Antimilitaristisches Camp in der Altmark startet Ende Juli

21.07.15
BewegungenBewegungen, Sachsen-Anhalt, TopNews 

 

Von BI Offene Heide

Wie bereits in den letzten Jahren wird es auch in diesem Jahr wieder ein antimilitaristisches Camp in der Altmark geben. Friedensbewegte Engagierte treffen sich für eine Woche in Nähe des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) der Bundeswehr für Workshops, Diskussionen, Vorträge, Kultur und Widerstandsaktionen. Das diesjährige Camp startet am 26. Juli und ist bis zum 3. August geplant Das GÜZ Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide ist der modernste Truppenübungsplatz Europas. Auf 232 km² wird hier Krieg geübt, ausprobiert, vorbereitet mittels Gefechtsfeldsimulation, Rauchbomben, Kunstblut,Schauspieler_innen, nachgebauten kosovarischen und afghanischen Dörfern. Aufstandsbekämpfung bis Interventionskriege werden von Luft- und Bodentruppen simuliert. Die militärischen Anlagen werden vom „Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark“ privatwirtschaftlich betrieben. EU Battlegroups und Natomilitärs nutzen den Platz. Beispielsweise absolvieren Bundeswehr-Soldat_innen für ihren Auslandseinsatz ein zweiwöchiges Kampftraining und werden dann samt ihrer Ausrüstung direkt nach Afghanistan verfrachtet. Rund 25.000 Soldaten aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und Luxemburg durchlaufen jährlich das Gefechtsübungszentrum. „Hier beginnt der Krieg, der weltweit geführt wird – hier ist er folglich auch angreifbar!“ sind sich Friedensbewegte einig.

 

Das Camp in Potzehne (südlich von Gardelegen) wird Menschen aus der Friedensbewegung und aus antimilitaristischen und emanzipatorischen Bewegungen zusammenbringen.. Eingeladen sind alle, die der zunehmenden Militarisierung der Gesellschaften entgegentreten wollen. „Abrüstung bleibt Handarbeit. Wir können nicht auf die Politik vertrauen, sondern müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen.“ heißt es im diesjährigen Aufruf. „Mit vielfältigen Aktionen werden wir die scheinbare Normalität der kriegerischen Verhältnisse offenlegen, stören, blockieren: Spürbare Steine im Getriebe sein. Uns gegenüber stehen  dabei mächtige geopolitische und ökonomische Interessen der krisengeschüttelten kapitalistischen Industriestaaten, die immer mehr mit kriegerischen Mitteln um die letzten Ressourcen, Einflussbereiche und Märkte kämpfen.“ Der über 100 Millionen Euro teure Bau der gigantischen Geisterstadt Schnöggersburg auf dem Gelände des GÜZ soll der Erprobung städtischer Aufstandsbekämpfung dienen. Dadurch gewinnt der Truppenübungsplatz immer mehr an Bedeutung für die NATO und künftige Kriege. Ein U-Bahn Tunnel, Infrastruktur, Elendsviertel, Einfamilien- und Hochhäuser, Industriehallen, ein Flussbett und eine Innenstadt sind geplant. Bis 2016 sollen etwa 150 Gebäude stehen und dann soll dort auch der Übungsbetrieb beginnen. „Mit dem Camp wollen wir auch diesen zentralen Ort der Kriegsvorbereitung sichtbar machen“, so Hanna aus dem Vorbereitungskreis des Camps.

Das diesjährige Campprogramm umfasst unter anderem einen Workshops zu den Verquickungen zwischen Rüstungsindustrie und Politik, einen Vortrag der BI "Offene Heide" "Die Heide und das GÜZ", eine antikapitalistische Lesung, einen Film über den zapatistischen Widerstand, aber auch politisches Puppenspiel und Konzerte und einen Workshop zum Umgang mit Bußgeldandrohungen für das Betreten des Platzes.  Außerdem wird die „Tour de natur“, eine Fahrraddemo zu Verkehrspolitik, die sich auch energie- und friendespolitisch engagiert, vom 29. zum 30. Juli einen Zwischenstopp auf dem Camp machen. Der 1. August wird als Aktionstag mit Mahnwachen, Demos und weiteren antimilitaristischen Aktionen einen aktiv-widerständigen Abschluss des Camps bilden.

Mit dem Camp soll auch die mehr als 20-jährge Arbeit der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe unterstützt werden. 

Weitere Informationen und Kontakt:

http://www.war-starts-here-camp-2015.org/







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