10. März 2020: Europaweiter Aktionstag gegen Immobilienlobby

08.03.20
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Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn

Ein europaweites Bündnis von Mieterorganisationen wird am 10. März im Vorfeld des Housing Action Days Aktionen durchführen. Auch in Berlin wird das Berliner Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn auf dem Kurfürstendamm eine öffentlichkeitswirksame Aktion veranstalten, bei der dort ansässige Immobilienfirmen besucht werden. Beginn 16 Uhr, George-Grosz-Platz

Das Datum war in europaweiter Abstimmung gewählt worden aus Anlass der MIPIM (Marché International des Professionnels de l’immobilier – Internationale Messe für Immobilienfachleute) in Cannes. Dort sollten 26.000 Vertreter von Unternehmen und Politik und 500 Journalisten drei Tage lang die neuesten Trends für die Branche besprechen. Diese Messe ist nun kurzfristig abgesagt worden. Begründung: Coronavirus. Aber natürlich wird unser Aktionstag nicht abgesagt!

Die Veranstalter wollten sich auf dieser weltweit führenden Immobilienmesse einen problembewussten Anstrich geben mit Sätzen wie „Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist eine große Herausforderung in einer Zeit, in der die UNO davon ausgeht, dass im Jahr 2050 bereits zwei Drittel aller Menschen in Städten leben werden“ . Sie blendeten dabei aus, dass ein großer Teil der Stadtbevölkerung auch hierzulande zukünftig aus ärmeren Bevölkerungsschichten bestehen wird, schlecht bezahlt aber unentbehrlich, die Wachdienst schieben, Büros putzen, die lebensnotwendigen Waren verkaufen, usw. Die Immobilienwirtschaft spricht nur von Wohnraum für Reiche und Besserverdiener, nicht für Normalverdiener oder gar Arme.
Ebenfalls nicht erwähnt werden die Bewohner von Notquartieren und die Wohnungslosen oder diejenigen, bei denen die Wohnkosten bereits jetzt einen viel zu großen Anteil des Einkommens verschlingen.
Beim „MIPIM-Award“ in der Kategorie „Beste Wohnsiedlung“ kam als deutscher Teilnehmer „WAVE Waterside Living Berlin, Developer: Bauwerk Capital GmbH & Co. KG“ in die engere Wahl: Klötze an der Spree, ehemaliger Westhafen, mit 161 Eigentumswohnungen (auch als Geldanlage) und extrem teuren Mietwohnungen. Da gibt es Anfang Februar 2020 noch freie Mietwohnungen: z.B. 52 m², für 1.435 € inkl. Nebenkosten. Das ist bezeichnend dafür, an wessen Interessen man sich ausrichtet.

Auch die gestrige Zinssenkung der US-Notenbank Fed wird großen Immobilieninvestoren wieder Geld in die Hände geben. Geld für preistreibende Spekulationen, Immobilienkäufe, Modernisierungen und Neubauten für Reiche. „Das führt nicht nur zur Vermehrung der Profite und zu immer mehr Methoden und Mitteln, Mietendeckel und andere Regulierungen zu umgehen, sondern auch weiterhin zur Verdrängung von Millionen von Menschen aus ihren Städten.“ so Kim Meyer vom Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn.
Dagegen richtet sich unser kreativer Protest am europaweiten Aktionstag am 10.3.

Links:
Flyer zum Berliner Aktionstag am 10.3.
https://mietenwahnsinn.info/demo2020/wp-content/uploads/sites/7/2020/03/veranstaltung-2020-03-10.pdf
Karte der Teilnehmer am europaweiten Bündnis
https://umap.openstreetmap.fr/de/map/european-housing-action-day-28032020_401185#5
Presseerklärung zur Ankündigung der MIPIM 2020:
https://pressroom.mipim.com/download?id=503235&pn=ed61b9bf7c750c6dad2956551e558163-pdf&display=

Termine:
10.3. um 16 Uhr George-Grosz-Platz Aktionstag gegen Mietenwahnsinn in Berlin
19.3. Pressekonferenz des Housing Action Days
23.3. um 11 Uhr Pressekonferenz des Bündnisses gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn Berlin (im Moviemento Kino Kreuzberg)
28.3. um 13 Uhr Potsdamer Platz Demonstration gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung







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