Zum Antisemitismus und Philosemitismus treudeutscher Prägung

19.01.18
AntifaschismusAntifaschismus, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

»Streit über Antisemitismusbeauftragten. Die Linke darf nicht mitspielen. Der Bundestag will erstmals einen Antisemitismus-Beauftragten einsetzen. Der Antrag wurde ohne die Linke verfasst.«

Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentar

Die sozialdemokratische Die Linke hat in ihrer Geschichte und Tradition als einzige Partei eine nennenswerte antifaschistische Vergangenheit vorzuweisen. Die Sozialdemokratische Partei dies nur begrenzt. Die Bündnisgrünen nicht. Ebenso die FDP. Die CDU-CSU vereinte in ihren Reihen nach der Neugründung 1949 zahlreiche vormalige NSDAP-Faschisten und Antisemiten. So wie bei der SED-PDS, im Übergang zu der heutigen bürgerlich-sozialdemokratischen Partei Die Linke, so gab es lediglich noch ein nennenswertes antifaschistisches Potenzial, auch im Kampf gegen den Antisemitismus der Kapitalfaschisten, bei der MfS-IM-Staatssicherheit, vor dem Ende und der Implosion der DDR. Die verbliebenen Antifaschisten und Gegner der Antisemiten, sie erhielten beim Ende der DDR und nach der Übernahme und dem Systemwechsel in die BRD, vollständig und ausnahmslos Berufsverbot. Auch Antifaschisten und Gegner des Antisemitismus waren in der BRD nach 1990 unerwünscht! So bis heute!

Erwiderung von “RERO“:  »Ist das ein satirischer Beitrag?«

»Die Ketzerordnung sieht die Todesstrafe für Ketzer ("Schlangensöhne des Unglaubens") vor. Eine Begünstigung von Ketzern bedeutete Enteignung. Und zwar auch für die Nachkommen.

Einen anderen Inhalt konnte man bei dem Titel "Ketzerordnung" auch nicht erwarten.

Und das betrachten Sie als überlegen und aufgeklärter gegenüber dem Artikel 4:

"(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."? «  –

»Dass Gegner des Antisemitismus in der BRD seit 1990 unerwünscht wären, ist mal glatt gelogen

»Der Satz, in dem Sie das MfS und die Staatssicherheit erwähnen, ist mit den vielen Einfügungen nicht leicht verständlich. Sie wollen uns das MfS und die Staatssicherheit nicht wirklich als Hort der Kämpfer gegen Antisemitismus verkaufen, oder? «

Antwort:

Gegen die modernen treudeutschen Philosemiten und Antikommunisten.

R.S.: Mein Vater Wolfgang Schramm überlebte von 1939 bis 1946 in Südafrika. Meine Großmutter, Ella Schramm, eine emanzipierte bürgerliche Geschäftsfrau, flüchtete zusammen mit ihrer Tochter aus Deutschland in die Schweiz - und USA. Mein jüdischer Großvater wurde von den treudeutschen Antisemiten aus dem Staatsdienst entfernt und in den Tod getrieben.

Die Großmutter meines Vaters, Gudella Schramm, Tochter von Rabbiner Kahn, überlebte den treudeutschen Pogrom und antisemitischen Terror in Frankfurt am Main. Gudella Schramm gehörte auch weiterhin, nach der Befreiung vom Faschismus 1945, zur jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main.

Gudellas Bruder wurde von den Antisemiten in Theresienstadt vernichtet. Gudellas Vater war der angesehene Rabbiner Kahn. 

Ein großer Teil der jüdischen Familie und Verwandtschaft meines Vaters wurde von den treudeutschen Antisemiten vernichtet.

-  -  -

Antisemiten und Antikommunisten bedienen sich auch gerne des Philosemitismus, ihrer sog. “Judenliebe“. So auch in der heutigen bundesdeutschen Gesellschaft und Bildungslandschaft, in Medien, Wirtschaft und Politik, einschließlich in christlichen Kirchen und bürgerlichen Parteien, Parlamenten und Regierungen.

Das historische MfS war eine antifaschistische Staatssicherheit der DDR. An diesem Kampf, auch gegen den treudeutschen Antisemitismus, hatte ich mich persönlich beteiligt! –

Aber die ostdeutsche Arbeiterklasse konnten wir Kommunisten und Antifaschisten nicht überzeugen! Sie waren dazu nicht bereit, eine antikapitalistische [und ökologische], humanistische und antifaschistische Gesellschaftsordnung mitaufzubauen. Der westliche Wohlstand und Konsum, die Wirtschaftsflucht in die BRD, war der Mehrheit der Ostdeutschen wichtiger, als eine antifaschistische und demokratische Gesellschaftsordnung!

 

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 18.01.2018: Streit über Antisemitismusbeauftragten. Die Linke darf nicht mitspielen. Beitrag von Anna Lehmann und Konrad Litschko. »„Da waren wir schon mal weiter,“ sagt Petra Pau zur Ernennung eines Antisemitismus-Beauftragten.«

www.taz.de/!5478341/#bb_message_3579941

 

19.01.2018, Reinhold Schramm







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz