Sommeruniversität gegen Antisemitismus - Vorurteile gegenüber Minderheiten im Alltag

26.07.08
AntifaschismusAntifaschismus, Theorie, Berlin, TopNews 

 

8. bis 10. September 2008

veranstaltet vom Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin mit freundlicher Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung und des Bündnisses für Demokratie und Toleranz

Die dritte Sommeruniversität gegen Antisemitismus richtet sich an Multiplikatoren aus Medien, Schule, Erwachsenen- und Berufsschulbildung sowie aus Politik und Gewerkschaften, sie wendet sich aber auch ganz allgemein an eine interessierte Öffentlichkeit.

Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten Alltagsantisemitismus sowie Vorurteilen gegenüber anderen Minderheiten, wie z. B. Muslimen oder Sinti und Roma im Alltag, die aus der Mitte der Gesellschaft artikuliert werden.

Ziel der Sommeruniversität ist die Vermittlung der notwendigen Kompetenz zur argumentativen Behandlung des Themas.

Die Sommeruniversität findet im Hauptgebäude der TU Berlin statt. Nähere Angaben über die Räume erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung. Anmeldeschluss ist der 25. August 2008.


S O N N TA G , 7. S E P T E M B E R 2 0 0 8 ( FA K U LTAT I V )

Stadtrundfahrt
Unbekannte Erinnerungslandschaft Berlin – Authentische Orte und verborgene Denkmäler zur Verfolgung von Minderheiten 1933 - 1945 (u. a. Grunewaldrampe, Deportationsdenkmal am Moabiter Güterbahnhof und Denkmal der grauen Busse)
Beginn: 17.00 Uhr am Ernst-Reuter-Platz
Ende: ca. 19.30 Uhr am Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Teilnahmegebühr: 15 €

M O N TA G , 8 . S E P T E M B E R 2 0 0 8

Vorträge

9.00 - 10.30 Uhr
Prof. Dr. Wolfgang Benz
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
Was ist Antisemitismus?

11.00 - 12.30 Uhr
Prof. Dr. Werner Bergmann
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
Sind Vorurteile messbar? Vorgehensweisen und Ergebnisse der empirischen Forschung

12.30 - 14.00 Uhr
Mittagspause

14.00 - 15.45 Uhr

Workshops  Sektion A

(aus jeder Sektion kann je ein Workshop belegt werden)

16.15 - 18.00 Uhr
Workshops  Sektion B
(aus jeder Sektion kann je ein Workshop belegt werden)

20.00 Uhr
Filmvorführung:
Robert und Bertram (1939) nationalsozialistische Komödie. Zur Einübung von Vorurteilen am historischen Beispiel
Einführung:
Prof. Dr. Wolfgang Benz
(Geschlossene Veranstaltung, nur für angemeldete Teilnehmer der Sommeruniversität)

D I E N S TA G , 9 . S E P T E M B E R 2 0 0 8

Vorträge

9.00 - 10.30 Uhr
Dipl.-Soz. Gerd Dembowski
(Bündnis Aktiver Fußballfans)
Antisemitismus und Rassismus im Fußball

11.00 - 12.30 Uhr
Prof. Dr. Andreas Zick
(Universität Bielefeld)
Zwischen alltäglichem Rassismus und uralten Mythen aktueller Antisemitismus im Spiegel von Umfragen

12.30 - 14.00 Uhr
Mittagspause

14.00 - 15.45 Uhr
Workshops  Sektion A
(aus jeder Sektion kann je ein Workshop belegt werden)

16.15 - 18.00 Uhr
Workshops – Sektion B
(aus jeder Sektion kann je ein Workshop belegt werden)

20.00 Uhr
Abendveranstaltung mit der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Frau Lala Süsskind

M I T T W O C H , 10 . S E P T E M B E R 2 0 0 8


Vorträge

9.00 - 10.30 Uhr
Dr. Angelika Königseder
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
Feindbild Islam

11.00 - 12.30 Uhr
Dr. Peter Widmann
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
Zwischen Kritik und Kulturkampf-Phantasien. Antisemitismusdebatten in der Migrationsgesellschaft

12.30 - 14.00 Uhr
Mittagspause

14.00 - 15.30 Uhr
Dr. Brigitte Mihok
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
Die Dynamik von Angstbildern. Phantasien über "den Zigeuner"

