Dritte Mahnwache gegen Obdachlosigkeit

28.01.21
BewegungenBewegungen, Berlin, TopNews 

 

Von Bündnis "Mietenwahnsinn"

 

Ein breites Bündnis hält am 29. und 30. Januar eine Mahnwache gegen Obdachlosigkeit und ihre Folgen – gerade auch in Corona-Zeiten. Unter #ObdachlosB2901 wird dieses Event online verbreitet, Rede- und Musikbeiträge am Roten Rathaus werden live gestreamt. Auch der Musiker Andrej Hermlin und die Rapperin Lena Stoehrfaktor treten auf.

„Jetzt ist die Pandemie und wieder wurde nur improvisiert um uns Menschen ohne Obdach über den Winter zu bringen”. Diesen im Grunde immernoch zu optimistisch klingenden Ausspruch eines Betroffenen anläßlich der Kältetoten dieses Winters stellen sie voran. In Hamburg gab es dieses Jahr schon fünf und in Berlin gingen bereits Tommy und Markus als Tote dieses Winters durch die Presse. Das Hamburger Straßenmagazin Hinz & Kunzt stellt fest: „Essenausgabestellen, Tagesaufenthaltsstätten, Arztpraxen und viele Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe haben ihr Angebot reduziert. Das hat dazu geführt, dass der Akku vieler Wohnungslosen schon im Sommer leer war.

Die Veranstalter sagen ganz richtig: „Bleib Zuhause erfordert ein Zuhause. Wir fordern deshalb die Beschlagnahmung von unnötig leerstehendem Wohnraum und dessen Nutzung für Obdachlose. Leben auf der Straße bedeutet, auch wenn man nicht erfriert, in der Regel den früheren Tod. Eine Wohnung ist für ein würdiges Leben nötig. Notunterkünfte bieten gerade jetzt den vom harten Leben auf der Straße Geschwächten zwar nachts Schutz vor der Kälte, aber nicht unbedingt vor Ansteckung, nicht vor Gewalt, Paare werden getrennt, die wenige Habe ist gefährdet.

Zunehmend gibt es auch Menschen, die als Geringverdiener in Notunterkünften leben müssen, Familien manchmal getrennt, inzwischen in Berlin viele tausend. Auch sie nutzen die Straße als Lebensraum und können nicht ständig in den Quartieren, in zellengroßen Räumen oder Mehrbettzimmern bleiben. Das gilt ebenfalls für die Menschen in den Unterkünften für Flüchtlinge, sowie für die zahlreichen Osteuropäer, die hier in der Ökonomie eine Rolle spielen, indem sie die schlechtesten Gelegenheitsjobs machen und dafür teilweise in Zelten wohnen. Sie alle brauchen angemessenen Wohnraum, den sie sich leisten können.

Weitere Informationen:
http://www.wohnungslosentreffen.de/images/2021/20210129_3_Mahnwache_gegen_Obdachlosigkeit.pdf
Termine:
29.01.21
Beginn 14:00 Uhr
14:00 – 17:30 Redebeiträge
17:30 Esels Alptraum (Musik, Jodeln)
18:15 Michael Prütz
18:30 Lena Stoehrfaktor (Musik, Rap)
19:00 Obdachlosentheater Unterdruck
19:30 Speisung und Paul Geigerzähler (Musik)
20:30 Andrej und David Hermlin (Musik)
21:00 Tex Brasket (Musik)
mit Live Stream auf Twitter und an verschiedenen Wänden Berlins.

Links zum Thema:
https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/wie-geht-es-uns-/wiegehtesuns-wohnungslos-frau-berlin-corona.html
https://www.hinzundkunzt.de/nicht-alle-obdachlosen-erhalten-ein-bett-im-winternotprogramm/

Weitere Termine:
23.2. Öffentliche Aktion zur Bilanz der Wohnraumoffensive des BmI
27.3. Europaweiter Housing Action Day







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz