1. Mai Bilanz des EA Frankfurt


Bildmontage: HF

07.05.13
AntifaschismusAntifaschismus, Bewegungen, Hessen, TopNews 

 

von Internationalistisches Aktionsbündnis Frankfurt

Stellungnahme vom IAB zum 1. Mai 2013

Durch den Aufruf von mehr als 120 Organisatio- nen innerhalb des antifaschistischen Ratschla- ges wurde am 1. Mai in Frankfurt entschlossen und koordiniert der Naziaufmarsch verhindert.

Es wurde den Nazis, der Polizei und der Stadt- obrigkeit gezeigt, dass Naziaufmärsche in Frankfurt nicht toleriert werden und Frankfurter AntifaschistInnen in der Lage sind, Nazis aus Frankfurt fernzuhalten.

Es wurde aufs Neue bewiesen, dass unser gemeinsames Blockadekonzept ein effektives Mittel ist, um Naziaufmärsche zu verhindern. Gemeinsam, entschlossen und diszipliniert wurden alle wichtigen Zufahrtwege um den vorgesehenen Aufmarschpunkt der Nazis blockiert und das Durchkommen der Nazis nach Frankfurt unmöglich gemacht.
Dabei ging von den BlockiererInnen keine Eskalation aus, im Gegensatz zur Polizei, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die AntifaschistInnen vorging.

Ein Großteil der Vorbereitungsarbeit bestand darin, mit verschiedenen Aktionsformen im Vorfeld des 1. Mai breite Kreise der Frankfurter Bevölkerung gegen den Naziaufmarsch zu mobilisieren. Menschen verschiedener Herkunft leben seit Jahrzehnten in Frankfurt zusammen. Wir wollten diese Menschen dazu bringen, gegen die Nazis zusammen mit uns auf die Straße zu gehen und uns zu unterstützen. Mehr als 4000 TeilnehmerInnen während der Antifaschistischen Aktionen haben gezeigt, dass unsere Aufrufe erwidert wurden.

Alle drei Blockadepunkte waren Teil eines Gesamtkonzeptes. Wenn eine der Blockaden ihre Rolle nicht gespielt hätte, hätten die anderen Punkte nicht die gleiche Wirkung er- zielen können. Unser internationalistischer Blockadepunkt wurde bis zum Schluss ent- schlossen gehalten. Damit haben wir mit den anderen Blockadepunkten unseren Beitrag gegen die Faschisten geleistet.

Antifaschismus ist legitim und notwendig. Faschismus kann nicht toleriert werden, son- dern muss auch in Zukunft bekämpft werden. Gerade die staatlich aktiv unterstützte 'NSU' und ihre Mordserie beweisen wieder schlagend, dass Antifaschismus von uns selbst und wenn nötig gegen den Staat organisiert werden muss. Wir haben deshalb während unserer Blockade und während der Kundgebung der Ermordeten des 'NSU' gedacht und immer wieder die Notwendigkeit des Antifaschismus hervorgehoben.

Wir solidarisieren uns dementsprechend mit den AntifaschistInnen, die für die Teilnahme an den Blockaden und ihrer entschlossenen Haltung gegen den Faschismus nun sogar bestraft werden sollen.

Der 1. Mai in Frankfurt hat gezeigt, dass wenn revolutionäre Kräfte aus unterschied- lichen Regionen der Welt zusammenkommen, sie zu einer wichtigen Kraft innerhalb des antifaschistisches Kampfes werden können und auf der Straße etwas bewirken können. Auch in Zukunft werden wir gegen Faschismus, Kapitalismus und Imperialismus gemein- sam und entschlossen vorgehen und unseren Beitrag zum Kampf gegen das Kapital leisten.

1. Mai Bilanz des EA Frankfurt

Erfolgreiche Blockaden gegen die Nazis – zahlreiche verletzte AntifaschistInnen durch Polizeigewalt. 

Am Vormittag haben mehrere tausend AntifaschistInnen im Frankfurter Ostend Blockaden errichtet, über Stunden hinweg aufrecht erhalten und die Nazis erfolgreich daran gehindert, in Frankfurt zu demonstrieren.

Drei große Blockadepunkte auf der Hanauer Landstraße, am Danziger Platz und auf den Bahngleisen zwischen Schwedler Brücke und Ostbahnhof verhinderten, dass die Nazis ihren Kundgebungsort erreichen konnten. Dabei wurden die AntifaschistInnen aber mit einem massiven Polizeiaufgebot konfrontiert. In der Hanauer Landstraße zogen mehrere Wasserwerfer und Räumpanzer auf. Auf den Bahnschienen wurden hunderte Blockade- teilnehmerInnen stundenlang gekesselt, Personalienfeststellungen unterzogen und ab- fotografiert. Dabei kam es im Verlauf des Tages immer wieder zum Einsatz von Pfeffer- spray, so dass viele DemonstrantInnen mit Augenverletzungen behandelt werden mussten.

Gegen Ende der Blockaden gab die Polizei dem Demobündnis zu Verstehen, dass alle Personen aus dem Gleiskessel gelassen würden. Stattdessen wurde dort jedoch eine kleine Gruppe von Personen separiert, mit Kabelbindern gefesselt, zusammengeschlagen und festgenommen. Dies wurde so durchgeführt, dass die Teilnehmer der beginnenden Demo in die Innenstadt dies nicht mitbekommen konnten.

Nach der Abschlusskundgebung der Demo an der Konstabler Wache wurden erneut – aus unserer Sicht ohne ersichtliche Begründung – mehrere Personen festgenommen.

Die repressive Bilanz des Tages:

  • Insgesamt wurden heute mindestens 30 Personen mit Vorwürfen wie „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“, „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ oder „versuchte Körperverletzung“ in die Gefangenensammelstelle gebracht.
    Nach unserem Kenntnisstand wurden die letzten Personen gegen 21.30 Uhr wieder entlassen.      
  • Hunderte von Personalienkontrollen
  • Viele Verletzte mit teils erheblichen Verletzungen durch Polizeigewalt. Einige mußten im Krankenhaus behandelt werden. Allein von den Demo-Sanis wurden im Laufe des Tages 80 AntifaschistInnen behandelt, von denen vier ins Krankenhaus gebracht wurden. Neben einer großen Zahl von Augenverletzungen durch Pfeffer- spray konnten die Sanitäter vor allem von Prellungen, Schnittverletzungen durch Nato-Draht und Verdacht auf Knochenbrüche berichten. Besonders schwere Ver- letzungen (Gehirnerschütterung, Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung, etc.) erlitten darüber hinaus mehrere Personen, die von der Polizei auf den Bahngleisen festgenommen wurden.

Wir freuen uns über den Erfolg der antifaschistischen Blockaden. Wir verurteilen die massive Videoaufzeichnung von DemonstrantInnen über den gesdamten Tag hinweg! Wir verurteilen den Polizeieinsatz aufs Schärfste!!

Fotogalerie sowie Video zum 1. Mai:

iab-ffm.de/index.php/1-mai-2013/item/61-stellungnahme-vom-iab-zum-1-mai-2013

www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=RHm6fm4ek60

 

 

 

 


VON: INTERNATIONALISTISCHES AKTIONSBÜNDNIS FRANKFURT






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