16.00 - 18.00 Uhr
Expertenpodium:
Welche Handlungsmöglichkeiten hat die Politik im Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus?
Es diskutieren:
Petra Pau (MdB)
Cornelia Schmalz-Jacobsen (Gegen Vergessen, Für Demokratie e. V.)
Prof. Gert Weisskirchen (MdB)
Botschafter Dr. Benedikt Haller (Auswärtiges Amt)

Workshops
Antisemitische Vorurteile in aktuellen Schulbüchern und populärhistorischen Darstellungen
Leitung:
Dr. Wolfgang Geiger
(Gymnasiallehrer/Lehrbeauftragter Universität Frankfurt a. M.)
Anhand ausgewählter Bild- und Textbeispiele soll untersucht werden, wie und warum sich immer noch in Schulgeschichtsbüchern und populärhistorischen Darstellungen Klischees und Vorurteile über Juden in der deutschen und europäischen Geschichte finden. Schwerpunkte werden das Mittelalter (das Klischee vom Wucherer) sowie das 19./20. Jahrhundert (Rassentheorien) sein.
Dieser "Antisemitismus wider Willen" wird im größeren Rahmen unseres allgemeinen Geschichtsbildes und der Problematik eines "Anti-Antisemitismus" zu analysieren sein.

Legenden-Lügen-Vorurteile - Umgang mit Stammtischparolen
Leitung:
Prof. Dr. Wolfgang Benz
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
An Beispielen aus der alltäglichen Lebenswelt soll deutlich gemacht werden, wie Judenfeindschaft aus banalem Anlass mithilfe von stereotypen Denkfiguren transportiert und verstetigt wird.

Aktiv gegen Antisemitismus - Zivilgesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten dargestellt und nachgefragt
Leitung:
Dipl.-Pol. Dennis Meiser
(Bündnis für Demokratie und Toleranz)
Im Workshop werden zwei vom Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) ausgezeichnete zivilgesellschaftliche Akteure und deren praxisorientierte Projekte gegen Antisemitismus vorgestellt, die Beispiele zivilgesellschaftlichen Handelns aufzeigen sollen (Geschichtswerkstatt "DenkZeichen Erzgebirge" des CJD Chemnitz; Miphgasch/Begegnungen e.V.).
Zudem sollen im Workshop weitere zivilgesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten erörtert und diskutiert werden. Die erarbeiteten Vorschläge und Handlungsempfehlungen werden in die Planungen des vom BfDT im November 2008 geplanten "Initiativentags gegen Antisemitismus" einfließen.

Umgang mit Antisemitismus. Kritische Diskussion und praktische Beispiele zu Richtlinien der OSZE für Pädagogen
Leitung:
Isabel Enzenbach M. A.
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
Sprechen über Antisemitismus in pädagogischen Kontexten birgt die Gefahr, ungewollt das Vorurteil zu befördern. Mangelndes Fachwissen, moralische Übereindeutigkeit, Instrumentalisierungen der Judenfeindschaft für erzieherische Zwecke und das Missachten von Zusammenhängen können "unbeabsichtigt" den Verdacht gegen Juden reproduzieren. Anhand von Richtlinien der OSZE für Pädagogen werden Schlüsselprinzipien zur pädagogischen Thematisierung von Antisemitismus diskutiert.

Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus - Präsentation der Ausstellung „Hass vernichtet“ von Irmela Mensah-Schramm
Moderation:
Dr. Winfried Meyer
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
Seit 1986 dokumentiert die pensionierte Berliner Lehrerin Irmela Mensah-Schramm Nazi-Schmierereien sowie Aufkleber mit Hass-Botschaften und entfernt sie anschließend. In dem Workshop wird sie die Ergebnisse ihres unermüdlichen Kampfes gegen
Rechtsextremismus präsentieren und mit den Teilnehmern über die Möglichkeiten und Grenzen von zivilgesellschaftlichem Engagement diskutieren.

