Mieter organisieren sich gegen LEG-Konzern

11.03.20
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Von Berg Fidel Solidarisch

Versammlungen, Unterschriftensammlung und Demonstration

Ein Viertel macht Mobil: Der LEG-Konzern macht Millionen-Profite auf dem Rücken der Mieter*innen aber kümmert sich nicht um Instandhaltungen und dringend notwendige Reparaturen der Wohnungen. Auch in den knapp 700 LEG-Wohnungen im Münsteraner Stadtteil Berg Fidel leiden die Bewohner*innen darunter, dass die Mieten steigen, während gleichzeitig die Wohnqualität immer weiter abfällt. Das wollten die Menschen in Berg Fidel nicht länger hinnehmen und haben sich unter dem Motto »Gemeinsam sind wir stark!« als »Berg Fidel Solidarisch« zusammen geschlossen. »Wir lassen uns das nicht länger gefallen. Unsere Stärke liegt darin, dass wir viele sind und uns solidarisch zusammen tun. Im Kapitalismus zählt nur der Profit – doch gemeinsam kämpfen wir jetzt für bessere Wohnungen, niedrigere Mieten und ein gutes Leben für alle
Menschen!«, sagen die Bewohner*innen entschlossen. Auf einer Versammlung trafen sich 80 Anwohner*innen und beschlossen als ersten Schritt Unterschriften für ihre Forderungen zu sammeln und diese mit einem Brief an die LEG zu schicken. Innerhalb von vier Wochen schlossen sich 400 Mieter*innen mit ihrer Unterschrift an.

LEG-Geschäftsbericht vom 9. März: Die LEG ist nach Vonovia und Deutsche Wohnen der drittgrößte Wohnungs-Konzern in Deutschland. Dass die Profitorientierung den Mieter*innen schadet, spiegelt sich auch im vor kurzem veröffentlichten Geschäftsbericht der LEG für das Jahr 2019. Der kapitalistische Miethai plant an seine Aktionäre eine Dividende von 248 Millionen Euro auszuzahlen – Profit der aus den Mieter*innen von 134.000 Wohnungen herausgepresst wurde. Ein Aktiver rechnet vor: »Wenn diese Summe durch die
Anzahl der Wohnungen geteilt wird, kommt dabei eine Dividende von 1.850 Euro pro Wohnung heraus.

Was bedeutet das? Die Miete könnte durchschnittlich um 1.850 Euro pro Jahr gesenkt werden und das ohne Verschlechterungen der Wohnqualität! Das einzige, dass sich dafür ändern müsste, ist dass wir den Kapitalisten nicht mehr erlauben auf unsere Kosten reich zu werden. Schluss damit: Keine Profite mit der Miete!«

Sinkende Wohnqualität und Abzocke: So stellt der inzwischen privatisierte und börsennotierte Konzern keinen Hausmeister mehr für die über 2.000 Mieter*innen in Berg Fidel, was ihn aber nicht davon abhält, diesen weiterhin in den Nebenkosten abzurechnen. »Diese Abzocke macht uns sauer – wir zahlen für einen Hausmeister, den es nicht mehr gibt. Früher gab es einen ansprechbaren Hausmeister mit eigenem Büro und Öffnungszeiten im Viertel«, erzählt eine langjährige Mieterin. Seit dies nicht mehr der Fall ist, findet
keine angemessene Instandhaltung der Wohnungen mehr statt, dringend notwendige Reparaturen bei Schimmelbefall, defekten Fenstern oder gar Heizungen bleiben aus.

Housing Action Day – Geplanter Protest vor Konzern-Niederlassung: Da außer PR-Sprechblasen vom Konzern noch nichts zu hören war, wird jetzt für den 24. März zu einer Demonstration zur LEG-Niederlassung in Münster mobilisiert. »Wir lassen uns nicht weiter von verlogenen Versprechen der LEG für dumm verkaufen. Wir werden nicht locker lassen bis unsere Ziele erreicht sind und der Konzern wird sich noch auf einiges gefast machen müssen!«, warnen die Aktiven von »Berg Fidel Solidarisch«.







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