Fritz-Bauer-Gedenktafel im Römer enthüllt

13.12.13
AntifaschismusAntifaschismus, News, Hessen 

 

von Jutta Ditfurth (ÖkoLinX-ARL im Römer)

Zeit, den Namen des Frankfurter "Ehrenbürgers" Hermann Josef Abs zu entfernen – ich habe es heute versucht

50 lange Jahre nach dem Beginn des Auschwitz-Prozesses wurde heute eine Gedenktafel für Fritz Bauer im Frankfurter Römer, im Plenarsaal, enthüllt. Salomon Korn (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt/M. und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland) und Raphael Gross (Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt und Direktor des Fritz Bauer Instituts) waren Gäste des Parlaments. Raphael Gross hielt eine Rede über Fritz Bauer wie man sie im Römer sonst vermisst.

Nach der Enthüllung, zu Beginn der üblichen Parlamentssitzung und Haushaltsdebatte, habe ich die Ehrenbürgertafel, die schräg gegenüber der neuen Fritz-Bauer-Gedenktafel hängt, "korrigiert". Da ich Hammer und Meißel nicht dabei hatte, habe ich den Namen von Hermann Josef Abs mit einem Klebeband verdeckt. H. J. Abs war Chef der Deutschen Bank im NS-Faschismus und mitverantwortlich für den Krieg, die Beraubung der europäischen Juden, für Mord und Verklavung. Die IG Farben, an der die Deutsche Bank maßgeblich beteiligt war, unterhielt in Auschwitz sogar ein eigenes KZ.

Ein anderer Ehrenbürger der Stadt ist Max Horkheimer. Sein Name steht seit Jahren auf derselben Ehrenbürgertafel wie der von Abs. Seit heute steht nun auch noch Fritz Bauers Namen schräg gegenüber dem von Abs.

Ich halte das nicht aus.

So schrieb ich auf den Klebestreifen:

"Abs war Chefbankier der Nazis und mitverantwortlich für Krieg, KZ, Massenmord, Raub und Versklavung. Max Horkheimer und Fritz Bauer sollen durch die Nähe zu seinem Namen nicht beleidigt werden."

Der erste Klebestreifen wurde sofort vom rechtsextremen Stadtverordneten Wolfgang Hüber (Freie Wähler/AfD) abgerissen.

Mein zweiter Klebestreifen klebte ein bisschen länger und wurde abgenommen, nachdem ich eine persönliche Erklärung im obigen Sinn abgeben konnte.

Wer mehr über Hermann Josef Abs und die Rolle der Deutschen Bank im NS-Faschismus wissen möchte, hier eine andere Rede von mir:

www.jutta-ditfurth.de/allgemein/Ditfurth-ethecon-Deutsche-Bank-20131116.pdf

Die einzigen Stadtverordneten, die meine kleine Aktion gut hießen waren die von der Linke-Fraktion und eine Stadtverordnete der Grünen.


VON: JUTTA DITFURTH (ÖKOLINX-ARL IM RÖMER)






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