„ZWISCHEN BRAUNEM GERÖLL“

05.11.15
AntifaschismusAntifaschismus, Hessen, News 

 

Morgen (6.11.15) findet in der Buchhandlung Schutt in Frankfurt eine Lesung über die Nazis in der Bergerstrasse statt.

Von Eva Walther

30 Jahre lang führte die Frankfurterin Anneliese Brustmann, Mutter von vier Kindern, zusammen mit ihrem Mann ihren Lebensmittelladen in der Bergerstraße in Bornheim. Anfang der Achtziger gaben sie auf – aber 1983 erschien ihr erster Gedichtband „Wie mer de Schnabbel gewachse is“.
Anneliese Brustmann, 1930 in Bornheim geboren und dort aufgewachsen, wurde mit ihren Texten und Lesungen schnell zur beliebten Frankfurter Mundartautorin.
Als Zeitzeugin war es ihr jedoch wichtig, über ihre eigenen Erfahrungen und ihr bekannte Schicksale aus der Zeit des Nationalsozialismus zu schreiben und so die Erinnerung daran wach zu halten. 2008 hatte sie dann dieses Lebenswerk fertig: „Zwischen braunem Geröll“ erschien.
Sie plante umfangreiche Lesungen damit; dazu kam es nicht mehr, sie starb 2010.
Der Roman erzählt von den Schicksalen der Frankfurter Familien Greifer und Bernstein in der Merianstraße und der Rothschildtallee; er erzählt auch von der jungen Claire, die im Arzthaushalt von Dr. Morgenstern in der Eisernen Hand arbeitet und der kleinen Annelie, die mit ihrer Mutter in der Hallgartenstraße lebt. Anneliese Brustmann zeigt, wie wichtig und verhängnisvoll es plötzlich wurde, „in der Partei“ oder sozialistisch, arisch, jüdisch, katholisch zu sein. Besonders lebendig sind die Bombennächte im Glauburgbunker oder die erste Nachkriegszeit mit den Trümmerhaufen auf dem Römerberg geschildert – die Autorin war bei Kriegsbeginn ein Kind, danach schon fast erwachsen. Sie hat einen genauen Blick für das Alltägliche, aber sie schreibt auch über in Frankfurt gestrandete jüdische ehemalige KZ-Häftlinge, um die sich keiner kümmert. Und über ehemalige KZ-Wächter, die sich unter falschen Namen verstecken. Braunes Geröll eben.

Die Frankfurter Schauspielerin und Kabarettistin Cornelia Niemann liest aus
„Zwischen braunem Geröll“ und ein paar von Anneliese Brustmann`s Mundarttexten auf Frankforterisch.







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