Die Empörten in Berlin

16.05.12
BewegungenBewegungen, Soziales, Berlin, TopNews 

 

von Rainer Weigt

Am Sonnabend, dem 12.05.2012 trafen sich die Empörten zu einem Sternmarsch in Berlin. Vom Thälmann Park, Frankfurter Tor, Kottbusser Brücke, Gesundbrunnen und Hauptbahnhof marschierten die Demo- Züge zum Alexanderplatz. Es war der erste Jahrestag des Beginns der weltweiten Occupy- Bewegung in Madrid und Barcelona.

Diese Bewegung wird hauptsächlich von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft, die über die vorherrschenden Verhältnisse empört sind, getragen. Sie wollen eine grundlegende Änderung des derzeitigen Finanz- und Wirtschaftssystems erreichen. Durch die repräsentative Demokratie fühlen sie sich nicht mehr vertreten, deshalb fordern sie direkte Demokratie.

Kriege dürfen kein Mittel der Politik mehr sein, denn sie schaffen nur noch größere Probleme. Das Wohlergehen der Menschen, nicht wirtschaftliche Interessen und Maximalprofit, müssen zukünftig das Leitbild aller Politik werden. Es ist genug für alle da, aber es muss auch gerecht verteilt werden.

Zum Schuss wurde von allen Beteiligten eine „Erklärung der Menschen vom Neptunbrunnen“ begeistert angenommen. Diese Erklärung ist vom „Spanischen Manifest“ inspiriert, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Wünsche für eine bessere Zukunft.

Ich war im Demo- Zug vom Hauptbahnhof dabei. Besonders hervorheben möchte ich die fröhliche Gestaltung des ganzen Tages durch Musik, Tanz, Trommlergruppen und lustige Einlagen. Auch die vielen selbstgestalteten Transparente zeugten von Lust auf eine bessere Welt. Die Errichtung von Zelten war zwar überall verboten, aber dafür tanzten Mädchen mit kleinen Zelten wie riesige Reifröcke, durch die Reihen und machten, ebenso wie andere Mädchen mit nackten Tatsachen, auf ihre Forderungen aufmerksam. Es hat beim Ablauf zwar nicht alles professionell geklappt, war dafür aber sehr liebenswert.

Die Beteiligung blieb zwar unter den Erwartungen, aber die Generationen über 25 müsste sich dazu wohl wesentlich zahlreicher einbringen.

Es waren auch Gruppierungen von Attac, Berliner Wassertisch, Foodwatch, Rettet den Regenwald, Die Linke und andere zu erkennen, aber da niemand dominierend auftrat, wurde damit nur die Vielfalt der Protestierenden aufgezeigt und es blieb wohltuend Raum für alle Empörten.

 

 


VON: RAINER WEIGT






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz