Blockade eines Schaufelradbaggers im Tagebau Hambach - Zwei Menschen für sieben Tage in Polizeigewahrsam

17.01.23
BewegungenBewegungen, Umwelt, NRW, TopNews 

 

Von "Gegenangriff - für das gute Leben"

In den frühen Morgenstunden des 17. Januars besetzten acht Aktivisti der Protestgruppe "Gegenangriff - für das gute Leben" einen Schaufelradbagger im Tagebau Hambach. Für acht Stunden stand der Bagger still.

"Mit der Aktion haben wir gezeigt, RWE ist angreifbar. Durch eine Vielfalt an Aktionsformen, wie hier, eine Aktion des zivilen Ungehorsams, können die gesellschaftliche Mehrheiten langfristig verändern werden." sagt Aktivistin Kim Laube. Mit der Aktion wollen die Aktivisti sich mit der Besetzung des Dorfes Lützerath am Rande des Tagebaus Garzweiler II solidarisch zeigen. Ziel der Besetzung Lützeraths war die Verhinderung der Abbaggerung der Kohle unter dem Dorf und das Zusammenleben in einer solidarischen Gesellschaft. Laut einer Analyse der Aurora Energy Research wird die Kohle unter Lützerath für einen Kohleausstieg bis 2030 nicht gebraucht.

"Mit der Räumung und der geplanten, anschließenden Förderung der Braunkohle unter Lützerath stellen sich die schwarz-grüne Landesregierung sowie die Bundesregierung gegen die Ziele des Pariser Klimaabkommens. Lützerath erhalten heißt das 1,5°C Ziel einhalten. Im Kampf für Klimagerechtigkeit können wir nicht auf den Staat vertrauen. Wir fordern daher einen Systemwandel", äußert sich Ben Hansen. Das Dorf wurde am Montag nachmittag vollständig geräumt.  

Gegen 13 Uhr endete die Aktion. Ein Teil der Aktivisti verließ selbstbestimmt den Bagger, andere wurden von der Polizei geräumt. Im Anschluss wurden sie über mehrere Stunden in einem Gefangenensammeltransporter festgehalten, mehrfach durchsucht und erkennungsdienstlich Behandelt. Während ein Mensch Personalien angab und frei kam, wurden die anderen Menschen nach Aachen in die Gefangenensammelstelle gebracht. Fünf weitere Aktivisti gaben dort ihre Personalien an. Weiterhin verweigern zwei ihre Personalien und befinden sich nach dem Polizeigesetz NRW bis zu sieben Tagen zur Personalienfeststellung in Gewahrsam. Wir fordern die sofortige Freilassung aller Aktivisti, welche sich gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen einsetzen. Diese Menschen handeln aufgrund der akuten und sich verschlimmernden Klimakrise. Es ist absurd, dass Klimaaktivismus auf diese Art und Weise kriminalisiert wird.







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