abgelassen. Die BesucherInnen des Gumbertstraßenfestes jedenfalls haben sich mit ihrem Zuspruch ganz klar hinter den Stand und das antifaschistische Anliegen unseres Bündnisses gestellt

Das Antifaschistische Bündnis Eller verurteilt die Diffamierung der Jungen Union ebenso wie das skandalöse Begehren der Veranstaltungsagentur Janica Solbach. Im Antifaschistischen Bündnis Eller arbeiten seit 2003 u.a. Kirchenvertreter und das in Eller beheimatete Straßen­magazin fiftyfifty ebenso mit wie KommunistInnen und SozialdemokratInnen wie verschiedene Bezirks­vertreterInnen wie zahlreiche politisch ungebundene Menschen. CDU und Junge Union allerdings verweigern bis zum heutigen Tag ihre Mitarbeit. Einen genauen Überblick gibt die beigefügte Liste der ErstunterzeichnerInnen des Gründungsaufrufs im Jahr 2003.

Hintergrund der Arbeit des Bündnisses ist die Tatsache, dass im Stadtbezirk 8 (Eller/Lierenfeld/ Vennhausen/Unterbach) Nazis in den letzten Jahren u.a. mehrfach die Bezirksvertreterin der Linken Liste im Eller Rathaus, Frau Christiane Schnura, bedroht haben und mit Hakenkreuzschmierereien an der Schlosskirche, mit ausländerfeindlicher Hetze zu den Martinsumzügen und mit Attacken auf Infostände in Erscheinung getreten sind. In ganzb Düsseldorf sind seit Jahren Nazis und Neonazis aktiv. Mit faschistischer Propaganda und Demonstrationen, aber auch mit dem Bombenanschlag im Jahr 2006 am S-Bahnhof Wehrhahn oder mit dem Messerangriff auf den damaligen ASTA-Vorsitzenden im Jahr 2001.

In den letzten fünf Jahren hat das Antifaschistische Bündnis Eller sehr aktiv Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung geleistet. Zahlreiche Gedenksteine an die Opfer des Nazi-Faschismus wurden auf den Straßen und Plätzen des Stadtteils verlegt, am Rathaus am Gertrudisplatz wurde eine Gedenktafel angebracht, zahlreiche Veranstaltungen wurden durchgeführt, aber auch beim Gumbertstraßenfest ist das Bündnis mit Infoständen regelmäßig aktiv. Zuletzt war das Bündnis aktiv als sich im Mai die NPD und im Juni die rechtsradikale Organisation ProNRW in Eller treffen wollten. In beiden Fällen konnten die Treffen in Zusammenarbeit mit Antifa-KoK und anderen demokratischen Kräften verhindert werden.

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Liste der ErstunterzeichnerInnen in 2003

Abenteuerspielplatz Eller e.V. ? Arbeitslosen-Initiative Düsseldorf ? Asphalt e.V./fiftyfifty ? Bönemann, Astrid/SPD-Lierenfeld ? Born, Hol­ger/Mitarbeiter Jugendfreizeiteinrichtung Kuthsweg ? Bürger, Peter/Theologe, Mitglied bei Pax Christi ? Diessner, Helmut/ehem. KZ-Häftling Buchenwald(U) ? DKP Eller-Lierenfeld-Vennhausen ? Ev. Markus-Kirchengemeinde ? Friedensforum Düsseldorf ? Heinrichs, Bernd/SPD-Fraktionsvorsitzender Bezirksvertretung Eller ? Mitarbeiter und Besucherschaft Internationaler Treff Jägerstraße, Jugendfreizeiteinrichtung ? Koopmann, Uwe (DKP)/Bezirksvertreter Gerresheim ? Laubenburg, Frank (PDS)/Stadtrat Düsseldorf ? Lohse, Hartmut (DKP)/Stadtrat Düsseldorf PDS-Liste ? Menschen für den Frieden, Düsseldorf ? Naturfreunde Düsseldorf ? Ökumenisches Friedensnetz Düsseldorfer Christinnen und Christen ? Özgürlük ve Dayanisma Düsseldorf ? PDS Kreisverband Düsseldorf ? Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend Düsseldorf ? Sozialistische Jugend Deutschland Die Falken, Kreisverband Düsseldorf ? Syska, Alfred (SPD)/ Stadtrat Düsseldorf ? Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Düsseldorf ? Weiß, Wolfgang/Jugend­pfleger des Jugendamtes Düsseldorf ? Wischnewski, Frank/Jugendleiter der Ev. Kirchengemeinde Düsseldorf Schlossallee ? Wolters, Astrid/Mitarbeiterin Mahn- und Gedenkstätte







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