Umgang mit aktuellen Stereotypen - eine neue Unterrichtssoftware gegen Antisemitismus
Leitung:
Dr. Juliane Wetzel
(Zentrum für Antisemitismusforschung)
Anhand ausgewählter Beispiele aus der neuen Unterrichtssoftware, die im Juli 2008 im Cornelsen Verlag erscheinen wird, sollen die multimedialen Möglichkeiten, das Thema des aktuellen Antisemitismus im Unterricht zu behandeln, gezeigt werden. Wir wollen gemeinsam einzelne Arbeitsaufträge, die die Schüler am Computer bearbeiten können, begutachten und diskutieren, wie diese in den Unterricht in Geschichte, Politische Weltkunde, Religion, Ethik, Deutsch integriert werden können. Da die Software mit zahlreichen Abbildungen und Filmausschnitten arbeitet und versucht, medial die antisemitische Bildsprache zu dekonstruieren, soll Thema des Workshops auch sein, welche Gefahren antisemitische Bilder im Unterricht bergen und wie sich Pädagogen dem stellen können.

Schon auf den ersten Blick? Zur Sichtbarkeit und Repräsentation von Juden in Deutschland
Leitung:
Dr. Michaela Haibl
(Universität Wien)
Entlang unser aller "Bilder im Kopf" und deren historischer Gewordenheit werden in diesem Workshop aktuelle Darstellungen von Juden im deutschsprachigen Raum gezeigt, betrachtet und untersucht. Es geht dabei um kulturell, gesellschaftlich wie politisch bedingte Sehgewohnheiten und Sehzwänge, die die Öffentlichkeit und auch den alltäglichen Umgang mit diesen Bildern bestimmen. Ziel ist es, vom Sehen über das Wahrnehmen zum Verstehen und Deuten gegenwärtiger Tendenzen in der Darstellung von Juden und „des Jüdischen“ zu gelangen. Theoretische und methodische Konzepte werden dabei ebenso vorgestellt, wie deren Anwendung auf ausgewählte Bildbeispiele.

Antisemitismus und Rassismus im Fußball
Leitung:
Dipl.-Soz. Gerd Dembowski
(Bündnis Aktiver Fußballfans)
Wenn man sich an die Anfeindungen der 1920er Jahre erinnert, die jüdische Sportvereine zu ertragen hatten, kann behauptet werden, dass Antisemitismus die wohl älteste Form der Diskriminierung im deutschen Fußball ist. Dabei waren jüdische Sportler bei der Migration des Balles nach Deutschland bedeutende Figuren. Ausgehend von historischen Fragmenten zu jüdischen Einflüssen im deutschen Fußball geht es um Antisemitismus und Rassismus im deutschen Fußball, die sich in ihrer offenen Äußerung verstärkt in die unteren Ligen verschoben haben. Im Fußballalltag läuft vieles nicht mehr über klare Symbolformen, sondern über Kodierungen von Zeichen auf Kleidung etc. Wie ist der Stand von Antisemitismus und Rassismus im deutschen Fußball, auch im internationalen Vergleich? In welcher Wechselwirkung stehen hier Fußball und Gesellschaft? Wie ernst sind die aktuellen Bemühungen des Deutschen Fußball-Bundes zu
nehmen? Und was kann jede/r selbst unternehmen?

Die Teilnahmegebühr beträgt 40,00 € / ermäßigt 20,00 € - bei Vorabüberweisung bis zum 15. 8. 2008 (Kontoverbindung wird mit der Anmeldebestätigung mitgeteilt).

Bei Begleichung der Teilnahmegebühr am Beginn der Sommeruniversität wird ein Beitrag von 45,00 € bzw. 25,00 € erhoben.

Die Stadtrundfahrt am 7. 9. 2008 kostet zusätzlich 15,00 €.

Anreise und Unterkunft der Teilnehmer erfolgen auf eigene Kosten.

In unmittelbarer Nähe zur TU haben wir ein Kontingent von Hotelzimmern (EZ 93,00 €/ DZ 113,00 €) reserviert, bitte wenden Sie sich für Buchungen direkt an das Hotel Gates, Knesebeckstraße 8–9, 10623 Berlin, Telefon (030) 31 10 65 57 oder
E-Mail: _reservation@hotel-gates.com_ (mailto:reservation@hotel-gates.com) Stichwort "Sommeruniversität".

Eine Anrechnung als Bildungsurlaub ist möglich, die Teilnahme kann auf Wunsch zertifiziert werden.

Kontakt:
Yasemin Shooman
TU Berlin
Zentrum für Antisemitismusforschung
Telefon (030) 31 42 54 67
Fax (030) 31 42 11 36
_shooman@zfa.kgw.tu-berlin.de_ (mailto:shooman@zfa.kgw.tu-berlin.de)
_www.tu-berlin.de/zfa_ (http://www.tu-berlin.de/zfa)







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